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  • 17.06.2016, 00:01h           23      Teilen:   |

Gedenken

Orlando: Obama besuchte Angehörige und Verletzte

Artikelbild
Barack Obama und Joe Biden am Donnerstag in Orlando

Nach dem Angriff auf den LGBT-Club "Pulse" besuchten am Donnerstag der US-Präsident und sein Stellvertreter die Stadt.

US-Präsident Barack Obama ist am Donnerstag in Orlando mit Angehörigen der Opfer des Angriffs auf den LGBT-Club "Pulse" zusammengetroffen. Dabei waren in der Nacht zum Sonntag 49 Menschen erschossen und über 50 weitere durch Schüsse verletzt worden.

Zusammen mit seinem Stellvertreter Joe Biden, Floridas Gouverneur Rick Scott, den Senatoren Marco Rubio und Bill Nelson und den lokalen Bürgermeistern Buddy Dyer (Orlando) und Teresa Jacobs (Orange County) besuchte er das Amway Center, in dem Angehörige der Opfer und einige Überlebende des Angriffs auf ihn warteten. Die Gespräche, an denen auch Vertreter aus Polizei- und Rettungsdiensten teilnahmen, fanden hinter verschlossenen Türen statt.

Obama und Biden legten später einen Kranz aus 49 Blumen an einem vorläufigen Mahnmal am Dr. Phillips Center for the Performing Arts nieder. Der Besuch, zu dem Obama und Biden in getrennten Flugzeugen angereist waren, dauerte rund vier Stunden.

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"Unbeschreibbare Trauer"

Der Präsident betonte in einer kurzen Rede nach den Gesprächen gegenüber Reportern, die Familien hätten gefordert, alles zu tun, um Gewalt in den Griff zu bekommen. "Unsere Politik macht es so einfach wie möglich für einen Terroristen oder einfach einen verstörten Menschen, außerordentlich kraftvolle Waffen zu kaufen, und sie können das legal", so Obama. Die letzten beiden Terrorattacken seien im Land durch inländische "verstörte Einzelpersonen" durchgeführt worden. "Mehr als das Militär" sei zur Bekämpfung notwendig. Die Täter könnten andere Ziele gehabt haben als bei den Amokläufen in Newton oder Aurora, "aber die Instrumente des Todes waren ähnlich".

Bei den Angehörigen herrsche "unbeschreibbare Trauer", so der Präsident weiter. "Diese Familien könnten unsere Familien sein. Genaugenommen sind sie unsere Familien. Sie sind Teil der amerikanischen Familie. Im Namen des amerikanischen Volkes: Unsere Herzen sind auch gebrochen. Wir stehen euch bei. Wir sind für euch da. Und wir gedenken denen, die ihr so tief geliebt habt."

Der Anschlag sei "eine gute Gelegenheit für uns alle zu überdenken, wie wir uns gegenseitig behandeln, und auf Respekt und Gleichheit für jeden Menschen zu bestehen. Wir müssen Diskriminierung und Gewalt gegenüber unseren Brüdern und Schwestern beenden, in der LGBT-Community hier zu Hause und auf der ganzen Welt."

Weiter meinte Obama: "Vor vier Tagen wurde diese Community erschüttert von einem teuflischen, hasserfüllten Akt. Heute werden wir an das Gute erinnert: Leidenschaft, Mitgefühl, Anstand, und, am wichtigsten, Liebe. Das ist das Orlando, was wir in den letzten Tagen gesehen haben."

Youtube | Ein Ausschnitt der Rede

Protest gegen Trump

Man dürfe die Welt nicht in "wir und die" aufteilen und Hass gegenüber Menschen schüren, nur weil sie einem bestimmten Glauben oder einer sexuellen Orientierung angehörten, und man dürfe keinen Hass füttern, sagte Obama noch. Jeder Mensch zähle als Einzelperson, jeder Mensch habe eine eigene Würde.

Damit bezog sich Obama indirekt auch auf den republikanischen Präsidentschaftsbewerber Donald Trump, der seit Orlando seine anti-muslimische Rhetorik verstärkt hat. Dabei versuchte er auch, sich als der "wahre Freund" von LGBT darzustellen, in Abgrenzung zu Hillary Clinton, die "radikalislamische Terroristen ins Land lassen" wolle, die Schwule töteten (queer.de berichtete). US-Kommentatoren meinten, diese Taktik, Ängste schürend Minderheiten gegeneinander auszuspielen, habe er sich bei der europäischen Rechten abgeschaut.

Als Trump am Mittwoch den Punkt erneut betonte und meinte "Ask the gays what they think", machten sich Teile des Internets darüber lustig. Andere betonten, dass Trump LGBT-Rechte bislang nur teilweise unterstützt und etwa den Supreme Court wegen der Ehe-Öffnung für schwule und lesbische Paare kritisiert habe – im Wahlkampf hatte er zudem angekündigt, sich für neue Richter einzusetzen, die den Paaren das Ehe-Recht wieder entziehen würden (queer.de berichtete). Laut "Pink News" protestierten am Donnerstag mehrere LGBT-Aktivisten am Rande eines Auftrittes von Trump in Washington mit Schildern wie "Love wins".

Menschenketten gegen Homo-Hasser

In Orlando fanden am Donnerstag zugleich die ersten Beerdigungen von Opfern des Anschlags statt. Die Westboro Baptist Church, die Familiensekte rund um den Prediger Fred Phelps, hatte zuvor angekündigt, einige Beerdigungen mit Protesten am Rande zu begleiten. In der Vergangenheit waren Angehörige der Kirche mit Schildern wie "Gott hast Schwuchteln" oder "Gott schickte den Schützen" bei ähnlichen Beerdigungen aufgetaucht.

Trotz der Ankündigung waren am Donnerstag noch keine Vertreter des Phelps-Clans in Orlando aufgetaucht. Tausende Freiwillige hatten sich zuvor über eine geschlossene Facebook-Gruppe verabredet, um um jede Beerdigung eine Menschenkette zu bilden und den Angehörigen damit den Anblick des Hasses zu ersparen und einen würdevollen Abschied von ihren Verstorbenen zu ermöglichen.

Links zum Thema:
» Mehr News zu Orlando auch in unserer Presseschau
Mehr zum Thema:
» 49 Menschen, die wir nicht vergessen werden (15.06.2016)
» Alle Berichte zum Massaker
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Tags: orlando, barack obama, donald trump, pulse
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Reaktionen zu "Orlando: Obama besuchte Angehörige und Verletzte"


 23 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
17.06.2016
01:19:53


(+6, 6 Votes)

Von Robin


>>>>>>>>>>>>>>>
Die Westboro Baptist Church, die Familiensekte rund um den Prediger Fred Phelps, hatte zuvor angekündigt, einige Beerdigungen mit Protesten am Rande zu begleiten. In der Vergangenheit waren Angehörige der Kirche mit Schildern wie "Gott hast Schwuchteln" oder "Gott schickte den Schützen" bei ähnlichen Beerdigungen aufgetaucht.
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Gibt es diese Inzucht-Sekte immer noch?


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#2
17.06.2016
02:14:39
Via Handy


(+9, 9 Votes)

Von Lawrence
Aus Bamberg (Bayern)
Mitglied seit 14.06.2016


Dem Artikel ist nichts hinzuzufügen bis auf, dass die Westboro Baptist Church, die Familiensekte rund um den Prediger Fred Phelps auch noch die Beerdigungen stören will zeigt was Geistes Kind die sind. Es sind Fanatiker, Idioten die ihre religiöse Einstellung nur auf den Lippen führen um andere herunterzumachen. Das nähme den Opfern noch die letzte Würde. Damit stellen sie sich gegen die ganze westliche Kultur. Denn eine würdevolle Ruhestätte ist in der ganzen Geschichte seit der Hochkultur der Ägypter integraler Bestandteil unserer Kultur. Und dazu zählt auch die Beerdigung. Eine Schande dass sie nur erwogen haben den Angehörigen in ihrem grossen Schmerz auch noch dieses anzutun. Denken sie denn gar nicht an die goldene Regel: was du nicht willst was man dir tut das füg auch keinem anderen zu? Gut dass die Freiwilligen die bisherigen Beerdigungen schützen konnten.


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#3
17.06.2016
06:36:45
Via Handy


(+7, 7 Votes)

Von Nick


Die Westboro Baptist Church rund um den Hassprediger Philips zeigt das die Gefahren für Demokratie und Menschenrechte eben nicht nur von Islamisten ausgeht.

Im übrigen geht auch eine große Gefahr von Rechtsextremen aus. Auch diese darf nicht unterschätzt werden.


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#4
17.06.2016
07:00:23
Via Handy


(+2, 6 Votes)

Von Ralf
Antwort zu Kommentar #3 von Nick


Letztendlich wird sich zeigen ob an den Aussagen überhaupt was dran ist. Wenn die Church Anänger nicht erscheinen, können das unbestätigte Aussagen oder leere Ankündigungen sein, was es nicht besser macht, was aber doch eine andere Dimension ist, als das was die islamistischen Terroristen und deren Sympathisanten derzeit verbreiten.


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#5
17.06.2016
09:15:54
Via Handy


(+6, 6 Votes)

Von Lawrence
Aus Bamberg (Bayern)
Mitglied seit 14.06.2016


"Obama und Biden legten später einen Kranz aus 49 Blumen an einem vorläufigen Mahnmal am Dr. Phillips Center for the Performing Arts nieder."

und wenn man das Bild dazu sieht - und es ist ja das einzige was wir für unsere Toten tun können sie in ehrendem Gedenken bewahren und es gibt ihnen Würde nach diesem schrecklichen Ereignis zurück - so sieht man doch es ist endgültig aus jungen blühenden lebensfrohen Menschen ist der Anlass für eine ... und viele Gedenkveranstaltungen mit Blumen Kränzen an Gedenksteinen geworden. Das macht sehr traurig und ist doch nötig um zu erinnern. Dass solches jedoch sich nicht mehr so schnell wiederholt und das ist jetzt typisch für Amerika die Waffenbesitz müssen strenger werden. Das ist da ne heilige Kuh aber wie das ist mit alten Traditionen sie verhindern und zerstören Leben im Jetzt. Die leben da doch auch nicht mehr im wilden Westen. Da müssen sie wirklich ran egal was die konservativen von den Republikanern denken die die schuld dem Islam zuschieben. Das ist schäbig.


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#6
17.06.2016
09:18:47
Via Handy


(+6, 6 Votes)

Von Lawrence
Aus Bamberg (Bayern)
Mitglied seit 14.06.2016


ich meinte die Waffengesetze. Und ich meinte vor allem die Reden von Trump der das Leid der ermordeten für seine politische Profilierung ausnutzt. Und dabei steht er nicht auf unserer Seite.


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#7
17.06.2016
09:40:17


(+8, 8 Votes)

Von krakala


Ich werde Obama als Presidenten vermissen, auch wenn nicht alles super war.


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#8
17.06.2016
10:20:17


(+5, 5 Votes)

Von Felix


Ein wichtiges Zeichen.

Und es ist auch gut, dass er explizit gesagt hat, dass sich etwas ändern muss, damit sich sowas nicht nochmal wiederholt.

Ja, es muss sich etwas ändern. In den USA, aber auch überall sonst auf der Welt - gerade auch in Deutschland.


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#9
17.06.2016
13:01:40


(+5, 5 Votes)

Von Lawrence
Aus Bamberg (Bayern)
Mitglied seit 14.06.2016


"es ist endgültig aus jungen blühenden lebensfrohen Menschen ist der Anlass für eine ... und viele Gedenkveranstaltungen mit Blumen Kränzen an Gedenksteinen geworden. Das macht sehr traurig und ist doch nötig um zu erinnern."

Eine kleine Ergänzung zu meinem eigenen Kommentar: und bei den Gedenkveranstaltungen ist es selbstverständlich üblich und es ist der Situation klar angemessen, dass die Blicke ernster Natur sind. Die gelungenste Erinnerung ist jedoch wenn wir das Lachen, die Freundlichkeit und die Liebe der Opfer - aber natürlich gilt das auch für jeden der/ die aus unserem persönlichen Umfeld von uns geht - in die Welt tragen. wenn wir damit weitermachen, denn sie können es ja nicht mehr. Es würde ihnen aber sicher gefallen. Also lacht, seid freundlich und liebt - beschenkt euch gegenseitig damit.


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#10
17.06.2016
16:37:04


(+4, 6 Votes)

Von ursus


obama: wir müssen endlich was ändern!
merkel: alles weiter wie gehabt!

das deutsche elend wird mir gerade im kontrast so deutlich, dass es mir immer mehr auf den magen schlägt.

Link:
krautreporter.de/1534-deutschland-hangt-im-umgang-
mit-homosexualitat-20-jahre-zuruck


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