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  • 01.07.2016, 14:17h           41      Teilen:   |

23:18 Stimmen

UN-Menschenrechtsrat stärkt LGBT-Schutz

Artikelbild
Der Menschenrechtsrat in Genf hat eine "historische Entscheidung" für LGBT-Rechte getroffen (Bild: United States Mission Geneva / flickr / cc by-nd 2.0)

Gegen die Stimmen von China, Russland und Saudi-Arabien hat das UN-Gremium die Einrichtung einer Stelle zum Schutz von LGBT-Rechten beschlossen.

Zu Update springen: Vatikan kritisiert Entscheidung (16.55 Uhr)

Der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen hat am Donnerstag in Genf mehrheitlich beschlossen, das Amt eines unabhängigen Experten zu schaffen, der die Wahrung der Rechte von Schwulen, Lesben, Bi- und Transsexuellen überwachen soll. Der Vertreter soll darüber Berichte sowohl für den Menschenrechtsrat als auch für die UN-Vollversammlung anfertigen. Außerdem soll er mit Regierungen zusammenarbeiten, um LGBT-Rechte zu stärken und Hass zu bekämpfen.

Für die von südamerikanischen Staaten gestartete Initiative im 47 Mitglieder zählenden Gremium stimmten 23 Staaten, 18 waren dagegen. Sechs Länder enthielten sich. Unterstützung erhielt der Vorschlag vor allem aus Lateinamerika und Europa – auch Deutschland unterstützte die Initiative. Überraschenderweise stimmte auch Nigeria zu, das die Initiative zunächst abgelehnt hatte. Außerdem stellt das rund 180 Millionen Einwohner zählende Land Homosexualität unter Strafe, in Teilen des Landes kann sogar die Todesstrafe wegen homosexueller Handlungen verhängt werden.

Gegen den Vorschlag stimmten vor allem afrikanische Staaten (mit Ausnahme von Nigeria) und muslimische Staaten (mit Ausnahme von Albanien). Auch die Schwergewichte Russland und China waren gegen die Einrichtung des Amtes.

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Befürworter beriefen sich auf Orlando

In der emotionalen Debatte beriefen sich die Befürworter laut "New York Times" insbesondere auf den Terroranschlag auf den LGBT-Club "Pulse" in Florida: "Erinnert euch an Orlando", erklärte etwa der mexikanische Botschafter Jorge Lomónaco. "Helfen Sie uns, Millionen von Menschen Hoffnung und Würde zu geben."

Gegner beriefen sich dagegen insbesondere auf unterschiedliche Auffassungen in der Bewertung von Homosexualität. So erklärte der saudi-arabische Botschafter Faisal Bin Hassan, dass die Resolution "gegen unsere Überzeugungen und unsere Kultur" gerichtet sei. Der pakistanische Botschafter ergänzte, in dem Antrag sei von "Lebensstilen" die Rede, "über die es keinen Konsens gibt".

LSVD nennt Abstimmung "historisch"

Menschenrechts- und LGBT-Aktivisten begrüßten die Einrichtung der Expertenstelle: "Das Votum ist eine historische Entscheidung für den Menschenrechtsschutz", erklärte Gabriela Lünsmann, Sprecherin des Lesben- und Schwulenverbandes in Deutschland (LSVD) am Freitag. "Die Entscheidung bedeutet mehr Schutz für LSBTI in aller Welt vor Gewalt und Diskriminierung. Darüber hinaus wird die Menschenrechtslage von LSBTI nun regelmäßig bei den Vereinten Nationen thematisiert werden und nicht nur in Kontext von Resolutionsentwürfen." 628 Nichtregierungsorganisationen aus 151 Staaten, darunter auch der LSVD, hatten im Vorfeld der Entscheidung den Menschenrechtsrat aufgefordert, die Resolution zu verabschieden.

Bereits in der Vergangenheit gab es wiederholt Streit im Menschenrechtsrat über LGBT-Rechte. 2012 verließen etwa Vertreter afrikanischer und muslimischer Staaten das Plenum aus Protest gegen eine Debatte um Gewalt gegen LGBT (queer.de berichtete). (dk)

Details zum Abstimmungsverhalten

Dafür stimmten 23 Staaten: Albanien, Belgien, Bolivien, Deutschland, Ecuador, El Salvador, Frankreich, Georgien, Großbritannien, Kuba, Lettland, Mazedonien, Mexiko, Mongolei, Niederlande, Nigeria, Panama, Portugal, Schweiz, Slowenien, Südkorea, Venezuela, Vietnam

Dagegen stimmten 18 Staaten: Äthiopien, Algerien, Bangladesch, Burundi, China, Elfenbeinküste, Indonesien, Katar, Kenia, Kirgisistan, Kongo, Malediven, Marokko, Namibia, Russland, Saudi-Arabien, Togo, Vereinigte Arabische Emirate

Enthalten haben sich 6 Staaten: Botswana, Ghana, Indien, Namibia, Philippinen, Südafrika

 Update  16.55 Uhr: Vatikan kritisiert Entscheidung

Richard Gyhra, der vatikanische Vertreter beim UN-Menschenrechtsrat, hat die Einrichtung eines unabhängigen Experten für LGBT-Rechte als Angriff gegen ärmere Länder kritisiert. Hinter der Resolution stehe offenbar die Absicht westlicher Staaten, Einfluss auf afrikanische Länder zu nehmen, so Gyhra gegenüber der Katholischen Nachrichtenagentur (KNA). Er befürchte, dass Staaten auf Basis des Berichts des neuen Experten die Entwicklungshilfe gekürzt werden könne. Die neue Position stehe im Widerspruch zum Prinzip der Gleichheit, da eine "besondere Gruppe von Rechten für eine spezifische Gruppe von Personen" geschützt werden solle.

Der Vatikan ist kein UN-Mitglied, sondern hat nur einen Beobachterstatus.

Links zum Thema:
» Pressemitteilung der UN (auf Englisch)
Mehr zum Thema:
» UN-Sicherheitsrat verurteilt Orlando-Anschlag (14.06.16)
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Tags: vereinte nationen, un-menschenrechtsrat
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Reaktionen zu "UN-Menschenrechtsrat stärkt LGBT-Schutz"


 41 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
01.07.2016
14:25:51


(-2, 2 Votes)

Von Patroklos
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Nigeria hat zugestimmt? Kaum zu glauben, wo doch andere afrikanische Staaten wie Äthiopien, Kenia und Namibia sowie die Maghreb-Staaten Marokko und Algerien dagegen stimmten!


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#2
01.07.2016
14:27:09
Via Handy


(+3, 3 Votes)

Von Steven1978


Und welche 6 Staaten enthielten sich?


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#3
01.07.2016
15:18:13


(+4, 4 Votes)

Von Loren
Aus Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern)
Mitglied seit 02.11.2013


Die 2. gute Nachricht heute. Ergänzend zum Artikel die sechs Staaten, die sich enthalten haben, folglich also auch nicht für einen stärkeren Schutz stimmten:

Botswana, Ghana, Indien, Namibia, Philippinen, Südafrika

Link:
ilga.org/united-nations-makes-history-sexual-orien
tation-gender-identity/


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#4
01.07.2016
15:21:24


(+9, 9 Votes)

Von goddamn liberal


Ein guter Erfolg für eine menschlichere Welt!

Der natürlich die Menschenfeinde auf den Plan ruft:

Link zu www.domradio.de

Nebenbei: Urlaub bei Menschenfeinden sollte sich jetzt von selbst verbieten!


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#5
01.07.2016
16:04:29


(+10, 10 Votes)

Von trans_alliance
Mitglied seit 22.10.2016


... es ist beachtenswert, dass auch die Bundesrepublik Deutschland zu gestimmt hat.

Denn es ist zu erwarten, dass die Gegebenheiten hier im Land zu Ungunsten von Menschen (trans*, Transsexuell und Intersexuell), noch mehr Öffentlichkeit erfahren werden.

.

Der "Beschluss des Petitionsausschusses des Europa Parlaments (03-2016) hinsichtlich der Eingabe 1592/2014 ist mehr als eindeutig und bestätigt vieles der letzten Jahre. Die Einschränkung der Ausstellung von Ausweisdokumenten verstößt gegen Artikel 21 der Charta der Grundrechte Diskriminierung, insbesondere wegen des Geschlechts, der Rasse, der Hautfarbe, der ethnischen oder sozialen Herkunft, der genetischen Merkmale, der Sprache, der Religion oder Weltanschauung, der politischen oder sonstigen Anschauung, der Zugehörigkeit zu einer nationalen Minderheit, des Vermögens, der Geburt, einer Behinderung, des Alters oder sexuellen Ausrichtung, [] verboten [sind].

Link:
transallianceproject.wordpress.com/2016/03/28/euro
pean-parliament-pet-15922014/


Auch ist Fakt, dass es immer noch keine "Untersagung von nicht eingewilligten, unnötigen Behandlungen an Intersex-Kindern / Jugendlichen, die gegen Grundgesetz, UN-Konventionen oder gegen das Sterilisationsverbot verstoßen." beschlossen wurde.

.
.

Die Bundeskanzlerin und Bundesregierung wird aufgefordert, ein Gesetzespaket in Abstimmung mit Interessensverbänden und Vertretern, in den Deutschen Bundestag ein zubringen, so dass es neue gesetzliche Regelungen zu Gunsten der Menschen geben wird, die zum 1-1-17 in Kraft treten.

.

Jedes Geschlecht verdient Respekt


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#6
01.07.2016
17:06:11


(+8, 8 Votes)

Von Loren
Aus Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern)
Mitglied seit 02.11.2013


Die inhaltlich abstruse Intervention des Vatikanvertreters zeigt mal wieder deutlich, auf welcher Seite die RKK steht, bei der die Diskriminerung von Lesben und Schwulen zum Markenkern gehört.


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#7
01.07.2016
17:15:53


(+8, 10 Votes)

Von Lügenbold45


"16.55 Uhr: Vatikan kritisiert Entscheidung
Richard Gyhra, der vatikanische Vertreter beim UN-Menschenrechtsrat, hat die Einrichtung eines unabhängigen Experten für LGBT-Rechte als Angriff gegen ärmere Länder kritisiert. Hinter der Resolution stehe offenbar die Absicht westlicher Staaten, Einfluss auf afrikanische Länder zu nehmen, so Gyhra gegenüber der Katholischen Nachrichtenagentur (KNA). Er befürchte, dass Staaten auf Basis des Berichts des neuen Experten die Entwicklungshilfe gekürzt werden könne." "Die neue Position stehe im Widerspruch zum Prinzip der Gleichheit, da eine "besondere Gruppe von Rechten für eine spezifische Gruppe von Personen" geschützt werden solle. "

Komisch, wenn es um religiöse Rechte oder um Verfolgung geht, dann pocht man um besondere Rechte für die eigene spezifische Gruppe!
Prinzip der Gleichheit? WO setzt sich der Vatikan denn für Gleichheit ein, wen er doch dauernd auf die Ungleichheit pocht?

Soviel also zur Menschenfreundlichkeit des Vatikans und der LÜGE, sie würde ja Homosexuelle SCHÜTZEN!!!

Johannes45 schreibt am 29.06.2016, 17:04:21 Uhr:
"---> Der homosexuelle Single wird von der Katholischen Kirchenleitung akzeptiert und vor Diskriminierungen des SINGLES schützt der Vatikan,"

DAS IST ALSO "DER SCHUTZ" und die "AKZEPTANZ" von homosexuellen Singles???

LÜGNER!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Wie oft soll man dir deine Lügen noch um die Ohren schlagen??

""Immer wieder gut zu wissen, auf welcher Stufe homosexuelle Menschen in der Hierarchie des Vatikans doch angesiedelt sind" Sorry der Satz muß lauten: ""

Nix, "sorry, der Satz muss lauten"! Der Satz ist so richtig und wird durch diese Reaktion mal wieder bestätigt.

Und wenn jetzt Gutmensch, Lars, Wuermchen (a.D.), BadHomburg (a.D.) oder GeorgG wieder meinen hier zu relativieren: Die Meldung zeigt schwarz auf weiß, wie es wirklich steht.


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#8
01.07.2016
17:54:36
Via Handy


(+13, 13 Votes)

Von markusbln11
Antwort zu Kommentar #6 von Loren


Also das alleinige Rumschwadronieren des papstes in luftiger höhe - wie vor ein paar tagen geschehen - verstehe ich eher als demütigung, wenn uns nur ein paar tage später der nächste schlag in die magengrube verpasst wird.
Der Vatikan reiht sich wieder einmal ein in die gruppe undemokratischer diktatorischer bis despotischer staaten dieser welt. Anscheinend ist den rkk-oberen die demokratische grundordnung unserer gesellschaften einfach zuwider.


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#9
01.07.2016
18:26:27
Via Handy


(+9, 9 Votes)

Von markusbln11


Es ist eine super sache, dass sich die UNO mehr und mehr zum anwalt von lgbt-rechten macht. Orlando zeigt, dass wir diesen anspruch zurecht erheben. Aber es gibt noch viel zu viele länder, die lgbt-rechte missachten, mit füssen treten. Komische landeskulturen, wenn todesstrafe für liebe droht.

Das abstimmungsverhalten im UN-ausschuss zeigt nur zu deutlich, wo etwa algerien und marokko stehen, wenn es um unsere rechte geht.

Und einmal mehr wird klar, dass algerien und marokko keine sicheren herkunftsländer für lgbt sein können und dürfen.


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#10
01.07.2016
18:56:29


(+12, 14 Votes)

Von Peer


Dass ausgerechnet Staaten wie China, Russland und Saudi-Arabien Mitglied des Menschenrechtsrats sind, ist an Skurrilität nicht mehr zu überbieten...

Und zum Update:
Jetzt sehen wir auch wieder mal, was von den Worten des Papstes zu halten ist. Vor Journalisten frisst der Kreide, aber hinter den Kulissen wird dann sogar gegen eine Entscheidung gestänkert, wo es nur um eine Stelle geht, die die Lage beobachten soll.

Und warum das "armen" Ländern schaden soll, weiß wohl auch nur der Vatikan. Wenn man diesen "armen Ländern" helfen will, könnte der Vatikan mit seinen Billionen-Vermögen das ja ganz locker...


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