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Die "Pink Pistols" fordern beim CSD in San Francisco ihr "Menschenrecht auf Selbstverteidigung" ein (Bild: flickr / Steven Damron / by 2.0)

Nach Ansicht der National Rifle Association sind die laschen Waffengesetze nicht für den Terroranschlag in Orlando mitverantwortlich – ganz im Gegenteil: Es sollten mehr Waffen in Umlauf sein.

Von Dennis Klein

Die US-Waffenlobby und ihre Anhänger haben eine Idee, wie man künftig Terroranschläge auf LGBT-Clubs verhindert: Sie empfiehlt allen Schwulen und Lesben, sich zu bewaffnen und selbst ein Schießeisen überall hin mitzunehmen. Das Wildwest-Motto der National Rifle Association, der größten und mächtigsten derartigen Gruppe, lautet: "Das einzige, was einen bösen Typen mit einer Waffe aufhält, ist ein guter Typ mit einer Waffe."

Im ganzen Land werden daher Kurse für LGBT angeboten, wie man in Krisensituationen am besten zurückschießt. So bietet etwa die Gruppe "Fit to Fight" in South Carolina einen kostenlosen zweistündigen Kurs für die LGBT-Community an, in der man sich zum "First Responder" (Ersthelfer) ausbilden lassen kann.

Pink Pistols: Waffen sind nur harmlose Werkzeuge

Auch die "Pink Pistols", die größte Gruppe für LGBT-Waffenenthusiasten, verteidigen ihr "Recht" darauf, jederzeit und überall auf Feinde feuern zu dürfen. Gleich nach Orlando erklärte "Pink Pistols"-Chefin Gwendolyn Patton: "Diese abscheuliche Tat rechtfertigt unsere Existenz. Lassen Sie es uns in dieser tragischen Zeit nicht zu einfach machen, in dem wir die Waffen des Killers für die Tat verantwortlich machen", so Patton. "Ein Mensch hat das gemacht. Welche Werkzeuge er dafür benutzt, ist nicht wichtig."

Mit einem PR-Blitzkrieg erteilen die NRA und ähnliche Interessengruppen den Forderungen von Präsident Barack Obama, endlich den Zugang zu Waffen zu erschweren, eine lautstarke Absage: Auf der NRA-Facebookseite prangt etwa ganz oben ein Artikel, in dem der Vater von einem im "Pulse" getöteten 32-Jährigen bedauert, dass sein Sohn keine Waffe getragen hatte. In der Zeitung "USA Today" verteidigt NRA-Cheflobbyist Chris W. Cox die laxen Gesetze – und zeigt stattdessen mit martialischen Worten auf Muslime: "Wir müssen endlich zugeben, dass der radikale Islam ein potenzielles Hassverbrechen ist. Die einzige Art, diese Leute zu besiegen, ist, sie zu vernichten – und nicht das Recht von gesetzestreuen Amerikanern zu vernichten, uns zu verteidigen."

Trump: Mehr Waffen in LGBT-Clubs


Donald Trump wünscht sich mehr Waffen und weniger Muslime in den USA (Bild: flickr / Gage Skidmore / by 2.0)

Der designierte republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump, der sich mit markigen Sprüchen bereits vor einem Monat die Unterstützung der NRA gesichert hat, schlägt in die selbe Kerbe: "Wenn es ein paar Waffen auf der anderen Seite in dem Club gegeben hätte, hätten wir nicht diese Tragödie erleben müssen", sagte Trump am Montag in einem Telefoninterview mit CNN.

Freilich scheint es eigenartig, dass sich gerade eine auf Sicherheit bedachte Nation wie die USA in dieser Frage nicht bewegt. Immerhin verbietet die selbe Nation Kinder-Überraschungseier, weil diese zu gefährlich seien. Wer ein Dutzend dieser Eier in die USA einführt, muss mit einer Geldstrafe von bis zu 30.000 Dollar rechnen.

Anders als die Fans der Spielzeugeier werden Waffenbesitzer aber ausdrücklich in der US-Bundesverfassung geschützt. Daher kann praktisch jeder eine Waffe erwerben: Omar Mateen, der Täter von Orlando, konnte seine semiautomatische Waffe ganz legal im Laden kaufen, obwohl ihn bereits das FBI wegen Verbindungen zum Terrorismus auf dem Kieker hatte.

Insgesamt sterben pro Jahr rund 10.000 Menschen in den USA durch Mord oder Totschlag mit einer Waffe (in Deutschland sind es zirka 150). Im Vergleich zu allen anderen westlichen Demokratien haben die USA eine astronomische Mordrate – und viele Wissenschaftler machen dafür den einfachen Zugang zu Waffen mitverantwortlich. Dass sich an den Waffengesetzen etwas ändert, glaubt aber kaum jemand, denn im Kongress ist eine Mehrheit gegen die Waffenlobby derzeit nicht in Sicht.



#1 MarekAnonym
  • 15.06.2016, 17:15h
  • Dass die Waffenlobby diesen Anschlag jetzt missbraucht, um daraus finanziellen Profit zu ziehen, ist echt an Perversität nicht mehr zu überbieten.

    1.
    Man kann ja durchaus diskutieren, ob Wachpersonal in LGBTI-Clubs Waffen tragen sollte, um in so einem Fall einzugreifen. Die müssten dann natürlich auch speziell geschult sein, um keinen Unschuldigen zu treffen.

    Ich selbst bin da zwar skeptisch, denn was ist, wenn so jemand dann Amok läuft? Oder die Waffe abgenommen bekommt? Oder als erstes erschossen wird?

    Aber das wäre noch etwas, worüber man zumindest diskutieren könnte. Aber es sollte defintiv nicht jeder Gast eines Clubs in Zukunft eine tödliche Waffe mit sich führen.

    2.
    Es muss vor allem ein Verbot von halbautomatischen Waffen geben, wie der Täter sie benutzte. Mit einer "einfachen" Waffe hätten viel mehr Leute überlebt und der Täter viel früher überwältigt werden können.

    Und zur Selbstverteidigung (das ist ja die Logik der Waffenfans) hätte auch eine einfache Waffe genügt.

    Halbautomatische Waffen sind Kriegswaffen. Die haben auf dem zivilen Waffenmarkt (wenn es den schon geben muss) nichts zu suchen, da man sie weder als Sportschütze, noch als Jäger, noch zur Selbstverteidigung benötigt.

    Das ist übrigens auch Hillary Clintons Position: die will leider nicht generell den Waffenkauf an strengere Auflagen (wie z.B. einen Waffenschein wie hierzulande) binden, aber sie will zumindest die halbautomatischen Waffen komplett auf dem zivilen Markt verbieten, da das eben Kriegswaffen sind, die man weder als Sportschütze, noch als Jäger, noch zur Selbstverteidigung braucht.
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#2 ollinaieProfil
  • 15.06.2016, 17:36hSeligenstadt
  • Tja, es gibt halt neben der HuK noch andere gestörte.

    Queers sind halt auch nicht schlauer als der Durschnittshetero.
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#3 NickAnonym
  • 15.06.2016, 18:32h

  • Natürlich haben die Waffengesetze nix damit zu tun, zumindest nach der logik dieser knaller.

    Warum gibt es denn wohl in ländern mit strengeren gesetzen weniger derartige taten?
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#4 huaterle
  • 15.06.2016, 18:38h
  • Antwort auf #1 von Marek
  • Das hat die Waffenlobby bis jetzt nach jedem Amoklauf in den USA gemacht.
    Und immer wieder die verquere Logik, dass angeblich nicht zu viele, sondern zu wenige Waffen in Umlauf sind.
    Die kommen gar nicht auf den Gedanken, dass die vielen Waffen im Umlauf durchaus ursächlich für die hohe Rate an Tötungsdelikten und Amokläufen in den USA sein könnten.
    Von dem her nichts neues, sondern die ewig unlogische gleiche Leiher.
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#5 TheDadProfil
  • 15.06.2016, 20:30hHannover
  • ""Nach Orlando-Massaker: Waffenlobby empfiehlt Aufrüstung""..

    Noch mehr Waffen, für noch mehr Tote ?

    Wie sagte Obelix immer so schön ?

    Die spinnen, die Waffenlobbyisten !
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#6 hans-bambelAnonym
#7 PietätlosAnonym
  • 15.06.2016, 22:04h
  • Antwort auf #6 von hans-bambel
  • "Halbautomatische Waffen sind eben KEINE Kriegswaffen. Wenn ein Staat Waffen verbieten will hat er nichts gutes mit der Bevölkerung vor. Das lehrt die Geschichte."

    Also ist das ok, wenn Leute sich solche Waffen besorgen, mit denen sie sich nicht bloß wehren, sondern auf schnelle Art Leute erledigen können?

    "Wenn ein Staat Waffen verbieten will hat er nichts gutes mit der Bevölkerung vor. Das lehrt die Geschichte."

    ERZÄHL DAS MAL DEN OPFERN VON ORLANDO!
    Oder den Musikern die von einem verrückten Fan aus der Menge heraus erschossen wurden, wie neulich erst. Mal eben eine Waffe besorgen und ab in den Laden?
    EKELHAFT!!!!!!!!!
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#8 TheDadProfil
#9 AbsurdistanAnonym
#10 GutmenschProfil
  • 15.06.2016, 22:58hSt. Gallen
  • Die Amis haben hier eben eine völlig andere Kultur.

    Interessant ist, dass Trump sich seit einigen Tagen für LGBT stark macht. Natürlich ist er ein Trittbrettfahrer, aber es ist schon bemerkenswert: Für alle anderen republikanischen Kanditaten wäre das unmöglich.
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