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  • 18.06.2016, 23:37h           38      Teilen:   |

Würdige Mahnwache

Berlin: Tausende gedachten der Opfer von Orlando

Artikelbild
Das Brandenburger Tor zum Abschluss der Mahnwache (Bild: LSVD)

Zu der von Ryan Stecken und Margot Schlönzke organisierten Mahnwache erstrahlte das Brandenburger Tor in Regenbogenfarben.

Sechs Tage nach dem Angriff auf den LGBT-Club "Pulse" in Orlando im US-Bundestaat Florida haben am Samstagabend tausende Menschen in Berlin den 49 Todesopfern, ihren Angehörigen und den Verletzten gedacht.

Bereits am Montag hatten gegen Mittag zahlreiche Menschen, darunter auch Politiker, bei einem kurzfristig organisierten stillen Gedenken an der US-Botschaft teilgenommen und Blumen niedergelegt (queer.de berichtete). Die Berliner Szenegrößen Ryan Stecken und Margot Schlönzke wollten aber ein weiteres Zeichen setzen und noch mehr Berlinern die Möglichkeit geben, ihrer Trauer und ihrer Solidarität Ausdruck zu geben. Nach einigem öffentlichen Druck hatte die Stadt zudem beschlossen, das Brandenburger Tor in Regenbogenfarben zu erleuchten (queer.de berichtete) – auch der Funkturm sollte am Samstag eine entsprechende Beleuchtung erhalten.

Bei der Mahnwache, bei der Communitymitglieder Fotos der Getöteten hielten und zu der viele Menschen Kerzen und Blumen mitgebracht hatten, freute sich der amerikanische Botschafter John B. Emerson über die "unglaubliche" Teilnehmerzahl – in der Tat war der Pariser Platz vor seiner Botschaft und vor dem Brandenburger Tor prall gefüllt.

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"Sinnloser Akt"

Viele Menschen legten Blumen und Kerzen vor der US-Botschaft nieder - Quelle: Klaus Lederer
Viele Menschen legten Blumen und Kerzen vor der US-Botschaft nieder (Bild: Klaus Lederer)

Erst vor einem Jahr habe man an gleicher Stelle die Ehe-Öffnung für gleichgeschlechtliche Paare gefeiert, erinnerte sich der Botschafter – und nun müsse man sich erholen von "einem sinnlosen Akt der Gewalt und des Hasses". Es sei eine "herzbrechende Woche" gewesen für Mitglieder der LGBT-Community, wie auch für die Bürger Englands, deren Botschaft um die Ecke liegt – und eine herzbrechende Woche für "alle von uns, die unsere Mitbürger lieben und sich um sie sorgen".

Bei der Veranstaltung sprach auch Mr. Gay Florida, Aalucard Holidai, der früher oft im "Pulse" perfomt hatte: "Das 'Pulse' war nicht nur ein Nachtclub, es war Hoffnung für alle von uns." Er habe einige seiner besten Freunde verloren, das "Pulse" so viele Menschen – nun habe der Himmel "wunderschöne Engel" erhalten. Ryan Stecken verlas die Namen aller Getöteten und stellte sie kurz vor, um im Anschluss John Lennons "Imagine" anzustimmen.

Youtube | Ein Video der kompletten Mahnwache von "DieWeddingerFilmer"

Fotos von der Mahnwache verbreiteten selbst die Bundesregierung und das Auswärtige Amt in ihren Profilen in sozialen Netzwerken – wie auch die US-Botschaft in Berlin.

Auch bei anderen Veranstaltungen am Samstag spielte der Anschlag eine Rolle: So meinte Österreichs Bundeskanzler Christian Kern beim Abschluss der Wiener Regenbogenparade, der "feige Mord" erinnere daran, "was unser gemeinsamer Gegner ist: Der Hass, die Intoleranz, die Gewalt" (queer.de berichtete). Bereits unter der Woche hatte es zahlreiche Mahnwachen in gut 20 Städten gegeben, darunter in Hamburg, Köln und München.

US-Präsident Barack Obama, der am Donnerstag Orlando besucht hatte (queer.de berichtete), ging am Samstag in seiner wöchentlichen Ansprache ebenfalls noch einmal auf den Anschlag ein. Amerika und die Welt stehe an der Seite von LGBT und werde immer an deren Seite stehen. Anlässlich des Vatertags am Sonntag meinte Obama, es sei wichtig, "dass unsere Kinder von uns hören, warum Toleranz und Gleichheit wichtig sind", und dass Verschiedenheit keine Bedrohung, sondern ein Geschenk sei.

Youtube | Barack Obama mit einer Botschaft an alle Väter, alle LGBT und alle anderen
Mehr zum Thema:
» 49 Menschen, die wir nicht vergessen werden (15.06.2016)
» Bundeskanzler Kern: Trotz Orlando Hoffnung bewahren (18.06.2016)
» Schwerpunkt: Der Anschlag auf das "Pulse"
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Tags: berlin, orlando, pulse, mahnwache, brandenburger tor
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Reaktionen zu "Berlin: Tausende gedachten der Opfer von Orlando"


 38 User-Kommentare
« zurück  1234  vor »

Die ersten:   
#1
19.06.2016
00:16:24
Via Handy


(+12, 12 Votes)

Von Lawrence
Aus Bamberg (Bayern)
Mitglied seit 14.06.2016


Danke dafür, dass ihr das Video von der Veranstaltung veröffentlicht habt. So kann man auch in der Ferne daran teilhaben.


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Anm. d. Red.: Es stammt von den Jungs von Enough is Enough, denen auch unser Dank gilt.

 
#2
19.06.2016
00:39:07


(+14, 16 Votes)

Von Rosa Soli


Das war in der Tat eine beeindruckende Veranstaltung! Vielen Dank an die Organisator*innen!

Und ganz nebenbei freut es mich, dass der werte Herr Dr. Berger, der sich gerne als Stimme einer schweigenden Mehrheit verkauft und zum Boykott der Veranstaltung ("Ihr seid nicht Orlando") aufgerufen hat, mal wieder bis auf die Knochen blamiert ist. Tausende Teilnehmer*innen haben heute gezeigt, was für eine Bedeutung seine Worte für die Community haben. Null!


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#3
19.06.2016
10:09:08


(+9, 9 Votes)

Von UrsaMajor
Antwort zu Kommentar #1 von Lawrence


DANKE!!!

Mir standen die ganze Zeit die Tränen in den Augen.

Danke auch, Mr. Obama, für Ihre klaren und mitfühlenden Worte. Kaltlands Kanzlerin würde solche Worte nie finden, weil sie ihre Kinder eben NICHT alle gleich lieb hat. Wer so eine "Mutti" hat, muss sich eine andere Familie suchen.

Lasst uns als Community enger zusammenwachsen und weniger zerfleischen. Wir bekommen sehr wenig Schutz von außen und immer weniger Schutz aus der Allgemeinbevölkerung, von der es inzwischen wieder 40% ekelhaft finden, wenn wir unserer Liebe Ausdruck verleihen und uns küssen.

Wir müssen dem etwas entgegenhalten. Die Veranstaltung in Berlin war ein kraftvolles Zeichen der Community. Wie gern wäre ich dabei gewesen.

Wir brauchen mehr davon. VIEL mehr.


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#4
19.06.2016
10:09:55


(+5, 9 Votes)

Von Sebi


Diese Mahnwache wäre der ideale Ort gewesen, dass (ähnlich wie gestern in Österreich) die Bundeskanzlerin oder wenigstens andere Regierungsmitglieder sich der Mahnwache angeschlossen hätten und deutliche Worte gegen Homophobie gefunden hätten.

Aber nein, weder Frau Merkel, noch sonst irgendwer von Union oder SPD haben sich blicken lassen.


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#5
19.06.2016
10:20:59
Via Handy


(+8, 8 Votes)

Von Marc


Danke für diese bewegende Veranstaltung und das Video davon! Ein schönes Zeichen der Solidarität und Verbundenheit.
Wahrscheinlich besser, dass keiner der Großkopferten aus der Politik da war - man hätte ihnen die Ehrlichkeit ja doch nicht mehr abnehmen können. So war es ein starkes Zeichen, organisiert von 'unten' und damit umso wertvoller!


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#6
19.06.2016
10:24:46


(+1, 7 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015
Antwort zu Kommentar #4 von Sebi


Eine Regierung der Ignoranten und Egoisten!!!


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#7
19.06.2016
10:31:29


(+5, 7 Votes)

Von Marek
Antwort zu Kommentar #4 von Sebi


Die SPD denkt bestimmt, der Koalitionsvertrag würde ihnen eine Teilnahme verbieten. Egal was ist, die SPD versteckt sich ja nur noch reflexartig hinter dem Koalitionsvertrag. (Der ja von ihr selbst ausgehandelt wurde und von der großen Mehrheit der Parteibasis durchgewunken wurde, weshalb das eh lächerlich ist, darauf zu verweisen.)

Nicht mal bei Dutzenden Toten kann mal ein führendes SPD-Mitglied auf die Bühne gehen und sich gegen Homohass aussprechen. Vermutlich, weil ihnen klar ist, dass auch sie Homohass fördern.

Das zeigt aber auch wieder mal, wie egal wir der SPD sind und dass es eben nicht nur an der Union liegt, sondern dass die SPD genauso mitmacht.


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#8
19.06.2016
10:40:56
Via Handy


(+3, 5 Votes)

Von Marc


Bei SPON steht, der Berliner Senat habe ein Zeichen setzen wollen... Fremde Federn.


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#9
19.06.2016
10:42:54


(+4, 6 Votes)

Von Ralf


Wenn Präsident Obama sagt, dass Amerika und die Welt an der Seite von LGBT stehen, dann kann ich das zumindest für Deutschland nicht bestätigen, wenn er damit auch die Regierungen gemeint hat. Erst nach Tagen sah sich die Kanzlerin genötigt, etwas in Bezug auf LGBT zu sagen, und was dabei herauskam, waren Lüge über ihre angebliche Betroffenheit und Heuchelei einer LGBT-Hasserin.


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#10
19.06.2016
10:55:51


(+5, 5 Votes)

Von trans alliance


... eine bewegende Mahnwache.

.

"Ein feiger Mord, der uns daran erinnern soll, was unser gemeinsamer Gegner ist: Der Hass, die Intoleranz, die Gewalt. Aber er zeigt uns auch und den Millionen, die sich solidarisiert haben, ganz egal ob, Schwule, Lesben oder Heteros wieviel Hoffnung wir in unsere Gesellschaft haben dürfen." - Österreichs Bundeskanzler Christian Kern.

Link zu www.queer.de

.

Die deutsche LGBTTIQ* Community sollte in Gedenken an die Opfer, dafür die Verantwortung übernehmen, dass trotz vielfältigster Ideologien,

man Respekt und Achtung,

für die Zukunft in den Vordergrund stellt.

.

Man trotz unterschiedlicher Meinungen innerhalb einzelner Bereiche sowie der Community für einander einsteht und das auch auf CSD Veranstaltungen, zum Ausdruck gebracht wird.

Dass man politisch den Druck für alle LGBTTIQ* Themen und notwendige gesetzliche Regelungen erhöht und durch bringt.

Gemeinsam für 'Geschlechtliche und Sexuelle Vielfalt' einsetzt, um Homophobie, Transphobie, Interphobie aus zu merzen.

.
.
Jedes Geschlecht verdient Respekt


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