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  • 17.06.2016, 16:27h           6      Teilen:   |

Eskalation

Istanbul: Gouverneur verbietet CSD

Artikelbild
Szenen aus Istanbul im letzten Jahr. Ein Jahr zuvor waren 100.000 Menschen friedlich für LGBT-Rechte durch die Straßen gezogen.

Zum zweiten Mal in Folge sollen LGBT nicht durch die Metropole ziehen dürfen. Im letzten Jahr wurde der Protest mit Gewalt niedergeschlagen.

Der Gouverneur von Istanbul, Vasip Şahin, hat die für den 26. Juni geplante CSD-Demonstration im Zentrum der türkischen Millionenmetropole verboten. Auch ein Marsch für Trans-Rechte an diesem Sonntag zum Abschluss der "Trans Pride Week" wurde nicht genehmigt.

Das Amt des Gouverneurs begründete die Verbote am Freitag mit der Sicherheit der Teilnehmer sowie mit dem Schutz der öffentlichen Ordnung und dem Ramadan. Während im letzten Jahr der sechste Trans-CSD noch problemlos stattgefunden hatte, untersagte der Gouverneur den 13. "Marsch des Stolzes" kurz vor Beginn ebenfalls mit Verweis auf den Ramadan – obwohl zuvor etliche LGBT-Proteste während des Fastenmonats stattgefunden hatten.

Als tausende LGBT zum Abschluss der Pride-Woche dennoch auf der der Einkaufsmeile Istiklal Caddesi demonstrieren wollten, setzte die Polizei Wasserwerfer und Tränengas gegen sie ein (queer.de berichtete). Auch eine Abschlussveranstaltung am Abend wurde von den Beamten mit Tränengas gestört.

Fortsetzung nach Anzeige


Drohungen mit Gewalt

In diesem Jahr hatte die Jugendorganisation der rechtsextremen islamistisch-nationalistischen Partei BBP vor wenigen Tagen eine Absage des CSD gefordert, ansonsten werde man ihn mit allen Mitteln verhindern. "Wir werden den Degenerierten nicht erlauben, ihre Fantasien in diesem Land auszuleben", sagte Sprecher Kursat Mican. Eine weitere nationalistisch-islamische Jugendgruppe kündigte ebenfalls an, den "Marsch der Schwuchteln" verhindern zu wollen.

Die CSD-Organisatoren hatten mit einer Online-Petition reagiert, mit der die Behörden aufgefordert wurden, die Sicherheit des CSD zu gewährleisten. Am Freitag sagten sie nach dem Verbot ihres Protests, das Recht auf Versammlung sei eines der wichtigsten Grundrechte. Der Gouverneur sollte es gegen die Menschen verteidigen, die sie einschränken wollen. Man prüfe nun zunächst rechtliche Schritte; in sozialen Netzwerken und Online-Kommentaren wird bereits gefordert, sich dem Verbot notfalls zu widersetzen.

In der Türkei werden die Gouverneure, die unter anderem für die Polizei zuständig sind, von der Landesregierung bestimmt und vom Präsidenten ernannt; die AKP-Politiker bilden damit einen Kontrast zu den oft von der Opposition bestimmten Bezirksregierungen. Im letzten Jahr war ein CHP-Abgeordneter sogar auf den Tränengaswagen der Polizei geklettert, um sich für die CSD-Teilnehmer einzusetzen (queer.de berichtete). Nach dem Einsatz einiger Oppositionspolitiker und Diplomaten konnte noch eine Demonstration stattfinden.

Zuletzt mehrten sich die Verbote: Während in etlichen Städten zum Internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie am 17. Mai Kundgebungen stattfinden konnten, war diese in Ankara verboten worden. Vor zwei Wochen hatte der Gouverneur von Izmir dann den dortigen CSD verboten, tausende LGBT trotzten allerdings dem Verbot und blieben unbehelligt (queer.de berichtete). (nb)

Youtube | Szenen aus dem letzten Jahr
Mehr zum Thema:
» Türkei: CSD in Izmir verboten (04.06.2016)
» Empörung über CSD-Niederschlagung in Istanbul (01.07.2015)
» Tränengas und Gummigeschosse gegen den Istanbul Pride (28.06.2015)
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Tags: istanbul, türkei, csd
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Reaktionen zu "Istanbul: Gouverneur verbietet CSD"


 6 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
17.06.2016
16:51:47


(+14, 14 Votes)

Von Peer


Bei der Türkei wundert mich gar nichts mehr...

Auch andere Demos werden ja verboten, Journalisten und Wissenschaftler kommen in den Knast, etc. etc.

Und dieses Regime wird auch noch immer und immer wieder von der Mehrheit der Türken gewählt.


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#2
17.06.2016
17:43:56


(+9, 11 Votes)

Von Finn


Man schaue sich mal die Verletzten und die Inhaftierten an.

Und dann erinnere man sich nochmal an den schmutzigen Flüchtlingsdeal, den wir mit der Türkei geschlossen haben.

Und man erinnere sich daran, dass die Türkei für Union und SPD ein "sicheres Herkunftsland" ist. Ebenso wie die Maghreb-Staaten, wo GLBT Haft, Folter oder gar der Tod erwartet.

Pfui Union.
Pfui SPD.

Aber das wird denen wohl am Arsch vorbei gehen.


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#3
17.06.2016
21:10:35


(-5, 9 Votes)

Von seb1983
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #2 von Finn


Ja alle pfui.
Nur Die Türkei selbst natürlich nicht...


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#4
17.06.2016
23:05:02


(+2, 6 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


deutsche bundesregierung, SCHÄMEN sie sich ABGRUNDTIEF!!!!!!!!!!!!!!!


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#5
19.06.2016
14:14:22
Via Handy


(0, 4 Votes)

Von Levent


Ich denke das jeder für ein friedliches miteinander verantwortlich ist.

Warum muß diese Parade unbedingt im Radan statt finden? Warum konnte man den Termin nich zwei Wochen früher oder zwei Wochen später ansetzen?

Warum diese Provokation?

Warum lassen die Homosexuellen von der CHP und der HDP für ihre politischen Ziele mißbrauchen?

Das die Parade schon mehrfach unter dem ach doch so bösen Erdogan statt gefunden hat sollte euch doch zu denken geben.

Es ist immer einfach immer mit dem Finger auf den Anderen zu zeigen.
Wo bleibt die Selbstkritik?

Levent


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#6
19.06.2016
15:00:35


(-1, 1 Vote)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #5 von Levent


""Warum muß diese Parade unbedingt im Radan statt finden?""..

Du meinst hier sicher Ramadan ?

Wichtige Frage..

Wieso müssen denn eigentlich unterdrückte und diskriminierte Gruppen auf die Befindlichkeiten Anderer "Rücksichten" nehmen ?
Hier auf die Gläubigen, die sich in der Fastenzeit befinden ?

Nur weil Ramadan ist, sind ja auch nicht sämtliche Lebensmittelgeschäfte geschlossen, oder liegt nicht alles gesellschaftliche Leben brach..

Ein CSD mit einem Fest auf dem im Anschluß an einer Demonstration am Abend gemeinsam das Fasten gebrochen wird, wäre schon einmal ein deutliches Zugehen beider Gruppen aufeinander zu..

Aber die Frage enthält noch mehr als nur den Anspruch Rücksicht auf Gläubige zu nehmen..
Sie stellt den Anspruch in den Raum, das sich alle Bürger diesen "religiösen Regeln" unterzuordnen hätten..

Das ist falsch..
Denn nicht alle in der Türkei lebenden Menschen sind Muslime..
Damit hat keine "Religion" einen Anspruch darauf, auch die Regeln für die Anders-Gläubigen oder Nicht-Gläubigen mit zu entscheiden..

Religiöse Toleranz bestünde hier dann aus der Tat heraus, eine solche Veranstaltung an dem Termin hinzunehmen, an dem sie stattfinden soll..

Analog wird nämlich der Ramadan an wechselnden Terminen hingenommen, die einem Regelwerk folgen, was einem Nicht-Muslim nicht leicht nachzuvollziehen ist..

""Warum lassen die Homosexuellen von der CHP und der HDP für ihre politischen Ziele mißbrauchen?""..

Läßt Du dich hier dann von der AKP für ihre Ziele missbrauchen ?
Solche Vorwürfe bringen keine Seite weiter..

""Das die Parade schon mehrfach unter dem ach doch so bösen Erdogan statt gefunden hat sollte euch doch zu denken geben.""..

Die Vergangenheit ist nicht das Maß..
Die Frage lautet, warum sie ausgerechnet jetzt nicht stattfinden darf ?


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