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Das Musical "Les Misérables" von Claude-Michel Schönberg und Alain Boublil wurde 1980 in Paris uraufgeführt

Ein kurzer Schmatzer unter Männern in "Les Misérables" ist den Zensoren in Singapur schon zu viel: Sie ordneten an, dass der gleichgeschlechtliche Kuss aus dem Musical entfernt werden muss.

Die Medienbehörde des konservativen Stadtstaates Singapur hat den Produzenten des international erfolgreichen Musicals "Les Misérables" verboten, dass sich zwei Männer in dem Stück küssen. Laut lokalen Medien hat die "Media Development Authority" erklärt, dass das Stück eine Freigabe ohne Altersbegrenzung erhalten habe und daher den Kuss nicht zeigen dürfe.

Grund für die Beanstandung seien Beschwerden aus der Bevölkerung gewesen. Demnach sei die kritisierte Stelle bei der Freigabe des Musicals in den eingereichten Unterlagen nicht als gleichgeschlechtlicher Kuss gekennzeichnet gewesen.

Die Kussszene werde nach dem Verbot laut dem Chef der Produktionsfirma VizPro International, Moses Lye, in Singapur nicht mehr gezeigt. Das Stück läuft dort noch bis Ende Juli. Den Veranstaltern hätten bei Nichteinhaltung Geldstrafen von bis zu 8.000 Euro gedroht.

Der Kuss ist Teil des Lieds "Beggars At The Feast". Lye erklärte, das sei eigentlich "eine lustige Szene, in der sich dere Bösewicht Thénardier über einen der Hochzeitsgäste lustig macht. Er gibt dann einem, den er als 'queer' bezeichnet, einen kurzen Schmatzer auf die Lippen."

Kritik am homophoben Verbot

Das Einknicken der Veranstalter führte zu scharfer Kritik in der Kulturszene von Singapur. "Du magst denken, dass die Herausnahme des Kusses eine Art Sieg über LGBT und Liberale ist", schrieb der 38-jährige Schriftsteller Alfian Sa'at an einen Gegner der Kussszene, "aber ehrlich gesagt ist das nichts weiter als ein Triumph von Ignoranz und Hysterie über den gesunden Menschenverstand".

In Singapur stehen auf homosexuelle Handlungen Haftstrafen von bis zu zwei Jahren. Das Gesetz geht noch auf die britischen Kolonialherren zurück, die das Land bis 1963 regierten. In den letzten Jahren gab es bereits mehrfach Debatten über die Abschaffung des archaischen Gesetzes. 2013 scheiterte ein schwules Paar mit seinem Antrag vor dem Obersten Gerichtshof, das Verbot als verfassungswidrige Diskriminierung und Verletzung der Privatsphäre abzuschaffen (queer.de berichtete). Die Behörden nutzen das Gesetz immer wieder, um die Sichtbarkeit zu LGBT-Themen einzuschränken: So mussten etwa staatliche Bibliotheken Bücher, in denen Homosexuelle vorkamen, aus dem Verkehr ziehen (queer.de berichtete). (dk)



#1 hugo1970Profil
  • 13.06.2016, 20:53hPyrbaum
  • Wir sollten sollche Gesetze, die gegen queere Lebensweisen sind nicht mehr entschuldigen als aus der kolonialzeit. Wenn die entsprechende regierung demokratrisch währe, dann würde sie sollche Gesetze schnellstens streichen!!!
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#2 FelixAnonym
  • 13.06.2016, 21:34h
  • Wenn die Ewiggestrigen keine Argumente haben, wird einfach zensiert.

    Immer dieselbe Masche...
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#3 Carsten ACAnonym
  • 13.06.2016, 21:53h
  • Dass solche engstirnigen, prüden Spießer ihren beschränkten Horizont und ihre Borniertheit immer so deutlich rausbrüllen müssen...
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#4 SebiAnonym
  • 14.06.2016, 09:05h
  • Damit beweisen diese kleingeistigen Schwachmaten nur ihre eigene Dummheit und Ignoranz.
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#5 GayProtectionAnonym
  • 14.06.2016, 10:38h
  • Damit beweist Singapur, daß es dort in Zukunft gar keine Musicals mehr Station machen sollten! Wenn den Zensoren schon ein Männerkuss auf die Nerven geht und er aus dem Stück herausgenommen wird, ist denen nicht mehr zu helfen!!!
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