Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
  • 18.06.2016, 15:52h           18      Teilen:   |

Sonderlandesversammlung

Junge Union Bayern: Keinen Mut zur Ehe für alle

Artikelbild
Nur eine Partnerschaft zweiter Klasse? Schwules Paar beim Hochzeitstanz (Bild: flickr / Blavou - Wedding Photography / cc by 2.0)

Auf seiner Landesversammlung in Nürnberg lehnte der CSU-Nachwuchs eine Öffnung der Ehe für homosexuelle Paare mehrheitlich ab.

Die Junge Union Bayern (JU) hat am Samstag bei einer Sonderlandesversammlung in Nürnberg ihre Haltung zur Gleichstellung von lesbischen und schwulen Paaren geklärt. Dabei wurde ein Antrag zur Ehe-Öffnung mit 94 zu 71 Stimmen abgelehnt.

Die Delegierten mussten sich in der Meistersingerhalle in geheimer Abstimmung zwischen drei Varianten entscheiden. Ebenfalls keine Mehrheit erhielt ein reaktionärer Antrag, der die heterosexuelle Ehe zwischen Mann und Frau als "das klare Leitbild" der JU definieren wollte.

Mit 89 zu 69 Stimmen beschlossen wurde schließlich ein "Kompromiss", der die Ehe als Verbindung zwischen Mann und Frau definiert, aber auch in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften die "Grundlage für Familie" gelegt sieht. Diese Position ist nun Teil des neuen JU-Grundsatzprogramms. Den "Kern von Partnerschaft" bildeten "Liebe und Verantwortung füreinander", heißt es in dem Beschluss: "Wo Menschen diese Verantwortung übernehmen und füreinander da sein wollen, ist die Grundlage für Familie gegeben."

Fortsetzung nach Anzeige


Auch die CSU diskutiert über neues Grundsatzprogramm

Der Antrag für die Ehe für alle fand keine Mehrheit - Quelle: Twitter
Der Antrag für die Ehe für alle fand keine Mehrheit (Bild: Twitter)

Im Vorfeld hatte die Mutterpartei – offensichtlich in Befürchtung einer Zustimmung zur Ehe für alle – versucht, die Bedeutung der Landesversammlung der Jungen Union herunterzuspielen. "Die JU ist eine Arbeitsgemeinschaft der CSU, für Entscheidungen sind immer noch die Parteitage da", erklärte ein CSU-Sprecher gegenüber der "Süddeutschen Zeitung". Parteichef Horst Seehofer habe zwar schon als Gesundheitsminister in Berlin den Kontakt mit Homosexuellenverbänden nicht gescheut, ein Kurswechsel sei derzeit jedoch nicht geplant. Auch die Einladung, beim CSD mitzufeiern, müsse der Ministerpräsident ausschlagen, so der Sprecher.

Dennoch dürfte die Gleichstellungsdebatte auch in der Mutterpartei weitergehen. Auf ihrem letzten Parteitag im November 2015 hatte die CSU einen Antrag gegen die Ehe für alle an die Grundsatzkommission verwiesen (queer.de berichtete).

In den bisherigen Entwürfen für das neue CSU-Programm wird laut "Oberbayerischem Volksblatt" am Eheverbot für Lesben und Schwule festgehalten. "Wir schätzen und fördern, wenn Menschen füreinander einstehen und verlässlich Verantwortung und Sorge füreinander übernehmen", zitierte die Regionalzeitung aus den in der Partei kursierenden Papieren. Der Staat müsse "allen familiären Situationen gerecht werden" und dürfe keine Form der Familie ausgrenzen, "er darf aber auch nicht das von der überwiegenden Mehrzahl der Menschen gelebte Modell der traditionellen Familie mit der Gemeinschaft von Mutter, Vater, Kindern ins Hintertreffen geraten lassen".

Im aktuellen Grundsatzprogramm der CSU aus dem Jahr 2007 (PDF) steht, dass die CSU eine rechtliche Gleichstellung von homosexuellen Partnerschaften und der Institution Ehe und insbesondere ein Adoptionsrecht ablehnt.

Erstmals CSU-Truck beim CSD München

Für weitere Diskussionen sorgte vor einer Woche die Nachricht, dass es bei der Münchner CSD-Politparade am 9. Juli erstmals einen CSU-Wagen geben wird (queer.de berichtete). Der Truck wurde allerdings nicht vom CSU-Bezirksverband, sondern von der Jungen Union Maxvorstadt angemeldet. Stark gemacht für die CSD-Präsenz hatte sich vor allem die im vergangenen November gegründete schwul-lesbische Gruppe innerhalb der CSU (queer.de berichtete).

Unter anderem mit der Bundestagsabgeordneten Dagmar Wöhrl und dem Münchner Bürgermeister Josef Schmid gibt es bei den Christsozialen prominente Unterstützer der Ehe für alle. Mit Bernd Fabritius hat die Partei zudem einen offen schwulen Parlamentarier in Berlin. (mize)

Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 18 Kommentare | FB-Debatte
Teilen: 348             2     
Service: | pdf | mailen
Tags: csu, junge union, bayern, ehe für alle
Schwerpunkte:
 CDU/CSU
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

loading...

Reaktionen zu "Junge Union Bayern: Keinen Mut zur Ehe für alle"


 18 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
18.06.2016
16:14:38


(+2, 8 Votes)

Von Fredinbkk
Aus Bangkok (Thailand)
Mitglied seit 08.01.2015


........soweit die Hoffnung auf die naechste Generation der christlich-bayowarischen Jung-Weihwassergurgler...

wie die "Alten" sungen so zwitschern auch die Jungen.....

gell Herr Kaufmann ......

habe nichts andres erwartet aus dem Land ,wo fruher jeder zweite Mann auf Josef und jede zweite auf Frau Maria getauft wurde....


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#2
18.06.2016
17:51:01


(+8, 8 Votes)

Von ursus


>"er darf aber auch nicht das von der überwiegenden Mehrzahl der Menschen gelebte Modell der traditionellen Familie mit der Gemeinschaft von Mutter, Vater, Kindern ins Hintertreffen geraten lassen"

das ist insofern sogar ein rückschritt, als hier das bedrohungsszenario einer angeblichen gefährdung oder benachteiligung der heterosexuellen kleinfamilie durch die gleiche berücksichtigung anderer beziehungsformen an die wand gemalt wird, das im programm von 2007 noch fehlte. besorgte eltern werden es mit wohligem schauer lesen und ganz zu recht als frucht ihrer paranoiden saat und als schulterklopfen für ihre irrationale hetze interpretieren.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#3
18.06.2016
17:56:54
Via Handy


(+4, 8 Votes)

Von Musthave---


Wieso "Mut " , seit wann hätte das schwarzbraune Sammelbecken irgendein Interesse an Homorechten ? Es sei den zum dreisten Stimmenfang a la AFD.
Sind hier die schwarzbraunen Werbewochen ausgebrochen? Es gibt doch schon Gaystream


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#4
18.06.2016
18:30:27


(0, 6 Votes)

Von HarryFritot
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Ich bin schon froh wenn unsere bisher erkämpften LGBT-Rechte erhalten bleiben.Bei den ganzen religiösen Fanatigern und dem Rechtsruck wegen diesen Menschenrechtsverletzenden Nationalistischen Freiheitsraubenden Parteien und Diktatorischen Individien wie AfD,FBÖ,Pis,Front National,Putin,Erdogan,Trump u.s.w. und dem daraus resultierenden wiedererstarken von Homophobie auf diesem Planeten wohl 'ne Berechtigte Sorge.Da ist mir die katholische Ehe eher egal solange es die eingetragene Partnerschaft mit den gleichen Rechten und Pflichten wie für Eheleute gibt.Den Segen der Kirche brauch ich nicht für meine Partnerschaft ! Wir sollten lieber das Augenmerk darauf richten,unsere LGBT-Rechte und Freiheit zu erhalten und was ich noch viel Wichtiger finde : Die Menschen Unterstützen und Helfen,die ihre Homosexualität nicht frei und offen Leben dürfen !!
Die wären froh,wenn sie mit ihrer Homosexualität so leben könnten/dürften wie wir hier in Westeuropa !!!
Warnender Hinweis: Wer LGBT-Rechte und unsere Freiheit schützen will sollte sich von AfD,David Berger und sein GaystreamInfo,Mirko Welsch und den "Homosexuellen in der AfD" fernhalten.Das sind ganz böse Menschen die aus eigener Macht-und Geldgier sowie Narzisstischen Rachegefühlen uns und unsere Rechte Verraten und an die Rechten Nationalisten verkaufen !!
Aber auch bei Personen aus "Der Linken" bitte obacht,da gibt es immer noch welche,die den Kommunistischen Sozialismus wieder einführen wollen und von Politischen Machtverhältnissen wie in Nord-Korea träumen.
Extreme und Machtgeile Fanatiker waren noch nie gut für ein freies,tolerantes,Buntes und offenes Volk !!!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#5
18.06.2016
19:04:10


(+9, 11 Votes)

Von Felix


Wenn der Nachwuchs genau so denkt, wird sich in der Union für eine sehr lange Zeit nichts ändern.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#6
18.06.2016
19:04:20


(+6, 8 Votes)

Von Loren
Aus Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern)
Mitglied seit 02.11.2013


Nix Neues von der Regierungspartei des sog. "Freistaates", der nur denen völlige Freiheit zugesteht, die brav nach den Heteronormen leben.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#7
18.06.2016
19:19:21
Via Handy


(-3, 7 Votes)

Von PEte


Sagt mal, bin ich der einzige der hier einen Wandel sieht?! Jugenorganisationen tendieren dazu radikaler als die Partei zu sein, so sind Jusos und die Grüne Jugend wesentlich linker als die SPD oder die Grünen. Dann ist es doch ein riesen Fortschritt, dass von 158 Delegierten 69 für die Eheöfrnung stimmen und das in der konservativen Jugendorganisation der konservativsten etablierten Partei.

Ich finde, dass man da optimistisch sein sollte und auch den Wandel innerhalb der JU Bayern honorieren sollte. Super, dass 69 Delegierte dafür stimmten.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#8
18.06.2016
19:46:33


(+12, 14 Votes)

Von Jasper


>> Erstmals CSU-Truck beim CSD München

Ich werde niemals verstehen, wieso wir auf CSDs Parteien mitmachen lassen, die uns diskriminieren und wie Menschen 2. Klasse behandeln.

Und auf CSDs machen sie dann einen auf tolerant um Wählerstimmen zu bekommen.

Wieso lassen wir uns so verarschen und ausnützen? Das ist eine Pervertierung der Idee der CSDs.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#9
18.06.2016
20:53:03


(-1, 7 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015
Antwort zu Kommentar #4 von HarryFritot


"Aber auch bei Personen aus "Der Linken" bitte obacht,da gibt es immer noch welche,die den Kommunistischen Sozialismus wieder einführen wollen und von Politischen "

Beweise und vor allem Wer sollen "diese" sein?


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#10
18.06.2016
21:02:31


(+7, 7 Votes)

Von Frankfurterin
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Bildunterschrift: "Schwules Paar beim Hochzeitstanz"

Sollte das nicht richtigerweise heißen "Schwules Paar beim Verpartnerungstanz" - oder "Schwules Paar beim sogenannten "Hochzeitstanz""?

Mir fällt immer wieder auf, dass - vor allem in "liberalen" Medien wie ZON oder SZ - in einschlägigen Kontexten durch eine Wortwahl à la "Hochzeit", "Ehemann" etc. die Tatsache verschleiert wird, dass Homosexuelle in Deutschland eben nicht einander heiraten dürfen! Das ist vonseiten der Mainstream-Medien sicherlich "gut gemeint", so im Sinne von "Wir hetero-Redakteure schätzen euch Homos und eure Partnerschaften ja genauso wert wie unsere eigenen" - aber es verschleiert nun mal dennoch die Tatsache, dass im richtigen Leben leider doch zwei verschiedene, nicht gleichberechtigte Partnerschafts-Rechtsinstitute bestehen!

Ich fände es gut, wenn zumindest auf "Homo-Seiten" wie queer.de hier korrekt formuliert würde.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar

Anm. d. Red.: Wir achten sehr genau auf die Wortwahl. Das Foto stammt aus Großbritannien.

 
« zurück  12  vor »


 POLITIK - DEUTSCHLAND

Top-Links (Werbung)

 POLITIK



Anderswo
Bild des Tages
Aktuell auf queer.de
"Homoheiler"-Verein droht wieder freier Träger der Jugendhilfe zu werden Volker Beck: "Ich bin noch lange nicht weg" Leander Haußmann will Merkel wählen – wenn sie die Ehe öffnet Bis zum Jahr 2000 durften Schwule keine Berufssoldaten werden
 © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt