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Erstes weibliches Buddy Movie aus Indien: Im Zentrum von "7 Göttinnen" steht eine Gruppe bester Freundinnen (Bild: Jungle Book Entertainment / Swapnil Sonawane)

Ab Donnerstag im Kino: Pan Nalins Tragikomödie "7 Göttinnen" zeigt ein modernes Indien im Aufbruch.

Von Peter Fuchs

Kraftvoll und berührend erzählt "7 Göttinnen" von dem Status der Frau in der modernen Gesellschaft Indiens. Zu Recht erhielt die melancholische Komödie mit tragischem Einschlag die Publikumspreise verschiedener Filmfestivals.

Die Story beginnt wie eine Episode aus "Sex and the City": Fotografin Freida (Sarah-Jane Dias) lädt ihre besten Freundinnen ins Sommerhaus nach Goa. Die erwarten ein paar schöne Tage am Meer. Der Anlass ist aber Freidas bevorstehende Hochzeit, doch damit will sie ihre Best Friends Forever überraschen.

Die Freundinnen


Poster zum Film: "7 Göttinnen" startet am 16. Juni in den deutschen Kinos

Suranjana (Sandhya Mridul) ist eine dieser BFFs. Als taffe Geschäftsfrau und alleinerziehende Mutter muss sie sich täglich mit doofen, männlichen Mitarbeitern herumärgern.

Auch Joanna (Amrit Maghera) hat es nicht leicht. Will die aufstrebende Schauspielerin mal nicht nur als hübscher Aufputz mit den Hüften in einem Bollywoodfilm wackeln, bekommt sie gleich Stress mit dem Regisseur.

Mad (Anushka Manchanda) ist Musikerin, deren Karriere gerade nicht auf der Erfolgsspur läuft, und Nargis (Tannishtha Chatterjee) eine engagierte Umweltaktivistin, die sich mit einem großen Konzern anlegt.

Pam (Pavleen Gujral) war die beste Studentin unter ihren Freundinnen, fühlt sich jetzt aber in der "traditionellen" Rolle als Hausfrau unterfordert und gefangen.

Umsorgen lassen sich alle von Freidas Hausmädchen Laxmi (Rajshri Deshpande). Die patente Perle erlebt gleich zu Beginn des Films eine sexuelle Belästigung am Weg zur Arbeit und lässt keinen Zweifel daran, dass übergriffige Männer bei ihr um ihre Eier fürchten müssen.

Die Hochzeit

Nachdem die Katze mit der Heirat endlich aus dem Sack ist, drängen die Freundinnen Freida, ihnen den Bräutigam vorzustellen. Die lässt sich damit Zeit, nur um eine noch größere Überraschung parat zu haben: Freida heiratet eine Frau.

Na sowas, darüber staunen die BFFs. Dann kommt's noch dicker: Die zweite Braut ist unter ihnen. Das folgende Rätselraten welche von ihnen noch eine Lesbe sein könnte, ist einer der witzigen Höhepunkte des Films.

Die Frauen feiern wild und ausgelassen mit Musik vom Feinsten, es wird gesungen und getanzt. Doch bald fordert ein fieses Verbrechen ihre Clique auf dramatische Weise heraus.

"7 Göttinnen" – im Originaltitel "Seven Angry Goddesses" – handelt von Frauen, deren Hoffnungen das Leben nicht erfüllte. Die Welt stand ihnen offen als sie jung waren. Aber in einem Land, in dem die Männer den Ton angeben und "traditionelle" Familienkonstellationen Vorrang haben, blieben ihre Träume auf dem Weg zum Erwachsensein auf der Strecke.

Doch Regisseur Pan Nalin wählt nicht umsonst die lesbische Hochzeit als Angelpunkt der Story. Die Ehe zwischen zwei Frauen ist der Samen zur Freiheit, der auch in den heterosexuellen Freundinnen aufgeht. Der Wille, sie selbst zu sein, kommt wieder zum Blühen. So zeigt der Film ein modernes Indien im Aufbruch. Und ein "O Captain! My Captain!"-Moment wie in "Der Club der toten Dichter" gibt es als Bonus dazu.

Youtube | Offizieller deutscher Trailer zum Film
Infos zum Film

7 Göttinnen. Spielfilm. Indien/Deutschland 2015. Regie: Pan Nalin. Darstellerinnen: Sarah Jane Dias, Anushka Manchanda, Pavleen Gujral, Amrit Maghera, Sandhya Mridul, Rajshri Deshpande, Tannishtha Chatterjee. Laufzeit: 104 Minuten. Sprache: deutsche Synchronfassung mit den Stimmen von Katharina Schüttler, Pegah Ferydoni, Jördis Triebel, Emilia Schüle, Alice Dwyer, Eva Bay, Cynthia Micas. FSK 12. Verleih: NFP marketing & distribution. Deutscher Kinostart: 16. Juni 2016
Galerie:
7 Göttinnen
12 Bilder