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Hähnchengeschnetzteltes aus Homo-Hand

Berlin-Neukölln: LSVD serviert beim Fastenbrechen


Iftar als Ort der Begegnung (Bild: flickr / Fort George G. Meade / by 2.0)

Das Zentrum für Migranten, Lesben und Schwule (MILES) des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg (LSVD) unterstützt das vom Verein Morus 14 organisierte Fastenbrechen.

Am Donnerstagabend (23. Juni) wird das Essen u.a. von MILES-Projektleiterin Jouanna Hassoun, LSVD-Landesvorstand Michael Korok und Landesgeschäftsführer Jörg Steinert serviert. "Der LSVD dankt Gilles Duhem und seinem Team von Morus 14 für das unermüdliche Engagement für ein friedliches Miteinander im Rollbergkiez in Berlin-Neukölln", heißt es dazu in einer Pressemitteilung vom Mittwoch.

Das Fasten wird pünktlich um 21.35 Uhr gebrochen. Der Raum wird ab 21 Uhr geöffnet. Die Anzahl der Plätze ist auf 100 begrenzt, Reservierungen sind nicht möglich. Dieses Jahr wird nach Angaben des LSVD Hähnchengeschnetzeltes mit Gemüse und Reis als Hauptbericht angeboten. Das Gemeinschaftshaus Morus 14 befindet sich in der Morusstraße 14 in Berlin-Neukölln – nicht weit vom SchwuZ entfernt.

Wenn die Sonne untergeht im islamischen Fastenmonat Ramadan, beginnt für viele Musliminnen und Muslime die Zeit des Tages, zu der sie – oft gemeinsam mit Menschen aus Nachbarschaft, Freundes- und Bekanntenkreis – ihre Enthaltsamkeit unterbrechen. Das Fastenbrechen nach Einbruch der Dämmerung wird Iftar genannt. (mize/pm)



#1 HeinerAnonym
  • 23.06.2016, 10:56h
  • Solange religiöse Menschen (egal welcher Religion) nichts gegen LGBTI haben, habe ich auch nichts gegen sie. Aber ich muss Religion nicht auch noch fördern, denn dass JEDE Religion auch ganz anders kann und dass auch ehemals liberale Mitglieder sich radikalisieren können, wissen wir ja...

    Auch wenn man sich selbst als liberales Mitglied einer Religion sieht, so darf man nicht vergessen, dass alleine schon die Mitgliedschaft in einer Religion auch die radikaleren Mitglieder fördert.

    Als ich aus der Katholischen Kirche ausgetreten bin, war mir sehr klar, dass nicht jeder Katholik etwas gegen Schwule hat. Aber es gab halt genug, wo das wohl so was und die konnte und wollte ich durch meine Mitgliedschaft nicht mehr länger unterstützen.

    Erst wenn die Menschheit sich wirklich von Religion frei macht, kann die Menschheit auch wirklich frei sein.

    Wir sollten uns nicht anbiedern um akzeptiert zu werden (zumal ja selbst die liberaleren Mitglieder keine volle Gleichstellung wollen), sondern wir sollten selbstbewusst unser Ding machen und jeder Religion (oder anderen Ideologie, die Glauben über Fakten stellt) kritisch gegenüber stehen.
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#2 AgnostikerbaerAnonym
  • 23.06.2016, 13:31h
  • Zitat:

    "Wenn die Sonne untergeht im islamischen Fastenmonat Ramadan, beginnt für viele Musliminnen und Muslime die Zeit des Tages, zu der sie oft gemeinsam mit Menschen aus Nachbarschaft, Freundes- und Bekanntenkreis ihre Enthaltsamkeit unterbrechen."

    Wer sich dem Ramadan-Fasten anschließen möchte, mag es tun. Wie bei aller Religion handelt sich um eine Privatangelegenheit. Wichtig ist der Schutz derjenigen, die sich nicht an das Ramadan-Ritual halten wollen oder können.

    Dazu etwa:

    hpd.de/artikel/wenn-schueler-den-stuehlen-fallen-13188

    Meine Solidarität gilt hier vor allem denjenigen, die das Pech hatten, in den Islam hineingeboren worden zu sein und die sich nicht an den Ramadan halten (wollen). Unter diesen Nicht-Ramadan-Befolger_innen finden sich übrigens nicht nur überzeugte Atheist_innen, Agnostiker_innen usw., sondern auch (wenig) religiöse Muslim_innen, die einfach lockerer drauf sind ...

    Anstatt Happy-Ramadan-Wünsche abzusondern, wäre hier z. B. eine Ansage offizieller Stellen (etwa an die Adresse geflüchteter Menschen) angebracht gewesen, dass hierzulande niemand an den Ramadan gebunden ist. Stattdessen mussten wir in diesen Tagen Schlagzeilen lesen, dass der Ramadan Grund auch für Brandlegungen sein kann

    Nicht erst seit Orlando hat der islamische Fastenmonat Dschihadist_innen auch immer als religiös besonders passender Zeitraum für (Terror-)Anschläge gedient.

    Einer meiner türkeistämmigen Freunde sah sich in seiner Zeit als Taxifahrer damit konfrontiert, dass er und andere nicht-religiöse Taxifahrer-Kollegen (mit Wurzeln in islamisch geprägten Ländern) in der Ramadan-Zeit mehrfach gezielt (auch physisch) angegriffen und eingeschüchtert wurden. Und zwar von islamischen Taxifahrern, die sich an den Ramadan hielten. Das mussten nach deren Ansicht auch andere tun. Zumindestens diejenigen, die das Pech hatten, in den Islam "hineingeboren" worden zu sein. "Glaubensabfall" wird im Islam ja nicht gern gesehen, um es mal nonchalant zu formulieren ...

    Canan Topçu, eine ehemalige "Frankfurter-Rundschau"-Redakteurin, die dem öffentlichen "Inszenieren des Ramadan" skeptisch gegenübersteht,

    www.deutschlandfunk.de/islam-ich-frage-mich-ob-dieses-inszen
    ieren-des-ramadan.886.de.html?dram:article_id=357460


    bemerkt zum Thema Ramadan und "sozialer Druck":

    "Hier in Deutschland ist der soziale Druck gestiegen, auch unter den Schülern. Wir mir erzählt wird, gibt es - neudeutsch gesagt - ein Dissen, wenn muslimische Klassenkameraden nicht fasten. Genauso geht das auch mit dem Kopftuchtragen. Wie sehr der soziale Druck da ist, habe wir am Wochenende in der Türkei erlebt, wo eine Gruppe von jungen Menschen angegriffen wurde, die in einem Musikladen nicht gefastet und Bier getrunken hat. Das ist schon sehr extrem geworden."

    Kürzlich habe auch ich unfreiwillig mit dem Ramadan zu tun bekommen. Hintergrund: In meinem Türkisch-Volkshochschulkurs habe ich seit Februar einen neuen Lehrer. Die alte Lehrerin (Anfang 30) war / ist eine wenig religiöse Sunnitin. Sie ist eine engagierte Erdogan-Gegnerin, mit einem Aleviten verheiratet und hält sich nicht an den Ramadan. Der neue Lehrer dagegen ist religiös und gehört allem Anschein nach der (inzwischen auch in der BRD recht umtriebigen) Hizmet-Bewegung an. Diese Gefolgschaft des islamischen Predigers Fetullah Gülen, die sowohl offen als auch verdeckt agiert, hat von 2002 bis 2013 eng mit dem Erdogan-Regime (gegen das säkulare und linke Lager in der Türkei) zusammengearbeitet. 2013 gab es dann einen Bruch, die Hizmet-Bewegung, die ihre Islam-Ideologie natürlich nicht geändert hat, fiel bei Erdogan und den Seinen in Ungnade

    Nun zu meinem persönlichen Ramadan-Erlebnis. Dazu dokumentiere ich im Folgenden eine anonymisierte (und für sich selbst sprechende) E-Mail, die ich an eine Mit-Kursantin meines Volkshochschulkurses geschickt habe.

    __________________________________

    Liebe Katrin (Name geändert),

    ich bin jetzt ehrlich gesagt doch recht überrascht. Birte (Name geändert) hatte letztes Mal angeregt, dass zum Kursende etwas zu Essen mitgebracht wird. So kenne ich das bspw. auch von Spanischkursen an der VHS (unabhängig davon, ob das Kursende in eine religiöse Fastenzeit , etwa in die katholische, fällt oder nicht). Du, liebe Katrin, hattest Dich dann mit mir darauf verständigt, dass Du etwas "Herzhaftes" mitbringen / vorbereiten wollest, ich dagegen etwas "Süßes". Das Gespräch zwischen uns darüber, wer was zu Essen mitbringen solle, fand vor aller Ohren statt. Es gab von niemandem Einwände, stattdessen bedauerte Jorge (Name geändert), dass er - da er vorher arbeiten müsse - selber nichts vorbereiten könne. Niemand hat also irgendetwas davon gesagt, dass ein solches Essen in einem VHS-Kurs (!) wegen einer religiösen Fastenzeit nicht stattfinden könne ...

    "Nach Ramadan" - das soll wohl nach Kursende bedeuten. Also, dass man sich morgen (gemeint war: 07.06.2016; Agnostikerbaer) nach Kursende zu Katrin nach Xy-Dorf begibt. Darauf war und bin ich (zumal so kurzfristig) nicht eingestellt - das passt nicht in meine Planung. Sorry.

    Ich habe (mit entsprechendem Aufwand) bereits Nussecken gebacken, die sind schon fertig. () Ferner habe ich die Zutaten für "Top Cezerye" (türkisches Möhrenkonfekt aus Mersim) zuhause, mit der Zubereitung aber (glücklicherweise!) noch nicht begonnen. Ich werde das Konfekt jetzt nicht bis morgen, sondern für einen ver.di-Termin fertigstellen. Dort wird die Möhrensüßigkeit gut ankommen - Ramadan hin oder her ...

    Beste Grüße,
    (Agnostikerbaer)

    PS: Die türkischen Freunde, die ich habe, halten sich nicht an den Ramadan, wie dies auch etwa die Mehrheit der EinwohnerInnen in Didim (West-Türkei), wo ich letzten Monat wieder in Urlaub gewesen bin, nicht tut. Allerdings habe ich davon gehört, dass von türkisch-religiöser Seite aus (teils nicht geringer) Druck ausgeübt wird, dass der Ramadan allseits gehalten werden müsse. Finde ich nicht gut ...

    _________________________________

    Wie schon in einem vorigen Kommentar angesprochen, die Förderung von Religion (hier von Ramadan-Ritualen) ist das falsche Signal!
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#3 TheDad
  • 23.06.2016, 14:09h
  • Antwort auf #2 von Agnostikerbaer
  • ""Anstatt Happy-Ramadan-Wünsche abzusondern, wäre hier z. B. eine Ansage offizieller Stellen (etwa an die Adresse geflüchteter Menschen) angebracht gewesen, dass hierzulande niemand an den Ramadan gebunden ist.""..

    Gruppen-Druck..
    An was sich "Gläubige" so alles "gebunden fühlen"..

    ""Wie schon in einem vorigen Kommentar angesprochen, die Förderung von Religion (hier von Ramadan-Ritualen) ist das falsche Signal!""..

    Schaffen wir dann zukünftig auch die "Weihnachtsfeiern" im LSVD ab ?
    In den Betrieben, Behörden ?
    Verbieten das Aufstellen von "Christbäumen" in der Fußgängerzone, am Berliner Hauptbahnhof, oder bei Karstadt ?

    Das aufeinander zugehen von Menschen mit verschiedenen "Religionen" und aus verschiedenen Kulturen kann man nicht so einfach als "überflüssig" bezeichnen..

    Ich halte es für ein Zeichen eines durchaus wichtigen Dialoges zwischen diesen Menschen..
    Auch dann wenn ich selbst nach Möglichkeit keine Räume betrete die mit solchen "rituellen Zeichen" geschmückt sind..
    Aber es besteht auch immer noch ein Unterschied zwischen den "religiösen Menschen" und den "Religioten" als "Führungs-Kräfte"..
    Daher besteht hier auch ein Unterschied zwischen einer solchen "gemeinsamen Feier" und der "Förderung von Religionen"..
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#4 Pascal GoskerAnonym
  • 23.06.2016, 14:11h
  • Antwort auf #1 von Heiner
  • Sehe ich ähnlich:
    Religioten (egal welcher Couleur) sollen ruhig ihre okkulten Riten, Geisterbeschwörungen oder welchen Hokus-Pokus auch immer veranstalten. Aber sie sollen andere damit in Ruhe lassen.

    Ich kann nicht nachvollziehen, warum der LSVD da auch noch mitmacht.

    Wir haben es nicht nötig, uns bei irgendwem einzuschleimen oder einen "auf lieb Kind" zu machen.
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#5 seb1983
  • 23.06.2016, 14:41h
  • Antwort auf #3 von TheDad
  • Wenn man sich zum saufen und fressen trifft, Verzeihung Weihnachtsfeier meine ich natürlich, ist das schon ne andere Qualität als wenn ein selbst gebackenes Osterlamm zum Pfarrfest mitgebracht und unter allgemeinen Gebet angeschnitten wird...
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#6 goddamn liberalAnonym
  • 23.06.2016, 14:42h
  • Antwort auf #2 von Agnostikerbaer
  • "Die türkischen Freunde, die ich habe, halten sich nicht an den Ramadan"

    Meine auch nicht (die nutzen die Tradition höchstens mal, um mit dem Rauchen aufzuhören). Und genausowenig wie ich sind sie AtheistInnen.

    Es ist ein sehr deutsches Problem, in interkultureller Inkompetenz ausgerechnet den 'Frommen' hinterherzurennen, anstatt sich mit den progressiven Kräften allüberall zu solidarisieren.

    Die frommen und reaktionären MuslimInnen wird die Aktion des LSVD sowieso nicht erreichen, die säkularen und liberalen werden dadurch eher irritiert sein.
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#7 VurukAnonym
  • 23.06.2016, 15:12h
  • Antwort auf #4 von Pascal Gosker
  • Man sollte die aber nicht ihre okkulten Rituale machen lassen, solange sie andere in Ruhe lassen.

    Letztendlich geht es bei solchen Zeremonien nur um die Ab- und Ausgrenung und letztlich um die Festigung von Macht- und Herrschaftsstrukturen.

    Das kann man als Demokrat nicht akzeptieren.

    Sonst müsste man ja auch Zwangsbeschneidungen von Kindern ohne medizinischen Grund oder Tierquälerei als inner-religiöse Angelegenheit akzeptieren. Oder wegsehen, wenn Scientoloy Gehirnwäsche veranstaltet, solange das nur deren Mitglieder trifft und keine Außenstehenden.
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#8 TheDad
  • 23.06.2016, 15:18h
  • Antwort auf #5 von seb1983
  • ""Wenn man sich zum saufen und fressen trifft, Verzeihung Weihnachtsfeier meine ich natürlich, ist das schon ne andere Qualität als wenn ein selbst gebackenes Osterlamm zum Pfarrfest mitgebracht und unter allgemeinen Gebet angeschnitten wird...""..

    Inwiefern erklärt nun das eine "christliche Fest" im Vergleich mit einem anderem "christlichem Fest" die nicht Notwendigkeit von interreligiösem Dialog zwischen Menschen unterschiedlicher "religiöser" und kultureller Herkünfte, nur weil Du das Verhalten der Menschen in einem Fall anders beschreibst ?

    Man kann sich auch mit anderen Menschen unterhalten und mit ihnen essen, ohne sich die Birne zuzusaufen..

    Fastenbrechen ist da nur eine Gelegenheit zum Dialog..

    Die übliche Ablenkung also..
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#9 UnfassbarAnonym
  • 23.06.2016, 15:21h
  • An einer Berliner Schule will ein muslimischer Vater einer Lehrerin nicht die Hand geben. Und als diese dann das Gespraech abbricht, weil sie dann keine Vertrauensgrundlage fuer ein Gespraech sieht, verklagt er sie, weil er sich rassistisch diskriminiert sieht:

    www.spiegel.de/schulspiegel/berlin-handschlag-streit-an-priv
    atschule-a-1099300.html


    Mal eine Gegenfrage: hat er die Frau nicht sexistisch diskriminiert und als Untermensch dargestellt?

    Religion steht nicht ueber dem Gesetz. Dann darf man sich nicht wundern, wenn die Meinung ueber solche Menschen nicht die beste ist.
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#10 HeinerAnonym
  • 23.06.2016, 15:23h
  • Antwort auf #7 von Vuruk
  • Ich gehe mal davon aus, dass die Hühner auch geschächtet wurden. Der LSVD feiert also Tierquälerei. Naja, da die ja auch nichts gegen Zwangsbeschneidungen haben, passt das ja ins Bild...
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