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Das Stonewall Inn hat nun denselben Status wie die Freiheitsstatue in New York (Bild: flickr / David Jones / by 2.0)

Die historische Kneipe in der New Yorker Christopher Street ist die erste nationale Gedenkstätte für LGBT-Rechte in den USA.

US-Präsident Barack Obama hat die New Yorker Kneipe Stonewall Inn zum "National Monument" erklärt. Mit der Einstufung als Nationaldenkmal soll an den Stonewall-Aufstand vor 47 Jahren erinnert werden, heißt es in einem am Freitag vom Weißen Haus verbreiteten Erklärung.

"Die berühmte Bar ist das erstes Nationaldenkmal der USA, das die Geschichte des Kampfs für die Rechte von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgendern erzählt", sagte Obama. "Damals galt es als obszön, illegal oder sogar geisteskrank, schwul, lesbisch, bisexuell oder transgender zu sein", so der US-Präsident. "Razzien wie diese waren nichts Neues, aber diesmal hatten die Besucher genug. Also erhoben sie sich und sagten ihre Meinung. Die Krawalle wurden zu Protesten, die Proteste wurden eine Bewegung und die Bewegung wurde letztendlich ein wesentlicher Teil Amerikas."

Tagelange Straßenschlachten im Jahr 1969


Nach dem Orlando-Massaker legten Hunderte vor dem Stonewall Inn Blumen nieder (Bild: flickr / Aaron Muszalski / by 2.0)

Die Stadt New York hatte bereits im vergangenen Jahr die Bar, die immer noch geöffnet ist, unter Denkmalschutz gestellt (queer.de berichtete). Obamas Schritt schützt nun auch den in der Nähe der Bar liegenden Christopher Park im Greenwich Village, wo schon jetzt ein Denkmal an den Stonewall-Aufstand erinnert, sowie angrenzende Straßen.

Im Stonewall Inn wehrten sich am 28. Juni 1969 Schwule, Lesben und Transsexuelle gegen teils gewalttätige Schikanen der Polizei. Nach einer Razzia lieferten sie sich tagelang Straßenschlachten mit den Beamten. Das führte dazu, dass sich LGBT-Gruppen organisierten und sich in den nächsten Jahren und Jahrzehnten erfolgreich gegen die Kriminalisierung von Homosexualität wehrten und für gleiche Rechte kämpften. Der deutsche Name "Christopher Street Day" erinnert noch heute an das Stonewall Inn; die Bar befindet sich in Christopher Street 51-53.

Derzeit gibt es 121 Nationalmonumente in den USA, die meisten davon im Westen des Landes. Sie können – im Gegensatz zu Nationalparks – vom Präsidenten ohne Zustimmung des Kongresses ausgewiesen werden. Geschützt werden damit insbesondere wertvolle Naturräume oder historisch bedeutende Einrichtungen. Zum ersten Nationalmonument wurde 1906 der Härtling Devils Tower erklärt (bekannt aus dem Spielberg-Film "Unheimliche Begegnung der dritten Art"). Weitere bekannte Denkmäler sind die Mammutbäume "Giant Sequoia" in Kalifornien, Mount St. Helens im Bundesstaat Washington oder die Freiheitsstatue in New York. (cw)

Youtube | Zu der Entscheidung veröffentlichte das Weiße Haus am Freitag dieses Video


#1 UrsaMajorEhemaliges Profil
  • 25.06.2016, 08:15h
  • Völlig unvorstellbar, dass Merkel oder Gauck Vergleichbares täten oder sagten.

    Armes, armes Deutschland.

    Für die USA bleibt nur zu hoffen, dass Trump nicht wieder alles zerstört, was Obama vorangebracht hat.

    Wir dürfen nicht vergessen, dass Erreichtes nicht automatisch immer so bleibt. Deshalb darf unsere Wachsamkeit auch nicht nachlassen.

    Bei all den völkisch-nationalistischen Tendenzen, die wir im Moment erleben müssen, und die sich IMMER gegen uns wenden, gilt heute wieder mehr als aktuell:

    Liebe, Sex und Widerstand!

    www.queer.de/bild-des-tages.php?einzel=1519

    Allein schon aus Achtung vor denjenigen Menschen, die es uns erst ermöglicht haben, den einen oder anderen Fortschritt zu genießen.

    DANKE an alle Menschen, die sich damals für unsere Rechte eingesetzt haben. Zu Recht habt Ihr nun dafür das Nationaldenkmal bekommen.
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#2 AlexAnonym
  • 25.06.2016, 09:45h
  • Wäre in Deutschland undenkbar, dass Angela Merkel (oder sonstwer von unserer schwarz-roten Bundesregierung) sowas macht.

    Vielleicht brauchen wir ja auch ein Stonewall.
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#3 LoveWinsAnonym
  • 25.06.2016, 09:55h
  • Super, daß der scheidende US-Präsident Obama das Stonewall Inn zum Nationaldenkmal erklärt hat! Ich hoffe, er leitet bis zu seinem Abschied noch viele LGBTI-freundliche Entscheidungen in die Wege und da wird sich jeder Nachfolger bzw. Nachfolgerin in diesem Amt messen lassen müssen!
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#4 AmurPrideProfil
  • 25.06.2016, 10:06hKöln
  • Die Schwulen, Lesben und Transgender aus dem Stonewall Inn 1969 inspirieren mich persönlich tagtäglich in Sachen Mut und Stolz!
    Und wenn ich an die lautstarke Minderheit in Deutschland denke, die gerade mit allen Mitteln versuchen eine Hass-Stimmung gegen uns zu verbreiten, dann wünsche ich mir so sehr, dass mehr von uns etwas von eben jenem Mut in sich finden könnten, um offener und für unsere Unterstützer und Sympathisanten sichtbarer für unsere Rechte und Ziele zu kämpfen.
    Denn eines erscheint mir sicher: Wenn wir nicht für unsere Rechte und Ziele eintreten, warum sollten dies dann unsere Unterstützer und Sympathisanten tun?
    Und für die deutsche Politik gilt ja wohl leider eher:
    "Denke ich an Merkel in der Nacht, bin ich um den Schlaf gebracht!"
    Ich will auch einen "Obama" für Deutschland!!
    In diesem Sinne: Seid stolz! Seid mutig!
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#5 MarcAnonym
#6 goddamn liberalAnonym
  • 25.06.2016, 10:30h
  • Antwort auf #2 von Alex
  • "Vielleicht brauchen wir ja auch ein Stonewall."

    Gerade im deutschen Pastoren- und Ständestaat, in dem wir bestenfalls als geduldete Untermenschen gehalten werden, ist das wohl bitter nötig.
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#7 markusbln11Anonym
#8 LawrenceProfil
  • 25.06.2016, 11:13h Bamberg

  • Mochte Barack Obama vom ersten Tag an. Hatte das Gefühl der verändert was.
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#9 NicoAnonym
#10 markusbln11Anonym
  • 25.06.2016, 13:09h
  • Antwort auf #8 von Lawrence

  • Ich glaube, Obama hat die USA sehr zum Besseren verändert. Und das gilt insbesondere auch für uns LGBT-Menschen. Seiner Einführungsrede zur zweiten Amtszeit mit der Erwähnung der "Stonewall forebears" folgten auch Taten. Und die können sich sehen lassen. Danke dafür!
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