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  • 29.06.2016, 14:06h           16      Teilen:   |

Homo-Gegner brauchen 50.000 Unterschriften

Schweiz: Homo-Gegner planen Referendum gegen Stiefkindadoption

Artikelbild
Erneut könnten die Schweizer über eine Einschränkung der Rechte für Schwule und Lesben an den Wahlurnen entscheiden

Mit Hilfe der direkten Demokratie wollen drei politische Parteien die Einführung der Stiefkindadoption für Homo-Paare rückgängig machen.

In der Schweiz könnte das Volk in einem Referendum befragt werden, ob gleichgeschlechtlichen und unverheirateten Paaren das Recht auf Stiefkindadoption wieder entzogen wird. Ein Komitee, dem Vertreter der Schweizerischen Volkspartei (SVP), der Christlichdemokratischen Volkspartei (CVP) und der Eidgenössisch-Demokratischen Union (EDU) angehören, hat am Dienstag eine Initiative für ein Referendum gestartet. Die Parteien gelten als konservativ bis rechtspopulistisch. An der Initiative beteiligt sich auch die katholische Organisation Human Life International, die sich hauptsächlich gegen Abtreibung und Geburtenkontrolle engagiert.

Sollten bis 6. Oktober 50.000 Unterschriften gesammelt werden, müsste das Wahlvolk über das Gesetz entscheiden. Notwendig für einen Erfolg wäre eine Mehrheit der Wähler, die sich an der Abstimmung beteiligen – ein Quorum gibt es nicht.

Der Nationalrat hatte sich Ende Mai mit 115 gegen 65 Stimmen für eine umfassende Reform des Adoptionsgesetzes ausgesprochen, die allen Paaren das Recht auf Stiefkindadoption geben soll – damit könnten also auch Schwule und Lesben das leibliche Kind des Partners adoptieren (queer.de berichtete). In Deutschland war die Stiefkindadoption für verpartnerte Paare bereits 2004 beschlossen worden (queer.de berichtete).

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Initiatoren beklagen "nimmersatte Ideologien"

"Das Gesetz bricht mit dem Prinzip, dass auch Adoptivkinder ein Recht auf einen Vater und eine Mutter haben, weil dies ihrer natürlichen Herkunft entspricht", heißt es in einem am Dienstag veröffentlichten Flugblatt der Homo-Gegner. Ihren Angaben zufolge sei "erwiesen, dass Kinder für ihre ideale Entwicklung und Identitätsfindung Mutter und Vater" brauchten. Allerdings verschweigen die Antragsteller, dass mehrere Studien zu dem Ergebnis gekommen sind, dass die sexuelle Orientierung der Eltern keinen Einfluss auf das Wohlergehen eines Adoptivkindes hat (queer.de berichtete). Die Initiatoren beklagten bereits zuvor, dass "das Kindeswohl einmal mehr auf dem Altar von nimmersatten Ideologien geopfert wird".



Mit Vokabeln wie "natürlich" wollen die Homo-Gegner das schweizerische Wahlvolk überzeugen.


Bereits im Februar hatte es eine Volksabstimmung zu Homo-Rechten gegeben: Dabei haben die Schweizer knapp ein Verbot der Eheschließung für Schwule und Lesben in der Landesverfassung abgelehnt (queer.de berichtete). Dieses von der CVP initiierte Referendum unter dem Titel "Für Ehe und Familie – gegen die Heiratsstrafe" war kritisiert worden, weil es vordergründig die steuerliche Situation von verheirateten Paaren verbessern sollte. Neben den steuerrechtlichen Änderungen enthielt der Antrag aber auch den folgenden Satz für die Landesverfassung: "Die Ehe ist die auf Dauer angelegte und gesetzlich geregelte Lebensgemeinschaft von Mann und Frau."

Die Schweiz bietet gleichgeschlechtlichen Paaren seit 2007 eingetragene Partnerschaften an. Die Eidgenossenschaft gehört allerdings zu den mitteleuropäischen Ländern, die als am LGBT-feindlichsten gelten. So liegt die Schweiz in der von ILGA Europe erstellten "Rainbow Europe"-Liste, in der anhand von mehreren Kriterien die rechtliche Lage von LGBT ausgewertet wird, nur auf Rang 24 von 49 Ländern – und damit noch hinter Albanien und Montenegro. (dk)

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Tags: schweiz, volksbastimmung, referendum, adoption, stiefkindadoption
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Reaktionen zu "Schweiz: Homo-Gegner planen Referendum gegen Stiefkindadoption"


 16 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
29.06.2016
15:08:34


(+6, 8 Votes)

Von goddamn liberal


Der Zerstörungswahn dieser Hassprediger macht auch vor den Familien ihrer MitbürgerInnen nicht halt. Die Leidtragenden sind mal wieder die Kinder.

Dass Referenden viel zerstören können, hat man in der Schweiz beim albernen Minarettverbot und unlängst in UK gesehen.

Für die Betroffenen bleibt es also wieder dabei: Zittern, ob ihnen (also uns) das gesunde Volksempfinden selbstverständliche Rechte gewährt.

Das ist eine gewollte Entwürdigung nach dem Motto: Euch Untermenschen kriegen wir schon klein!


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#2
29.06.2016
16:22:48


(+4, 6 Votes)

Von 23w4ergdf


Volksabstimmungen sind vor allem dann in meinen Augen nicht legitim, wenn das gesamte Volk über die Rechte einer Minderheit abstimmen soll.

Es ist leicht Stimmung gegen eine Minderheit zu machen und die Abstimmung dann auf diese Art und Weise derart zu beeinflussen, dass der Minderheit Rechte entzogen werden.

Naja. Wir leben halt in Zeiten, in denen Homophobie wieder salonfähig wird, ein Rechtsruck durch die Welt geht und eine Spaltung und Zersplitterung von Menschengruppen geschieht.


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#3
29.06.2016
16:56:26


(-5, 7 Votes)

Von Johannes45
Antwort zu Kommentar #2 von 23w4ergdf


@23wergdf
"Volksabstimmungen sind vor allem dann in meinen Augen nicht legitim, wenn das gesamte Volk über die Rechte einer Minderheit abstimmen soll."

--> Dem stimme ich zu.

Insbesondere bin ich aber auch gegen Volksabstimmungen, die Linkspartei und Grüne einführen wollen, weil diese massiv EMOTIONAL manipuliert werden, und kaum noch das notwendige Wissen und die Komplexität mancher Sachthemen durch ein Referendum adäquat dargestellt und entschieden werden kann.

Daher finde ich Deutschlands indirekte Demokratie mit gewählten Volksvertretern besser als die Direkte Demokratie in der Schweiz.

Ich bin froh, dass wir in Deutschland KEINE DIREKTE Demokratie haben, denn mit Sicherheit wären Abstimmungen über LGBT-Rechte unter den ersten Referenden, die reaktionäre römisch-katholische oder evangelikale freikichliche Kleriker anstreben würden.

NEIN Direkte Demokratie, wie sie Grüne und Linkspartei wollen, gilt es zu verhindern in Deutschland, denn gerade wir als homosexuelle Menschen wären Opfer dieser Direkten Demokratie, weil wir eine Minderheit sind.

Daher nicht Linkspartei und Grüne wählen, denn die haben dies vor !!!


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#4
29.06.2016
17:55:18


(-1, 3 Votes)

Von Gutmensch
Aus St. Gallen (Schweiz)
Mitglied seit 25.05.2016


Das wird ein wichtiger Stimmungstest. Vor ein paar Jahren hätte das Adoptionsrecht noch keine Chance gehabt, nun ist es anders. Es wird wahrscheinlich angenommen, schliesslich betrifft es nur Kinder, die bereits von gleichgeschlechtlichen Paaren grossgezogen werden.

Eigentlich ist noch ein Gesetzesentwurf zur gleichgeschlechtlichen Ehe hängig. Falls das Parlament irgendwann zustimmt, könnte es auch zur Volksabstimmung kommen. Ansonsten könnte man auch eine Volksinitiative dafür starten. Aber dazu ist die LGBT-Community in der Schweiz vielleicht zu faul. Wäre auch ein extrem langsamer Prozess. Aber man sollte sich nicht mit dem Status Quo zufriedengeben.


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#5
29.06.2016
19:13:19


(+3, 3 Votes)

Von Roman Bolliger


SVP-CVP-EDU: Die Achse der Bösen in der Schweiz, homophobiemässig im gleichen Feld wie Nordkorea, Saudiarabien, IS, Sudan, Nigeria etc...hinterwäldlerisch bis ins Neandertal.

Die 50'000 nötigen Unterschriften für die Realisierung eines Referendums wird die Achse des Bösen leider schaffen.

Ich hoffe aber fest, die Schweizer Bevölkerung wird der Achse des Bösen dann zeigen, dass die Schweiz ein modernes und gutes, menschenfreundliches Land ist.


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#6
29.06.2016
21:14:59


(+2, 2 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015
Antwort zu Kommentar #5 von Roman Bolliger


"hinterwäldlerisch bis ins Neandertal"

Na ja, wer weiß, vielleicht, wenn die Neandertaler überlebt hätten, währen wir jetzt vielleicht fortschrittlicher, na ja, ich schließe die Glaskugel wieder weg, bevor Sie ir­re­pa­ra­bele Schäden davon trägt..


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#7
29.06.2016
22:52:11


(+1, 3 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #4 von Gutmensch


""Das wird ein wichtiger Stimmungstest. Vor ein paar Jahren hätte das Adoptionsrecht noch keine Chance gehabt, nun ist es anders.""

Du hast den Artikel und vor allem schon die Überschrift gelesen ?

""Schweiz: Homo-Gegner planen Referendum gegen Stiefkindadoption""..

GEGEN !

Referenden die die Menschenrechte einschränken können abzuhalten zeugt von einem mangelhaftem Demokratie-Verständnis !


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#8
29.06.2016
22:54:45


(-1, 3 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #6 von hugo1970


""Na ja, wer weiß, vielleicht, wenn die Neandertaler überlebt hätten, währen wir jetzt vielleicht fortschrittlicher,""..

Hat er..
Der Neandertaler ist genetisch in jedem modernen Menschen genetisch verankert, das weiß man inzwischen sicher, nachdem man entsprechende Gen-Sequenzen isoliert und untersucht hat..

Genutzt hat das aber leider eben nichts..


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#9
29.06.2016
23:35:01


(+1, 3 Votes)

Von Faktencheck
Antwort zu Kommentar #8 von TheDad


"Der Neandertaler ist genetisch in jedem modernen Menschen genetisch verankert"

Ausgenommen sind nach heutigem Wissensstand die meisten Menschen in Gebieten südlich der Sahara.


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#10
30.06.2016
10:49:00
Via Handy


(0, 2 Votes)

Von Gutmensch
Aus St. Gallen (Schweiz)
Mitglied seit 25.05.2016
Antwort zu Kommentar #7 von TheDad


Es war schon seit langem klar, dass es ein Referendum gibt, falls das Parlament zustimmt.


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