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Die Schutzengel bildeten einen Ring, um die Besucher des Gedenkgottesdienstes zu schützen

Die Westboro Baptist Church wollte die Beerdigung eines Opfers des Terroranschlags von Orlando stören – als Schutzengel verkleidete Aktivisten konnten das verhindern.
200 Demonstranten haben am Samstag in Orlando einen Ring um eine katholische Kirche gebildet, in der in einem Gedenkgottesdienst Christopher Andrew Leinonen gedacht wurde, der bei dem Angriff auf den LGBT-Club "Pulse" ums Leben gekommen war.

Viele der Demonstranten waren als Schutzengel mit großen Flügeln verkleidet, mit denen die Sicht blockiert wurde. Mit der Aktion schützten sie die Angehörigen und Freunde des Verstorbenen vor rund einem Dutzend Mitgliedern der homophoben Westboro Baptist Church, die bei der Beerdigung gegen LGBT-Rechte protestierten.

Die geschätzt 40 Mitglieder umfassende Kirche aus Kansas besteht fast ausschließlich aus Verwandten des 2014 verstorbenen Hasspredigers Fred Phelps. Sie sorgte bereits in den vergangenen Jahren mehrfach mit Protestaktionen bei Beerdigungen von bekannten Schwulen, Politikern oder Soldaten für Empörung. Die Anhänger dabei stets mit Schildern auf, die homophobe Aufschriften wie "God Hates Fags" (Gott hasst Schwuchteln) oder "Fag Troops" (Schwuchtel-Streitkräfte) trugen. Obwohl die Kirche sehr klein ist, gehört sie laut der Bürgerrechtsorganisation "Southern Poverty Law Center" zu den "widerwärtigsten und rabiatesten Hassgruppen in Amerika".

Protestaktion der Homo-Hasser ist "freie Meinungsäußerung"

Wegen der in den US-Verfassung besonders geschützten Meinungsfreiheit dürfen Proteste der Westboro-Kirche, selbst bei Beerdigungen, nicht verboten werden. Das hatte der Oberste Gerichtshof bereits im Jahr 2011 entschieden (queer.de berichtete). In Orlando hatte die Kirche ihre Demonstration einen Tag vor dem Gottesdienst ordnungsgemäß angemeldet.

Die Initiative für die Engel-Aktion hatte das Shakespeare-Theater in Orlando ergriffen, Mitglieder bastelten die großen Flügel aus PVC-Rohren und weißen Laken. Aktivisten und interessierte Ehrenamtler hatten sich in einer geschlossenen Facebook-Gruppe verabredet, um möglichst alle Beerdigungen gegen Auftritte der Kirche schützen zu können. Die Idee der Engelsflügel geht auf engagierte Freunde des 1998 von Homo-Hassern ermordeten Studenten Matthew Shepard zurück, die damit seine Beerdigung und den späteren Gerichtsprozess gegen die Täter vor dem Protest der Kirche schützten.


Während des Terroranschlags getötet: Ramon Guerrero und Christopher Leinonen (r.)

Leinonen ist eines von 49 Todesopfern des Orlando-Massakers. Der 32-Jährige hatte sich eigentlich gerade erst mit seinem Freund Ramon Guerrero, der ebenfalls bei dem Terroranschlag getötet wurde, verlobt. Die Männer werden nun gemeinsam beerdigt. (dk)

Youtube | Eindrücke von der Demo


#1 JorisAnonym
  • 20.06.2016, 15:30h
  • Schön, dass die Trauernden vor diesen pietätlosen, anstandslosen Perversen dieser Inzucht-Sekte geschützt wurden.
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#2 heavy peteAnonym
  • 20.06.2016, 15:44h
  • "Jubele nicht wenn Jemand stirbt" das steht auch in der Bibel wie viele andere menschenfreundliche Dinge auch. Dass was diese Menschen von sich geben hat nichts mit Glaube zu tun, dass ist nur Hass. Wie hat es ein Kabarettist noch gestern im Fernsehen gesagt, glaube bedeutet Liebe. Hier sind die Ursachen die gleichen wie beim Attentäter. Minderwertigkeitsgefühle und Hass, teils auch auf sich selber. Anstatt den Angehörigen Beistand zu geben und sie zu trösten werden diese noch zu Boden gedrückt. So etwas hat mit Glaube, ich bin selber praktizierender Christ nichts zu tun. Mit keinem Glauben!!!!
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#3 EnlilAnonym
  • 20.06.2016, 15:49h

  • Tolle Aktion! Besonders schön zu sehen wie sich die Allgemeinheit mit einer originellen Aktion schützend vor die Community und deren Angehörigen stellt und auf diese Weise Hass in gemeinschaftliche Solidarität verwandelt wird! Trotzdem gut zu wissen, dass in Deutschland Demonstrationen wie der Westboro Baptist Church undenkbar wären!
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#4 LorenProfil
  • 20.06.2016, 16:02hGreifswald
  • Eine erfreuliche wie erfreulich kreative Aktion gegen die schwulenfeindliche Hetze dieser Religionsfanatiker in einem Land, das Freiheit und Verantwortung nicht hinreichend in Balance zu bringen vermag.
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#5 EnlilAnonym
  • 20.06.2016, 16:16h
  • Antwort auf #2 von heavy pete

  • Mag schon sein, dass in der Bibel auch menschenfreundliches steht, dummerweise steht eben auch viel menschenfeindliches drin, der Rest ist Auslegungssache und die Geschichte lehrt, Glaube war leider nur sehr selten gleichbedeutend mit Liebe.
    Ich fürchte der Glaube ist immer die "Hure" derer, die ihn instrumentalisieren ob nun tendenziell positiv oder negativ.
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#6 GeorgGProfil
  • 20.06.2016, 16:20hBerlin
  • Als vor Jahren Matthew Shephard von einem homophoben Homohasser wegen seiner Homosexualität ermordet worden war, war auf der Homepage der Westboro Baptist Church ein flackerndes Höllenfeuer zu sehen. In diesem brannte - nein, nicht der Mörder, sondern der junge Matthwew Fox - wegen seiner Homosexualität...

    Als Europäer kann man kaum nachvollziehen, was in den USA möglich ist. Aber dies wird mit der Meinungsfreiheit begründet, die den Amerikanern heilig ist.
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#7 ollinaieProfil
  • 20.06.2016, 16:23hSeligenstadt
  • Noch schlimmer als die durchgeknallten "Kirchenmitglieder" finde ich die, die dieses hauptberufliche Familien-Demo-Buisiness durch ihre Spenden erst ermöglichen!
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#8 SchleicheR74
  • 20.06.2016, 16:38h
  • ...aber es tut schon ziemlich weh, wenn man auf einer Beerdigung ist und der Tote von Religioten verhöhnt und verhasst wird. Was für eine groteske Szene sich da in meinem Kopf aufbaut.
    Diese Bappenkirche nennt sich vielleicht Kirche, nur Christen können das nicht sein. Von denen kann man im Allgemeinen ja wenigstens etwas Mit- und Beileid erwarten, wenn auch manchmal aus seltsamen Gründen. Aber was dieser Fred-Phelps-Verein; möge der Teufel ihm ungnädig sein; abliefert, kann man echt nur mit Hass aufwiegen. Man muss aber schon ziemlich durchgeknallt sein, wegen eines Glaubens dem Angebeteten so den Speichel zu lecken, dass man dafür sogar das christliche Beerdigungsritual stört. Ich find dafür irgendwie nicht die richtigen Worte..., ich versteh diese Unmenschen auch net.
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#9 SebiAnonym
  • 20.06.2016, 16:38h
  • Wie pervers, fanatisiert und vom Hass zerfressen muss man sein, um sogar noch bei Beerdigungen seine homophoben Parolen schreien zu wollen und den Toten zu verhöhnen...

    Das sind keine Menschen, sondern das ist Abfall, der sowas macht. Sorry für die harten Worte, die ich normalerweise nie bei einem Menschen gebrauchen würde, aber hier muss man nun mal so deutlich sein.
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#10 HeinerAnonym
  • 20.06.2016, 17:25h
  • Hoffentlich landet diese Phelps-Sekte durch ihre Inzucht irgendwann komplett im Irrenhaus. Da gehören die hin.
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