Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
  • 10.06.2016, 06:58h           52      Teilen:   |

Brandenburg

AfD-Abgeordneter macht sich über Homophobie-Debatte lustig

Artikelbild
Zu den eigentlichen Themen des Antrags verlor Königer kein Wort (Bild: Screenshot Landtags-TV)

Steffen Königer nutzte eine ernste Debatte zum Aktionsplan gegen Homo- und Transphobie, um sich über "Genderwahnsinn" zu amüsieren.

Der Brandenburgische Landtag hat am Donnerstag in erster Lesung einen gemeinsamen Antrag (PDF) der Regierungsparteien SPD und Linke sowie der oppositionellen Grünen zur Erstellung eines "Aktionsplans für Akzeptanz von geschlechtlicher und sexueller Vielfalt, für Selbstbestimmung und gegen Homo- und Transphobie in Brandenburg" debattiert.

"Diskriminierung, Gewalt und Ablehnungserfahrungen" gehörten für viele Lesben, Schwule, bi-, trans- und intersexuelle und queere Menschen weiterhin zum Alltag", heißt es zur Begründung. Feindseligkeit gegenüber LSBTTIQ* habe "keinen Platz in einer demokratischen Gesellschaft" und sei "keinesfalls nur die Angelegenheit der Betroffenen".

Ein ernstes Thema und ein ernstes Ziel also. Der AfD-Abgeordnete Steffen Königer nutzte die Debatte allerdings für eine kabarettistische Einlage, in der er sich über diese Betroffenen lustig machte. "Sehr geehrte Schwule", meinte er zum Einstieg, "sehr geehrte Lesben, sehr geehrte Androgyne, sehr geehrte Bigender". In Folge benannte und begrüßte er in etwa alle von Facebook als Auswahlmöglichkeit vorgesehenen Geschlechtsidentitäten, über die sich rechte und homophobe Akteure schon seit Monaten publikumswirksam amüsieren wie empören (und die im Antrag nicht erwähnt werden). Nach all diesen Begrüßungen meinte er zum Abschluss und als Pointe: "Die AfD-Fraktion lehnt Ihren Antrag ab."

Fortsetzung nach Anzeige


Flache Witze gegen LGBT-Rechte

Die AfD verbreitet die Rede inzwischen auf Youtube als Beitrag Königers "zum Genderwahnsinn". Auch bei Facebook lud die AfD-Fraktion das Video hoch, es wurde bereits über 3.500 Mal geteilt – darunter von Königer selbst, der es mit den Schlagworten "#‎gendergaga‬" und ‪"#‎gendermichnichtvoll‬" versah.

Die Mehrheit amüsiert sich seitdem schenkelklopfend über Minderheiten und ihr Recht auf Selbstbestimmung. Worum es eigentlich im Landtag ging, wird in den Videobeschreibungen mit keiner Silbe erwähnt. Der Antrag wurde nach der Debatte in den Ausschuss für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie verwiesen. Für die AfD sitzt dort: Steffen Königer.

Im letzten Juli hatte der ehemalige "Mister Brandenburg" und Ex-Redakteur der "Jungen Freiheit" im Landtag die Ehe für alle abgelehnt und gefragt, ob es "nichts Wichtigeres" zu debattieren gebe (queer.de berichtete). Auch meinte er: "Wer wird sich denn in Zukunft noch so diskriminiert fühlen? Vielleicht jemand, der glaubhaft versichert, dass er nun alle seiner vier Frauen ehelichen möchte? Oder vielleicht seinen Fußballverein? Seinen heiß geliebten Gartenzwerg?"

Königers Fraktionskollege Andreas Kalbitz, früher bei der CDU und den Republikanern, hatte wenige Monate zuvor einen LGBT-Sitz im ZDF-Fernsehrat abgelehnt – diese hätten "im Rahmen des ganzen Gender-Diskurses deutlich mehr Präsenz in der öffentlichen Debatte" als angemessen (queer.de berichtete). Auch seien doch in der Lindenstraße "gleichgeschlechtlich orientierte Rollen" bereits "medial präsent", was "auch gut so" sei. "Aber damit ist es aus unserer Sicht auch schon gut."

Homophobie von Landtag zu Landtag

Zuletzt häufen sich dank der AfD homophobe Töne in Landesparlamenten. In der letzten Woche soll laut dem vorläufigen, von unabhängigen Landtagsmitarbeitern verfassten stenografischen Protokoll der Magdeburger Abgeordnete Andreas Gehlmann in einem Zwischenruf Gefängnisstrafen für Homosexuelle gefordert haben (queer.de berichtete). Nach einer Welle der Empörung bestritt das seine Fraktion für ihn (queer.de berichtete) und will inzwischen das Protokoll abändern lassen: Es soll festhalten, dass er "nur" eine Tabuisierung von Homosexualität gewünscht habe (queer.de berichtete). Zu der Aussage stehe er "uneingeschränkt, da er Sittenverfall und sogar allgemein offen ausgelebte Sexualität scharf ablehnt", so die Fraktion.

Am gleichen Tag hatte AfD-Fraktionschef Uwe Junge im Landtag von Rheinland-Pfalz adoptierte Kinder in Regenbogenfamilien als "Statussymbol" diffamiert und gegen eine "Umerziehung" an Schulen gepoltert (queer.de berichtete). In Thüringen wollte die AfD im letzen September wissen, "wie viele Homosexuelle, Bi- und Transsexuelle, Transgender und intergeschlechtliche Menschen" im Freistaat leben, um das von der Partei abgelehnte Landesprogramm für Akzeptanz und Vielfalt zu torpedieren (queer.de berichtete). In Sachsen fragte der Abgeordnete André Wendt erst in dieser Woche, ob der CSD Dresden "in irgendeiner Weise" durch die Landesregierung gefördert werde (queer.de berichtete). (nb)

Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 52 Kommentare | FB-Debatte
Teilen: 789             21     
Service: | pdf | mailen
Tags: afd, brandenburg, aktionsplan, homophobie, steffen königer
Schwerpunkt:
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

loading...

Reaktionen zu "AfD-Abgeordneter macht sich über Homophobie-Debatte lustig"


 52 User-Kommentare
« zurück  123456  vor »

Die ersten:   
#1
10.06.2016
08:43:06


(+3, 7 Votes)

Von mats


*Achtung: Satiiiiiiiiiiire!!!*

Sehr geehrte Minibürger,
sehr geehrte Bierzeltprogrammatiker,
sehr geehrte Kommentarspaltenbewohner,
sehr geehrte Unter-der-Bettdecke-Rubbler,
sehr geehrte Verschwörungswissenschaftler,
sehr geehrte Verklemmtheitsbeauftragte,
sehr geehrte Konformaniker und Uniformexuelle,
sehr geehrte Genderwahn-Wahnsinnige,
sehr geehrte Fundamentalegendenbastler,
wir würden sehr gerne mal einen Ihrer Anträge ablehnen, sobald sie herausgefunden haben, wie man einen schreibt.

* Satiiiiiiiiire Ende*


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#2
10.06.2016
09:06:10


(-6, 14 Votes)

Von hene


Mhh, man macht es der AfD aber auch leicht.
Der Antrag stell mehr Fragen als er Antworten gibt. Ich weiß nicht wie andere Anträge ausgestaltet sind, aber es wäre schön, wenn er mehr konkret wäre und nicht jeder Satz alles und nichts beinhalten würde.
Beispielsweise Punkt 3 des Antrages kann genau so interpretiert werden wie der AfD Parlamentarier es ausführt: mit der Auflistung jedes wählbaren Geschlechts bei Facebook.
Warum wird es nicht konkret gemacht? Das und das ist gefordert und das und das wird als Maßnahme benötigt? Anstelle dessen Phrasen und nichts wirklich greifbares.
Da muss man sich nicht wundern, wenn Parlamente als Laberbuden verschrien sind und die AfD das ausschlachtet.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#3
10.06.2016
09:11:23


(+2, 8 Votes)

Von herve64
Aus München (Bayern)
Mitglied seit 09.12.2008
Antwort zu Kommentar #1 von mats


Du hast noch vergessen "Sehr geehrte Putin-Trolle, sehr geehrte AfD-Trolle, sehr geehrte Nazi-Trolle" (2B continued)


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#4
10.06.2016
09:18:23


(+3, 5 Votes)

Von NoToAfD


Wenn ich mir diesen Fuzzy so anschaue, erinnert er mich sehr stark an "Highlander" mit Christopher Lambert oder an Mel Gibson in "Braveheart"! Wenn sich diese Type erdreistet, Schwule und Lesben ins Lächerliche zu ziehen, dann drehen wir den Spieß mal um und geben die AfD der Lächerlichkeit Preis!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#5
10.06.2016
09:31:28


(+3, 9 Votes)

Von karlaga


Achtung ebenfalls Satire:
Wir sind für Demokratie und nationale Interessen!

Außer bei Menschen die flüchten.
Außer bei Menschen ausländischer Herkunft.
Außer bei Menschen mit Migrationshintergrund.
Außer bei Menschen mit dunkler Hautfarbe.
Außer bei Menschen mit doppelter Lidfalte.
Außer bei Menschen mit Linkshändigkeit.
Außer bei Menschen mit Trisomie 21.
Außer bei Schwulen.
Außer bei Lesben.
Außer bei Transsexuellen.
Außer bei Bisexuellen.
Außer bei sozial schwachen.
Außer bei bedürftigen Menschen.
Außer bei Moslems.
Außer bei Juden.
Außer bei Buddhisten.
Außer bei Hinduisten.
Außer bei blinden Menschen.
Außer bei taube Menschen.
Außer bei Vegetariern.
Außer bei Veganern.
(...)

Ihr gehört nicht dazu.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#6
10.06.2016
09:34:20
Via Handy


(-3, 15 Votes)

Von Sign


Wobei der Redner den Unsinn schon gelungen auf den Punkt bring. Das muss man schon anerkennen.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#7
10.06.2016
09:51:17


(+2, 8 Votes)

Von mats
Antwort zu Kommentar #4 von NoToAfD


Mich erinnert er irgendwie an den hier:

Bild-Link:
andre-rieu.jpg


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#8
10.06.2016
09:56:53


(+3, 7 Votes)

Von mats
Antwort zu Kommentar #2 von hene


Ja, Ausdifferenzierung bis in den Mikro-Unterschied ist der flasche Weg. Bei Facebook und Co. würde eine Kategorie reichen:

Mensch.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#9
10.06.2016
10:20:18


(+11, 11 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #7 von mats


Der Niederländer Andre Rieu mag ein Kitschier sein, ist aber ein sehr guter Geiger.

Herr Königer ist eine niederträchtige Figur, die sich über Faschismus-Opfer lustig macht.

Zwischen einem niederländischen Musiker und einem deutschen Faschisten gibt es gewaltige Unterschiede.

Bei letzteren verliere ich meinen Humor.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#10
10.06.2016
10:22:31


(+8, 8 Votes)

Von Mariposa
Antwort zu Kommentar #4 von NoToAfD


BItte nix gegen Christopher Lambert - den fand ich früher nämlich ziemlich scharf.... Der Vergleich ist eine Beleidigung


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
« zurück  123456  vor »


 POLITIK - DEUTSCHLAND

Top-Links (Werbung)

 POLITIK



Anderswo
Bild des Tages
Aktuell auf queer.de
Will & Grace sind zurück – um Trump zu verhindern Hirschfeld-Briefmarke: Schäuble hat das letzte Wort Hessen: AfD sorgt sich um "Relativierung" der Heterosexualität im Unterricht Uganda: Polizei verhindert CSD
 © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt