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  • 26.06.2016, 11:35h           8      Teilen:   |

Deutliches Urteil

Jerusalem: CSD-Mörder zu lebenslanger Haft verurteilt

Artikelbild
Schlissel bei seiner Festnahme während des Jerusalemer CSD im letzten Juli

Der ultraorthodoxe Attentäter Jischai Schlissel hatte im letzten Jahr auf Teilnehmer des CSD eingestochen und dabei eine 16-Jährige getötet.

Das regionale Gericht von Jerusalem hat am Sonntag den CSD-Attentäter Jischai Schlissel wegen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Der 40-jährige ultraorthodoxe Jude hatte am 30. Juli 2015 auf die Teilnehmer des CSD eingestochen (queer.de berichtete) – die 16-jährige Besucherin Shira Banki erlag wenige Tage später ihren Verletzungen (queer.de berichtete).

Zusätzlich zu der lebenslangen Haftstrafe, die nur durch eine Begnadigung durch den Präsidenten verkürzt werden kann, erhielt Schlissel für den Mord weitere 31 Jahre Haft – ergänzt um 25 Jahre wegen versuchten Mordes an sechs Menschen, die der Attentäter ebenfalls verletzt hatte. Er hat damit keine Aussicht mehr, das Gefängnis zu verlassen. Der Familie von Banki sowie den Verletzten hat er zudem insgesamt rund 480.000 Euro zu zahlen.

Das Gericht folgte damit weitgehend der Staatsanwaltschaft, die lebenslang plus 60 Jahre gefordert hatte. Die drei Richter hatten Schlissel bereits im April des Mordes und des sechsfachen versuchten Mordes für schuldig befunden (queer.de berichtete). "Eine Person, die sich als Mörder oder als Geber von Leben ansieht, kann nicht auf den Straßen von Jerusalem oder anderswo herumlaufen", urteilten die Richter.

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Fanatischer Wiederholungstäter ohne Reue

"Unsere magische Shira wurde ermordet, weil sie eine glückliche 16-Jährige und voller Leben und Liebe war", sagten die Eltern nach dem Tod des Mädchens. Sie sei zum CSD gegangen, "um ihre Unterstützung für das Recht ihrer Freunde zu zeigen, so zu leben wie sie wollen".
"Unsere magische Shira wurde ermordet, weil sie eine glückliche 16-Jährige und voller Leben und Liebe war", sagten die Eltern nach dem Tod des Mädchens. Sie sei zum CSD gegangen, "um ihre Unterstützung für das Recht ihrer Freunde zu zeigen, so zu leben wie sie wollen".

Während einer Anhörung zum Strafmaß hatte Schlissel im Juni erstmals sein Schweigen gebrochen. Die CSD-Demonstration sorge für den Zorn Gottes, für Terrorattacken und die Intifada, sagte er. "Ich handle aus meiner Liebe zu Gott und Gay Prides sind der Grund von Hass gegenüber Gott und dem jüdischen Volk." Jeder CSD-Teilnehmer sei sich bewusst, dass er gegen Gott handle.

Eine psychiatrische Untersuchung hatte vor dem Prozess festgestellt, das Schlissel verhandlungsfähig ist. Er zeigte keine Reue und verzichtete auf einen Strafverteidiger, weil er das Gericht und den Staat Israel nicht anerkennt.

Die Attacke im letzten Juli war bereits der zweite derartige Angriff Schlissels auf eine CSD-Parade: Bereits 2005 hatte der damals im Westjordanland lebende Mann Besucher des Jerusalem Pride mit einem Messer attackiert und dabei drei Menschen verletzt (queer.de berichtete). Für diesen Angriff war er wegen versuchten Mordes und schwerer Körperverletzung zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden. Anfang Juli 2015 wurde er vorzeitig aus der Haft entlassen – nur drei Wochen, bevor er wieder Menschen auf der Pride-Demo attackierte.

Während des Verfahrens hatten die Richter scharfe Kritik an der Jerusalemer Polizei geübt, weil sie die CSD-Besucher nicht ausreichend geschützt habe. Der diesjährige Jerusalem Pride soll am 21. Juli stattfinden. (nb)

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Tags: jischai schlissel, israel, jerusalem
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Reaktionen zu "Jerusalem: CSD-Mörder zu lebenslanger Haft verurteilt"


 8 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
26.06.2016
12:20:57


(+3, 3 Votes)

Von GayTurmoil


Das Urteil ist absolut angemessen! Dieser Typ muß für immer in den Knast und wird darum nicht mehr auf die Menschheit losgelassen!

"Zusätzlich zu der lebenslangen Haftstrafe, die nur durch eine Begnadigung durch den Präsidenten verkürzt werden kann..."

Die Verbrechen, die der religiöse Fanatiker, der ja auch noch den Staat Israel ablehnt, rechtfertigen überhaupt keine Begnadigung!


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#2
26.06.2016
12:36:17


(+4, 6 Votes)

Von ursus


die tagesschau berichtet:

>"Nach den Attacken hatte die israelische Regierung versprochen, hart gegen jüdische Extremisten durchzugreifen. Künftig können Verdächtige ohne Anklage jahrelang eingesperrt werden."

Link zu www.tagesschau.de

bei aller antipathie gegen religiöse extremist_innen - wenn das so umgesetzt würde, wäre das wäre ein ungeheuerlicher verstoß gegen die rechtsstaatlichkeit.


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#3
26.06.2016
12:44:00


(-4, 8 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #2 von ursus


""bei aller antipathie gegen religiöse extremist_innen - wenn das so umgesetzt würde, wäre das wäre ein ungeheuerlicher verstoß gegen die rechtsstaatlichkeit.""..

Aber in Israel auch nicht wirklich etwas Neues, denn von der Inhaftierung bis zum Prozess vergehen nicht selten Jahre..
Auch und gerade wenn es sich dabei um vermeintliche "Kämpfer" der Palästinenser handeln soll..

Israelisches Recht kennt die "Schutzhaft" schon lange..


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#4
26.06.2016
12:53:38


(+6, 6 Votes)

Von Felix


Richtig so!

Dieser religiös-fanatisierte Wahnsinnige darf nie mehr auf die Menschheit losgelassen werden.


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#5
26.06.2016
16:14:39


(+2, 6 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


"Jeder CSD-Teilnehmer sei sich bewusst, dass er gegen Gott handle."

Na und!, jeder wird sich ja dann auch vor dem höchstgöttlichen Richterstuhl zu verantworten haben, da brauchen wir hier auf Erden keine göttlichen vollstrecker!!!!


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#6
26.06.2016
16:16:08


(-4, 6 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015
Antwort zu Kommentar #2 von ursus


"Künftig können Verdächtige ohne Anklage jahrelang eingesperrt werden."

Ja, hm!!, dann!, wieviele Regierungmitglieder müßten dann eingesperrt werden?


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#7
27.06.2016
14:39:30


(-3, 5 Votes)

Von wiking77
Profil nur für angemeldete User sichtbar


immerhin funktioniert in Israel der Rechtsstaat bzw. die unabhängigkeit der Justiz; was man von den Scharia-Nachbarländer Israels nicht unbedingt behaupten kann.


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#8
27.06.2016
14:50:22


(-2, 2 Votes)

Von TheDad
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Antwort zu Kommentar #7 von wiking77


""Rechtsstaat""..

""Scharia""..

Interessant wie hier die Begriffe mit der gleichen Bedeutung nur wegen der unterschiedlichen Sprache einmal positiv, und einmal ablehnend gedeutet werden..


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