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  • 04.06.2016, 17:48h           4      Teilen:   |

Honduras: Prominenter LGBT-Aktivist ermordet

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Martinez wurde 40 Jahre alt

Rene Martinez wurde erdrosselt aufgefunden, seine Leiche zeigte Medienberichten zufolge Spuren von Folter.

In Honduras ist erneut ein bekannter LGBT-Aktivist ermordet worden: Rene Martinez war am Mittwoch von seiner Familie als vermisst gemeldet worden. Eine später auf einem verlassenen Grundstück aufgefundene Leiche wurde später von seiner Familie in der Gerechitsmedizin identitifiziert.

Der 40-Jährige lebte und starb in San Pedro Sula, der zweitgrößten Stadt des Landes. Er war Präsident der Comunidad Gay Sampredrana, die in der Stadt ansässige Organisation kümmerte sich um die Belange von LGBT in ganz Nordhonduras. Der Bürgermeister der Stadt sagte, er habe einen Freund verloren. Marinez, Mitglied der regierenden christdemokratischen Nationalpartei, war Angestellter der Stadt und betrieb auch eine Anlaufstelle gegen Gewalt und Diskriminierung, die von USAID gefördert wurde.

Die US-Botschaft hat eine zügige und umfassende Aufklärung des Mordes gefordert. Der frühere griechische Außenminister Stavros Lambrinidis, der inzwischen als EU-Sonderbeauftragter für Menschenrechte arbeitet und gerade in Honduras verweilt, besuchte noch am Freitag eine LGBT-Organisation, um seine Unterstützung zu zeigen.

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"Rene war ein hervorragender Vorsprecher der LGBT-Bewegung in Honduras und hatte eine vielsprechende Zukunft als politischer Kandidat vor sich", bedauerte Luis Abolafia Anguita vom Gay and Lesbian Victory Institute den Mord.

Die Polizei hat eigenen Angaben zufolge noch keine Spur oder ein Motiv für die Tat. Der Aktivist wurde erdrosselt, Medienberichten zufolge zeigte der Leichnam Spuren von Folter. Das Viertel gilt als Verbrechenshochburg, in dem es vor allem durch Drogenkriminalität und Gangs zu zahlreichen Morden kommt.

Gerade die Hauptstadt von Honduras gilt als "Mord-Kapitale". Hier war 2009 der LGBT-Aktivist Walter Tróchez aus einem Auto heraus ermordet worden. Vorher war er bereits in Polizeigewahrsam verprügelt und wegen seiner sexuellen Orientierung beleidigt worden. Ein Zusammenhang mit dem Militärputsch, der zur Verfolgung und Ermordung zahlreicher Menschenrechtsaktivisten führte, wurde vermutet.

2012 war ein weiterer LGBT-Aktivist und Journalist, Erick Martínez Ávila, in der Hauptstadt verschwunden und Tage später erdrosselt aufgefunden worden – er wollte für eine Oppositionspartei für den Kongress kandidieren. Im Rahmen des Wahlkampfes wurden Menschenrechtsorganisationen zufolge 36 Morde an Kandidaten und ihren Mitarbeitern und Familienmitgliedern verübt. LGBT-Organisationen schätzen, dass in den letzten Jahren über 150 LGBT in Honduras ermordet wurden.

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Tags: honduras, mord, rene martinez
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Reaktionen zu "Honduras: Prominenter LGBT-Aktivist ermordet"


 4 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
04.06.2016
18:21:30


(-1, 7 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


Auch wenn weite Teile Südamerikas queerfreundlich sind, darf man nicht vergessen, das Südamerika Hochburg der drogenkartelle ist und ich bin mir sicher das teile der südamerikanischen katholischen kirche die Hände voller drogenblut haben, ich meine nicht die mafiabosse, die Sonntags in die kirche gehen.


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#2
04.06.2016
19:00:23


(+3, 9 Votes)
 
#3
04.06.2016
20:01:51


(0, 6 Votes)

Von GayofCulture


Die Welt guckt überall hin, aber vergisst eben die letzte Diktatur Lateinamerikas in Honduras. Dort wurde vor einigen Wochen auch Bertha Caceres ermordet, die zwar keine LGBT war, aber Umweltaktivistin. Wer in Honduras in irgendeiner Form tätig ist- Journalist, Anwalt, LGBT-Aktivist, Umweltschützer- ist seines Lebens nicht mehr sicher. Nach dem Sturz von Manuel Zelaya hat sich das Land eine Maske aufgesetzt, die nach außen hin Demokratie, nach innen aber Repression darstellt. Honduras findet in den deutschen Medien kaum statt. Es ist sehr schwer an Infos über das Land und die Situation unserer Leute dort heranzukommen. Teilweise schreiben nur linksextreme Zeitungen darüber oder Wikipedia ist eine gute Quelle. Fakt ist, dass Leben für LGBTS ist im Land sehr schwer geworden. Und viele fliehen in freiere Staaten des Kontinents, so Argentinien oder Brasilien. Es bleibt die Hoffnung, dass auch queer.de niemals den Blick nach Tegucigalpa verliert und immer dann berichtet, wenn ein LGBT ermordet wurde.


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#4
04.06.2016
20:42:17


(+1, 3 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015
Antwort zu Kommentar #3 von GayofCulture


"Es bleibt die Hoffnung, dass auch queer.de niemals den Blick nach Tegucigalpa verliert und immer dann berichtet, wenn ein LGBT ermordet wurde."

Spätestens dann!!!!


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