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  • 13.06.2016, 12:16h           98      Teilen:   |

Nach Orlando

Merkel ignoriert Community, diese erhebt weltweit die Stimme

Artikelbild
Merkel zeigte am Montag bei der Pressekonferenz in Peking kein besonderes Mitgefühl für die LGBT-Community – anders als US-Präsident Barack Obama, der kanadische Premier Justin Trudeau oder der französiche Präsident Francois Hollande

Der Tag danach: In Deutschland nehmen Hunderte an Mahnwachen teil, während die Kanzlerin nur allgemein von Toleranz redete. Kundgebungen gab es weltweit, auch mit Festnahmen in Moskau.

Von Norbert Blech und Dennis Klein, mehrfach aktualisiert

Nach dem bewaffneten Angriff auf den LGBT-Club "Pulse" in Orlando, bei dem am Sonntag nach inzwischen aktualisierten Polizeiangaben bislang 49 Menschen an ihren Verletzungen gestorben sind, hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) "tief betroffen" gezeigt.

Während einer Pressekonferenz mit Chinas Ministerpräsident Li Keqiang in Peking sagte die Kanzlerin am Montag, sie wolle ihr "Erschrecken über die schrecklichen Ereignisse aus Orlando deutlich machen": "Unser Herz ist schwer (…) dass der Hass und die Bösartigkeit eines einzelnen Menschen über 50 Leben gekostet hat. Und wir sind fest entschlossen, auch wenn solche mörderischen Anschläge uns in tiefe Trauer versetzen, doch unser offenes, tolerantes Leben fortzusetzen."

Sie werde dem amerikanischen Präsidenten im Namen der Deutschen "unser Beileid und unsere Anteilnahme übersenden". "Wir denken an die Angehörigen, an die vielen Verwundeten und auch an die vielen Hilfsbereiten".

Direktlink | Die Worte von Bundeskanzlerin Angela Merkel
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Ein Regenbogenherz verbunden mit Bauchgefühl

Wenig später veröffentlichte die Bundesregierung im selben Kanal auf Facebook immerhin noch ein Herz in Regenbogenflaggen – anders als bei einer Stellungnahme zum Internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie (queer.de berichtete) sogar in den richtigen Farben. Auf Nutzerfragen, wie es denn mit einer Gleichstellung aussehe, verbreitete die Facebook-Redaktion der Bundesregierung am Montag wie bereits zum 17.5. ein Merkel-Zitat, wonach "für mich persönlich" die Ehe "das Zusammenleben von Mann und Frau" sei.



Auch Bundespräsident Joachim Gauck ignorierte in einer Stellungnahme den Aspekt des homofeindlichen Hassverbrechens. In einem Kondolenzschreiben an Barack Obama erklärte er: "Ich wünsche Ihnen und den Menschen in den USA viel Kraft und Entschlossenheit, damit Ihr Land beieinander stehen möge, um die Trauer und den Schmerz über dieses Attentat zu bewältigen."

Bundesaußenminister Franz-Walter Steinmeier (SPD) meinte aus Peking: "Ich bin sehr erschüttert über den brutalen Anschlag in Orlando. Wir trauern um die Opfer und sind in Gedanken bei unseren Freunden in den USA." Auf Facebook verband er das mit einem Bild der Regenbogenflagge. Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) hatte am Sonntag auf Englisch geschrieben: "Our thoughts are with the LGBTQ community especially today. Barbaric terrorist act in #Orlando."

Siehe dazu auch den Kommentar: Je suis Charlie, but I'm not gay (13.06.2016)

Obama, Clinton und Trudeau treffen den Ton

US-Präsident Barack Obama hatte in seiner Ansprache betont, der Anschlag sei "besonders herzbrechend für die LGBT-Community", das "Pulse" sei nicht nur ein Club, sondern ein Ort der Solidarität und der Selbstermächtigung gewesen. Hillary Clinton meinte: "An die LGBT-Community: Ihr sollt wissen, dass ihr Millionen Verbündete in unserem Land habt. Ich bin eine davon. Wir werden weiter kämpfen für euer Recht, frei, offen und ohne Angst zu leben." Mehrere demokratische Politiker stuften den Angriff auf das "Pulse" deutlich als "Hassverbrechen" ein. Auch der kanadische Premier Justin Trudeau betonte, der Anschlag habe auf die Community gezielt: "Wir stehen in Solidarität mit Orlando und der LGBTQ2-Community."

Bei einem Besuch in der US-Botschaft in Paris sprach auch der französische Präsident Francois Hollande am Montag über die "schrecklichen homophoben Morde". Zugleich leistete er sich einen Fauxpas, als er bei der Betonung amerikanischer Freiheiten auch die vermeintliche Freiheit betonte, die sexuelle Orientierung zu wählen. Auf Twitter wurde das später geändert in die Freiheit, die sexuelle Orientierung zu leben.



Amerikanische Homo-Medien berichten, die meisten republikanischen Spitzenpolitiker hätten in ihren Mitteilungen zu der Attacke LGBT mit keinem Wort erwähnt. Auch der republikanische Präsidentschaftsbewerber Donald Trump ignorierte die Community und Mitgefühl weitgehend und nutze seine Stellungnahme vor allem dazu, einen Rücktritt Obamas zu fordern, weil dieser nicht den "radikalen Islam" erwähnt habe. Das Thema werde er in den nächsten Tagen weiter aufgreifen.

Brexit-Kamapgne warnt: Verlasst die EU oder erleidet Terrorattacke

Auch international wurde die Terrorattacke für politische Zwecke missbraucht: So veröffentlichte die britische Organisation "Vote Leave", die beim Volksentscheid am 23. Juni für Austritt des Landes aus der EU wirbt, am Montagvormittag auf Twitter ein Bild, das IS-Terroristen zeigt. Über der Aufforderung, mit "Nein" zu stimmen, heißt es: "Handeln Sie, bevor wir hier in Kürze eine Gräueltat wie in Orlando erleben müssen." Nach einem Aufschrei in sozialen Medien entfernten die Europagegner das Bild wenige Stunden später kommentarlos.



Das LGBT-Magazin "The Advocate" gab in einem Kommentar Politikern, die in den letzten Jahren mit religiösen Argumenten gegen Homo- und Trans-Rechte polemisiert hatten, eine Mitschuld an dem Massaker: "Der Mann, der den Abzug gezogen hat, mag sich als Muslim bezeichnet haben – selbst dann war es eine Perversion des Islam – aber christliche Rhetorik hat in Wirklichkeit am Sonntag 50 Menschen getötet."

Volker Beck: Homophobie Teil des Islamismus

Der religionspolitische Sprecher der Grünen, Volker Beck, kritisierte Debatten und Medienberichte zu Orlando: "Es verwundert etwas, wenn in der Berichterstattung der homophobe Hintergrund der Tat als Alternative zum islamistischen oder terroristischen Hintergrund der Tat diskutiert wird". Die Homophobie sei "integraler Bestandteil des Islamismus", so Beck am Montag. Es sei "sicher kein Zufall, dass in Orlando ausgerechnet ein Gay-Club Ziel des Attentats wurde". "Antisemitismus und Homophobie sind in der Gedankenwelt des IS tief verankert", Juden und Homosexuelle seien als "Symbole einer offenen und pluralistischen Gesellschaft" für die Terrororganisation herausragende Ziele ihres Terrors und ihrer Propaganda, betonte Beck.

Sein Parteifreund Kai Gehring machte deutlich, dass "Hass, Verfolgung und Ermordung Homo- und Transsexueller" Bestandteil des "radikal-fanatischen Islamismus von Saudi-Arabien bis IS-Terroristen" seien. Dies sei eine Bedrohung für "unsere Freiheit". "Menschenfeinde wie Dschihadisten oder andere radikale Fanatiker dürfen und werden die Welt nicht ins finstere Mittelalter schießen und bomben", so der Bundestagsabgeordnete.


Mahnwache in Seattle


Berlins Bürgermeisterin und Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen Dilek Kolat (SPD), erklärte zu dem Massaker: "Die Regenbogenstadt Berlin trauert mit den Angehörigen der Opfer von Orlando und hofft mit den Verletzten. Dieser mörderische Anschlag erschüttert uns alle, aber er entmutigt uns nicht. Im Gegenteil: Wir werden überzeugter denn je für unsere Grundwerte einstehen, für Respekt und Toleranz, für das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit und für ein friedliches Zusammenleben. Berlin steht an der Seite seiner LSBTI-Community."

Mahnwachen weltweit, auch in Deutschland

Kolat nahm, unter anderem mit den Grünenpolitikern Katrin Göring-Eckardt, Anton Hofreiter, Cem Özdemir und Konstantin von Notz, am Montag gegen 12 Uhr an einem stillen Gedenken vor der US-Botschaft am Pariser Platz teil, zu dem der Lesben- und Schwulenverband in Deutschland aufgerufen hatte.



Hunderte Menschen legten Blumen und einige Regenbogenflaggen nieder, die US-Vertretung selbst hat eine aufgestellt. Botschafter John B. Emerson gab Interviews und nahm die Beileidsbekundungen entgegen. Der LSVD rief in einer Erklärung dazu auf, sich nicht vom Hass anstecken zu lassen, sondern forderte ein "gemeinsames Zusammenstehen gegen den Hass": "Dazu muss man den Hass, in diesem Fall die Homophobie und Transphobie, aber auch beim Namen nennen."



In Köln kamen am Abend fast 500 Menschen an der Domtreppe zusammen, dort sprachen auch Oberbürgermeisterin Henriette Reker und die SPD-Bundestagsabgeordnete Elfi Scho-Antwerpes (von ihr stammt das Foto). Statt bunten Ballons wie zum Internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie gingen schwarze in die Luft.



Auch in Hamburg und München kamen Hunderte an den US-Konsulaten zusammen (Bilder: Hamburg Pride, CSD München), weitere Mahnwachen gab es in Leipzig, Kiel, Stuttgart, Darmstadt, München und Münster.





Geplante Veranstaltungen in den nächsten Tagen:

Di., 18h, Erfurt Gedenken Angerdreieck
Di., 18h, Frankfurt, Mahnwache Frankfurter Engel
Di., 18h, Mainz, Mahnwache Hbf
Di., 19h, Mannheim, Gedenken Paradeplatz

Mi., 19h, Bremen, Mahnwache Marktplatz
Mi., 21h, Neu-Ulm, Mahnwache und Lichterkette, Don't tell Mama

Bereits am Sonntag hatte es zahlreiche spontane Mahnwachen gegeben, unter anderem in New York am – von der Polizei mit Maschinengewehren bewachten – Stonewall Inn, in Washington, D.C. am Weißen Haus, in Los Angeles während des Prides und am Abend im Castro-Viertel von San Francisco:



In New York zeigte das One World Trade Center seine Spitze in Regenbogenfarben; das Empire State Building verzichtete aus Respekt auf die sonst übliche Farbbestrahlung. In Paris soll am Montag der Eiffelturm, direkt an der EM-Fanmeile, die Regenbogenfarben tragen – am Rathaus der vom Terror gezeichneten Stadt hängen bereits Regenbogenflaggen. Auch in Brüssel soll am Abend das Rathaus in Regenbogenfarben erstrahlen.

Zahlreiche Kundgebungen gab es in Großbritannien, in Manchester bildeten Menschen eine Kette um das Gay Village. In London, wo das Parlament eine Schweigeminute abhielt, gingen am Montag Abend zehntausende auf die Straße (Video), darunter Oppositionsführer Jeremy Corbyn und Bürgermeister Sadiq Khan. Die Gay Bars der Old Compton Street hatten den Ausschank unterbrochen; auf den Pub Admiral Duncan in der Straße hatte 1999 ein Neonazi ein Attentat verübt und drei Personen getötet.



In Tel Aviv, wo es 2009 einen bis heute nicht aufgeklärten Schuss-Angriff auf einen Coming-out-Treff mit zwei Toten und etlichen Verletzten gab, wurde das Rathaus am Sonntag in Regenbogenfarben angestrahlt, auch versammelten sich Menschen im Meir-Park am LGBT-Zentrum. Weitere Aktionen fanden und finden auf der ganzen Welt statt, selbst im repressiven Baku zeigten am Montag einige LGBT ein mutiges Zeichen der Solidarität vor der US-Botschaft:



Soligrüße nach Orlando gab es auch aus Istanbul:



Festnahmen in Moskau

Zu einem Zwischenfall kam es am Montag in Moskau: Die Polizei nahm zwei Jungs vorläufig fest, die mit einer Kerze und dem Schild "Love wins" an der US-Botschaft erschienen waren. Die Polizei sah darin eine vermeintlich verbotene Kundgebung.



Dennoch konnten Bürger das ein oder andere Zeichen setzen:



Über 2,2 Millionen Dollar online gesammelt

Auch online gab es natürlich Zeichen der Solidarität. So posteten Männer und Frauen unter den Hashtags #TwoMenKissing bzw. #TwoWomenKissing gleichgeschlechtliche Küsse gegen Homophobie – in Anspielung darauf, dass der Schütze sich vor dem Kuss zweier Männer geekelt haben soll. Außerdem wurden bei einer Aktion auf der Crowdfunding-Plattform GoFundMe.com binnen 24 Stunden mehr als 2,2 Millionen Dollar für die Opfer des Anschlags gespendet. Der schottische Musiker Jimmy Somerville postete derweil bei Facebook ein bewegendes Tribut an die Orlando-Opfer und an alle von uns.

Youtube | Bericht von Euronews zu den weltweiten Solidaritätsbekundungen

Offene Fragen

Am frühen Sonntag morgen gegen 2 Uhr war der 29-jährige Omar Mateen in das Innere des Clubs "Pulse" eingedrungen, als dort eine "Latin"-Party mit rund 300 Teilnehmern gefeiert wurde. Mit einer automatischen Waffe tötete er 49 Menschen und verletzte rund 50 weitere schwer, außerdem nahm er Geiseln. Laut Polizeichef John Mina lieferte sich der Attentäter einen Schusswechsel mit einem Polizist außer Dienst, der zufällig im Club arbeitete. Er zog sich dann auf die Toilette zurück, nahm dort Geiseln und verhandelte mit der Polizei. Nach drei Stunden stürmte diese den Club, tötete den Attentäter und befreite die restlichen Menschen. In einer weiteren Toilette hielten sich noch rund 20 Menschen versteckt.

Mateen will eigenen Angaben zufolge einen Treueschwur gegenüber dem "Islamischen Staat" geleistet haben. Weil er mit Interesse an und möglichen Kontakten zu Terrororganisationen geprahlt hatte, wurde er in der Vergangenheit zweimal von Behörden befragt, aber als ungefährlich eingestuft. Ob der "Islamische Staat" den Angriff befohlen hat, wie ein angebliches Bekennerschreiben betont, oder sich der Mann nur vom IS inspirieren ließ und ihn als Vorwand nutzte, ist noch unklar. Ein IS-Radiosender verkündete am Montag, der Attentäter ein "Soldat des Kalifats in Amerika" gewesen sei. Präsident Barack Obama betonte hingegen am Nachmittag, es gebe bislang keinen Beweis für eine nähere Zusammenarbeit des Attentäters mit Terrororganisationen im Ausland oder Terroristen im Inland. Auch FBI-Chef James Comey betonte, bislang habe man keine entsprechenden Spuren gefunden.

Die erste Ex-Frau des Attentäters sagte in Interviews, Mateen habe psychische Probleme gehabt; sie hatte allerdings seit sieben Jahren keinen Kontakt mehr zu ihm. Sein Vater meinte, er könne aus Homophobie gehandelt haben und habe sich vor wenigen Wochen bei einem Besuch in Miami über zwei sich küssende Männer empört.

Der Attentäter, der seit 2007 beim Sicherheitsdienst G4S arbeitete, soll laut Kollegen aufbrausend und aggressiv gewesen sein. "Es gab nie einen Moment, in dem er nicht in Rage war", sagte sein Kollege Daniel Gilroy bei "Fox News". "Er war immer laut und hat geflucht. Und immer wenn eine Frau oder eine schwarze Person vorbeikam, benutzte er schreckliche Worte."

Langes Warten für die Angehörigen

Inzwischen haben die Behörden mit der Identifizierung der Opfer begonnen, ihre Namen werden von der Stadt nach und nach veröffentlicht. Knapp 45 Männer und Frauen wurden bis Montagabend deutscher Zeit benannt, bei den meisten Getöteten handelt es sich um junge Männer zwischen Anfang 20 und Mitte 30. Viele gehören auch der Latino-Community von Orlando an, deren Anführer sich am Montag für eine bessere Zusammenarbeit der Minderheitengruppen aussprachen.



Zu den Getöteten gehörte etwa der 30-jährige Eddie Jamoldroy, der sich im Club versteckt hatte und mit seiner Mutter per SMS in Kontakt blieb. "Mami, ich hab dich lieb. Im Club gibt es eine Schießerei", so seine erste Nachricht. Nach gut einer Stunde, in dem er mehr und mehr verzweifelte Nachrichten hinterließ, schrieb er aus der Toilette: "Er kommt rein. Ich werde sterben." Stunden später bestätigte die Polizei, dass der junge Mann vom Attentäter erschossen worden ist.

Luis S. Vielma (Bildmitte) wurde 22 Jahre alt. Der Student arbeitete als Zugführer bei der Fahrt "Harry Potter And The Forbidden Journey" im Universal Orlando Resort. "Ich kann nicht aufhören zu weinen", zollte ihm J.K. Rowling auf Twitter Tribut.

Natürlich traf der Anschlag auch einige Heterosexuelle, die zusammen mit ihren LGBT-Freunden einen netten Abend verbringen wollten. Eine von ihnen ist Brenda Marquez McCool (49), Mutter von elf Kindern.



Juan Ramon Guerrero (22, r.) war mit seinem Freund Christopher "Drew" Leinonen (32) in dem Club. Er wurde früh als Todesopfer identifiziert, während die Familie von Leinonen noch bis zum Montagnachmittag auf eine Bestätigung seines Schicksals warten musste. Drews Mutter Christine (Mitte) hatte am Sonntag zahlreichen Medien Interviews gegeben und ist vielleicht das Gesicht der Angehörigen. Das Gesicht auch derer, die ihre LGBT-Kids liebten und lieben.

Am Abend wurde bekannt, dass das Paar heiraten wollte. Die Familien haben sich geeinigt, die Männer gemeinsam zu beerdigen.

Youtube | Interviews mit der Mutter von Drew Leinonen brachen am Sonntag vielen TV-Zuschauern das Herz. Erst am Montagnachmittag bekam sie die Bestätigung, dass ihr Sohn zu den Opfern des Anschlags gehört.
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Reaktionen zu "Merkel ignoriert Community, diese erhebt weltweit die Stimme"


 98 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
13.06.2016
12:26:35


(+20, 22 Votes)

Von Pascal Gosker


Nicht mal an einem Tag mit Dutzenden Toten und Dutzenden Schwerverletzten kann Angela Merkel Akzeptanz für andere sexuelle Orientierungen fordern und sich mit den LGBTI solidarisieren.

Selbst da flüchtet sie sich in schwammige Formulierungen.

Sie bräuchte ja nicht mal die volle rechtliche Gleichstellung zu fordern, wenn sie nun mal dagegen ist. Aber zumindest Akzeptanz. Denn das ist die Grundlage für Sicherheit.

Stattdesswen will Merkel uns weiterhin nur tolerieren und benützt sogar noch die Opfer dieses feigen Terrorakts um die Interessen eine schrillen Minderheit der Deutschen zu bedienen.


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#2
13.06.2016
12:42:22


(+20, 22 Votes)

Von Ersoy


Merkel kann nicht mal sagen, dass es ein Schwulenclub war und dass Homohass das Motiv war.

Selbst nach dem Tod werden die Opfer und Hintergründe noch unsichtbar gemacht (eine der fünf Herrschaftstechniken).


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#3
13.06.2016
12:49:29


(+21, 21 Votes)

Von metoo


Der Deutschlandfunk macht in seiner Berichterstattung auch keine gute Figur.

Auch dort wird "der homophobe Hintergrund der Tat als Alternative zum islamistischen oder terroristischen Hintergrund der Tat diskutiert".

Noch gestern blieb dort der offensichtlich homophobe Aspekt nahezu unerwähnt.

Der Täter wird als geistig gestört dargestellt, es soll nur ja keiner auf die Idee kommen, Homophobie sei ein Phänomen, das gesellschaftlich verbreitet ist. Bis hinein in die Bundesregierung ...


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#4
13.06.2016
12:53:00


(+19, 19 Votes)

Von xHaraldx
Aus Wiesbaden (Baden-Württemberg)
Mitglied seit 03.09.2013


Es war ein feiger, homophober Anschlag!


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#5
13.06.2016
12:56:18


(+16, 20 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #1 von Pascal Gosker


Merkel ist eben Merkel.

Ein weltfremdes Produkt einer kirchlichen Subkultur, die gerade in der DDR vom Mainstream der Bevölkerung isoliert war. Doppelt eingemauert.

Das Merkel, was Bürgerrechte betrifft, reaktionärer ist als Obama, Trudeau, Hollande oder selbst Cameron, kann also nicht verwundern.

Die Pastorentochter personifiziert ein sehr deutsches Freiheitsproblem. Sie ist mental nicht in der westlichen Zivilisation sozialisiert.

Ich habe noch nie verstanden, dass sie auch von ausländischen Medien so hochgejubelt wird.


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#6
13.06.2016
13:03:30


(+12, 16 Votes)

Von KMBonn
Aus Bonn (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 06.05.2012


Um was wollen wir wetten, dass Anne Will, Johannes B. Kerner schon ihre Talkshows zum Thema vorbereiten?

Ich sehe schon die bewährte Gästeliste.
Birgit Kelle, Hartmut Steeb, Vitus Huonder, Andreas Laun, Erika Steinbach, Wolfgang Bosbach.

Natürlich werden alle furchtbar betroffen sein, tränenreich ihr Beileid ausdrücken und erklären, dass das alles nichts mit Religion zu tun hat.

Nein, nein, nein, überhaupt nicht.


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#7
13.06.2016
13:17:38


(-16, 22 Votes)

Von SPD-Partei


Bitte fordern Sie jetzt hier die Eheöffnung:

Link zu www.facebook.com

Die Union blockiert. Nicht die SPD. Die Union muss sich bewegen.

Ihre SPD.


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#8
13.06.2016
13:19:26


(-16, 22 Votes)

Von SPD-Partei


Bitte wählen Sie bei der nächsten Bundestagswahl SPD.

Nur mit der SPD in der Regierung wird es die Ehe für alle geben.

Ihre SPD.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#9
13.06.2016
13:22:27


(+21, 21 Votes)

Von UrsaMajor


Auch ich finde es unerträglich, dass wir wieder mal teilweise unsichtbar gemacht werden.

Dieses Attentat ist kein "gewöhnliches" islamistisches Attentat. Es war ganz klar gegen die Community gerichtet. Wer das -mehr oder weniger verschämt oder auch mit voller Absicht- verschweigt, trägt entschieden zu unserer Marginalisierung bei - zur Ausblendung des m.E. hierbei wichtigsten Aspekts: der gewalttätigen Homophobie.

Die FAZ schreibt heute z.B.:
"Was wir nicht wissen: Was trieb Mateen zu seiner Tat, war es ein Hass auf Schwule und Lesben oder radikaler Islam? Es könnte auch beides gewesen sein."

Link zu www.faz.net

Wie kann man überhaupt auf die Idee kommen, diese beiden Teilmotive voneinander zu trennen? Sie sind untrennbar miteinander verbunden. (Was übrigens auch für unzählige Schwulenhasser_innen anderer Religionen gilt.)

Wie kann man ernsthaft annehmen, das Motiv könne auch "nur" radikaler Islamismus gewesen sein, und dann habe das Ganze ja mit Homophobie so gar nichts zu tun? Was muss in den Hirnen von Menschen vor sich gehen, die das entsprechend abtun, à la "Naja, es war halt (einfach nur) ein weiteres islamistisches Attentat"?

Das Perfide und Perverse an dieser Situation ist, dass wir durch das grausame Attentat einer ganz neuen Größenordnung einerseits ins Rampenlicht der Weltöffentlichkeit gerückt sind, und andererseits in unserer Identität als Community aus eben diesem Rampenlicht gezerrt werden sollen, als wäre es peinlich, dass es uns überhaupt gibt.

Ja, ich denke: es IST diesen Menschen peinlich, dass es uns überhaupt gibt, und so wird versucht, kleinzureden, wegzuschieben, Aufmerksamkeit zu verlagern, auszublenden.

Weil immer noch nicht sein kann, was nicht sein darf. Diederennamenichtgenanntwerdendarf.

Es gibt für uns alle noch VERDAMMT viel zu tun. Mit Kuschen vor diesen Methoden der Marginalisierung wird uns nicht geholfen und nicht zu helfen sein.


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#10
13.06.2016
13:38:08


(+1, 13 Votes)

Von Gast
Antwort zu Kommentar #7 von SPD-Partei


Die SPD will aber auch TTIP und wenn die SPD Gesetze zum Mindestlohn oder der Mietpreisbremse macht (was durchaus positiv anzusehen ist) lässt sie soviel Spielraum für Ausnahmen und Bedingungen etc, dass die Gesetze am Schluss das Papier nicht wert sind auf dem sie verfasst wurden.
...und war es nicht S. Gabriel der, einen Tag nach der Landtagswahl in BaWü einen weiteren Waffenlieferungsvertrag mit Saudi Arabien unterschrieben hat? Waffenlieferungen in eine Region die ohnehin schon brennt und an ein Regime das man nicht auf dem gleichen Planeten haben möchte!
und da soll ich noch SPD wählen? Ach ja, auch die Grünen hatten ja versprochen sich für bezahlbaren Wohnraum in Stuttgart einzusetzen als die OB Wahl anstand.


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