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  • 30.06.2016, 16:24h           64      Teilen:   |

Vorurteile sind Schuld

US-Studie: Bisexuelle leiden unter Doppeldiskriminierung

Artikelbild
Bisexuelle zeigen auch bei CSDs immer mehr Sichtbarkeit (Bild: flickr / Caitlin Childs / cc by 2.0)

Bisexuelle haben mehr psychische Probleme und leben ungesünder als Homo- oder Heterosexuelle. Grund: Sie werden sowohl von der Mehrheitsgesellschaft als auch von Schwulen und Lesben stigmatisiert.

Laut einer neuen amerikanischen Studie ist die gesundheitliche Lage von Schwulen, Lesben und Bisexuellen weiterhin schlechter als die von Heterosexuellen. Besonders Bisexuelle berichteten von Problemen, so das Ergebnis einer US-Studie von Forschern der Vanderbilt-Universität in Nashville (US-Bundesstaat Tennessee) unter Führung des Mediziners Gilbert Gonzales. Die Forschungsarbeit wurde am Dienstag im Online-Fachmagazin "JAMA Internal Medicine" veröffentlicht.

Die Daten basieren auf den National Health Interview Surveys (NHIS), die jährlich von den US-Gesundheitsbehörden veröffentlicht werden. Berücksichtigt werden die aktuellsten Zahlen aus den Jahren 2013 und 2014, in denen erstmals nach der sexuellen Orientierung gefragt wurde. Insgesamt wurden die Daten von rund 69.000 Teilnehmern ausgewertet, darunter von rund 1.700 LGBT.

Aus der Studie geht beispielsweise hervor, dass 17 Prozent der heterosexuellen Männer moderaten bis starken psychischen Druck verspürten. Bei Schwulen sind es 26 Prozent, bei bisexuellen Männern gar 40 Prozent. Bei Frauen gibt es ähnliche Ergebnisse: 22 Prozent der heterosexuellen Frauen berichteten von Psycho-Druck, aber 28 Prozent der Lesben und mit 46 Prozent fast die Hälfte der bisexuellen Frauen.

Bisexuelle zeigen demnach auch das riskanteste Verhalten: So gehören elf Prozent der bisexuellen Männer zu starken Trinkern. Bei heterosexuellen Männern sind es nur 5,7 Prozent, bei Schwulen gar nur 5,1 Prozent. Ein ähnliches Bild zeigt sich unter bisexuellen Frauen.

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"Bisexuelle werden von Schwulen und Lesben stigmatisiert"

Die Autoren erklärten das Ergebnis so: "Bisexuelle Menschen werden nicht nur von der heterosexuellen Bevölkerung marginalisiert, sondern könnten auch Stigmatisierung durch schwule und lesbische Personen erfahren. Dadurch haben sie weniger Verbidnungen in die Community der sexuellen Minderheiten."

Die insgesamt schlechteren Ergebnisse von Schwulen, Lesben und Bisexuellen begründeten die Autoren mit "Minderheitendruck". Als Beispiel wird etwa der Zugang zur Ehe genannt, der den meisten Schwulen und Lesben zum Zeitpunkt der Befragung verwehrt gewesen ist. Es sei nun interessant zu sehen, ob sich die Lage nach der im Juni 2015 durchgeführten Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare ändere.

Dr. Mitchell Katz, der Herausgaber von "JAMA Internal Medicine", merkte in einem Kommentar zu der Studie an, er erwarte, dass die wachsende Akzeptanz von sexuellen Minderheiten die Ungleichgewichte verringern werde. Insbesondere Ärzte müssten sich aber auf die Bedürfnisse von Schwulen, Lesben und Bisexuellen einstellen.

Bereits zuvor hatten Studien ergeben, dass Bisexuelle in der LGB-Community unter Vorurteilen leiden würden. So kam eine Studie der Universität von Massachusetts vom Januar zu dem Ergebnis, dass Bisexuelle besonders viele Diskriminierungserfahrungen machten (queer.de berichtete). Grund für die Abneigung gegen Bisexuelle sei Monosexismus, von den Studienautoren definiert als "der Glaube, dass Menschen nur heterosexuell, lesbisch oder schwul sein können".

Gleichzeitig kam eine Anfang des Monats veröffentlichte Studie der Universität von San Diego zu dem Ergebnis, dass sich die Lage verbessere: So habe sich die Zahl der Menschen, die sich als bisexuell bezeichnen, von 1990 bis 2014 fast verdoppelt (queer.de berichtete). Die Chefautorin der Forschungsarbeit führte diese schnelle Veränderung auf die Individualisierung zurück, in der junge Menschen starre Regeln nicht mehr akzeptierten. (dk)

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Tags: bisexuelle, studie, usa
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Reaktionen zu "US-Studie: Bisexuelle leiden unter Doppeldiskriminierung"


 64 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
30.06.2016
17:08:17


(-7, 15 Votes)

Von herve64
Aus München (Bayern)
Mitglied seit 09.12.2008


Und im Übrigen finde ich es ziemlich billig von den Bisexuellen, Schwulen und Lesben anzukreiden, sie würden sie stigmatisieren.

Wenn man die Leute nur zur reinen Befriedigung seiner sexuellen Bedürfnisse aufsucht und ihnen ansonsten keinen Platz im eigenen Leben zugesteht, weil man Angst hat, man könnte dann nicht mehr seine verheuchelte spießige heterosexistische Familienfassade aufrecht erhalten, dann liegt das an einem selbst und nicht an den anderen.

Also Ball flach halten, wenn ich bitten darf.


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#2
30.06.2016
17:36:22


(-3, 11 Votes)

Von herve64
Aus München (Bayern)
Mitglied seit 09.12.2008


Da könnt Ihr mir rote Quadrate verpassen soviel Ihr wollt: das ändert eben nichts an der Tatsache, dass dieses Bisexuellen-Lamento Jammern auf hohem Niveau ist.

Wer Schwule und Lesben nur dann an sich heran lässt, um nur noch seine eigenen sexuellen Bedürfnisse zu befriedigen und sie ansonsten aus dem eigenen Leben heraus hält, um die eigene spießige heterosexistische Familienfassade aufrecht erhalten zu können, darf sich halt nicht beklagen, wenn er ioder sie weiter mit Maske leben muss. Das ist dann schon ein Los, das man sich selbst gewählt hat und für das Außenstehende nichts können, am Allerwenigsten die Lesben und Schwulen.

Insofern ist es einfach unfair, sein eigenes Unvermögen, Kontakte zu knüpfen und zu pflegen, auf andere projizieren zu wollen.

Und irgendwie langweilt mich diese unsägliche phlegmatische Konsumhaltung der Marke "Entertain me, I' m bored" langsam. Das Zauberwort heißt "Eigeninitiative".


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#3
30.06.2016
17:43:21


(+10, 12 Votes)

Von BiProud


Und erneut wird es zu diesem Artikel fast ausschließlich bi-feindliche Kommentare der überdominanten Schwulen hier geben. Ein Glück, dass nicht alle Schwulen so bi-feindlich eingestellt sind. Trotzdem ist das was hier diesbezüglich immer wieder abgeht extrem traurig. :-((


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#4
30.06.2016
17:47:56


(+2, 10 Votes)

Von BobAachen
Aus Aachen (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 30.09.2015
Antwort zu Kommentar #1 von herve64


Oje... Da ist schon so ein monosexsueller Stigmatisierer...


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#5
30.06.2016
17:52:49


(-5, 11 Votes)

Von herve64
Aus München (Bayern)
Mitglied seit 09.12.2008
Antwort zu Kommentar #3 von BiProud


Denkfehler, mein Guter: nur weil ich Euch mal den Kopf wasche und mal was zum Nachdenken gebe, heißt das keinesfalls, dass ich bi-feindlich bin.

Wenn du allerdings die Wahrheit nicht vertragen kannst, dann ist das nicht mein Problem, sondern deins.


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#6
30.06.2016
18:41:47


(+10, 12 Votes)

Von Still loving bi
Antwort zu Kommentar #1 von herve64


Findest du es in Ordnung, wenn heterosexuelle Menschen alle Schwule und Lesben über einen Kamm scheren? Nein? Dann mach bitte nicht dasselbe mit bisexuellen Menschen.
Es mag solche bisexuellen Menschen geben wie du schreibst. Aber schließe bitte deshalb nicht gleich auf alle anderen. Für mich sind bisexuelle Menschen selbstverständlich Teil der queeren Community. Und alle in meinem Freundes- und Bekanntenkreis sehen das genauso.
Welchen Grund außer Vorurteilen gibt es, Bisexuellen pauschal Spießigkeit, Feigheit etc. vorzuwerfen? Tatsächlich habe ich selten so angenehme reflektierte Menschen kennengelernt. Und ich werde mich jederzeit schützend vor sie stellen, wenn irgendein Arschloch meint, sie anfeinden zu müssen.


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#7
30.06.2016
18:58:42


(+8, 12 Votes)

Von Still loving bi
Antwort zu Kommentar #3 von BiProud


Das stimmt leider. Und es zeigt, wie wahr die besagte Studie ist. Ich als schwuler Mann schäme mich für solche hasserfüllten und feindseligen Kommentare. Bifeindlichkeit ist genauso inakzeptabel wie Homo- oder Transfeindlichkeit. Und wenn sich jemand in meinem Umfeld derart über bisexuelle Menschen äußern würde, wäre das ganz klar das Ende unserer Freundschaft.


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#8
30.06.2016
19:03:26


(+8, 12 Votes)

Von raganello
Profil nur für angemeldete User sichtbar


herve64,
Denke Dir nichts dabei.
Ich habe einen Fehler gemacht und Deine Beiträge, bis auf einen, positiv bewertet.
Ich beiße mir immer noch selber in den Arsch dafür, womöglich sogar mehrere Tage.

Was Du schreibst deutet einen IQ von einem Backstein, ja sogar der hat mehr.

Bisexuelle sind bunt, genauso wie Homosexuelle. Und klar wollen die einen das eine Abenteuer erleben oder einfach mal Druck abbauen.
Aber das heißt nicht, dass alle Bisexuelle so sind.

Typisches dummes Schwarz-Weiß-Sehen.

Zum eigentlichen Beitrag (also ganz Troll-frei):

Eigentlich schade, da schreit man nach Verständnis, nach Akzeptanz und man gibt selber keine Akzeptanz. Wieso ist das eigentlich so?

Wieso wollen scheinbar einige Homosexuelle Akzeptanz für sich - was ja auch rechtens ist. Aber warum akzeptieren sie dann keine Bisexuelle?
Warum kann man nicht einfach offen sich für die Lebensweise anderer interessieren, ohne jegliche Vorurteile?

Warum kann man nicht von sich auf andere schauen. Ich verstehe das nicht.


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#9
30.06.2016
19:08:46


(-5, 11 Votes)

Von herve64
Aus München (Bayern)
Mitglied seit 09.12.2008
Antwort zu Kommentar #6 von Still loving bi


Gegenfrage: findest du es ok, wenn Bisexuelle pauschal behaupten, sie würden von Schwulen und Lesben stigmatisiert? Das kann ich nämlich genau so gut und mit dem gleichen Recht fragen.

Also halt mal den Ball etwas flacher, ja? Im Übrigen lasse ich mir von Niemandem den Schuh anziehen, dass ich bisexuellenfeindlich wäre, erst Recht dann nicht, wenn dieser den Eindruck erweckt, dass er sich offensichtlich bei einer persönlichen Verhaltensweise ertappt fühlt, die ihm scheinbar selbst so nicht in Ordnung vorkommt, und NEIN: damit meine ich nicht seine sexuelle Orientierung, sondern generell sein soziales Verhalten anderen gegenüber.

Also reg dich ab!


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#10
30.06.2016
19:26:37


(-4, 10 Votes)

Von herve64
Aus München (Bayern)
Mitglied seit 09.12.2008
Antwort zu Kommentar #8 von raganello


Jetzt pass mal gut auf: nur weil du dir das so in deinem Kopf zusammen komponierst bin ich MITNICHTEN bi-feindlich. Und wenn du nicht erkennen kannst, dass ich hier lediglich mal Erklärungsversuche abgeliefert habe, die zur Hinterfragung des eigenen sozialen Verhaltens anderen gegenüber dienen sollten, dann tust du mir einfach Leid. Dennoch gibt es dir und anderen nicht das Recht dazu, mich hier als "bi-feindlich" dissen zu wollen. Ich wiederhole: DIESEN SCHUH BRAUCHE ICH MIR VON NIEMANDEN VON EUCH ANZIEHEN LASSEN, UND DAMIT BASTA!

Generell gilt: lernt überhaupt erst einmal, richtig zu lesen, ehe Ihr hier die Klappe aufreisst!


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