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Ein 18-Jähriger lernt die Stricherszene Torontos kennen, die wenig von der Romantik bietet, die er doch so sehr sucht. Ein Film nach Kurzgeschichten von Bruce LaBruce.

Von Carsten Weidemann

Sugar heißt eigentlich Cliff und wird heute 18. Mit großem Getöse feiert seine Mutter den Geburtstag und überreicht ihm ein ziemlich uncooles Skateboard, über das er sich auch nicht unbedingt zu freuen scheint. Dann gibt es noch ein paar Wünsche von der kleinen Schwester, die schon etwas jugendnaher sind: einen Wodka, einen Joint und ein selbst gemaltes Bild: gehe in die Stadt und habe Sex. Also los geht's, und erst einmal landet er bei Straßenstrichern, wobei es ihn zu einem, Butch genannt, doch ziemlich hinzieht. Man teilt auch das Bett und veranstaltet ein Wettwichsen, aber mehr ist nicht drin. Cliff lässt sich in die "Szene" hineinziehen und entdeckt, dass man mit Sex auch Geld verdienen kann. Die Romantik und eine Erwiderung seiner Zuneigung findet er jedoch nicht.

Als er und sein "Kumpel" einen Klienten besuchen, kommt es zum Äußersten. Der Kunde, der vor sich zwei Hockeyspieler fantasiert, bekommt eine anale Vergewaltigung Cliffs durch seinen "Kumpel" zu sehen. So hat der sich das Erwachsenwerden nicht vorgestellt. Am Ende steht aber dann doch ein positiver Schluss, Cliff wird zum regelrechten Aufreißer an dem Tag, an dem sein "Boyfriend", wie er sagt, gestorben ist. Und da ist nicht zuletzt auch wieder die kleine Schwester nicht ganz unverantwortlich. "Sugar" ist ein provokanter Blick in die imaginierte Stricherszene von Toronto, ein Film, der nicht moralisiert oder die Jungs als bemitleidenswerte Gestalten darstellt, sondern als gut aussehende und selbstbewusste Typen, die ganz genau wissen, dass sie stärker sind als jeder Klient, der ihnen da entgegenkommt.

John Buchan, einer der besten Casting-Agenten Kanadas, hatte die Aufgabe, die Rollen dieses nicht gerade einfach gestrickten Films zu besetzen. Eine besondere Herausforderung stellte für ihn natürlich die Besetzung der beiden männlichen Hauptdarsteller dar. Sie mussten ja nicht nur ihre Rollen überzeugend verkörpern können, sondern auch in der Lage sein, während der 20tägigen Dreharbeiten praktisch jede Minute miteinander verbringen zu können. Die Rolle des jungen naiven Cliff reizte etliche Darsteller, doch viele gaben schon nach den Auditions auf. Aus einer übrig gebliebenen Handvoll entschied sich Buchan dann für den Newcomer Andre Noble.

Erst einige Tage vor Produktionsbeginn stand Brendan Fehr für die Rolle des Butch fest. Fehr entspricht überhaupt nicht dem Charakter des Butch. Er ist heterosexuell, raucht nicht, trinkt keinen Alkohol, und außerdem ist er ausgesprochen gläubig. Für eine überzeugende Darstellung seiner Rolle musste er fast all seine Lebensgrundsätze über Bord werfen.

Ab 7. 4. 2005 im Kino