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"Meier Müller Schmidt"

Coming-out in der Hetero-WG


Zentrum der Kreuzberger Männer-WG: Max Schmidt (Nicolás Artajo), Julian Meier (Ferenc Graefe) und Kasimir Müller (Jules Armana) am Küchentisch (Bild: Barnsteiner-Film)

  • 30. Juni 2016, 17:21h, noch kein Kommentar

Jetzt im Kino: In der Komödie "Meier Müller Schmidt" verliebt sich der ewige Geschichtsstudent Kasimir zum ersten Mal in einen Mann.

Wohngemeinschaften mit ihren nie eingehaltenen Putzplänen, heimlichen Kühlschrankplündereien und zu laut vögelnden Mitbewohnern waren schon immer ein ergiebiger Stoff für Komödien. Für seinen neuen Kinofilm "Meier Müller Schmidt" über eine Kreuzberger Männer-WG hat sich Regisseur Sebastian Peterson ("Helden wie wir") dem Vernehmen nach von eigenen Erfahrungen inspirieren lassen.

Petersons Film zeigt viele ineinander verwobene Geschichten um die WG von Julian Meier, Kasimir Müller und Max Schmidt in Berlin. Es klingelt: Eine Frau will Tütensuppen verkaufen. Es ist die angehende Schauspielerin Eva. Julian ist sofort verliebt. Sie zögert, fällt ihm dann aber wenig später um den Hals. Beim dritten Treffen stellt sich heraus, dass Eva Julians Halbschwester ist – das Haustürgeschäft war nur ein Trick, um inkognito endlich ihren Halbbruder kennenzulernen. Trotzdem zieht Eva in die WG ein, und sie haben eine tolle Liebes-Beziehung.

Ungeschützter schwuler Sex mit Folgen


Poster zum Film: "Meier Müller Schmidt" läuft seit 30. Juni 2016 im Kino

Mitbewohner Kasimir verliebt sich ebenfalls: Zu seiner eigenen Überraschung in einen Mann. Der ewige Geschichtstudent erlebt seinen ersten – ungeschützten – schwulen Sex und plagt sich fortan mit der Angst, sich womöglich mit HIV infiziert zu haben. Vor allem, weil sich der Liebhaber nach der ersten Nacht einfach nicht mehr meldet. Kasimirs Panik ist so groß, dass er sich nicht einmal zum Test traut. Julian bietet an, ihn zu begleiten. Doch dann verschwindet sein schwuler Mitbewohner spurlos.

Der dritte aus der WG – Max – liest neuerdings am Frühstückstisch aus einem Boulevardblatt vor. In Amerika gibt es eine neue Droge: FOG – ein Gedächtniskiller, ursprünglich entwickelt für die GIs im Irak-Krieg. Später ist zu lesen, dass FOG bereits in deutschen Großstädten kursiert, dann wird von einer Razzia in einem Berliner Club berichtet. Doch am Ende entpuppt sich die ganze Sache als clevere Marketing-Strategie.

"Meier Müller Schmidt" ist eine durchaus sehenswerte, rasante Komödie, die authentisches Berlin-Flair verbreitet, mit Themen wie Inzest und Aids allerdings etwas überfrachtet wirkt und dennoch an der Oberfläche bleibt. Zu den Highlights gehören Anna Thalbach, die in einer Nebenrolle glänzt, sowie gute Musikeinlagen von der Berliner Punk-Band Beatsteaks. (cw)

Youtube | Offizieller Trailer zum Film
Infos zum Film

Meier Müller Schmidt. Komödie. Deutschland 2015. Regie: Sebastian Peterson. Darsteller: Ferenc Graefe, Jules Armana, Nicolás Artajo, Julia Kathinka Philippi, Anna Thalbach, Christian Wewerka, Felix Isenbügel, Klaas Heufer-Umlauf, MC Fitti. Laufzeit: 84 Minuten. Sprache: deutsche Originalfassung. FSK 12. Verleih: Barnsteiner-Film. Deutscher Kinostart: 30. Juni 2016