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  • 16.06.2016, 17:55h           71      Teilen:   |

Nach Orlando-Massaker

Merkel über zunehmende Homophobie beunruhigt – Bauchgefühl bleibt

Artikelbild
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) findet doch noch deutliche Worte

Es hat gut vier Tage gedauert, bevor die Kanzlerin nach dem Anschlag in Orlando vor Homo-Hass warnt. An ihrer Ablehnung der Ehe für alle ändert sich nichts.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich am Donnerstag erstmals nach dem Orlando-Massaker deutlich dazu geäußert, dass der Anschlag gegen Homosexuelle gerichtet gewesen sei. "Der Attentäter war sich vollkommen klar, dass er in dem Nachtklub lesbische und schwule Menschen antreffen wird, und genau auf diese Menschen war sein Attentat gezielt", sagte die CDU-Politikerin bei einer Pressekonferenz in Berlin.

"Neben der tiefen Anteilnahme gegenüber den Angehörigen der 49 Opfer empfinde ich vor allen Dingen auch Beunruhigung darüber, dass wir gerade gestern wieder Umfragen gehört haben, dass sich die Haltung auch der Menschen in Deutschland zu den Homosexuellen, zu Lesben und Schwulen verändert hat und die homophobe Haltung zugenommen hat. Das ist ein Warnsignal", so die Kanzlerin. Ihr Denken und Handeln sei von Respekt gegenüber dem anderen geprägt, "egal was er glaubt, egal, wie er aussieht, egal, wen er liebt".

Merkel beruft sich dabei auf eine am Mittwoch veröffentlichte Studie der Universität Leipzig (queer.de berichtete). Demnach halten vier von zehn Menschen in Deutschland gleichgeschlechtliche Küsse in der Öffentlichkeit für "widerlich" und jeder vierte Homosexualität für "unmoralisch" – bei Anhängern von Merkels Union ist der Anteil noch höher.

Video-Mitschnitt der Pressekonferenz bei Twitter:

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Für Merkel bleiben Unterschiede

Abgesehen von der Erwähnung der Studie folgte Merkel in ihren Kommentaren zum homophoben Hintergrund der Tat bemerkenswert deutlich den Worten ihres Regierungssprechers Steffen Seibert einen Tag zuvor bei der Bundespressekonferenz.

Konsequenzen für das Regierungshandeln kündigten beide nicht an, Merkels Ablehnung einer Ehe-Öffnung scheint etwa weiter zu bestehen. Das lässt sich sozialen Netzwerken entnehmen. So veröffentlichte die Bundesregierung das Merkel-Zitat am Donnerstag auch auf ihrer Facebook-Seite, wie zuvor das Video Seiberts von der Bundespressekonferenz und wie am Sonntag die erste Stellungnahme der Kanzlerin zum Attentat, bei dem sie noch nicht auf LGBT eingegangen war.



In allen drei Fällen – sowie bereits vor einigen Wochen zum Internationalen Tag gegen Homophobie – hatten Nutzer des sozialen Netzwerkes kommentiert, dass doch nun mal Zeit für eine Ehe-Öffnung für schwule und lesbische Paare wäre.

Und wie in den Tagen zuvor antwortete die Facebook-Redaktion der Bundesregierung darauf auch heute mit einem Zitat Merkels: "Für mich persönlich ist Ehe das Zusammenleben von Mann und Frau. Das ist meine Vorstellung. Aber ich bin für eingetragene Partnerschaften – und dafür, dass wir im Steuerrecht keine Diskriminierung haben. Wo immer wir noch Diskriminierung finden, werden wir die auch weiter abbauen […], aber ich mache dann an einer Stelle einen Unterschied. Und darüber gibt es in der Gesellschaft eben unterschiedliche Meinungen."

Die Aussagen stammen aus einem Interview der Bundeskanzlerin mit dem Youtuber LeFloid aus dem letzten Sommer (queer.de berichtete). In der von Merkel angesprochenen Studie wird übrigens auch die Ablehnung zur Ehe für alle als Indikator für Homophobie gewertet.

Kanzlerin schweigt nicht zum ersten Mal

Merkel war in den letzten Tagen wegen ihrer Reaktion auf das Attentat kritisiert worden. So hatte sie zunächst lediglich dazu aufgerufen, das "offene und tolerante Leben" fortzusetzen, aber sich nicht mit LGBT solidarisiert – nicht einmal die Worte "schwul" oder "lesbisch" brachte sie über die Lippen (queer.de berichtete). Andere Regierungschefs wie US-Präsident Barack Obama oder der britische Premierminister David Cameron hatten der Community hingegen in ihren Reden deutlich den Rücken gestärkt.

Es war nicht das erste Mal, dass Merkel wegen der Nicht-Erwähnung von LGBT in Kritik geriet. Als sie 2012 bei einer Andacht vor den Angehörigen der Mordserie des "Nationalsozialistischen Untergrunds" sprach, ließ sie bei einer Auflistung der Vielfalt des Landes Homosexuelle ebenfalls unerwähnt (queer.de berichtete). (dk)

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Tags: angela merkel, orlando
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Reaktionen zu "Merkel über zunehmende Homophobie beunruhigt – Bauchgefühl bleibt"


 71 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
16.06.2016
18:07:30


(+22, 22 Votes)

Von Loren
Aus Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern)
Mitglied seit 02.11.2013


Typisch Merkel. Bei Druck scheinbar ein Stück weit nachgeben, eine Floskel zur allgemeinen Beruhigung der Gemüter einstreuen ("Respekt") und dann die eigene Diskriminierungspolitik fortführen. Das hat wenig mit Respekt zu tun, aber sehr viel mit der von dieser Frau gepflegten Machtpolitk, mit der sie im Falle ihrer Diskriminierungspolitik gegenüber Lesben und Schwulen genau zu dem homophoben Klima beiträgt, das sie (angeblich) beunruhigt.


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#2
16.06.2016
18:23:58


(+9, 13 Votes)

Von UrsaMajor


"Merkels Orlando-Reaktion ist eine Kampfansage gegen Lesben und Schwule":

Link zu www.nollendorfblog.de


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#3
16.06.2016
18:32:54


(+10, 10 Votes)

Von trans alliance


... die LGBTTIQ* Community kann und sollte, von der Bundeskanzlerin und der Bundesregierung, mehr erwarten.

.
Dass die Bundeskanzlerin eine rechtliche Gleichstellung, von Menschen die den TTI Bereichen zu zuordnen sind, bis heute mit gesetzlich neu regeln lassen hat, ist inakzeptabel.

Link:
transallianceproject.wordpress.com/2016/06/02/stel
lungnahme-der-bundeskanzlerin/


Nach der Entscheidung des Petitionsausschusses des Europa Parlaments, kann man in Berlin nicht weiter die IMAG, als Alibi Instrument anführen. Es handelt sich um Verstöße gegen die Grundrechte Charta.

Link:
transallianceproject.wordpress.com/2016/03/28/euro
pean-parliament-pet-15922014/


Beenden Sie endlich die geschlechtliche staatliche Unterdrückung, der naturgegebenen geschlechtlichen Vielfalt.

.
Unterstützen Sie die wissenschaftliche Aufklärung der Gegebenheiten in der NS und Nachkriegszeit, zu Ungunsten von Menschen aus den Bereichen trans*/Transgender; Transsexualität und Intersexualität. Dass dieses bis heute nicht geschehen ist, kann man nicht leugnen.

.

Frau Bundeskanzlerin, haben Sie endlich den Mut, und sorgen Sie für umfangreiche rechtliche Verbesserungen zu Gunsten der ganzen LGBTTIQ* Community in Deutschland, noch in diesem Jahr - 2016.

.
.
Man kann bei Abstimmungen im Deutschen Bundestag zeitlich verhindert sein und damit Mehrheiten für die entsprechenden Gesetze ermöglichen. - In Malta hat man gezeigt, dass das möglich ist, auch wenn es Menschen verletzten wird.

.

Jedes Geschlecht verdient Respekt


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#4
16.06.2016
18:40:31
Via Handy


(+15, 17 Votes)

Von Alex


Wie pervers ist das denn...

Zuerst sollen die Hintergründe des Attentats nicht genannt werden. Wenn sie dann nach 4 Tagen kapiert, dass sie Deutschland damit international blamiert, zeigt sie sich angeblich besorgt.

Aber gleichzeitig stellt sie klar, dass die Gründe für Homohass erhalten bleiben sollen.


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#5
16.06.2016
18:45:07


(+2, 10 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


frau merkel, sie können noch so viel Kreide ....., für mich bleiben sie die schlechteste und arroganteste Politekerin des Jahrzehnts


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#6
16.06.2016
18:46:47


(-13, 19 Votes)

Von Dont_talk_about
Aus Frankfurt (Hessen)
Mitglied seit 14.01.2014


Was hat dieses Attentat mit der Ehe für alle zu tun ? Muss man immer alles instrumentalisieren ?

Natürlich war die Tat aus Homohass motiviert. Man sollte dann aber der Ehrlichkeit halber dazusagen, dass das vor allem Selbsthass war, da der Täter ja offensichtlich regelmäßig Sex mit Männern hatte


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#7
16.06.2016
18:46:49


(+10, 14 Votes)

Von gggassastat


Merkel kalkuliert genau.

40%, die Homo-Küsse ekelhaft finden. Genau diese 40% hätte sie gern in der kommenden Wahl für sich. Also tut sie alles, diese 40% nicht zu verprellen, denn das ist ihr Ticket ins Kanzleramt, egal mit wem als Junior.

Um die restlichen 60% können sich ja RotGelbGrünDoppelrot streiten, indem sie verschiedene Grade an Engagement heucheln.


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#8
16.06.2016
18:56:18
Via Handy


(+11, 13 Votes)

Von Nico


Wie lange will die SPD eigentlich noch zusehen (oder gar mitmachen), wie die Union Homohass schürt und die Rechten stark macht?!

Wann nutzt die SPD endlich ihr Grundrecht auf freies Mandat und setzt das um, was sie versprochen hat und was auch eine Mehrheit des Volkes will?!

Grüne und Linkspartei haben einen fertigen Gesetzentwurf. Die SPD braucht nur für das zu stimmen, was sie angeblich eh will. Dann könnte das noch dieses Jahr kommen. Oder will die SPD auch noch den letzten Rest Glaubwürdigkeit verlieren und noch mehr Wähler vertreiben?


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#9
16.06.2016
19:03:36


(+7, 13 Votes)

Von userer
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Antwort zu Kommentar #6 von Dont_talk_about


Dont talk: "dass das vor allem Selbsthass war, da der Täter ja offensichtlich regelmäßig Sex mit Männern hatte"

1. Sie lügen wie immer dreist:
Es ist m. W. nur bewiesen, dass der Täter in dem Club war (warum auch immer, Sondierung ...?), nicht jedoch, dass er Sex mit Männern hatte, schon gar nicht "regelmäßig".

2. Sie versuchen wie immer abzulenken:
Wenn der Täter tatsächlich schwul gefühlt haben sollte und es um Selbsthass geht, dann ist dieser Selbsthass durch Religion verursacht, so wie bei Ihnen.


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#10
16.06.2016
19:32:41


(+4, 6 Votes)

Von Malte


Na, immerhin. Und fürs schlechte Bauchgefühl gibts doch Rennie® räumt den Magen auf.


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