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  • 29.06.2016, 17:06h           2      Teilen:   |

Section 377

Indien: Höchstrichter lehnen Aufhebung des Homo-Verbots ab

Protestplakat gegen den Paragrafen 377, der einst von den britischen Kolonialherren eingeführt worden war
Protestplakat gegen den Paragrafen 377, der einst von den britischen Kolonialherren eingeführt worden war

Der Oberste Gerichtshof von Indien hat nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch einen Einspruch gegen das Verbot homosexueller Handlungen abgelehnt.

Mehrere prominente Schwule und Lesben, darunter Starköchin Ritu Dalmia und Hotelier Aman Nath, hatten beim Supreme Court Einspruch gegen das Verbot eingelegt, weil es das von der Verfassung garantierte Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit einschränke. "Paragraf 377 macht sie zu Kriminellen in ihrem eigenen Land", heißt es in dem Gesuch. Das Gesetz würde die Grundrechte aller Schwulen und Lesben verletzen.

Das Gericht hatte es am Mittwoch aber abgelehnt, sich mit der Petition zu befassen. Das bedeutet zunächst einen erneuten Rückschlag für den Versuch, den 156 Jahre alten homophoben Paragrafen abzuschaffen. Das noch aus der britischen Kolonialzeit stammende Gesetz war zunächst 2009 von einem Gericht in Neu-Delhi für verfassungswidrig erklärt worden (queer.de berichtete). Allerdings revidierte der oberste Gerichtshof Indiens überraschend im Dezember 2013 diese Entscheidung und führte damit das Homo-Verbot erneut ein (queer.de berichtete).

Seither versuchen Homo-Aktivisten, die Entscheidung wieder rückgängig zu machen. Die Kläger können sich noch an den Obersten Richter des Landes wenden, dem bereits eine weitere Klage zu der Frage vorliegt. Das Gericht hatte allerdings 2013 geurteilt, dass nur das Parlament den Paragrafen aufheben könne. Dort fand sich allerdings mehrfach keine Mehrheit für die Aufhebung: Zuletzt scheiterte ein Antrag im März deutlich mit 58 zu 14 Stimmen (queer.de berichtete). Die regierende nationalistische Partei BJP gilt als LGBT-feindlich. (dk)

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Tags: indien, paragraf 377, homo-verbot
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Reaktionen zu "Indien: Höchstrichter lehnen Aufhebung des Homo-Verbots ab"


 2 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
01.07.2016
17:43:17


(+1, 1 Vote)

Von Loren
Aus Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern)
Mitglied seit 02.11.2013


"Die regierende nationalistische Partei BJP gilt als LGBT-feindlich."

Mal abgesehen davon, dass erstaunlicherweise dieser Artikel bisher unkommentiert blieb, obwohl von dieser Gerichtsentscheidung statistisch gesehen eine enorme Zahl von Lesben und Schwulen betroffen ist (indien hatte lt. Volkszählung im Jahre 2011 bereits mehr als 1,2 Milliarden Einwohner), unterschlägt dieser Artikel, dass die Totaldiskriminerung von Lesben und Schwulen dort wohl ihren Ursprung im Einfluss der Religion auf Staat und Gesellschaft hat. Die regierende BJP ist eine ausgewiesene hindu-nationalistische Partei, der dieser Partei angehörende Regierungschef Narendra Modi ein hinduistischer Fundamenalist.

Die Meldung aus Indien verdeutlicht mir nochmal, dass der Einfluss von Religionen auf die staatliche Gesetzgebung soweit eingedämmt bleiben muss wie nur irgendwie möglich. Und sie zeigt, dass nicht nur monotheistische Religionen sich durch Homofeindlichkeit hervortun.


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#2
01.07.2016
21:38:44


(+1, 1 Vote)

Von TheDad
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Antwort zu Kommentar #1 von Loren


""unterschlägt dieser Artikel, dass die Totaldiskriminerung von Lesben und Schwulen dort wohl ihren Ursprung im Einfluss der Religion auf Staat und Gesellschaft hat. Die regierende BJP ist eine ausgewiesene hindu-nationalistische Partei, der dieser Partei angehörende Regierungschef Narendra Modi ein hinduistischer Fundamenalist.""..

Und der Artikel unterschlägt mit dem Verweis auf die Tradition dieses
""156 Jahre alten homophoben Paragrafen"",
das der schon einmal abgeschafft war, und wieder reaktiviert wurde..

Damit wurde auch eine neue "Rechts-Tradition" der Diskriminierung begründet..
Ausgelöst durch religiöse Fundamentalisten..


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