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  • 21.06.2016, 06:28h           46      Teilen:   |

Sachsen-Anhalt

Jetzt offiziell im Protokoll: AfD-Abgeordneter fordert Haft für Homosexuelle

Artikelbild
Sachsen-Anhalts Landtagspräsident Hardy Peter Güssau (CDU) hat es abgelehnt, den homophoben Zwischenruf des AfD-Abgeordneten Andreas Gehlmann abzuändern (Bild: Jens Schlueter / Landtag von Sachsen-Anhalt)

Für Sachsen-Anhalts Landtagspräsident Hardy Peter Güssau (CDU) macht eine andere Deutung des homophoben Zwischenrufs von Andreas Gehlmann "grammatikalisch keinen Sinn".

Das vorläufige Protokoll der Magdeburger Landtagssitzung vom 2. Juni bleibt auch das endgültige. Nach einem Bericht der "Mitteldeutschen Zeitung" vom Dienstag hat Landtagspräsident Hardy Peter Güssau (CDU) die von der AfD geforderte Änderung eines homophoben Zwischenrufs abgelehnt.

Es ergebe "grammatikalisch keinen Sinn", dass die umstrittene Äußerung des AfD-Abgeordneten Andreas Gehlmann an anderer Stelle als protokolliert gefallen sei, zitiert das Blatt aus einem Schreiben Güssaus an den rechspopulistischen Politiker.

In einer Asyl-Debatte um Gefängnisstrafen für Homosexuelle in den Maghreb-Staaten hatte Gehlmann dazwischengerufen: "Das sollten wir in Deutschland auch machen." Seine Worte habe er zu keinem Zeitpunkt bestritten, sondern sogar selbst bestätigt, erinnerte ihn der Landtagspräsident. Güssau selbst habe den "Zwischenruf im Videomitschnitt (…) trotz mehrmaligen, aufmerksamen Studiums nicht feststellen" können.

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Scheinheilige Argumentation der AfD

Die AfD hatte vor knapp zwei Wochen bei der Landtagsverwaltung eine Änderung des Protokolls beantragt, da Gehlmanns Zwischenruf "aus dem Zusammenhang gerissen" worden sei. "Deshalb werden wir dafür sorgen, dass das Protokoll richtiggestellt wird", hatte sich Fraktionschef André Poggenburg schützend vor Gehlmann gestellt (queer.de berichtete).

Der Skandal hatte damit begonnen, dass die Linken-Abgeordnete Henriette Quade am 2. Juni im Landtag zur Lage in den Maghreb-Staaten sagte: "Insbesondere für Homosexuelle ist die Sicherheitslage mehr als prekär. Sie ist verboten und in höchstem Maße tabuisiert. Wer Homosexualität offen auslebt, dem droht dafür eine Gefängnisstrafe." Direkt darauf hat der AfD-Abgeordnete Gehlmann laut der Steno-Mitschrift gesagt: "Das sollten wir in Deutschland auch machen!"



Nach Angaben der Rechtspopulisten soll sich der Zwischenruf nicht auf Gefängnisstrafen bezogen haben. "Gehlmann hatte sich dahingehend geäußert, dass 'tabuisiert sein soll, wer Homosexualität offen auslebt'", hieß es nicht weniger homophob in einer Pressemitteilung der Fraktion. Zu der Aussage der Tabuisierung stehe Gehlmann "uneingeschränkt, da er Sittenverfall und sogar allgemein offen ausgelebte Sexualität scharf ablehnt" (queer.de berichtete).

Auf die von Landtagspräsident Güssau abgelehne Änderung des Protokolls haben die Rechtspopulisten bislang nicht reagiert. Die AfD war im März mit 24,3 Prozent der Stimmen in den Magdeburger Landtag gewählt worden; Andreas Gehlmann hatte mit 30,3 Prozent eines von 15 Direktmandaten geholt. (mize)

 Update  Endgültige PDF-Fassung

Auf der Webseite des Landtags findet sich inzwischen das PDF mit der offiziellen Fassung des Stenografischen Berichts der 5. Sitzung vom 2. Juni. Das Gehlmann-Zitat findet sich an unveränderter Stelle auf Seite 64.

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Tags: hardy peter güssau. sachsen-anhalt, landtag, andreas gehlmann, afd
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Reaktionen zu "Jetzt offiziell im Protokoll: AfD-Abgeordneter fordert Haft für Homosexuelle"


 46 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
21.06.2016
06:40:41
Via Handy


(+15, 17 Votes)

Von Nick


Das ist auch gut so, damit jeder weiß wie diese Neonazis ticken!


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#2
21.06.2016
07:48:29


(+9, 13 Votes)

Von herve64
Aus München (Bayern)
Mitglied seit 09.12.2008


Aus ist' s mit dem "Lügenpresse"-Gequäke! Ab jetzt gibt es eben Landtagsprotokolle, in denen akribisch genau vermerkt wird, wer was wann gesagt hat. Und denkende Menschen überlegen sich im Voraus, was sie zum Besten geben, erst Recht, wenn es an die Öffentlichkeit gelangt.

Ich will ja der AfD nicht unterstellen, dass sie keine denkenden Menschen wären, aber dennoch frage ich mich, wer so idiotisch ist, solche niederen Lebensformen überhaupt zu wählen und in der Öffentlichkeit agieren zu lassen.


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#3
21.06.2016
09:25:02
Via Handy


(+11, 13 Votes)

Von Sorry
Antwort zu Kommentar #2 von herve64


aber bei den Ergebnissen die beim Denken der denkenden AfD Menschen zustandekommen würde sich jeder Schimpanse peinlich berührt abwenden.


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#4
21.06.2016
09:37:30


(+2, 6 Votes)

Von goddamn liberal


Volker Beck dazu:

"Von Islamisten lernen heißt siegen lernen? AfD, das kann doch nicht euer Ernst sein."

Lieber Herr Beck, das ist natürlich ernst gemeint.

Todernst!

Und: Mit Tradition.

Bild-Link:
1-format6001.jpg


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#5
21.06.2016
10:23:41
Via Handy


(-8, 12 Votes)

Von schabrakke_


Und wieso soll das grammatisch keinen Sinn geben? Artikel bleibt Erklärung völlig schuldig; alles weitere ist Schnee von vorvorgestern.


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#6
21.06.2016
10:31:31


(+15, 17 Votes)

Von Sebi


Diese Versuche der AfD sich da rauszureden und da etwas anderes reinzuinterpretieren, waren von Anfang an lächerlich und an den Haare herbeigezogen.

Schön, dass es jetzt auch endgültig schwarz-auf-weiß feststeht, dass die AfD gelogen hat und dass sie tatsächlich Haft für Homosexuelle fordert. So kann sich jeder überzeugen, was die AfD für eine Partei ist.

Das hat auch nichts mehr mit Rechtspopulismus zu tun, sondern das ist ganz eindeutig rechtsradikal. So sollten die Medien das auch benennen.


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#7
21.06.2016
10:42:19


(+16, 16 Votes)

Von Heiner


Dass die AfD extremst homophob ist, ist schon schlimm genug. Aber dann haben die nicht mal die Eier, zu ihrer eigenen Meinung zu stehen.

Die haben vermutlich Angst, dass manchem Wähler die Internierungsphantasien wohl doch zu sehr ans Dritte Reich erinnern.

Diese Taktik kennt man aber von der AfD: zuerst wird aufs extremste rumgepoltert um beim Mob zu glänzen. Und danach wird versucht zu relativieren (was der Mob dann nicht mehr mitbekommt) um auch die etwas gemäßigteren Wähler nicht zu verschrecken. Und gleichzeitig kann man sich als armes Opfer darstellen, dem immer alle was unterstellen wollen.

Sehr durchschaubare Taktik. Nur offenbar nicht für deren Wähler, die entweder so dumm oder so radikalisiert (oder beides) sind, dass sie darauf reinfallen...


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#8
21.06.2016
10:58:41


(+12, 12 Votes)

Von Loren
Aus Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern)
Mitglied seit 02.11.2013
Antwort zu Kommentar #7 von Heiner


"Diese Taktik kennt man aber von der AfD: zuerst wird aufs extremste rumgepoltert um beim Mob zu glänzen. Und danach wird versucht zu relativieren (was der Mob dann nicht mehr mitbekommt) um auch die etwas gemäßigteren Wähler nicht zu verschrecken. Und gleichzeitig kann man sich als armes Opfer darstellen, dem immer alle was unterstellen wollen."

So ist es. Eine durchschaubare Strategie, die bei so manchem "Wutbürger" aber leider immer noch verfängt.

Link zu www.badische-zeitung.de


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#9
21.06.2016
11:11:33
Via Handy


(+7, 7 Votes)

Von Juli


Merkwürdig, wie sich Herr Güssau darüber freut, dass es noch eine homophobere Partei als seine eigene gibt...


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#10
21.06.2016
11:26:10


(+11, 11 Votes)

Von myystery


Die Homophobie der AfD wird medial fast überhaupt nicht erwähnt, geschweige denn thematisiert. Keine Ahnung wieso.


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