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  • 16.06.2016, 12:17h               Teilen:   |

"Schau mich nicht so an"

Iva verliebt sich in die "exotische" Nachbarin

Artikelbild
Lesbische Affäre zweier Nachbarinnen: Iva und Hedi fallen übereinander her und entfremden sich wieder (Bild: Zorro Film)

Jetzt im Kino: "Schau mich nicht so an" ist das unkonventionelle Spielfilm-Debüt der deutsch-mongolischen Nachwuchsregisseurin Uisenma Borchu.

Von Marie Lange

"Schau mich nicht so an" ist das Spielfilm-Debüt von Dokumentar- und Werbefilmerin Uisenma Borchu. Ihr 88-minütiges Drama ist ein ein geradezu roher Einblick in die grotesken Spannungsfelder von Geschlechterrollen, emotionaler Macht und Identität. Der preisgekrönte Abschlussfilm (HFF München) der gebürtigen Mongolin läuft seit Donnerstag in den Kinos.

Die Story beginnt mit der 6-jährigen Sofia (Anne-Marie Weisz), die mitten im Osten Deutschlands ihre Mutter Iva (Catrina Stemmer) und deren Nachbarin Hedi (Uisenma Borchu) in Kontakt bringt. Nach einer forschen ersten Begegnung der beiden jungen Frauen entwickeln sich die konträren Fremden schnell zu Freundinnen und bald auch zu Liebhaberinnen.

Während sich die eher bodenständige Alleinerziehende Iva kopfüber in die "exotische" Schönheit verliebt und deren unkonventionellen Impuls genießt, reißt die anfängliche Begeisterung für Geborgenheit und Familie bei Hedi allerdings schnell wieder ab. Zuschauer(innen) sind nur wenige sinnliche Momente zwischen den beiden attraktiven Frauen gegönnt. Als Hedi auf Ivas gemiedenen Vater (Josef Bierbichler) trifft und von der Ausstrahlung des älteren Mannes gefesselt ist, nimmt die Konstellation der drei Generationen eine bittere Wendung.

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Ein spürbarer Konflikt von Moral und Leidenschaft

Poster zum Film: "Schau mich nicht so an" läuft seit 16. Juni 2016 im Kino
Poster zum Film: "Schau mich nicht so an" läuft seit 16. Juni 2016 im Kino

"Schau mich nicht so an" atmet und entwickelt sich in erster Linie durch die 32-jährige Uisenma Borchu, die in ihrem Erstlingswerk nicht nur für Drehbuch, Regie und Schnitt zuständig war, sondern auch als Hauptdarstellerin den – für sie schwierigen – Schritt vor die Kamera gewagt hat.

Als Dokumentarfilmerin hat sich Borchu überwiegend Themen wie Erziehung und Intimität gewidmet. Ihr Exkurs in den Spielfilm greift diese Bereiche auf und verbindet sie mit der persönlichen Geschichte der Nachwuchsregisseurin, welche als Fünfjährige nach Deutschland zog, wo die Kontraste zweier Kulturen sie "von außen nach innen betäubten".

Um die Natürlichkeit zu bewahren, hat sich Uisenma Borchu größtenteils von einem strikten Buch und festen Dialogen gelöst. Angesichts der Tatsache, dass Josef Bierbichler – der bereits 1976 vor der Kamera stand, also bevor Uisenma Borchu und Catrina Stemmer geboren wurden – der einzige professionelle Schauspieler am Set war, war dies sicher auch die beste und spannendste Möglichkeit, einen bewegenden Film zu produzieren.

6-jähriges Nachwuchstalent brilliert im filmischen Experiment

In dem beinahe dokumentarischen Stil wirkt "Schau mich nicht so an" wie ein Experiment. Die Hauptdarstellerinnen scheinen teils eher für sich als mit dem Gegenüber zu spielen. Überspitzt künstlerisch wirkend wollende Perspektiven und brutale Schnitte erschweren Borchu und Stremmer das Überwinden ihrer stellenweise hölzernen Disharmonie.

Als Beginn und durchgängiger dramaturgischer Dreh- und Angelpunkt der lesbischen Affäre zwischen Hedi und Iva brilliert Ivas 6-jährige Tochter Sofia. Forsch und authentisch durchbricht die kleine Anne-Marie Weisz immer wieder die moralischen und emotionalen Spannungen zwischen Hedi und Iva und sorgt zwischen fast schon anstößigen Wendungen und nackter Intimität für Lacher und Gelassenheit.

Uisenma Borchu erzählt auf bitter-nahe und authentische Art und Weise die Geschichte zweier Frauen, die sich auf einen neuen Weg begeben und an diesem zugrunde gehen. Ihr Film regt damit nicht nur Diskussionen, sondern auch zu einem Disput mit der eigenen Identität und gesellschaftlichen Normen an. "Nur für diesen Augenblick macht man den Film", sagt die letztlich zurecht preisgekrönte Nachwuchsregisseurin.

Vimeo | Offizieller Trailer zum Film
  Infos zum Film
Schau mich nicht so an. Drama. Deutschland 2015. Regie: Uisenma Borchu. Darsteller: Josef Bierbichler, Uisenma Borchu, Catrina Stemmer, Anne-Marie Weisz. Laufzeit: 88 Minuten. Sprache: deutsche Originalfassung. Verleih: Zorro Film. Deutscher Kinostart: 16. Juni 2016
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Tags: schau mich nicht so an, kino, uisenma borchu
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