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  • 23.06.2016, 17:49h           2      Teilen:   |

Entscheidung des Kuratoriums

Hirschfeld-Stiftung stoppt Projektförderungen

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Alter und neuer Vorstand der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld: Jörg Litwinschuh wurde vom Kuratorium für eine zweite Amtszeit wiedergewählt (Bild: BMH / Sabine Hauf)

Die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld muss sparen – Schuld seien niedrigere Zinserlöse und weniger Spendeneinnahmen, sagt der wiedergewählte Vorstand Jörg Litwinschuh.

Ist sie zu schnell gewachsen oder rächt sich nun die niedrige Kapitalausstattung? Das Kuratorium der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld hat bei seiner Sitzung am Mittwoch die Notbremse gezogen und die Förderung externer Projekte für mindestens ein Jahr ausgesetzt.

Schuld seien die Zinserlöse, die 2016 deutlich niedriger ausfallen werden als bisher prognostiziert, sowie ein Rückgang an Spenden, erklärte der geschäftsführende Vorstand Jörg Litwinschuh auf Anfrage von queer.de. Außerdem sei es nicht gelungen, ausreichend Drittmittel für die stiftungseigenen Projekte einzuwerben, die wachsen und daher mehr Geld benötigten.

Für queere Initiativen ist die Entscheidung ein schwerer Schlag. Von 2012 bis 2015 schüttete die Hirschfeld-Stiftung laut ihrer Homepage über 220.000 Euro an rund 70 Projekte aus ganz Deutschland aus. Die bereits bewilligten 45.000 Euro für 2016 seien nicht gefährdet, so Litwinschuh. Zuletzt hat die Stiftung den Kongress "20 Jahre LAG Lesben" gefördert.

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Vorstand und Fachbeirat neu gewählt

Trotz der Ertragsprobleme wurde Jörg Litwinschuh vom Kuratorium einstimmig für eine zweite fünfjährige Amtszeit als geschäftsführender Vorstand wiedergewählt. Darüber hinaus wurde der Verein Wirtschaftsweiber in das Kuratorium berufen, um damit eine Gleichstellung mit dem Völklinger Kreis zu erreichen. Formal müssen das Bundesjustizministerium und die Stiftungsaufsicht noch zustimmen – dies gilt jedoch als sicher.

Neu gewählt wurden auch alle Mitglieder des Fachbeirats, deren Amtszeit am 3. Juli endet. Die Namen wurden noch nicht bekanntgegeben. Im bisherigen Fachbeirat hatte Karla Etschenberg für einigen Wirbel gesorgt. Die umstrittene Professorin, die Bildungspläne für sexuelle Vielfalt kritisierte und vor Werbung für Homosexualität warnte, trat 2015 nach anhaltenden Protesten zurück (queer.de berichtete). Litwinschuh bestätigte, dass der neu gegründete Bundesverband Trans* (BVT*) erstmals in den Fachbeirat berufen wurde.

Vor fünf Jahren von Schwarz-Gelb gegründet

Die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld wurde am 27. Oktober 2011 auf Druck der FDP noch von der schwarz-gelben Bundesregierung errichtet. Laut Satzung soll sie die gesellschaftliche Lebenswelt von LGBT erforschen, Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit fördern, Diskriminierung entgegentreten und die Erinnerung an die Nazi-Verbrechen an Homosexuellen sowie an das Werk des Namensgebers, des Sexualwissenschaftlers Magnus Hirschfeld, wachhalten (queer.de berichtete).

Der Bundestag stellte der Stiftung vor fünf Jahren ein Kapital von zehn Millionen Euro zur Verfügung. Vor zwei Jahren stockte die Große Koalition den Betrag um 1,75 Millionen Euro auf (queer.de berichtete). Das klingt zwar viel, ist jedoch im Vergleich mit anderen Bundesstiftungen sehr wenig. Alle Projekte und die Stiftung selbst werden ausschließlich aus den Zinserlösen sowie Spenden finanziert.

Geschäftsführender Vorstand ist seit der Gründung Jörg Litwinschuh. Im vergangenen Jahr wurde das kleine Team durch Carolin Küppers als Referentin für Bildung und Antidiskriminierung sowie Daniel Baranowski als Referent für Forschung und Erinnerung verstärkt (queer.de berichtete). Insgesamt gibt es nur vier Festangestellte, davon drei halbtags, sowie Mitarbeiter im Bundesfreiwilligendienst und studentische Hilfskräfte.

Zu den eigenen Projekten der Hirschfeld-Stiftung gehören unter anderem das "Archiv der anderen Erinnerungen", das Video-Interviews mit Zeitzeugen führt, Forschungsprojekte zur Homosexuellenverfolgung etwa mit der Universität Stuttgart und dem Institut für Zeitgeschichte sowie das Bildungs- und Forschungsprojekt "Fußball für Vielfalt". Zusammen mit regionalen Partnern aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen veranstaltet die Bundesstiftung im Herbst zum dritten Mal die Hirschfeld-Tage. (mize)

Links zum Thema:
» Homepage der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld
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Tags: jörg litwinschuh, bundesstiftung magnus hirschfeld, projektförderung
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Reaktionen zu "Hirschfeld-Stiftung stoppt Projektförderungen"


 2 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
23.06.2016
18:18:35


(0, 4 Votes)

Von Carsten AC


Die Grundlage der Hirschfeld-Stiftung stand von Beginn an auf schwachen Beinen. Von Anfang an sind die nicht so ausgestattet worden, wie es nötig wäre.

Eigentlich könnte die Regierung das jetzt ändern. Aber wer glaubt wirklich daran, dass Union und SPD daran etwas ändern werden...


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#2
24.06.2016
20:23:20


(+2, 4 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015
Antwort zu Kommentar #1 von Carsten AC


Die richtigen sozialen Parteien wählen!!!!!!


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