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Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) möchte offenbar dem Vorbild von Frankreich und den USA folgen und Schwule nicht mehr generell vom Blutspenden ausschließen (Bild: Deutscher Bundestag / Achim Melde)

Hermann Gröhe deutet an, dass zumindest schwule und bisexuelle Männer, die ein Jahr lang keinen Sex gehabt haben, wieder zum Blutspenden zugelassen werden könnten.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe hat in einem Interview erstmals gesagt, dass auch in Deutschland das totale Blutspendeverbot für schwule und bisexuelle Männer fallen könnte. Nach Ansicht des CDU-Politikers müsse überprüft werden, ob "neuere Testverfahren für Blutproben und eine bessere Einschätzung des Ansteckungsgeschehens einen befristeten Spenderausschluss – wie auch in den USA angekündigt – als Schutzmaßnahme ausreichend erscheinen lassen", sagte Gröhe den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

In Deutschland darf derzeit kein Mann Blut spenden, der mindestens einmal Sex mit einem Mann gehabt hat – dabei spielt keine Rolle, ob der betreffende Mann Safer Sex praktiziert oder nicht. Begründet wird diese Ungleichbehandlung aufgrund der sexuellen Orientierung mit dem höheren Risiko, dass das Blut bei schwulen und bisexuellen Spendern eher mit HIV infiziert sein könnte und die bei jedem Spender durchgeführten Bluttests eine frische Infektion übersehen könnten.

In den letzten Monaten hatten mehrere Länder, darunter neben den von Gröhe erwähnten Vereinigten Staaten auch Frankreich und die Niederlande, ihre Richtlinien so angepasst, dass schwule Männer nach einem Jahr Enthaltsamkeit spenden dürfen.

Bundesärztekammer am Zug

Das Blutspendeverbot kann allerdings in Deutschland nicht vom Gesundheitsminister, sondern nur von der Bundesärztekammer aufgehoben werden. Die Spitzenorganisation der ärztlichen Selbstverwaltung prüft bereits seit mehreren Jahren, ob das Blutspendeverbot aufgrund der sexuellen Orientierung von Spendern noch zeitgemäß ist – bislang aber ohne Ergebnis.

Gröhe erklärte, die deutsche Regelung folge einer Risikobewertung durch Ärzte und Wissenschaftler. "Und an erster Stelle muss immer der Schutz der Empfänger von Blutspenden stehen." Er nehme nach dem Erfahrungen mit HIV-infizierten Blutprodukten vor über 20 Jahren gerade die Sorgen der Patientenorganisationen der Bluter sehr ernst.

Die Deutsche Aids-Hilfe fordert jedoch schon seit Jahren eine Neuregelung, da "viele Heterosexuelle zumindest zeitweise höhere Infektionsrisiken" aufweisen würden, aber wegen ihrer sexuellen Orientierung nicht mit denselben Sanktionen belegt sind. Auch mehrere Landtage haben das Ende des Verbotes gefordert, zuletzt Anfang des Jahres das saarländische Parlament (queer.de berichtete). Der von den Abgeordneten aller Landtagsfraktionen mitgetragene Antrag kritisiert unter anderem, dass Homosexuelle mit dem totalen Verbot "unter Generalverdacht" gestellt werden würden.

Mit Bulgarien, Italien, Lettland, Polen, Portugal und Spanien behandeln derzeit immerhin sechs der 28 EU-Staaten homo-, bi- und heterosexuelle Männer vollständig gleich – in diesen Ländern wird nur das individuelle Risikoverhalten der Spender abgefragt, nicht aber deren sexuelle Orientierung. (dk)



#1 Katrina_ReichertProfil
  • 21.06.2016, 13:48hDüsseldorf
  • "mind 1 Jahr kein Sex" ist nicht mal ne Lockerung.
    Und Transfrauen werden wie üblich vergessen.
    Die werden nach wie vor pauschal als Prostituierte abgestempelt und dürfen deswegen nicht spenden.
    Oder sie sind hetero und werden (misgendernd) mit schwulen Männern in einen Topf geworfen.
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#2 PeinlichAnonym
  • 21.06.2016, 14:33h
  • "...wenn sie ein Jahr lang keusch gewesen sind..."

    Bei so einem Dummfug kann man sich echt an den Kopf fassen. Aber eigentlich wundert mich in diesem "Schland" fast nix mehr.
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#3 ttggfffAnonym
  • 21.06.2016, 14:50h
  • Wer immer Safer Sex praktiziert sollte Blut spenden dürfen, ohne Frist.

    Die Bundesärztekammer "prüft" schon seit vielen Jahren und nichts passiert. Die Bundesregierung "prüft" schon seit vielen Jahren rechtliche Gleichstellung von gleichgeschlechtlichen Paaren und nichts passiert. Die Bundesregierung "prüft" schon seit vielen Jahren die Rehabilitierung der Opfer von Paragraf 175 und nichts passiert.

    Es ist offensichtlich, dass wir wegen unserer sexuellen Identität diskriminiert werden und das Hauptinstrument der Diskriminierer ist die Diskriminierung über die Zeit, d. h. man stellt etwas in Aussicht, unter der Bedingung, dass es aber erstmal "geprüft" werden müsse, und dann sagt man immer die Prüfung sei noch nicht abgeschlossen. Es ist dasselbe als wie wenn man immer "Nein" sagen würde, klingt aber besser.

    In diesem Sinne ist es also besonders perfide etwas in Aussicht zu stellen, was man aber insgeheim doch nicht umsetzen will.
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#5 lionAnonym
  • 21.06.2016, 16:00h
  • Das ist doch alles ein Witz. Warum dürfen Schwule kein Blut spenden...ach ja die sind ja eine Risikogruppe.

    Was ist eigentlich mit den Heteros, die gerne mal heimlich mit einem Mann Sex haben und trotzdem Blut spenden...ach ja die sind ja (oft) verheiratet und gehören somit zu keiner Risikogruppe, wobei hier sehe ich eine noch höhere Gefahr ausgehen...wieviel von denen machen überhaupt einen HIV Test.

    Ich habe mich bereits entschlossen auch auf dem Organspendeausweis ein "Nein" anzukreuzen, denn wer mein Blut nicht will, muss halt auch auf die Organe verzichten.
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#6 Katrina_ReichertProfil
#7 -IK-Anonym
  • 21.06.2016, 16:27h

  • Es ist schon erstaunlich das ich in einer 13jährigen monogamen Beziehung ein gröseres Risiko darstelle, als ein heterosexueller der wöchentlich seine Partner wechselt.
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#8 MarcAnonym
#9 NilsAnonym
  • 21.06.2016, 17:18h
  • also...ich hab nen Kollegen...Hetero... was der alles treibt und mit wem....von dem würde ich auch kein Blut haben wollen.... ist aber gutes Blut...Hetenblut...

    aber nun...der Erfinder des Blutplasmas ist ja auch verblutet... er war schwarz und es gab nur weißes Blut
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#10 Sehe Ich Auch SoAnonym
  • 21.06.2016, 17:52h
  • Antwort auf #7 von -IK-

  • Das ist alles großer Quatsch. Die Frage ob hetero oder homo oder jede andere Kategorie ist grundsätzlich diskriminierend. Allein die Frage nach individuellem Risikoverhalten sollte ausschlaggebend sein. Alles andere sind faule kompromisse.

    Ich werde egal was kommt weiterhin zum Blutspenden gehen und im Fragebogen lügen. Jaaa das ist scheiße es so machen zu müssen, aber ich finde es wichtig Blut zu geben. Und so kann ICH entscheiden.
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