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Michael Cashman stellt sich gegen Labour-Chef Jeremy Corbyn

Nach dem Brexit-Referendum sind die beiden großen Parteien im Aufruhr: Aus Kritik an dem wenig europafreundlichen Parteichef Jeremy Corbyn nimmt nun auch Michael Cashman seinen Hut.

Der ehemalige Europaabgeordnete Michael Cashman hat seinen Posten als LGBT-Beauftragter der britischen Labour-Partei aus Protest gegen den Parteivorsitzenden Jeremy Corbyn niedergelegt. Via Twitter erklärte das 65-jährige Gründungsmitglied der größten britischen LGBT-Organisation Stonewall, er glaube nicht mehr, "dass Jeremy Corbyn die richtige Person ist, um die Labour-Partei zu führen".

Der Parteilinke Corbyn war nach der Niederlage seiner sozialdemokratischen Partei bei der letzten Unterhaus-Wahl erst vergangenes Jahr in einer Urwahl zum neuen Parteichef gewählt worden. Seither hat sich der Wind allerdings bei beiden großen Parteien gedreht: Nach dem Sieg der Europagegner beim Brexit-Referendum am vergangenen Donnerstag befinden sich sowohl die regierenden Tories als auch die oppositionelle Labour-Partei in der Krise. Premierminister David Cameron, der sich für einen Verbleib Großbritanniens in der Europäischen Union ausgesprochen hatte, kündigte bereits wenige Stunden nach der Niederlage seinen Rücktritt für den Herbst an.

Am Wochenende verschärfte sich auch die Kritik an Corbyn, der früher ein offener Europa-Gegner gewesen war und sich im Brexit-Wahlkampf nach Ansicht seiner innerparteilichen Gegner nicht genug für einen Verbleib Großbritanniens in der EU engagiert hatte. Nach öffentlicher Kritik an ihm schasste Corbyn am Samstag seinen schärfsten Widersacher Hilary Benn, der den Posten des Schattenaußenministers inne hatte. Daraufhin trat seit Sonntag die Hälfte des Schattenkabinetts aus Protest zurück, darunter auch der offen schwule Politiker Chris Bryant. Nun ist der Machtkampf in der Partei voll entbrannt.

Youtube | "Es ist deine Schuld": Am Samstag beschuldigten CSD-Besucher in London Jeremy Corbyn, für das Brexit-Votum verantwortlich zu sein

Cashman war Labour-Aushängeschild für LGBT-Rechte


Labour-Chef Jeremy Corbyn gerät in Bedrängnis

Mit Michael Cashman verliert Corbyn die Unterstützung des wohl profilitiertesten LGBT-Politikers bei Labour: Cashman saß von 1999 bis 2014 im Europaparlament und war dort zuletzt in der interfraktionellen LGBT-Intergroup engagiert, die sich für die Rechte von Schwulen, Lesben, Bi- und Transsexuellen einsetzt.

In vielen öffentlichkeitswirksamen Aktionen warb er für LGBT-Rechte: So zerschnitt er während einer Debatte seine Visa-Karte, weil die Kreditkartenfirma die Olympischen Winterspiele in Sotschi trotz des russischen Homo-"Propaganda"-Gesetzes unterstützt hatte. Nachdem er sich nicht mehr um seinen Sitz im Straßburger Parlament beworben hatte, wurde Cashman 2014 zum Baron ernannt und ist somit auf Lebenszeit Mitglied des Oberhauses. (dk)

Youtube | Michael Cashman zerschneidet aus Protest seine Visa-Karte


#1 RobinAnonym
#2 FelixAnonym
  • 27.06.2016, 21:34h
  • Wieder einer, der nur dann von Demokratie redet, wenn die eigene Meinung durchgesetzt wird. Mehrheit ist Mehrheit.
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#3 heul dochAnonym
  • 27.06.2016, 22:27h
  • welcher lgbt-mensch braucht neoliberale blair-freunde, räuber und kriegstreiber? der linke jeremy corbyn kämpfte schon, u. a. gemeinsam mit den streikenden minenarbeitern 1984, für lgbt-rechte, als sich so gut wie niemand sonst in der labour-partei oder überhaupt in der etablierten europäischen politik dafür interessierte. und wenn irgendjemand "wenig europafreundlich ist", dann nicht corbyn, der aktiv für eine soziale neugründung europas eingetreten ist und weiter eintritt, sondern die, die europa in eine diktatur der banken, konzerne und milliardäre verwandelt haben und genau damit die massen mehr und mehr in die hände der rechten, nationalistischen und rassistischen demagogen treiben.
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#4 hugo1970Profil
  • 27.06.2016, 22:54hPyrbaum
  • Wow, sollche Protestpoltiker brauchen wir, da ist nichts gespieltes, da ist offene Wut gegen das welweite etablishment!!!!!! (Ich meine das Video)
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#5 deul hochAnonym
  • 27.06.2016, 22:54h
  • Antwort auf #3 von heul doch
  • " die europa in eine diktatur der banken, konzerne und milliardäre verwandelt haben und genau damit die massen mehr und mehr in die hände der rechten, nationalistischen und rassistischen demagogen treiben."

    Bürgerkind mit Antennen nimmt das so wahr. In Zeiten des fehlenden Links-Populismus:

    "Die Linke, und das ist möglicherweise ihr Problem, sah in der Masse immer die Lösung, sie glaubte an die Masse, sie wollte sie, ernsthaft, emanzipieren.

    Die Rechte dagegen, und das ist ihr tückischer Triumph, sah in der Masse immer nur ein Mittel zum Zweck, sie stachelte sie an, sie wollte nie etwas anderes, als dass alle an ihrem Platz bleiben."

    www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/brexit-abstimmung-der-beg
    inn-einer-neuen-ordnung-kolumne-a-1099574.html
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#6 MariposaAnonym
  • 28.06.2016, 10:15h
  • Antwort auf #3 von heul doch
  • Einer der besten Einträge hier im Forum - Gratulation !!! Anscheinend scheint es aber eine Menge Schwuppen zu geben, die voll auf dem neoliberalen Trip sind (deswegen auch die übermäßige Begeisterung für die Öko-FDP).
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