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Das CSD-Motto wurde am Sonntag stillschweigend ausgetauscht

Nach heftiger Kritik und Boykottandrohungen wegen des Mottos und des Botschafters Adrian H. hat der CSD Frankfurt eingelenkt.

Die CSD-Organisatoren in Frankfurt am Main haben am Sonntagabend ein neues Motto für den diesjährigen Pride bekannt gegeben: Statt "Lieb geil!", das bewusst an den Hitlergruß "Sieg heil!" erinnerte und auch in Frakturschrift daherkam, ist das Motto am Sonntagabend während des deutschen EM-Spiels gegen die Slowakei stillschweigend auf dem Facebook-Auftritt und auch auf der Homepage in "Liebe gegen Rechts!" geändert worden.

Die Kunstfigur Adrian H., die als CSD-Botschafter in rosa Uniform mit Armbinde und Quadratbärtchen im Gesicht provozieren sollte, wird nun nicht mehr verwendet. Die offizielle Video-Botschaft von Adrian H. wurde bei Youtube auf privat gestellt.

Mehrere Initiativen hatten einen CSD-Boykott angekündigt

Mit dem Motto und dem vom Künstlerduo Frankfurter Klasse erschaffenen Botschafter hatten die CSD-Organisatoren ein Zeichen gegen Rechtspopulismus und Rechtsnationalismus setzen wollen. "Wir wollen kontern, wir wollen provozieren und zum Nachdenken anregen", so die Veranstalter vergangene Woche auf ihrer Homepage. In der Szene hatte es aber scharfe Proteste gegen die Nazi-Satire sowie erste Teilnahmeabsagen gegeben (queer.de berichtete).


Adrian H. hatte in der Szene polarisiert. Jetzt verzichten die CSD-Organisatoren auf die Figur.

Dem CSD Frankfurt fehle es "an Weitblick, Selbstreflexion und Wissen um die eigene historische Verantwortung", hieß es etwa in einer Stellungnahme von "Hessen ist geil", dem Präventionsprojekt der hessischen Aids-Hilfen. "Symbolik, die an Völkermord erinnert, eignet sich nicht zur Aneignung, insbesondere nicht NS-Symbolik, reproduziert durch Deutsche." Auch SCHLAU Hessen, SCHLAU Frankfurt, das Jugendzentrum KUSS41 sowie der Trägerverein our generation e.V. kündigten einen Boykott des CSDs an.

"Wir bleiben dabei: Gegen Rechts!"

Auf Facebook erklärten die Veranstalter die Motto-Änderung nur mit wenigen Worten: "Wir bleiben dabei: Gegen Rechts! Wir bleiben dabei: Liebe ist alles! Alles andere wird anders! Lasst uns gemeinsam einen kraftvollen CSD abhalten, der deutlich macht, was gar nicht geht."

Die CSD Frankfurt findet dieses Jahr vom 15. bis 17. Juli statt. (dk)



#1 ursus
  • 27.06.2016, 14:39h
  • äh, und soll das jetzt ohne weitere erklärung bleiben, als wäre nix gewesen? oder kommt da noch was?
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#2 FelicisAnonym
  • 27.06.2016, 14:52h
  • Antwort auf #1 von ursus

  • Welchen Kotau erwartest Du denn jetzt noch?

    Ihr habt euch doch auf der ganzen Linie durchgesetzt, allerdings ohne selbst nur einen konstruktiven Gegenvorschlag gemacht zu haben.

    Oder ist es schon wieder nicht recht?
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#3 TheDad
#4 HarryFritot
  • 27.06.2016, 14:53h
  • Liebe gegen Rechts ist immer ein gutes Motto,da gibt es nix dran Auszusetzen.
    Und das der Rosarote Hitler vom CSD fernbleibt,tut der Akzeptanz des CSD in der breiten Bevölkerung nur gut!
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#5 TheDad
#6 ursus
  • 27.06.2016, 15:08h
  • Antwort auf #3 von TheDad
  • nö, das hat mit dem papst nichts zu tun. ich glaube schon, dass hier die verantwortlichen tatsächlich eingesehen haben könnten, worin das problem bestand und nicht nur negative presse vermeiden wollten. aber warten wir erst mal ab.
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#7 OrthogonalfrontAnonym
#8 ursus
  • 27.06.2016, 15:12h
  • Antwort auf #2 von Felicis
  • es geht hier auch um die frage, ob die organisationen, die das motto vor den kopf gestoßen hat, nun wieder teilnehmen werden. ich kann nicht für die sprechen, aber dafür wird es m.e. eine rolle spielen, welche erklärung für das umdenken gegeben wird. ich kann mir schwer vorstellen, dass eine stillschweigende rücknahme reicht, um die empörung wieder gut zu machen. ich fände es schade, wenn es keine ernts gemeinte versöhnung von beiden seiten geben würde. aber wie gesagt: warten wir noch etwas ab.
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#9 Christian KnuthAnonym
  • 27.06.2016, 15:32h
  • Je suis Charlie", Böhmermann, Satire darf alles. Nur nicht beim CSD. Kleingeister! #LiebGeil!
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#10 per patriamAnonym