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  • 12.06.2016, 09:59h           25      Teilen:   |

Wien

Kardinal trägt Rote Schleife: "Meine Vorurteile sind geschmolzen"

Artikelbild
Auftritt mit Kreuz und Roter Schleife am Freitagabend im Burgtheater: Kardinal Christoph Schönborn ist Erzbischof von Wien und seit 1998 Vorsitzender der österreichischen Bischofskonferenz (Bild: Life Ball)

Beim Wiener Red Ribbon Celebration Concert gab es mit Christoph Schönborn einen Überraschungsgast, der eine bewegende Rede hielt.

Mit Kondomen und sexuell aktiven schwulen Männern kann die Katholische Kirche bekanntlich nicht viel anfangen. Umso größer war die Überraschung, als Kardinal Christoph Schönborn am Freitagabend das Red Ribbon Celebration Concert im Wiener Burgtheater besuchte und sogar eine Rede hielt. Am Revers trug der 71-jährige Erzbischof von Wien eine große Rote Schleife.

Schönborn war einer Einladung von Veranstalter Gery Keszler gefolgt, der auch den – in diesem Jahr pausierenden – Life Ball organisiert. Die beiden Männer hätten sich vorab privat getroffen, berichtete der Kardinal. Bei mehreren Abendessen wäre ein "Dialog für das echte Gespräch entstanden", der den Boden für das gegenseitige Verständnis geebnet hätte. Keszler kam in Begleitung Schönborns zum Aids-Benefizkonzert.

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"In erster Linie sind wir Menschen"

"Ich hab auf der Bühne gesagt, ich bin vermutlich der einzige hier im Burgtheater, der Vorurteile hat. Ich gestehe es, ich habe Vorurteile, aber sie sind geschmolzen", sagte der Erzbischof nach dem Auftritt in einem Fernsehinterview. Auf der Bühne warb er für mehr Toleranz: "Es geht nicht um die Frage, ein Homosexueller, nein, ein Mensch, der diese Neigung, diese Lebensform hat", so Schönborn. Wenn man dies in den Vordergrund stellen würde, wäre vieles besser: "In erster Linie sind wir Menschen."

Schönborn gilt in der katholischen Debatte über Homosexualität als eine der liberalen Stimmen. Im vergangenen Jahr unterstützte er erstmals eingetragene Partnerschaften für Lesben und Schwule, lehnte aber eine Ehe-Öffnung weiterhin strikt ab (queer.de berichtete).

Veranstalter Gery Keszler war sichtlich berührt von Schönborns Auftritt beim Benefizkonzert und bedankte sich bei "Pater Christoph": "Heute ist etwas Großartiges geschehen", sagte er und zeigte sich überzeugt, dass das Wort des Erzbischofs nicht nur im Burgtheater gehört werde: "Es wird den Vatikan und die Welt erreichen."

Das Red Ribbon Celebration Concert war von Österreichs Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) eröffnet worden. Bei dem Konzert mit Weltstars der Klassik wie Anna Netrebko, Dionne Warwick und Thomas Hampson kamen rund 500.000 Euro an Spendengeldern für internationale Aidshilfe-Projekte zusammen. (cw)

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Tags: christoph schönborn, gery keszler, red ribbon celebration concert, burgtheater, rote schleife, kardinal schönborn
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Reaktionen zu "Kardinal trägt Rote Schleife: "Meine Vorurteile sind geschmolzen""


 25 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
12.06.2016
10:19:08


(+9, 11 Votes)

Von Finn


Die Katholische Kirche nutzt gerne jede Möglichkeit, sich als ach so barmherzig gegenüber Kranken darzustellen.

Aber wenn es dann um echte Gleichstellung (z.B. Eheöffnung) geht, dann zeigen die doch wieder ihr wahres Gesicht.

Es ist nicht unsere Aufgabe, deren Vorurteile langsam abzubauen, sondern es ist deren Pflicht, jegliche Vorurteile komplett abzulegen. Aber selbst dann würde das nicht ungeschehen machen, was die über Jahrzehnte und Jahrhunderte angerichtet haben und immer noch anrichten...


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#2
12.06.2016
10:37:01


(+5, 7 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


"der diese Neigung, diese Lebensform hat","

Queer ist keine Neigung, queer ist eine Sexuelle Form nicht mehr und nicht weniger, religion ist eine neigung, die man sogar auskurieren kann, wenn man will!!!!


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#3
12.06.2016
11:16:29


(+6, 8 Votes)

Von Fennek


Die merken halt auch, dass sie in aufgeklärten Staaten und gerade auch in den Städten immer mehr Zuspruch verlieren.

Und alles was deren Macht und Einfluss gefährden könnte, muss halt bekämpft werden.

Das heißt aber nicht, dass da echte Einsicht vorliegt, sondern man ändert nur die Strategie: man frisst einfach Kreise (wie auch der aktuelle Papst) um seinen Einfluss nicht zu verlieren. Aber hinter den Kulissen und in Staaten wo das weiterhin ankommt, wird dann weiter gehetzt.

So kann man irgendwelche Fanatiker im Fußvolk aufhetzen und gleichzeitig seine eigenen Hände in Unschuld waschen und so tun, als wäre man ja ganz versöhnlich. Die Drecksarbeit machen dann andere für die.


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#4
12.06.2016
11:34:06


(+7, 7 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #2 von hugo1970


Stimmt natürlich.

Aber:

Ich freue mich natürlich v.a. über die Schockstarre, die der Auftritt Schönborns bei reaktionären Figuren wie Hedwig von Beverfoerde, Beatrix von Storch oder Alexander Kissler auslöst, die ihre schamlose gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit gerne kirchlicherseits beweihräuchern lassen.


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#5
12.06.2016
11:37:15


(+3, 3 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #3 von Fennek


"Die merken halt auch, dass sie in aufgeklärten Staaten und gerade auch in den Städten immer mehr Zuspruch verlieren."

Hmm...

Klär mich auf!

Wo liegen die aufgeklärten Staaten denn?

Ich lebe in keinem, Österreicher, Polen, Ungarn usw. auch nicht.

Würde ganz gerne dahin umziehen...


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#6
12.06.2016
11:41:40


(+6, 6 Votes)

Von Fennek
Antwort zu Kommentar #5 von goddamn liberal


Z.B. die Staaten wo eine Mehrheit der Bürger die volle Gleichstellung von GLBTI will und sich da nicht von Religionen bevormunden lässt.

Dass es auch in diesen Staaten immer noch genug Gegner gibt und dass auch dort oft keine Trennung von Staat und Kirche vorhanden ist, ist klar. Das liegt dann aber häufig weniger an den Bürgern, sondern an der Politik, die gerne gemeinsame Sache mit den Kirchen macht, weil beide voneinander profitieren.

Aber wenn dann z.B. immer mehr Menschen aus der Kirche austreten, schnallen die, dass sie dort ihre Strategie ändern müssen. Wohlgemerkt: die Strategie wird geändert - nicht die Meinung. Man macht das jetzt nur raffinierter.


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#7
12.06.2016
12:00:10


(+2, 2 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015
Antwort zu Kommentar #6 von Fennek


"Das liegt dann aber häufig weniger an den Bürgern, sondern an der Politik,"

Und vom wem wird diese Politik gewählt?


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#8
12.06.2016
12:36:47


(+10, 10 Votes)

Von Carsten AC


Die Kirche hat gelernt, wie sie die Medien für ihre Zwecke nutzen kann:

dort, wo man viel mediale Aufmerksamkeit erzielt (z.B. auf dieser Veranstaltung in Wien) gibt man den barmherzigen Samariter.

Das geschieht aber nur, um sich in der Öffentlichkeit das gute Image zu geben, damit viele nicht mehr so genau hinsehen und man dann außerhalb solcher Marketing-Aussagen ungestört die wahren Ziele verwirklichen kann.

Wenn Kritiker dann auf Missstände hinweisen, sagen diejenigen, die sich nicht so genau informieren: "Ach, das siehst Du falsch. Die zeigen doch, dass sie sich öffnen. Gebt denen mal eine Chance. Etc."

Aber in Wirklichkeit sind sowas nur Marketing-Aussagen um das Image aufzupolieren und die Realität sieht dann leider ganz anders aus.


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#9
12.06.2016
12:46:03


(+9, 9 Votes)

Von panzernashorn
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Da sollen wohl mal wieder die dumm-naiven Schwulen mit ein paar lässig-dahingeworfenen Brotkrumen abgespeist werden, damit die Pfaffen weiterhin (unsinnigerweise!) geachtet und respektiert ihrer Völlerei frönen sowie sich immer wieder über das verblödete Volk amüsieren können.

Religion ist in sich marode und verdorben, und daran wird auch keine pseudo-verschönte Makulatur etwas grundlegend ändern.


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#10
12.06.2016
12:50:00


(+7, 7 Votes)

Von Carsten AC
Antwort zu Kommentar #7 von hugo1970


"Und vom wem wird diese Politik gewählt?"

1.
Erstens sind die Menschen immer ängstlich. Solange es ihnen halbwegs gut geht, scheuen sie den Wandel. Denn der Wandel könnte es zwar besser machen, aber es besteht natürlich auch eine (wenn auch nur theoretische) Gefahr, dass es ihnen schlechter geht. Und viele (sogar GLBT) stellen dann im Zweifel ihren Geldbeutel über Grundrechte. Das mag dumm sein, aber so ticken nun mal viele Menschen und viele haben einfach Angst vor Veränderung in anderen Bereichen.

2.
Und zweitens ist die Frage weniger, wer diese Politik wählt, sondern eher wer sie durch seine Nichtwahl mitwählt:
die aktuelle Regierung mag eine Mehrheit im Parlament haben. Aber wenn man wirklich mal die absoluten Zahlen der Wähler in Bezug zu allen Wahlberechtigten stellt, dann hat nicht mal ein Drittel der Deutschen Schwarz-Rot gewählt.

Ob die Nichtwähler nicht wählen, weil sie zu faul sind, politisch null Interesse haben, keine Partei finden die ihnen zusagt, frustriert sind und denken sie könnten eh nichts ändert, oder weshalb auch immer, ist zwar nicht erforscht. Aber wenn nicht mal ein Drittel der Deutschen diese Regierung gewählt hat, kann man ja nicht so tun, als würde eine Mehrheit der Deutschen hinter deren Politik stehen.

Es gibt viele Menschen, die bzgl. GLBT-Rechten sehr fortschrittlich sind, die aber leider nicht wählen.

3.
Und drittens wurde diese Politik ja auch unter falschen Voraussetzungen gewählt. Die SPD hatte ja schließlich "100% Gleichstellung" versprochen, das dann aber nach der Wahl sofort kampflos aufgegeben.

Da kann man jetzt nicht sagen, dass viele Deutsche homophobe Politik gewählt haben, sondern es sind einfach auch viele (auch von uns) auf die SPD reingefallen, die ihre Versprechen nicht gehalten hat.

Selbst wenn man die Nichtwähler (s. #2) außen vor lässt, haben nur 41,5% der Wähler die Union gewählt. Wenn die SPD trotz der Mehrheit links der Union lieber mit Homohassern koaliert und dann auch noch bereitwillig und ohne jeden Kampf ihre Wahlzusagen bricht und gegen Grundrechte stimmt, ist das Entscheidung der SPD.

Aber nur weil die SPD ihre Wähler verarscht hat und andere Politik macht als sie vor der Wahl versprochen hat, kann man ja dann nicht sagen, eine Mehrheit der Bürger hätte homophobe Politik gewählt. Nein, es sind einfach nur zu viele auf die SPD reingefallen.


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