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Die Polizei war am Sonntag zugleich gegen den Pride selbst vorgegangen

Der "Islamische Staat" soll versucht haben, Selbstmordattentäter unter die Besucher des Trans-Pride zu schmuggeln.

Laut türkischen Medienberichten hat die Polizei einen Selbstmordanschlag des "Islamischen Staates" auf den Trans-Pride in Istanbul am vergangenen Sonntag verhindert. Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Dogan vom Mittwoch wurden bereits letzte Woche drei Männer verhaftet. Zwei der Festgenommenen sollen aus der russischen Kaukasusrepublik Dagestan stammen und laut "Habertürk" bei Polizeiaktionen in den nahe Istanbul gelegenen Städten Pendik and Başakşehir festgenommen worden sein.

Die Verhafteten sollen wiederholt in vom IS besetzte Gebiete gereist sein. Bei ihnen seien unter anderem Sprengstoffgürtel, militärische Tarnuniformen und Messer gefunden worden. Auch weitere Hinweise auf Verbindungen mit dem IS seien sichergestellt worden.

Bereits mehrere Anschläge in der Türkei

In den letzten Monaten hatte es immer wieder Terroranschläge in der Türkei gegeben, zu denen sich der "Islamische Staat" sowie kurdische Terrorgruppen bekannt haben. Erst Anfang Juni starben bei einem Anschlag in Istanbul elf Menschen. In einem Bekennerschreiben warnte eine PKK-Splittergruppe ausländische Besucher vor dem Türkeibesuch. Im März waren bei einem Anschlag im Herzen Ankaras 37 Menschen getötet worden. Keiner der Anschläge richtete sich jedoch bislang spezifisch gegen LGBT.

Der Trans-Pride war vergangene Woche vom Gouverneur von Istanbul verboten worden (queer.de berichtete). Er begründete das mit der Sicherheit der Teilnehmer sowie mit dem Schutz der öffentlichen Ordnung und dem Ramadan. Öffentlich wurden aber nur Drohungen der Jugendorganisation der rechtsextremen islamistisch-nationalistischen Partei BBP. Die Polizei ging am Sonntag mit Gummigeschossen und Tränengas gegen Aktivisten vor, die trotz des Verbots für ihre Rechte demonstrieren wollten (queer.de berichtete).

Der Gouverneur hatte zugleich die für diesen Sonntag geplante große Abschlussdemonstration des Istanbul Pride verboten. LGBT-Aktivisten gehen derzeit dagegen gerichtlich vor und haben angekündigt, in jedem Fall auf die Straße gehen zu wollen. Nachdem der "Marsch des Stolzes" 2014 noch rund hunderttausend Teilnehmer fand, war er im letzten Jahr kurz vorab erstmals verboten worden – die Polizei ging in Folge mit Gewalt gegen die CSD-Teilnehmer vor (queer.de berichtete).

Nach der Niederschlagung des Trans-CSD haben mehrere Vereine und Verbände zu einer Kundgebung am diesen Sonntag vor der Türkischen Botschaft in Berlin aufgerufen, um Solidarität mit dem Istanbul Pride zu zeigen. Zu der Kundgebung ab 16 Uhr hat der Verein B2Aktion+ aufgerufen, auch Szeneverbände wie der LSVD haben für die Aktion geworben. (dk)



#1 TaktikAnonym
  • 22.06.2016, 15:13h
  • Die alte Taktik des Angstmachens und so begründen, warum man eine friedliche Demo mit Gewalt verhindert.
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#2 wiking77
  • 22.06.2016, 16:53h
  • Ausreden. Vermutlich fand es Erdowahn irgendwie ganz "hilfreich" dass sowas von statten gegangen ist. Auch diese Terroranschläge, angeblich von den Kurden begangen, kam ja dem Sultan Erdowahn ganz gelegen.
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#3 anderswoAnonym
#4 VurukAnonym
  • 23.06.2016, 15:08h
  • Antwort auf #3 von anderswo
  • "Ich fürchte hundert Mal mehr die Radikalisierung als den Terrorismus"

    Da Terrorismus die Folge von Radikalisierung ist, mag das stimmen, aber das heißt nicht, dass neben der Radikalisierung auch ganz konkret der Terrorismus bekämpft werden muss.
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#5 TheDadProfil
  • 23.06.2016, 15:23hHannover
  • Antwort auf #4 von Vuruk
  • ""Da Terrorismus die Folge von Radikalisierung ist, mag das stimmen,""..

    Ja und Nein..
    Radikalisierung ist sicher eine Ursache für Terrorismus..
    Aber nicht jede Radikalisierung führt automatisch zu Terrorismus..

    Es gibt in dieser Gesellschaft genügend radikalisierte Menschen, die auch nie zu terroristischen Mitteln greifen würden..

    Volker Kauder lehnt derlei Mittel vehement ab, obwohl er selbst radikalisiert ist, und selbst gegen Minderheiten hetzt, Gleichstellung und Gleichberechtigung von LGBTTIQ's und Frauen verhindert..
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