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Kommentare zu:
Erkennt Österreich drittes Geschlecht an?


#1 KMBonnProfil
  • 21.06.2016, 16:22hBonn
  • Um ehrlich zu sein, habe auch ich mich zunächst schwer getan, das Phänomen der Intersexualität zu verstehen.

    Aber hier geht es um das Wohl eines Menschen, der Teil der Gesellschaft sein will und zwar so, wie (und jetzt geht es los), dieser Mensch sich begreift. Unsere Sprache sieht es nicht vor, dort finden wir nur er/sie/es.
    Das dritte Geschlecht sollte anerkannt werden. Gar kein Zweifel.
    Es fügt dem Funktionieren des Staates keinen Schaden zu, wenn dies endlich passiert. Auch wenn es nur einen kleinen Teil der Bevölkerung betrifft. Aber für die Betroffenen ist es wichtig, denn für ihre Akzeptanz und ihr empfundenes Wohlergehen spielt es eine große Rolle.

    Was das Thema Sprache betrifft, so fürchte ich, dass sich diese Anpassung noch lange hinziehen wird, wenn sie denn überhaupt kommt.
    Als Autor, der Spaß an den Ausdrucksmöglichkeiten der Sprache hat, werde ich das wohl nicht mehr mitmachen. Denn das Einfügen des * oder das Nutzen anderer Formen, um eine geschlechtsneutrale Sprache zu nutzen, verursacht mir ein gewisses Unbehagen. Beim Schreiben stößt es mich ab, beim Lesen stört es den Lesefluß. Ich fürchte, da kann ich nicht über meinen Schatten springen.
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#2 ollinaieProfil
  • 21.06.2016, 17:16hSeligenstadt
  • Antwort auf #1 von KMBonn
  • "Um ehrlich zu sein, habe auch ich mich zunächst schwer getan, das Phänomen der Intersexualität zu verstehen.
    ...
    Das dritte Geschlecht sollte anerkannt werden. Gar kein Zweifel.
    ...
    Was das Thema Sprache betrifft, so fürchte ich, dass sich diese Anpassung noch lange hinziehen wird, wenn sie denn überhaupt kommt."

    Ich bin mir auf Grund deines Beitrags gar nicht sicher, ob Du es verstanden hast:

    Intersexualität = BIOLOGISCH nicht eindeutig Mann/Frau. Nix Pipimann oder Mumu. Oder beides, bzw. teile von beiden. Oder einfach nur "komische" Gene oder Hormonwerte. Da ist eigentlich gar nichts schwer zu verstehen!

    Die Intersexe die ich kennengelernt habe drängen auf rechtliche Anerkennung, damit Babys und Kinder so großwerden dürfen, wie sie sind, ohne daß gutmeinende Mediziener vom Betroffenen ungefragt anfangen herumzuoperieren, WEIL SCHLIEßLICH NICHT SEIN KANN, WAS NICHT SEIN DARF!

    Teilweise sogar ohne die Eltern korrekt und umfassend zu informieren!

    Deine Probleme mit der deutschen Sprache, mit Stern oder nicht, sind für die meißten Betroffenen nur ein Nebenschauplatz.

    zwischengeschlecht.org/
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#3 2453ftrhAnonym
  • 21.06.2016, 17:46h
  • Was so ist, ist halt so. Wieso man das dann nicht auch genau so anerkennt, ist mir ein Rätsel.

    Offensichtlich denken noch zuviele Menschen binär.

    Ist ja beim binären Denken über homo und hetero ähnlich. Gibt ja z. B. auch bi. Aber allein schon die Tatsache, dass in Medien "bi" praktisch nie verwendet wird, sondern alle Menschen, die (auch) gleichgeschlechtlich lieben von den Medien mit dem Attribut "homo" versehen werden, zeigt ja, dass die Leute es geistig bequem mögen.

    Mann, Frau. Schwarz, Weiß. Deutscher, Ausländer. Homo, Hetero. Wir hier, die andern da. Spalten in binäre Kategorien hat zu Sexismus, Rassismus, Ausländerfeindlichkeit, Homosexuellenfeindlichkeit geführt. Das Gemeinsame, das Menschsein, geht immer mehr unter.
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#4 KMBonnProfil
  • 21.06.2016, 18:05hBonn
  • Antwort auf #2 von ollinaie
  • Drittes Geschlecht bezieht sich zunächst einmal auf das im Beitrag beschriebene bisherige Dilemma der Fixierung auf Mann oder Frau bei der Angabe des Geschlechtes.
    Unsere spezifisch deutsche Neigung, alles aber auch wirklich alles haargenau klassifizieren und in eine Schublade sortieren zu wollen, geht m.E. oftmals am Bedürfnis vorbei und macht manches sehr sperrig.
    Ich sehe zunächst den Menschen und sein Recht auf Anerkennung und Verwieklichung seines ureigensten Anspruches auf Selbstentfaltung. Es gibt diesen Menschen in seiner Besonderheit und dem müssen wir Rechnung tragen.
    Wie "das Kind" später genau heißt, sehe ich als nachrangig. Aber ich kann mich natürlich irren - das will ich gar nicht ausschließen.
    Fest gemauert in der Erden ist meine Meinung dazu nicht.
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#5 tti3_alliance
  • 21.06.2016, 20:30h
  • Die I Bereiche haben die wenigste Unterstützung innerhalb der LGBTTIQ* Community.

    .
    .
    Den wenigsten ist bewusst, dass es 2016
    immer noch nicht eine "Untersagung von nicht eingewilligten, unnötigen Behandlungen an Intersex-Kindern / Jugendlichen, die gegen Grundgesetz, UN-Konventionen oder gegen das Sterilisationsverbot verstoßen." in Deutschland existiert.

    transallianceproject.files.wordpress.com/2016/03/information
    sbroschuere_transsexualitc3a4t__v3-49_2016-03-29.pdf


    .
    Wir hoffen dass nach Äußerungen diesen Monat im SH Landtag, man sich in Kiel als erstes Bundesland endlich für ein Verbot auf Landesebene ausspricht.
    Da neben Einrichtungen auch Namen genannt wurden, kann man nicht mehr wegsehen in Deutschland.

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    Auch scheint vielen nicht klar zu sein, dass das TSG (Transsexuellengesetz) Menschen nutzen mussten, um im Personenstandsregister Namen-/ u.o. Geschlechtsänderungen, auf Grundlage der 2 Geschlechterideologie Anpassungen vornehmen zu lassen.

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    .
    Menschen die sich geschlechtlich außerhalb der 2 Geschlechterideologie sehen, werden dsbzgl. auch Ihrer Grundrechte beraubt und auch diese Thematik verstößt gegen die Grundrechte Charta - Art 21.
    Dieses kann auch Menschen betreffen die TT Bereichen zu zuordnen sind...

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    Dass es auch in der LGBTTIQ* Community kaum gelingt Aufklärung zu TTI Themen zu betreiben und es flächendeckende Unterstützung gibt, ist Wirklichkeit.

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    Die Stuttgarter Erklärung, haben bislang nur 2 CSD Vereine mit gezeichnet...

    In wenigen CSD Forderungspapieren sind solche Themen aufgeführt.

    Es ist zu empfehlen, dass sich dieses ändert.

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    Jedes Geschlecht verdient Respekt
  • Antworten » | Direktlink »
#6 NicoAnonym
  • 22.06.2016, 07:54h
  • Ich befürchte, der rechte Weg wäre, gar nicht mehr von Geschlechtern zu reden und nicht ein viertes, fünftes, sechstes dazuzuholen. :/

    Der Mensch lernt nur über Umwege
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#7 AnonymAnonym
  • 22.06.2016, 14:40h
  • " Immerhin kann hierzulande nach einer Reform des Personenstandsgesetzes seit 2013 bei Kindern, bei denen das Geschlecht nicht eindeutig festgelegt werden kann, die Angabe im Geburtenregister zunächst freigelassen werden"

    Das ist leider nicht ganz korrekt. Tatsächlich MUSS der Geschlechtseintrag in einem solchen Fall offengelassen werden, was wiederum den Druck seitens der 'behandelnden' Medizinier_innen auf die Eltern von Intersex-Kindern erhöht und dazu führt, dass Genitalverstümmlungen aus Angst vor Diskriminierung und Zwangsouting verstärkt vorgenommen werden. Nicht ohne Grund kritisieren viele Intersex-Organisationen diese Regelung. Fortschritt ist was anderes...

    blog.zwischengeschlecht.info/post/2013/08/20/Intersex-Geschl
    echtseintrag-Saure-Gurken-Fantasien-Reale-Genitalverstummelu
    ngen
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#8 tti3_alliance
#9 TheDadProfil
  • 23.06.2016, 01:04hHannover
  • Antwort auf #7 von Anonym
  • ""Das ist leider nicht ganz korrekt. Tatsächlich MUSS der Geschlechtseintrag in einem solchen Fall offengelassen werden,""..

    Was sich hier im Artikel dazu anders darstellt :

    www.queer.de/detail.php?article_id=25551

    Dort heißt es :
    ""Mit dem Gesetz wurde der Druck von Eltern und Ärzten genommen, unmittelbar nach der Geburt eines intersexuellen Kindes dessen Geschlecht festzulegen.""..

    Von einem "Zwang zum offenlassen" steht dort nichts..

    Gibt es in dem Blogg irgendwo einen Link zum aktuellem Gesetzes-Text ?
    Kannst Du den hier bitte mal setzen ?
    Danke..
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#10 AliceAnonym
  • 23.06.2016, 06:51h
  • Antwort auf #9 von TheDad

  • Die fehlenden Angaben sind unter § 22 III PStG geregelt:
    www.gesetze-im-internet.de/pstg/__22.html

    Die Formulierung "so ist [...] einzutragen" bedeutet, dass bei Eintritt der Bedingung (dass das Kind keinem Geschlecht sicher zugeordnet werden kann) die Folge festgelegt ist und der Behörde dann kein Ermessen zusteht. Das soll das Kind davor schützen durch Ärzte oder Eltern festgelegt zu werden. Eine eigene Kategorie, wie sie von einigen gefordert wird, besteht dadurch nicht.

    Dazu:
    dritte-option.de/stellungnahme-zur-pstg-aenderung/


    Wer den entsprechenden Paragraphen googelt wird dazu aber eine Fülle von Informationen finden und wird sich auf der Grundlage ein eigenes Urteil über die bestehenden Handhabung bilden können.
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#11 ollinaieProfil

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