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Im Flieger findet Papst Franziskus immer wieder nette Worte für Lesben und Schwule – denen dann am Boden leider keine Taten folgen (Bild: Cindy Wooden / Twitter)

Trotz der für manche "zu anstößigen" CSD-Paraden dürfe man Lesben und Schwule theologisch nicht verurteilen, sagte Franziskus.

Erneut sorgt Papst Franziskus mit warmen Worten für Schlagzeilen. Die römisch-katholische Kirche sollte bei Lesben und Schwulen um Vergebung bitten für die Art und Weise, wie sie von ihr behandelt wurden, erklärte das Kirchenoberhaupt am Sonntag auf dem Rückflug von Armenien nach Rom. "Wenn ich sage die Kirche, dann meine ich Christen. Die Kirche ist heilig, wir sind Sünder."

Während der einstündigen Pressekonferenz an Bord des päpstlichen Flugzeugs wurde Franziskus gefragt, ob er eine entsprechende Geste des Chefs der deutschen Bischofskonferenz Reinhard Kardinal Marx (queer.de berichtete) unterstütze. Franziskus erinnerte in seiner Antwort an die kirchliche Lehre, niemanden zu diskriminieren, sondern jeden Menschen zu respektieren und pastoral zu begleiten.

Nach der offiziellen Lehrmeinung des Vatikans ist Homosexualität an sich keine Sünde, sehr wohl aber die ausgelebte Sexualität mit dem gleichen Geschlecht.

Seitenhieb gegen "anstößige" CSD-Paraden

Trotz der historischen Worte konnte sich der Papst einen Seitenhieb gegen CSD-Paraden nicht verkneifen: "Man kann verurteilen, aber nicht aus theologischen Gründen, sondern allein aus Gründen des politischen Verhaltens", sagte der 79-Jährige. "Bestimmte Demonstrationen sind ein bisschen zu anstößig für andere, nicht wahr?"

Im Verlauf des Gesprächs mit den ihn begleitenden Journalisten nannte Franziskus weitere Gruppen, denen die katholische Kirche Unrecht getan habe: "Ich denke, die Kirche sollte sich nicht nur bei einer ausgegrenzten homosexuellen Person entschuldigen, sondern auch bei den Armen, den ausgebeuteten Frauen und den Kindern, die Zwangsarbeit leisten mussten. Sie muss sich dafür entschuldigen, zu viele Waffen gesegnet zu haben."

Angesprochen auf das Orlando-Massaker, sagte Franziskus, er empfinde Trauer, Bestürzung und Schmerz.

Warme Worte ohne Folgen

Mit der rhetorischen Frage "Wenn eine Person homosexuell ist und Gott sucht und guten Willens ist, wer bin ich, über ihn zu richten?", hatte Papst Franziskus bereits kurz nach seinem Amtsantritt im Jahr 2013 – und ebenfalls an Bord eines Flugzeugs – Hoffnungen auf einen neuen Kurs der katholischen Kirche gemacht (queer.de berichtete).

Doch außer manchem Ton hat sich an der ablehnenden Haltung des Vatikans gegenüber gelebter Homosexualiät und seinem heftigen Widerstand gegen eine rechtliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften auch unter Franziskus nichts geändert. Gleichgeschlechtliche Paare könnten nie in einer eheähnlichen Situation leben, heißt es etwa in dem April veröffentlichten Abschlussdokument zur Familiensynode "Amoris Laetitia – über die Liebe in der Familie" (queer.de berichtete). (cw)

Wöchentliche Umfrage

» Was hältst du von Papst Franziskus?
    Ergebnis der Umfrage vom 27.06.2016 bis 04.07.2016


#1 markusbln11Anonym
  • 27.06.2016, 07:47h
  • Wollen wir die Worte des Papstes als wegweisend für die Zukunft erachten. Franziskus versucht eine in die Sackgasse manövrierte Kirche gemächlich, aber auch mit Mut auf einen urchristlichen Weg zurück zu bringen.

    Das wahre Christentum drückt sich am besten im Gleichnis des bamherzigen Samariters aus. Nicht der Hass auf den Nächsten, sondern dessen tagtägliche Unterstützung auch in schwierigen Situationen sind wahre christliche Größe. Und der andere wird dabei anerkannt, wie er von Gott geschaffen wurde.

    Vergebung ist eines, Unterstützung im täglichen Leben oder in Not das andere. We are family!! Wir gehen in unseren Beziehungen tagtägliche Verantwortung für unsere Nächsten und Liebsten ein. Dafür schuldet uns die katholische Kirche ihren Respekt und ihre Unterstützung.

    Ein bedigungsloses JA zur Liebe und Verantwortung zwischen Menschen, wie diese sich auch immer ausdrücken mag. Zwischen zwei Männern, zwei Frauen oder eben in einer heterosexuellen Gemeinschaft. Ich hoffe, Franziskus wird auch dies in nächster Zukunft noch zu sagen wagen.
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#2 BobAachenProfil
#3 SebiAnonym
  • 27.06.2016, 08:52h
  • Immer wieder dasselbe Muster:

    wenn irgendwo Journalisten sind, hat der Papst Kreide gefressen und macht einen auf liberal. Das nennt man Marketing.

    Aber sobald die Journalisten nicht mehr dabei sind, sieht man dann das wahre Gesicht...

    Das haben wir schon oft genug gesehen - gerade auch bei dem jetzigen Papst, der halt ein guter Stratege ist.
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#4 HeinerAnonym
  • 27.06.2016, 08:57h
  • Ist Papst Benedikt eigentlich SPD-Mitglied?

    Denn bei beiden höre ich immer wieder viel Gerede, dem nur leider keine Taten folgen...
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#5 FennekAnonym
  • 27.06.2016, 09:22h
  • "Die römisch-katholische Kirche sollte bei Lesben und Schwulen um Vergebung bitten für die Art und Weise, wie sie von ihr behandelt wurden"

    Exakt dieselben Worte hat er auch zum Thema Pädophilie in der Katholischen Kirche gebraucht.

    Aber wenn die Vergebung bei uns dann genauso aussieht wie bei dem Thema, kann ich gerne darauf verzichten.

    Denn bei den Pädo-Skandalen der Katholischen Kirche geben die nur immer gerade so viel zu, wie sich eh nicht mehr verheimlichen lässt und ansonsten wird munter weiter vertuscht. Nachdem das öffentliche/ mediale Interesse wieder gesunken war, wurde auch der runde Tisch aufgelöst und der Chefermittler Prof. Pfeiffer entlassen, weil er zu unbequem wurde und zu sehr nachforschte. Da waren wohl bis in die obersten Etagen manche Leute sehr nervös.

    Der will von uns Vergebung, um das öffentlichkeitswirksam nutzen zu können. Aber die bekommt er nicht - denn echte Sühne sieht anders aus.
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#6 goddamn liberalAnonym
  • 27.06.2016, 09:23h
  • Antwort auf #2 von BobAachen
  • "Es ist nicht relevant."

    Das stimmt so nicht.

    Für mich als Nicht-Katholen ist es natürlich persönlich nicht relevant.

    Politisch ist es schon ziemlich relevant.

    Weil es einen Keil ins rechte Lager treibt.

    Die abfälligen Bemerkungen von fanatisch homophoben Reaktionären wie dem Ratzingeristen und 'Cicero'-Kulturchef Alexander Kissler oder der Nazisse Beatrix von Storch über den Papst ('geschwätzig') oder den Kölner Kardinal ('Regierungssprecher') sind nicht gerade konservativ, erinnern eher an die berechnende NS-Einstellung gegenüber den Kirchen, die zu funktionieren hatten (was ja auch meist taten).

    Führende konvertierte Homophobe (Kuby, Kelle), die auch wegen Ratzingers immerwährender Hass-Propaganda ('Legalisierung des Bösen') erst katholisch wurden, sind durch den jetzigen Papst zutiefst irritiert, weil er ihnen letztlich die Legitimation für ihre fanatische Wühlarbeit gegen unsere Rechte nimmt.

    Dem klerikalen Pogrom-Pöbel in Afrika und Osteuropa wird durch Bergoligio ebenfalls die Legitimation entzogen.

    Der Feind ist verwirrt.

    Das ist schon ein Erfolg.
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#7 Julian SAnonym
  • 27.06.2016, 09:27h
  • Immer dieselbe Masche:
    vor Medien Fortschritte in Aussicht stellen, aber in der Realität dann das genaue Gegenteil tun.

    Und die breiten Massen, die sich nicht in Medien wie queer.de informieren, kriegen dann nur die medialen Aussagen mit und glauben, die Katholen würden sich wirklich ändern.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 PeerAnonym
  • 27.06.2016, 09:33h
  • >>>>>>>>>>>>>>
    um Vergebung bitten für die Art und Weise, wie sie von ihr behandelt wurden, erklärte das Kirchenoberhaupt
    <<<<<<<<<<<<<<

    Wieso "wurden"?

    "Werden" trifft es wohl eher...

    Und was sind solche Worte schon wert, wenn der gleichzeitig gegen CSDs (also die Ausübung demokratischer Grundrechte wie Rede- und Versammlungsfreiheit) poltert und betont, dass es eine rechtliche Gleichstellung dennoch nicht geben darf, wir also weiter diskriminiert werden sollen?

    Das ist so, als würde man einem Schwarzen sagen "Du bist zwar gleichwertig, aber Du darfst dennoch nicht mit denselben Bussen fahren, dieselben Toiletten benutzen oder in dieselben Schwimmbäder gehen wie Weiße..."
  • Antworten » | Direktlink »
#9 kuesschen11Profil
  • 27.06.2016, 09:38hDarmstadt
  • Wenn Papst Franziskus unbequeme Fragen von Journalisten gestellt bekommt, dann will er ständig die Wogen glätten, weicht aus und beginnt zu relativieren.

    Nach wie vor ist der gelebte Katholizismus eine autoritär geführte Religion, die an strengen Dogmen festhält, die in der heutigen wandelbaren Gesellschaft so gut wie keiner mehr im Detail einhalten kann. Natürlich wird im Hintergrund der Religion Diskriminierung, Menschenverachtung und Ausgrenzung gehegt, die immer wieder erneut zur sozialen Verletzung führt. Somit ist der Nährboden für Homophobie und Minderheitenhass gegeben.

    Bisher habe ich vom Papst noch keine öffentliche Entschuldigung gegenüber LGBTTIQs wahrgenommen und wirkliche Taten der Nächstenliebe folgen nicht.

    "Gleichgeschlechtliche Paare könnten nie in einer eheähnlichen Situation leben", heißt es in der katholischen Familiensynode. Mein Gott, wie realitätsfern dieser Klerus doch lebt, um solch einen homophoben Schwachsinn zu verbreiten.

    Ich persönlich lebe seit 20 Jahren in einer gleichgeschlechtlichen Ehe, die in Deutschland bis dato nicht als Ehe anerkannt wird und trage darin Liebe, Vertrauen und Verantwortung.

    Wir brauchen volle rechtliche Anerkennung weltweit. Der Weg ist gebahnt.
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#10 SäkularAnonym
  • 27.06.2016, 09:41h
  • Was die katholische Kirche über mich denkt, ist mir eherlich gesagt herzlich egal.

    Die Meinung einer Sekte, deren Geschäftsmodell auf Unterdrückung, Bevormundung und dem Schüren von Hass basiert, interessiert mich nicht die Bohne.

    Selbst wenn die irgendwann aus geschäftlichen Gründen komplett homofreundlich würden, würde das nicht ungeschehen machen, was die über Jahrhunderte angerichtet haben und an Leid und Elend über die Menschheit gebracht haben. Und unabhängig davon haben die ja auch noch genug anderes auf dem Kerbholz.

    Das einzige, was ich fordere, ist etwas, was in einer Demokratie eigentlich selbstverständlich sein sollte: die Trennung von Staat und Kirche.

    Dass die sich also endlich aus Politik raushalten bzw. die Politik nicht mehr auf die Kirche hört. Und dass der Staat endlich aufhört, deren Mitgliedbeiträge als sog. "Kirchensteuer" einzutreiben. Und dass erst recht die sog. "Staatsleistungen" beendet werden, womit der Staat die Bischofssitze aus Steuermitteln finanziert - auch von Steuerzahlern, die eine andere oder gar keine Religion haben. Und dass es in Schulen anstelle des Fachs Religion ein Fach Ethik gibt - Religion gehört in die Kirchen, in die Schulen gehören wissenschaftliche Fakten.

    Eine echte Trennung von Staat und Kirche würde mir schon genügen!! Dann wäre mir egal, was die Kirche von mir hält oder auch nicht...
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