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Der UN-Sicherheitsrat verurteilt den Angriff auf Homosexuelle in Orlando als Terroranschlag

Erstmals hat der Sicherheitsrat kritisiert, dass Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung angegriffen worden sind. Dabei sitzen im UN-Gremium mehrere Verfolgerstaaten, die offenbar zunächst Widerstand gegen die Erklärung leisteten.

Der Weltsicherheitsrat der Vereinten Nationen hat nach dem Angriff auf einen LGBT-Club in Orlando in einer gemeinsam beschlossenen Erklärung als Terroranschlag "auf schärfste Art verurteilt". Das Gremium prangerte am Montagabend einstimmig an, dass "Personen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung zur Zielscheibe" geworden seien, und sprach den Familien der Opfer und der Regierung der Vereinigten Staaten ihr Mitgefühl aus. Bei dem Anschlag starben 49 Menschen.

Mit der Erklärung äußerte sich der Sicherheitsrat zum ersten Mal zu einem Angriff auf Homosexuelle, obwohl dem Gremium mit Angola, Ägypten, Malaysia und dem Senegal gegenwärtig vier nicht ständige Mitglieder angehören, die Homosexualität unter Strafe stellen. Auch die Veto-Macht Russland blockierte die Erklärung nicht. Nachrichtenagenturen meldeten allerdings unter Berufung auf Diplomatenkreise, dass insbesondere Ägypten und Russland Widerstand gegen eine Erklärung geleistet hätten, in der auch die sexuelle Orientierung der Anschlagsopfer erwähnt wird, und erst nach langen Gesprächen überzeugt werden konnten.

In Russland wurde allerdings das Gedenken an den Anschlag wie frühere LGBT-Proteste unterdrückt: In Moskau sind am Montag die beiden Aktivisten Islam Abdullabeckow und sein Freund Felix Gljukman festgenommen worden, weil sie vor der US-Botschaft ein Schild mit der Aufschrift "Die Liebe siegt. Haltet zu Orlando" trugen – die Polizei sah darin eine verbotene Demonstration (queer.de berichtete). "Die Beamten haben uns sofort festgenommen und wegen sogenannter 'unerlaubter Handlungen' in ihr Fahrzeug gesetzt", sagte Abdullabeckow gegenüber der Zeitung RBK. "Wir wollten nur unser Beileid für die Morde an diesen Menschen ausdrücken, wir hatten keine politischen Handlungen geplant."

US-Appell: Verteidigt die Würde aller, "egal wen sie lieben"

Am Montag erklärte außerdem David Pressman, der stellvertretende amerikanische Botschafter bei der UN, in einer Rede in der Vollversammlung: "Wenn wir vereint sind in der Empörung über dieses massenhafte Töten – und das sind wir – lassen Sie uns auch vereint hinter der einfachen Prämisse stehen, dass wir die Würde aller verteidigen müssen, egal wen sie lieben, und nicht nur Terroristen verurteilen, die diese Menschen töten", so Pressman. Er forderte alle Länder auf, ihren Widerstand gegen den Schutz von Schwulen und Lesben aufzugeben. Auch UN-Generalsekretär Ban Ki-moon hatte das Massaker bereits am Sonntag als "schreckliche Tat" verurteilt.

Bei den Vereinten Nationen sind LGBT-Themen immer wieder umstritten: Der Sicherheitsrat hatte auf Initiative der USA erstmals im vergangenen Jahr über die Verfolgung Homosexueller beraten – damals ging es um die Morde an Homosexuellen durch die Terrormiliz "Islamischer Staat" (queer.de berichtete).

LGBT-feindliche Länder versuchen allerdings immer wieder, Debatten zu unterdrücken. So wurden etwa auf Initiative der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) LGBT-Organisationen von einer in der vergangenen Woche veranstalteten UN-Aidskonferenz ausgeladen (queer.de berichtete). Im letzten Jahr kritisierten außerdem der Vatikan und Saudi-Arabien, dass bei einem Nachhaltigkeitsgipfel auch über die Rechte von LGBT gesprochen wurde (queer.de berichtete). (dk)

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    Ergebnis der Umfrage vom 13.06.2016 bis 20.06.2016


#1 Noch mehrAnonym
  • 14.06.2016, 12:35h
  • Gut, dass auch der UN-Sicherheitsrat dieses Massaker verurteilt.

    Allerdings sollten die genauso verurteilen, dass dieser feige Anschlag jetzt in der muslimischen Welt gefeiert wird.

    Laut Tagesschau ist in der muslimischen Welt der überwiegende Tenor, dass die Opfer es verdient hätten.

    Ein paar Zitate:

    "Diese ständigen Anschläge im Namen des Islam machen mich krank, aber dieses Mal traf es wenigstens keine Unschuldigen."

    "Der Koran erwähnt Homosexuelle und sagt klar und deutlich: Sie begehen eine Todsünde. Also, was soll's? Warum soll ich trauern?"

    "Ich möchte dem Attentäter gratulieren. Daumen hoch für den Mann! Er hat ein paar von diesen schmutzigen Typen erledigt."

    Quelle:

    www.tagesschau.de/ausland/islam-homosexualitaet-101.html

    Oder auch erschütternd, wie in der Türkei der "Tod von 50 Perversen" gefeiert wird:

    metro.co.uk/2016/06/13/turkish-website-reports-50-perverts-k
    illed-in-a-bar-5940486/


    Etc. pp.

    Auch sowas sollte die UNO verurteilen...
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#2 AlexAnonym
  • 14.06.2016, 12:48h
  • Antwort auf #1 von Noch mehr
  • Vielen Dank für diese Links. Das ist ja echt an Perversität nicht mehr zu überbieten.

    Dieser Abschaum, der sowas sagt oder schreibt, hat offenbar kein bisschen Anstand, Pietät, Menschlichkeit oder Mitgefühl.

    Das ist nochmal ein Schlag ins Gesicht der Opfer und ihrer Angehörigen. Da wird nochmal aufs Brutalste und Niederträchtigste auf Menschen eingetreten, die eh schon am Boden liegen. Und die scheuen sich nichtmal, Tote zu verhöhnen.

    Das sagt sehr viel über solche Subjekte aus.
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#3 goddamn liberalAnonym
  • 14.06.2016, 13:53h
  • Antwort auf #1 von Noch mehr
  • Die türkische Webside von der antikemalistischen klerikalfaschistischen Zeitung Yeni Akit (Auflage ca. 50.000) vom rechten Flügel der AKP.

    Ihre Vorläufer wurden früher öfters mal verboten. Das ist heute leider nicht mehr möglich, auch wegen der naiven Politik der EU gegenüber Erdogan.
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#4 NicoAnonym
  • 14.06.2016, 14:59h
  • Antwort auf #3 von goddamn liberal

  • Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen:
    eine regierungsnahe türkische Zeitung bejubelt den Mord an Dutzenden "Perversen".

    Und die Bundesregierung sieht schweigend weg und arbeitet sogar noch mit dieser Regierung zusammen.

    Dazu habe ich drei Fragen:

    1. Ist derjenige, der bei sowas schweigend zusieht nicht genauso schlimm wie der Urheber?

    2. Wie kann die Politik von uns Bürgern Zivilcourage verlangen, wenn sie sie nicht mal selbst hat?

    3. Können die Mitglieder von Union und SPD sich noch im Spiegel sehen ohne beim eigenen Anblick kotzen zu müssen?
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#5 AlbrechtAnonym
  • 14.06.2016, 17:20h
  • Antwort auf #1 von Noch mehr
  • Wenn ich sowas höre, würde ich solchen Leuten am liebsten ins Gesicht spucken.

    Da sieht man wieder mal, wie Religion verdummt, radikalisiert und jedwede Menschlichkeit vernichtet. Übrigens unabhängig davon, wie sich dieser Wahn nennt und welche Fabelwesen man verehrt.

    Religion ist das Krebsgeschwür der Menschheit, das die Welt mit Hass, Leid und Elend überzieht. Wann wird das endlich von allen erkannt?
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#6 AlexAnonym
  • 14.06.2016, 18:56h
  • Antwort auf #4 von Nico
  • "Können die Mitglieder von Union und SPD sich noch im Spiegel sehen ohne beim eigenen Anblick kotzen zu müssen?"

    Da die bereit sind, für ihren persönlichen Vorteil ihr Rückgrat nach Belieben zu verbiegen, geht das sehr gut.

    Der Union sind wir eh egal und in der SPD haben die letzten Leute mit Anstand die Partei längst verlassen.
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#7 GutmenschProfil
  • 14.06.2016, 18:58hSt. Gallen
  • Du würdest Leuten ins Gesicht spucken, weil sie das Orlando-Massaker verurteilen? Vielleicht ist ja nicht Religion das Krebsgeschwür.
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#8 AlexAnonym
#9 Carsten ACAnonym
  • 14.06.2016, 19:50h
  • Die UNO sollte nicht nur den Terror verurteilen, sondern auch die Ursache dieses Terrors: Homophobie.

    Und sie könnte ja z.B. auch über ihre für Bildung zuständige Unterorganisation Unsesco schulische Aufklärung über Homosexualität fordern und Staaten ächten, die das verweigern (wozu auch Deutschland zählt).

    Natürlich sind solche Bekundungen immer ein schönes Zeichen. Aber lebendig oder unverletzt macht das auch keines der Opfer.

    Wenn man sowas in Zukunft verhindern will, muss man das Übel der Homophobie an der Wurzel anpacken. Dafür muss man natürlich auch mal wirklich Dinge ändern und einfordern. Und auch homophobe Staaten sanktionieren.

    Das wäre langfristig sinnvoller als immer nur im Nachhinein betroffen zu sein und danach wieder zu business-as-usual überzugehen.
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#10 GutmenschProfil
  • 14.06.2016, 20:09hSt. Gallen
  • Antwort auf #8 von Alex
  • "Wenn wir vereint sind in der Empörung über dieses massenhafte Töten und das sind wir lassen Sie uns auch vereint hinter der einfachen Prämisse stehen, dass wir die Würde aller verteidigen müssen, egal wen sie lieben, und nicht nur Terroristen verurteilen, die diese Menschen töten", so Pressman.

    Warte, gleich finde ich vielleicht in dieser Aussage noch versteckte Homophobie.
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