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  • 30.06.2016, 10:47h           12      Teilen:   |

Strafrechtsreform

Kanada: Keine Strafen mehr für Gruppensex mit Analverkehr

Artikelbild
Beim Dreier in Toronto oder Vancouver sollen künftig nicht mehr zehn Jahre Gefängnis drohen (Bild: Helix Studios)

Der kanadische Premierminister Justin Trudeau kündigte die Abschaffung eines diskriminierenden Paragrafen des Strafgesetzbuchs an.

In einem Interview mit dem LGBT-Magazin "Daily Xtra" hat der kanadische Premierminister Justin Trudeau die Streichung eines altertümlichen und diskriminierenden Paragrafen des Strafgesetzbuchs angekündigt, der einvernehmlichen Analverkehr unter bestimmten Bedingungen unter Strafe stellt. "Das ist etwas, worauf wir uns sehr freuen, in kurzer Zeit anzugehen", sagte der Regierungschef und Vorsitzende der Liberalen Partei.

Paragraf 159 des Criminal Code sieht zum einen ein unterschiedliches Schutzalter für verheiratete und nicht verheiratete Menschen vor. So ist Analverkehr in der Ehe ab 16 Jahren, außerhalb der Ehe jedoch erst ab 18 Jahren erlaubt – während das Schutzalter für vaginalen Geschlechtsverkehr einheitlich bei 16 Jahren liegt. Zum anderen dürfen nicht mehr als zwei Personen beteiligt sein. Zuwiderhandlungen können mit bis zu zehn Jahren Gefängnis bestraft werden.

Mehrere kanadische Gerichte hatten den Paragrafen bereits als verfassungswidrig eingestuft. Das unterschiedliche Schutzalter für analen und vaginalen Sex sei eine Diskriminierung schwuler Männer und damit ein Verstoß gegen die Kanadische Charta der Rechte und Freiheiten, hieß es übereinstimmend. Dennoch wurde die Bestimmung von der Politik nie geändert.

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Trudeau kündigt auch Rehabilitierung an

In dem Interview mit "Daily Xtra" kündigte Trudeau darüber hinaus eine Rehabilierung der Männer an, die bis 1969 in Kanada wegen ihrer Homosexualität verurteilt wurden. "Wir müssen sicherstellen, dass wir als Land zu unseren Werten stehen und dass wir erkennen, wo wir in der Vergangenheit Fehler gemacht haben, so dass wir es nie wieder tun", sagte der Premierminister. Der Einsatz für LGBT-Rechte werde auch eine Leitlinie der kanadischen Außen- und Entwicklungspolitik sein.

Trudeau, der erst im November 2015 sein Amt antrat, ist einer der LGBT-freundlichsten Regierungschefs der Welt. Anfang des Monats hisste er selbst auf dem Parlamentshügel in Ottawa die Regenbogenfahne. Er will die Diskriminierung aufgrund der Geschlechtsidentität verbieten und an diesem Sonntag als erster Premierminister beim Gay Pride in Toronto mitmarschieren. Auch zu dem Anschlag in Orlando äußerte er angemessen sensible Worte. (cw)

Youtube | Justin Trudeau im Interview mit "Daily Xtra"
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Tags: analverkehr, kanada, justin trudeau, criminal code
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Reaktionen zu "Kanada: Keine Strafen mehr für Gruppensex mit Analverkehr"


 12 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
30.06.2016
12:50:38


(+13, 15 Votes)

Von UrsaMajor


Leute, seht Euch das Interview mit Justin Trudeau an! Es lohnt sich. Was für ein wunderbar offener, uns ehrlich zugewandter Regierungschef.

Und wieder zeigt sich einer der krassest-möglichen Gegensätze, wenn man sich statt dessen Frau Merkel vorstellt. Eine herzlose, machtbesessene, taktierende "Mutti". #Kaltland


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#2
30.06.2016
13:47:52


(+10, 12 Votes)

Von ollinaie
Aus Seligenstadt (Hessen)
Mitglied seit 23.08.2012


Merkel, schau auf diesen Politiker!


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#3
30.06.2016
14:02:03


(+1, 7 Votes)

Von wiking77
Profil nur für angemeldete User sichtbar


sexy Trüdeau hat's drauf! Super, echt mal ein vernüfntiger Politiker mit lebensnahen Ansichten.


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#4
30.06.2016
14:26:13


(+2, 6 Votes)

Von Bubdy


tja, ist ja auch der größte wunsch der heteros: gangbang mit anal


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#5
30.06.2016
14:36:46


(+10, 12 Votes)

Von gggast


Wer hätte vor 5 Jahren (unter Harper) erwartet, dass Kanada so schnell einen so liberalen Kurs einschlägt. (Und mit "liberal" meine ich nicht wirtschafts-neo-liberal)


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#6
30.06.2016
15:01:18
Via Handy


(+10, 12 Votes)

Von markusbln11


Kanada mit Trudeau ist speerspitze im abbau von diskriminierung. Zur nachahmung empfohlen. Insbesondere auch hierzulande.
Angela hat jetzt eine blaupause, wie gesellschaftliche gleichberechtigung über politisches engagement für lgbt verbessert wird.


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#7
30.06.2016
22:20:14


(+9, 15 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


Herr Maas, Frau Merkel, Herr Innenminister nehmen Sie sich das als Beispiel:

"In dem Interview mit "Daily Xtra" kündigte Trudeau darüber hinaus eine Rehabilierung der Männer an, die bis 1969 in Kanada wegen ihrer Homosexualität verurteilt wurden. "Wir müssen sicherstellen, dass wir als Land zu unseren Werten stehen und dass wir erkennen, wo wir in der Vergangenheit Fehler gemacht haben, so dass wir es nie wieder tun", sagte der Premierminister. "


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#8
01.07.2016
03:54:43


(+7, 11 Votes)

Von Homonklin44
Aus Tauroa Point (Schleswig-Holstein)
Mitglied seit 08.07.2014


Wie er finde ich es schade, dass das Blutspender-Verbot nur von 5 auf 1 Jahr runtergesetzt und nicht ganz abgeschafft wurde, aber er erklärt ja gut, warum das sich so hin schleppt und dass die Verwaltung der Spenderblut-Organisationen sich von der Politik nicht reinreden lassen will.

Wenn er von dem, was er vor hat, im Bezug zu LGBTIQ-Rechten auch nur die Hälfte umsetzen kann, bewirkt er schon beachtliche Fortschritte, wobei Canada seit Langem etwa 15 Jahre weiter ist als etwa Deutschland, was LGBTIQ-Behandlung und Freiheiten angeht, überhaupt sein zu können, wer man wirklich ist.

Dass sich Merkel & Co daran Beispiele nehmen, glaube ich eher nicht, aber vor denen habe ich auch keinen Hut zu ziehen.

Vor Trudeau lege ich mit etwas Training auch einen Hof-Knicks hin!
Mal sehen, wie weit er seine Vorhaben bringt. In Sachen Aufnahme von politisch Verfolgten und Flüchtlingen mit LGBTIQ-Hintergrund hat sich Canada früher schon recht offen gezeigt.

Mit dem Annullieren von uralten Ungerechtigkeits-Gesetzen wird demnach auch das Privatleben wieder ein Stück freier. Das hätte man aber schon länger machen können.


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#9
01.07.2016
06:41:11
Via Handy


(+5, 7 Votes)

Von Nick


Wusste nicht das es in kanada noch so eine rückständige gesetzgebung gibt, dachte immer da sei die USA vorreiter..


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#10
02.07.2016
03:12:07


(+4, 8 Votes)

Von Miguel53de
Aus Wuppertal (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 23.07.2012
Antwort zu Kommentar #9 von Nick


Ich habe Freunde dazu befragt. Einer davon arbeitet sogar als Assistent einer Abgeordneten im Parlament hier in Ottawa. Niemand kannte diesen Paragraphen. Der muss wohl in der Tat vergessen worden sein weil laengst nicht mehr angewendet.

Ums so besser, dass die Regierung Trudeau auch solche Absurditaeten and Aufgreift und beseitigt.


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