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  • 26.06.2016, 11:14h           101      Teilen:   |

CSD-Motto "Lieb geil!"

Umstrittene Nazi-Satire: Frankfurter CSD-Streit eskaliert

Artikelbild
Streit in Frankfurt: Alliierte Community-Truppen haben CSD-Botschafter Adrian H. und seinem Motto "Lieb geil!" den Kampf angesagt

Nach zahlreichen Boykott-Ankündigungen aus der Community beraten die Veranstalter nun über eine "Korrektur" ihres Mottos "Lieb geil!".

Der Frankfurter CSD wollte in diesem Jahr ein deutliches Zeichen gegen Rechts setzen, hat bislang jedoch nur eines erreicht: Die Community der Bankenstadt ist so gespalten wie nie zuvor. In den vergangenen Tagen haben mehrere Gruppen, darunter das Präventionsprojekt "Hessen ist geil" und die Schulaufklärer von SCHLAU, einen Boykott der CSD-Parade am 16. Juli angekündigt. Selbst Gegendemonstrationen werden diskutiert.

Dabei stößt sich keine einzige Initiative am Thema an sich, sondern allein an der Umsetzung. In satirischer Absicht bedienten sich die Frankfurter CSD-Verantalter einer rechten Symbolik. So erinnert das Motto "Lieb geil!" bewusst an den Hitlergruß "Sieg heil!" und taucht im Logo in Frakturschrift auf. Mit dem Parteiführer Adrian H. vom Künstlerduo Frankfurter Klasse gibt es zudem einen CSD-Botschafter in rosa Uniform mit Armbinde und Quadratbärtchen (queer.de berichtete).

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"Verantwortungsloses Geschichtsverständnis"

Rechte Symbolik, satirisch gemeint: Logo des CSD Frankfurt 2016
Rechte Symbolik, satirisch gemeint: Logo des CSD Frankfurt 2016

Dem CSD Frankfurt fehle es "an Weitblick, Selbstreflexion und Wissen um die eigene historische Verantwortung", heißt es in einer Stellungnahme von "Hessen ist geil", dem Präventionsprojekt der hessischen Aidshilfen. "Symbolik, die an Völkermord erinnert, eignet sich nicht zur Aneignung, insbesondere nicht NS-Symbolik, reproduziert durch Deutsche."

In einem gemeinsamen Statement kündigten auch SCHLAU Hessen, SCHLAU Frankfurt, das Jugendzentrum KUSS41 sowie der Trägerverein our generation e.V. einen Boykott des CSD an. Darin heißt es: "Wir vermissen den reflektierten, andächtigen Umgang mit NS-Diktatur und Holocaust sowie den Respekt gegenüber all jenen, die Opfer von rechter Ideologie wurden und dies heute noch werden."

Von einem "paradoxen und verantwortungslosen Geschichtsverständnis" sprach auch die Bundeskonferenz der schwulen, schwul-lesbischen und queeren Hochschulreferate und Hochschulgruppen in einer Pressemitteilung.

Bäppi La Belle: CSD Frankfurt in einer Reihe mit Chaplin und Lubitsch

Unterstützung bekam der CSD Frankfurt dagegen von Travestiestar Bäppi La Belle alias Thomas Bäppler-Wolf, der das Motto "Lieb geil!" als "geschickt" bezeichnete. "Man kann fast sagen, dass die Frankfurter Klasse zusammen mit dem CSD-Team ohne weiteres in eine Reihe mit Chaplin, Lubitsch und Mel Brooks gestellt werden können. Satire muss auch aufrütteln. Und das wird der CSD ohne weiteres", schrieb der designierte SPD-Stadtverordnete in einem Facebook-Post. "Deswegen sollte man sich nicht aufregen, bevor man überhaupt weiß, was überhaupt passiert. Es ist eine Chance, dem rechten Rand den Spiegel vorzuhalten."

Die CSD-Veranstalter kündigten am Samstag unterdessen ein mögliches Einlenken an. "Wir waren die letzten Tage still, was nicht bedeutet, dass wir untätig waren", teilten sie in einem Facebook-Post mit. "Wie sehen, dass es einen großen Bedarf an einer Korrektur der Darstellung gibt und wir beraten derzeit sehr intensiv darüber. Bitte gebt uns noch ein bis zwei Tage Zeit, denn wir wollen nun keinen Schnellschuss machen, der wieder für einen derartigen Dissens sorgt."

Das Veranstalterteam sei sich sicher, "eine Lösung anbieten können, die für einen unbeschwerten und vor allem gemeinsamen CSD sorgen wird, denn das ist das Wichtigste". (cw)

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Tags: csd frankfurt, lieb geil, adrian h., boykott, hessen ist geil
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Reaktionen zu "Umstrittene Nazi-Satire: Frankfurter CSD-Streit eskaliert"


 101 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
26.06.2016
11:47:14


(+13, 15 Votes)

Von herve64
Aus München (Bayern)
Mitglied seit 09.12.2008


Ich glaube kaum, dass man mit derartigen Geschmacklosigkeiten ein Zeichen gegen Rechts setzen kann. Das ist keine "Satire", das ist nur noch daneben.


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#2
26.06.2016
12:51:16


(+14, 16 Votes)

Von Felix


"Verantwortungsloses Geschichtsverständnis"

Nicht nur das. Das ist eine Verhöhnung der Opfer des Dritten Reichs.


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#3
26.06.2016
13:15:00
Via Handy


(-12, 18 Votes)

Von Orthogonalfront
Antwort zu Kommentar #1 von herve64


Klar ist das Satire!


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#4
26.06.2016
13:16:48


(+4, 8 Votes)

Von Felicis
Antwort zu Kommentar #2 von Felix


Keine Verhöhnung ist es natürlich, wenn AFD und sonstige "Politiker" Parolen von damals unverändert übernehmen.


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#5
26.06.2016
13:19:34
Via Handy


(-13, 17 Votes)

Von Orthogonalfront
Antwort zu Kommentar #2 von Felix


Dieses Geheule ist echt unerträglich!


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#6
26.06.2016
13:25:04
Via Handy


(+1, 7 Votes)

Von Felicior
Antwort zu Kommentar #5 von Orthogonalfront


Das kannst du besser, the Mum-my.


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#7
26.06.2016
13:27:01


(+4, 8 Votes)

Von HarryFritot
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Finde ich Geschmacklos und voll daneben!
Mit dieser Grausamen Zeit und zum Gedenken an die vielen Opfer sollte man nicht so einen Schabernak zur Belustigung Anderer treibenden Lustig war diese Zeit für die Opfer bestimmt nicht!Satire darf ja vieles,aber nicht unmenschlich,Gefühlskalt,taktlos und entehrent sein.
Und dan noch für einen CSD der eigentlich für das Gedenken und Errinnern des 18 Juli 1969 im Stonewall dienen sollte und für Akzeptanz und Toleranz für LGBT'ler und deren Rechte werben sollte.
Mir wäre lieber,man würde auf den CSD's mehr über die Schlimmen Zustände für Homosexuelle in anderen Ländern,wo Homosexualität noch verfolgt und Homosexuelle dafür noch im Knast landen oder gar ermordet werden,Aufmerksam machen !!
Diese Menschen brauchen dringenst (!!!) unsere Unterstützung und nicht irgendwelche Kommerzielle Künstler,Gaygastronomie und sonstige Berufsschwule,die mit solcher Verhöhnung der Nazidiktatur und anderer Aktionen nur Anti-Werbung für LGBT'ler und ihrer Menschenrechte und deren Akzeptanz in der breiten Bevölkerung machen.
Ich wohne in Frankfurt und werde aus Prodest dem CSD in Frankfurt fernbleiben !


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#8
26.06.2016
13:32:31
Via Handy


(-7, 13 Votes)

Von Orthogonalfront
Antwort zu Kommentar #7 von HarryFritot


Du bist wahrscheinlich auch nur pausenlos am Krokodilstränen heulen, wenn du die Frankfurter Satirezeitschrift "Titanic" liest, was?

Über Nazis darf man nicht nur lachen, man MUSS über Nazis lachen.

Was die Aufgabe von Satire ist, hast du jedenfalls auch nicht verstanden. Erdogan lässt grüßen!


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#9
26.06.2016
13:39:06


(+6, 8 Votes)

Von HarryFritot
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Der Fehlerteufel war ja in meinem vorigen Kommentar nicht grad Sparsam mit "Geschenken".
Bitte Euch,die Fehler,die sich in meinen schnell und emotional geschriebenen Text eingeschlichen haben, Wohlwollend und ohne Werturteil über mich zu übersehen.
Danke !! :)


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#10
26.06.2016
13:43:04


(+9, 11 Votes)

Von fink


Es freut mich, dass die Organisator*innen sich zumindest nicht komplett gegen die Kritik abzuschotten scheinen und nun offenbar im Dialog nach Lösungen suchen. Ich hoffe, dass sich eine Möglichkeit findet, den angerichteten Schaden zumindest zu begrenzen. Es ist wirklich schade, dass eine Veranstaltung, die uns zusammenbringen sollte, zu einem Anlass der Spaltung geworden ist.

Ich hatte ja an anderer Stelle schon meine Kritik geäußert und schließe mich auch den hier genannten Kritikpunkten an. Mir fehlt hier die Sensibilität für das Thema. Mir scheint, dass die Verantwortlichen wirklich das Gefühl dafür verloren haben, wer Hitler war und was der Nationalsozialismus war. Das ist kein Pop zum Herumspielen, das ist historische, grausame Realität.

Bäppis Verteidigungs-Statement kann ich nichts abgewinnen.

"Man kann fast sagen, dass die Frankfurter Klasse zusammen mit dem CSD-Team ohne weiteres in eine Reihe mit Chaplin, Lubitsch und Mel Brooks gestellt werden können."

Nein, das kann man beim besten Willen nicht sagen. "Der große Dikator" beispielsweise ist trotz Slapstick und Humor durchweg geprägt vom Wissen um das Grauen, das er thematisiert und von tiefstem Mitgefühl für die Opfer dieses Grauens. Davon spüre ich in Frankfurt leider nichts, gar nichts.

"Satire muss auch aufrütteln."

Ja, aber dazu muss sie klug durchdacht sein, und das ist diese Satire hier nicht. Zum ersten Artikel hat 'Loren' zu recht angemerkt, wie seltsam es ist, dass die Organisator*innen sich schon vorher veranlasst sehen, ihre Absichten zu erläutern und zu rechtfertigen. Gute Satire muss das nicht tun, sie kann für sich stehen und funktioniert ohne Erklärung. "Rütteln" ist kein Selbstzweck, sondern soll eine bestimmte Wirkung erzielen; und dazu muss man das richtige Medium finden. Das ist bei Satire nicht leicht. Hier geht es einfach nur gründlich in die Hose. Und es bleibt der schale Verdacht, dass es eher darum ging, einen möglichst großen Aufmerksamkeitsschalter zu bedienen als wirklich sensibel an das Thema heranzugehen.

Bäppi weiter: "Deswegen sollte man sich nicht aufregen, bevor man überhaupt weiß, was überhaupt passiert."

Diesen unnötigen und unfairen Hieb gegen die Kritiker*innen finde ich geradezu unverschämt. Es IST schon was passiert, und das ist durchaus kritikwürdig. Und es ist sehr gut, dass dieses Kritik noch im Vorfeld der Veranstaltung stattfindet. Wie sich zeigt, ist ja vielleicht noch eine Schadensbegrenzung möglich. Ich hoffe auf einen konstruktiven Dialog.


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