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  • 11.06.2016, 12:47h           38      Teilen:   |

Online-Petition gegen Hermann Gröhe

Auch "Demo für alle" will Aids-Aufklärung stoppen

Artikelbild
Zurück in die Fünfzigerjahre: Nach dem Willen der Bildungsplangegner sollen solche "schamverletzenden Bilder" aus der Öffentlichkeit verschwinden (Bild: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung)

Nach der Strafanzeige der AfD-Jugendorganisation mobilisieren nun die Bildungsplangegner gegen die "Sex-Plakate" der BZgA.

Kopulierende Comicfiguren auf Plakatwänden, die für die Benutzung von Kondomen werben, erregen die "Demo für alle". Die homophobe Anti-Bildungsplan-Bewegung hat am Freitag eine Onlinepetition gegen die "schamverletzenden Bilder" der neuen Safer-Sex-Kampagne "Liebesleben" gestartet. Bereits Ende Mai hatte Sören Hauptstein, der Chef der AfD-Jugendorganisation "Junge Alternative" Niedersachsen, wegen dieser angeblichen Verbreitung von Pornografie eine Strafanzeige gegen die verantwortliche Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gestellt (queer.de berichtete).

Die Poster-Kampagne mit hetero- wie homosexuellen Figuren hatte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) Anfang Mai auf einer Pressekonferenz selbst vorgestellt (queer.de berichtete). Ziel ist es, mit Cartoon-Figuren "humorvoll, verständlich und plakativ" die Präventions-Kernbotschaften unters Volk zu bringen. Sie lauten: "Benutz Kondome" und "Wenn was nicht stimmt, ab zum Arzt". Die Motive kleben derzeit deutschlandweit an über 65.000 Plakatwänden.

Fortsetzung nach Anzeige


"Demo für alle": Kampagne ist Propaganda für Promiskuität

"Die Kampagne 'Liebesleben' verletzt die Intimsphäre der Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen, missachtet den Kinder-und Jugendschutz und untergräbt das grundgesetzlich garantierte Erziehungsrecht der Eltern", heißt es in der Onlinepetition, die sich direkt an den Bundesgesundheitsminister richtet. Die "Demo für alle" setzt sogar noch eins drauf: "De facto propagiert die Kampagne genau das promiskuitive Verhalten, welches eine der Hauptursachen für kaputte Familienbeziehungen und sexuell übertragbare Krankheiten ist."

Unterstützt wird die Petition von der umstrittenen Deutschen Gesellschaft für Sozialwissenschaftliche Sexualforschung (DGSS). "Solche Bilder wecken die Fantasie der Kinder und regen zum Nachspielen an", wird deren Präsident Jakob Pastötter zitiert. Darüber hinaus werde Sex als "bedeutungsloser, leicht zu konsumierender Spaß dargestellt, an dessen mögliche Konsequenzen man dank Kondomen keinen Gedanken mehr verschwenden muss".



Präventionskampagnen schon seit fast 30 Jahren unter Beschuss

Die deutsche HIV-Prävention steht bereits seit dem Beginn von Präventionskampagnen wie "Gib Aids keine Chance" im Jahr 1987 immer wieder in der Kritik. Damals wurde die Aufklärungsarbeit etwa von der katholischen Kirche angegriffen, die statt plakatierten Kondomen lieber Werbung für Enthaltsamkeit gesehen hätte.

Auch die Organisatorin der "Demo für alle", Hedwig von Beverfoerde, hatte bereits in der BZgA-Vorgängerkampagne "Mach's mit" eine Werbung für "schrankenlose Promiskuität bei Jung und Alt" gesehen: "Die Befriedigung des Geschlechtstriebs wird als ebenso zwingend notwendig dargestellt wie Essen und Trinken."

In der Realität führte die Präventionsarbeit der Bundesregierung letztlich aber dazu, dass die Zahl der HIV-Neuinfektionen in Deutschland noch heute sehr viel niedriger ist als in den meisten anderen europäischen Ländern. Auch die Gegen-Petition kann durchaus positiv gesehen werden: So sorgt die "Demo für alle" nun selbst für eine Weiterverbreitung der Motive. Auf Facebook geteilt wurde die Stopp-Kampagne inklusive zwei Bildern auch von der CDU-Bundestagsabgeordneten Erika Steinbach mit der Bemerkung "Gute Aktion!!" (mize/dk)

(ergänzt durch Steinbach-Reaktion)

Links zum Thema:
» Homepage der "Liebesleben"-Kampagne
» Fanpage auf Facebook
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Tags: liebesleben, bzga, hiv-prävention, demo für alle
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Reaktionen zu "Auch "Demo für alle" will Aids-Aufklärung stoppen"


 38 User-Kommentare
« zurück  1234  vor »

Die ersten:   
#1
11.06.2016
12:52:53


(+10, 10 Votes)

Von Sebi


Dass die Homohasser sogar Aufklärung gegen gefährliche, potentiell tödliche Krankheiten verbieten wollen, zeigt nur wieder mal, wie wahnsinnig die sind.


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#2
11.06.2016
12:53:59


(+9, 9 Votes)

Von michael008
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Klar doch:

Moralisieren, verbieten, verstecken, Kopf in den Sand stecken...

Welcome back into the 50's!


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#3
11.06.2016
12:59:44


(+11, 11 Votes)

Von Carsten AC


Glauben die etwas wirklich, ihre Kinder hätten keinen Sex und würden bis zur Ehe keuch leben?

Und ist es dann nicht besser, wenn die Jugendlichen aufgeklärt sind und wissen, wie man sich (vor Geschlechtskrankheiten und ungewollten Schwangerschaften) schützt?

Oder sollen die lieber irgendwelches Halbwissen haben und denken, beim ersten Mal könne man nicht schwanger werden, man könne keine Geschlechtskrankheiten bekommen, wenn der Partner gepflegt aussieht, etc.

Aber die sind in ihrer Prüderie und ihrem totalitären Weltbild wahrscheinlich so fanatisiert, dass sie die Wahrheit gar nicht sehen können oder wollen und die Wahrheit auch gar nicht ertragen. Vermutlich sehen die dann die Folgen sogar als "Gottes gerechte Strafe" für die "Unzucht" an.

Was für kranke Menschen...


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#4
11.06.2016
13:00:04


(+7, 9 Votes)
 
#5
11.06.2016
13:10:23


(+9, 9 Votes)

Von Fennek


Solche Schwachmaten und ihre hanebüchenen "Argumentationen" sind immer der beste Beleg dafür, wie dringend überfällig mehr Aufklärung und mehr Bildung sind.

Und wie wichtig gerade auch solche Kampagnen für Safer Sex sind.


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#6
11.06.2016
13:11:20


(+9, 9 Votes)

Von johannes90
Antwort zu Kommentar #1 von Sebi


Hedwig von Beverfoerde ist für ein Verbot von Verhütungsmitteln!


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#7
11.06.2016
13:20:36
Via Handy


(+9, 9 Votes)
 
#8
11.06.2016
13:22:44


(+7, 7 Votes)

Von michael008
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #4 von timeline


Jo und die meisten Jahrzehnte davor waren auch so schei....

aber die 50er bis in die frühen 60er
waren so zivilisatorisch bis Dato das letzte Mal in
D dass so ein verklemmter Mist Konsens war und dahin glaube ich sehnen sich die AfD'ler zurück.

Dass einige von denen sich noch dunklere Zeiten zuückwünschen, entspricht auch durchaus dem Zeitgeist der 50er.


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#9
11.06.2016
13:33:13


(+6, 8 Votes)

Von Julian S


>>> Darüber hinaus werde Sex als "bedeutungsloser, leicht zu konsumierender Spaß dargestellt, an dessen mögliche Konsequenzen man dank Kondomen keinen Gedanken mehr verschwenden muss". <<<

Bedeutungslos nicht. Aber ansonsten haben die das schon richtig erkannt. Dank Kondomen braucht man sich tatsächlich keine Gedanken mehr um unliebsame Konsequenzen wie Geschlechtskrankheiten und ungewollte Schwangerschaften zu machen.

Genau deshalb haben religiöse Fanatiker auch so einen Hass auf Kondome:

Sexualität ist genauso ein Grundbedürfnis wie Essen, Trinken und Schlafen. Wenn man das unterdrückt, schadet das der körperlichen und psychischen Gesundheit. Solche unglücklichen Menschen suchen dann natürlich ihr Glück bei irgendwelchen Heilspredigern. Aber wer ein glückliches, zufriedenes Leben führt, braucht sowas nicht.

Deshalb hassen Religioten Kondome - weil Kondome die Menschen und ihre Sexualität befreien.

Und wenn die Aufklärung dann auch noch mit ihrem lustigen Cartoon-Stil Jugendliche und junge Erwachsene anspricht und Sex und der Gebrauch von Kondomen nicht als schmuddelig, sondern als etwas Schönes dargestellt werden, dann schäumen die Religioten natürlich ganz besonders.


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#10
11.06.2016
13:34:48


(+7, 9 Votes)

Von Timon


"Unterstützt wird die Petition von der umstrittenen Deutschen Gesellschaft für Sozialwissenschaftliche Sexualforschung (DGSS)."

Ich hoffe, die werden nicht auch noch vom Staat bezuschusst oder sonstwie gefoerdert...


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