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  • 14.06.2016, 15:37h           5      Teilen:   |

Umstrittenes Verbot

Weltblutspendetag: Schwule noch immer unerwünscht

Artikelbild
In vielen Ländern herrschen Einschränkungen für Schwule beim Blutspenden. Deutschland hält derzeit am totalen Spendeverbot fest (Bild: flickr / P1270004 / cc by 2.0)

Das Orlando-Massaker hat das Blutspendeverbot für schwule und bisexuelle Männer wieder in die Schlagzeilen gebracht.

Von Dennis Klein

Nach dem Anschlag von Orlando gingen Bilder um die Welt, in denen hunderte Menschen bei einem Blutspendezentrum nahe des "Pulse"-Nachtclubs Schlange standen. Die große Hilfsbereitschaft wurde allerdings dadurch getrübt, dass sexuell aktive schwule Männer unabhängig von ihrem Risikoverhalten in den USA weiterhin von Blutspenden ausgeschlossen sind. Anlässlich des Weltblutspendetages, der jedes Jahr am 14. Juni begangen wird, weisen LGBT-Aktivisten weltweit auf diese Ungleichbehandlung in den meisten Ländern hin.

Das nach wie vor bestehende Verbot führte nach dem Terroranschlag zu Irritationen in den sozialen Medien. So merkte die amerikanische Twitter-Nutzerin Fortune Feimster in einem mehrere tausend Mal geteilten Beitrag an: "Wir leben in einem Land, in dem man legal Sturmgewehre kaufen darf, aber es ist illegal für schwule Männer, Blut zu spenden und den Opfern des Massakers zu helfen." Viele Schwule riefen auf Twitter ihre Freunde zur Blutspende auf und bedauerten, dass sie selbst nicht helfen konnten. Der Blutspendedienst "One Blood" erklärte am Sonntag, dass Gerüchte, wonach die nationale Aufsichtsbehörde FDA nach Orlando Ausnahmeregelungen für Schwule erlaubt habe, nicht wahr seien: "Alle Richtlinien der FDA für Blutspenden bleiben bestehen. Es gibt falsche Berichte, wonach die FDA Richtlinien aufgehoben hat. Das ist nicht wahr."

Die FDA hat immerhin vor sieben Monaten das 32 Jahre alte totale Blutspendeverbot für Schwule gelockert (queer.de berichtete). Seither dürfen schwule und bisexuelle Männer spenden, so lange sie in den vergangenen zwölf Monaten keinen Sex mit Männern gehabt haben. Auch andere Länder wie die Niederlande, Frankreich oder Anfang des Monats Nordirland haben ihr Spendeverbot gelockert.

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Deutschland hält am Totalverbot fest

In Deutschland darf dagegen kein Mann Blut spenden, der mindestens einmal Sex mit einem Mann gehabt hat. Begründet wird diese Ungleichbehandlung aufgrund der sexuellen Orientierung mit dem höheren Risiko, dass der Spender infiziert sein könnte. Allerdings ist es für die kritisierten Blutspendedienste unerheblich, ob die betroffenen Männer Safer Sex betreiben oder ob der letzte sexuelle Kontakt bereits vor Jahren stattfand.

In den letzten Jahren hat auch in Deutschland eine Debatte über die Aufhebung des generellen Verbots Fahrt aufgenommen, bislang aber ohne Erfolg. Die Bundesärztekammer hat lediglich ein Verfahren zu einer grundsätzlichen Novellierung der sogenannten Hämotherapie-Richtlinie eingeleitet und einen Arbeitskreis berufen, der sich unter anderem mit dem Blutspendeverbot für homo- und bisexuelle Männer befassen soll.

DAH: Viele Heterosexuelle haben höhere Infektionsrisiken als Schwule

Die Deutsche Aids-Hilfe fordert schon seit Jahren eine Neuregelung, da "viele Heterosexuelle zumindest zeitweise höhere Infektionsrisiken" aufweisen würden. Mit Bulgarien, Italien, Lettland, Polen, Portugal und Spanien behandeln derzeit immerhin sechs der 28 EU-Staaten homo-, bi- und heterosexuelle Männer gleich – in diesen Ländern wird nur das individuelle Risikoverhalten der Spender durchleuchtet, nicht aber deren sexuelle Orientierung.

Deutschland sollte sich über diesen Schritt Gedanken machen, da es hier immer wieder Engpässe bei Blutspenden gibt – und angesichts der älter werdenden Bevölkerung auch mehr Blut benötigt wird. Dennoch steht aber tendenziell weniger Blut zur Verfügung: Zum Weltblutspendetag warnte das Deutsche Rote Kreuz etwa davor, dass bei jüngeren Menschen die Spendenbereitschaft sinke. David Küppers, der Sprecher des Blutspendedienstes West, erklärte in einem Interview mit der "Rheinischen Post", dass Blut Rhesus-negativer Gruppen "fast immer Mangelware" sei. LGBT-Aktivisten argumentieren deshalb, dass eine Aufhebung des Verbots für Schwule und Bisexuelle diesen Engpass mildern könne.

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Tags: blutspenden
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Reaktionen zu "Weltblutspendetag: Schwule noch immer unerwünscht"


 5 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
14.06.2016
15:46:44


(+1, 3 Votes)

Von Ersoy


In Orlando durften auch Schwule und Lesben spenden. Das habe ich gestern abend im Fernsehen gesehen.


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#2
14.06.2016
17:38:53
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(+1, 3 Votes)

Von Marc


Gibt es zu der Rechtslage in Deutschland eigentlich aus aktuellem Anlass irgendeine Stellungnahme unseres Gesundheitsministerdarstellers?


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#3
15.06.2016
04:57:27
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(+2, 2 Votes)

Von Nick


Imteressanterweise ist Kmochenmarkspende erlaubt. Zumindest war es kein Problem mich bei der DKMS zu registrieren.


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#4
15.06.2016
07:03:38
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(+2, 4 Votes)

Von Nick


....und wie soll das bitte bewiesen werden das Mann ein Jahr keinen Sex hatte?

Sind Heten bessere Menschen?

Diskriminerung....


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#5
15.06.2016
16:34:29
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(+3, 3 Votes)

Von Sslvatore


Italien ist hier wirklich ein Vorbild. Alle, die Blut spenden wollen müssen den selben Fragenogen ausfüllen. Vôllig unabhängig von der sexuellen Vorlieben oder Präferenzen. Es gelten für alle die selben Ausschluskriterien!; bravo italia


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