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Der Sieg Jamalas vor wenigen Wochen beim Eurovision Song Contest erhöht den Druck auf die Behörden, für einen sicheren und friedlichen CSD zu sorgen: Zur Show im nächsten Jahr dürften viele schwule Fans in die Ukraine anreisen wollen (Bild: EBU)

Jamala forderte in einem Offenen Brief Bürgermeister Vitali Klitschko auf, für die Sicherheit der Demonstration zu sorgen.

Die diesjährige Siegerin des Eurovision Song Contest, die ukrainische Sängerin Jamala, unterstützt den "Kiev Pride". Am Mittwoch veröffentlichte Amnesty International einen Offenen Brief der Sängerin an den Bürgermeister der Hauptstadt, Vitali Klitschko.

Darin forderte sie den Ex-Profiboxer auf, bei dem für Sonntag geplanten "Marsch für Gleichberechtigung" für Schutz zu sorgen und das Versammlungsrecht und das Recht auf Meinungsfreiheit durchzusetzen. Entsprechende Briefe hatten über 500 Personen, darunter auch die Autorin und Sängerin Irena Karpa, an das Bürgermeisteramt verschickt. Klitschko und seine Behörden hatten die Demonstration zum Abschluss der bereits laufenden CSD-Woche in den letzten Tagen bestätigt und eine große Polizeipräsenz versprochen.

Bis zu 6.000 Polizisten sollen die Demonstration in diesem Jahr schützen. Rechsextreme des "Rechten Sektors" und weiterer Gruppen hatten dazu aufgerufen, Präsenz zu zeigen und den LGBT-Marsch zu verhindern; ein führender Neonazi sprach gar von einem "Blutbad" (queer.de berichtete).

Neue Töne Klischtkos


Beim CSD im letzen Jahr war es zu Ausschreitungen gekommen

In den letzten beiden Jahren hatte Klitschko die CSD-Organisatoren noch vorab gebeten, die CSD-Demonstration aus Sicherheitsgründen abzusagen. 2014 verzichteten sie auf die Parade (queer.de berichtete), Neonazis überfielen stattdessen an dem Wochenende einen Homo-Club an zwei Abendenden hintereinander (queer.de berichtete).

Im letzten Jahr bestanden die Aktivisten allerdings auf ihr Versammlungsrecht, auch Präsident Petro Poroschenko sprach sich für die Durchführung aus. Die Demonstration wurde letztlich von der Polizei geschützt, Neonazis konnten bei Ausschreitungen dennoch einige Teilnehmer und vor allem Polizisten angreifen (queer.de berichtete).

Zuletzt hatte sich der Kontakt der Stadtverwaltung mit LGBT-Organisationen verbessert, so fand erst vor wenigen Wochen ein "LGBT Equality Festival" in Kooperation mit der Stadt und unter Polizeischutz statt. Wenige Wochen zuvor hatte ein Neonazi-Mob in Lwiw noch eine ähnliche Veranstaltung behindern und letztlich verhindern können (queer.de berichtete). Nach dem Sieg Jamalas bewerben sich derzeit Kiew, Lwiw und weitere Städte um die Ausrichtung des ESC, die Sicherheit von Besuchern und Künstlern wird bei der Auswahl durch das ukrainische Fernsehen und in der Zusammenarbeit mit der EBU eine wichtige Rolle spielen.

Zum CSD ist aus München bereits zum fünften Mal eine Unterstützerdelegation nach Kiew gereist, Stadträtin Lydia Dietrich (Grüne) vertritt dabei offiziell Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD). In einem Blog berichten die Teilnehmer von den Erlebnissen vor Ort, etwa vom CSD-Empfang beim deutschen Botschafter, mit dem die Pride Week startete. Aus der interfraktionellen Arbeitsgruppe des EU-Parlaments zu LGBT-Rechten haben zudem die Abgeordneten Sophie in't Veld, Ana Gomes und Rebecca Harms ihr Kommen zugesagt.



#1 Jamala12PointsAnonym
  • 09.06.2016, 22:13h
  • Der Sieg der Ukraine war die große Überraschung des diesjährigen ESC. Nach einem Jahr Pause hat das Land ein fulminantes Comeback gefeiert und ich gönne es Jamala! Sie hat mit ihrem Song schon in beim ESC-Vorentscheid für hitzige Diskussionen gesorgt! Am 14. Mai 2016 hat sie es allen gezeigt, die sie im Vorfeld des ESC in Stockholm mit Dreck beworfen haben (besonders das putin-verseuchte Rußland)!

    Super, daß sie sich für den CSD in Kiew einsetzt und Herrn Klitschko Feuer unter seinem Hintern macht!
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#2 MariposaAnonym
  • 10.06.2016, 10:25h
  • Antwort auf #1 von Jamala12Points
  • Dem schließe ich mich gerne an !!

    Danke, Jamala - nebenbei hat sie den ganzen Kommerz (vor allem Rußland) beim ESC geschlagen. Auch das war dieses Jahr sehr, sehr erfreulich. Vielleicht besteht für die Trällershow in der Zukunft ja doch noch Hoffnung.
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#3 KollontaiProfil
#4 hugo1970Profil
  • 10.06.2016, 19:47hPyrbaum
  • Es gibt Hoffnung in der Ukraine, hoffentlich kann der CSD friedlich verlaufen. Das er friedlich veräuft muß die Polizei schon im Vorfeld dafür Sorgen, das die gewalttätigen keine Chanche haben überhaupt in die Nähe der veranstaltung zu kommen.
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#5 KollontaiProfil