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In Fan-Filmen wie "Blood and Fire" dürfen schwule Raumflotten-Offiziere schon herumschmusen, in der offiziellen "Star Trek"-Reihe sucht man solche Szenen allerdings noch vergeblich

Im kommenden Jahr kehrt die "Star Trek" generalüberholt auf der Mattscheibe zurück. Dabei soll offenbar die sexuelle Vielfalt besser dargestellt werden als in den Inkarnationen der vergangenen 50 Jahre.

In der Neuauflage von"Raumschiff Enterprise" könnten nach Angaben von Bryan Fuller, dem kreativen Kopf hinter der geplanten Fernsehserie, auch LGBT-Figuren vorkommen. Der 46-jährige Produzent, der bereits für "Deep Space Nine" und "Raumschiff Voyager" als Drehubuchautor gearbeitet hatte, erklärte im Interview mit "Collider", er wolle die "fortschrittliche Tradition" der erfolgreichsten Science-Fiction-Franchise der Welt fortsetzen.

Auf die Frage, ob das auch LGBT-Figuren einschließe, antwortete Fuller: "Absolut. Ich denke, dass die fortschrittlich denkenden Zuschauer, die 'Star Trek' lieben, glücklich sein werden, dass wir diese Tradition fortsetzen." Weiter erklärte Fuller, er caste gerade Schauspieler und lege hier besonders Wert auf Vielfalt.

"Star Trek" galt seit dem Start im US-Fernsehen im Jahr 1966 zwar als fortschrittliche Serie, unter anderem weil in Zeiten des Kalten Krieges und der US-Bürgerrechtsbewegung eine multikulturelle Mannschaft mit einem russischen und einem schwarzen Crewmitglied gezeigt wurde. Der erste Kuss zwischen einem weißen Mann und einer schwarzen Frau im US-Fernsehen führte dazu, dass eine Folge in Teilen der Südstaaten nicht ausgestrahlt wurde. Gleichwohl war Homosexualität in der Serie der Sechzigerjahre ein Tabu-Thema – zu Zeiten der ersten Serie waren homosexuelle Handlungen nur in einem der 50 US-Bundesstaaten erlaubt, nämlich in Illinois.

Youtube | Der erster Teaser von CBS wurde im Mai veröffentlicht, verrät aber noch nichts über die Handlung

Bislang nur vorsichtige LGBT-Storys in "Star Trek"

Auch in den seit den Achtzigerjahren ausgestrahlten neuen Serien wurden LGBT-Themen eher vorsichtig behandelt: So begegnete die "nächste Generation" um Captain Picard 1992 in der Folge "Verbotene Liebe" einer androgynen Spezies, die Sex mit geschlechtlichen Wesen als abartig empfanden. Dennoch verliebte sich eines dieser Außerirdischen in Commander Riker, der die Gefühle erwiderte. Der Haken an dieser Folge: Alle Alien-Rollen wurden von Frauen gespielt, so dass die Liebesbeziehungen den gewohnten heterosexuellen Lauf nahmen. Riker-Darsteller Jonathan Frakes nannte "Verbotene Liebe" später eine "verlorene Chance" und bezeichnete die Macher als feige. In den anderen Serien gab es ähnlich vorsichtige Versuche: Bei "Deep Space Nine" in der Folge "Wiedervereinigung" etwa oder bei "Voyager" in "Der Kriegsherr" – und bei "Enterprise" wurde eine vorsichtige HIV-Analogie in "Stigma" gewagt.

Bei den technisch inzwischen anspruchsvollen Fan-Filmen, die mit Genehmigung der Rechteinhaber CBS und Paramount Pictures nichtkommerziell von Trekkies produziert werden, wird das Thema Homosexualität dagegen offensiver behandelt: In der 2007 veröffentlichten Folge "Blood an Fire" aus der "Star Trek Phase 2"-Reihe verliebt sich etwa Fähnrich Peter Kirk, der Neffe von Captain Kirk, in Lieutenant Alex Freeman.

Youtube | Die erste Folge des Fan-Films "Blood an Fire" (auf Englisch)

Neue Serie startet 2017

Die neue "Star Trek"-Serie soll im kommeden Jahr als eine der Aushängeschilder des geplanten neuen US-Streamingportals "CBS All Access" auf Sendung gehen. Die erste Staffel soll aus 13 Folgen bestehen. Die Dreharbeiten sollen im September starten und werden voraussichtlich bis März 2017 dauern. Noch ist völlig unklar, ob und auf welchem Sender oder welcher Plattform die Serie in Deutschland gezeigt wird.

Fuller nahm in dem Interview auch Stellung zum aktuellen Stand der Produktion: "Den Handlungsbogen der ersten Staffel haben wir skizziert und mit der Ausarbeitung der ersten sechs Episoden sind wir komplett fertig." Da die Serie auf einem Streaming-Portal erscheine, könnte die Länge der Folgen variieren und müsse nicht wie im Fernsehen strikt bei 44 Minuten liegen. CBS habe hier nur einen ungefähren Zeitrahmen vorgegeben.

Mehr Details zum Inhalt der Serie werde er und sein Team bei der Comic-Con bekannt geben, die zwischen dem 21. und dem 24. Juli in San Diego stattfinden wird. Am 21. Juli wird in Deutschland auch der neue Kinofilm "Star Trek Beyond" starten. Die Filmreihe mit Chris Pine und Zachary Quinto ist von der neuen Fernsehserie völlig unabhängig. Der Filmstart wurde vom plötzlichen Tod des Chekov-Darstellers Anton Yelchin überschattet, der am 19. Juni bei einem tragischen Unfall zwischen seinem Garagentor und seinem Auto eingequetscht wurde und an den Verletzungen verstarb.


Der schwule Schauspieler Zachary Quinto wird im neuen "Star Trek"-Kinofilm wieder den Halbvulkanier Spock mimen. Bild: Paramount Pictures

Bislang besteht die "Star Trek"-Reihe aus 726 Fernsehfolgen und zwölf Kinofilmen. Auch etliche Romane, Comics und Computerspiele sorgten in den vergangenen fünf Jahrzehnten für Umsatz. (dk)



#1 OrthogonalfrontAnonym
  • 27.06.2016, 15:41h
  • Super! Lange überfällig! Freu mich drauf! Bis dahin lese ich noch ein wenig erotische Seven of Nine Fanfiction! :-))
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#2 MajewskiAnonym
#3 OrthogonalfrontAnonym
#5 myysteryAnonym
  • 27.06.2016, 18:41h

  • Ich habe Bryan Fullers Einfluss bei "Heroes" sehr geschätzt; auch, dass er den Skandal um den schwulen und dann ent-schwulten Zach öffentlich thematisiert hat.

    Star Trek war bisher kein großer Bestandteil meiner "Generation", vielleicht ändert dich das jetzt! Ich bin gespannt.
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#6 OrthogonalfrontAnonym