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  • 01.07.2016, 17:52h           3      Teilen:   |

Baden-Württemberg

Keine Diskriminierung? Minister empfiehlt Selbstversuch

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Der Grünen-Politiker Manne Lucha hat die Nachfolge der engagierten Sozialministerin Katrin Altpeter (SPD) angetreten (Bild: Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg)

Die baden-württembergische Landesregierung will den in der letzten Legislaturperiode unter Grün-Rot begonnenen Einsatz für LGBT-Rechte "konsequent weiterverfolgen". Dies sagte Sozial- und Integrationsminister Manne Lucha (Grüne) am Donnerstag auf dem diesjährigen Empfang der Landesregierung anlässlich des Christopher Street Days im Lindenmuseum in Stuttgart.

"Die Landesregierung steht für ein modernes, vielfältiges und weltoffenes Baden-Württemberg, in dem die Würde jeder und jedes Einzelnen gewahrt wird – unabhängig davon, wer er ist und wen sie liebt. Gemeinsam mit meinen Ministerkolleginnen und -kollegen werde ich mich deshalb weiter mit aller Kraft dafür einsetzen, dass in unserem Land niemand aufgrund seiner sexuellen und geschlechtlichen Identität diskriminiert wird", sagte Lucha.

Um bestehende Benachteiligungen von schwulen, lesbischen, bisexuellen, transsexuellen, transgender, intersexuellen und queeren Menschen in allen gesellschaftlichen Bereichen abzubauen, werde die Landesregierung die im Landesaktionsplan "Für Akzeptanz und gleiche Rechte in Baden-Württemberg" festgelegten Maßnahmen Schritt für Schritt umsetzen und im Dialog mit allen gesellschaftlich beteiligten Akteuren auf ihre Wirksamkeit hin überprüfen.

"Wer behauptet, es gebe heute hierzulande keine Diskriminierung mehr, dem schlage ich vor, einmal im Selbstversuch mit einer Person desselben Geschlechts händchenhaltend durch die Straßen zu schlendern und auf die Reaktion mancher Mitbürgerinnen und Mitbürger zu achten" , sagte Lucha. "Bedauerlicherweise kann es Ihnen dabei immer noch passieren, dass Sie beschimpft und beleidigt werden oder Ihnen sogar offen Gewalt angedroht wird." Ein solches Verhalten dürfe und werde unsere offene Gesellschaft nicht akzeptieren. "Wir alle sollten zusammenhalten und gemeinsam mit Mut, offenem Visier und aller Kraft gegen jede Art von Diffamierung und Ausgrenzung ankämpfen", so der Minister. (cw/pm)

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Tags: baden-württemberg, csd-empfang, manne lucha
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Reaktionen zu "Keine Diskriminierung? Minister empfiehlt Selbstversuch"


 3 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
01.07.2016
18:20:16
Via Handy


(+15, 15 Votes)

Von Berliner
Aus Berlin
Mitglied seit 16.11.2015


Wahre Worte. Leider!
Wichtig ist glaube ich den Menschen klar zu machen, dass Händchen halten (wie vorgeschlagen) am Tag z.B. vor dem Brandenburger Tor etwas ganz anderes ist als abends in der U-Bahn. (Nur als Beispiele)

Man kann solche "Experimente" beliebig lenken. Es muss in die Köpfe der Menschen, dass Händchen halten evtl. noch versteckt werden kann (aber nicht sollte). Es gibt aber auch Situationen, die sich nicht so "einfach" umschiffen lassen.


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#2
01.07.2016
19:02:55


(+17, 17 Votes)

Von Peer


"Wer behauptet, es gebe heute hierzulande keine Diskriminierung mehr, dem schlage ich vor, einmal im Selbstversuch mit einer Person desselben Geschlechts händchenhaltend durch die Straßen zu schlendern und auf die Reaktion mancher Mitbürgerinnen und Mitbürger zu achten"

Habe ich auch schon mehrfach Heteros gesagt. Ich habe mich sogar bereiterklärt, mitzumachen. Eingegangen ist auf dieses Angebot bisher kein einziger...


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#3
03.07.2016
08:51:06


(+6, 6 Votes)

Von Homonklin44
Aus Tauroa Point (Schleswig-Holstein)
Mitglied seit 08.07.2014


Dass ein Politiker zur Veranschaulichung durch Selbstversuch aufruft, ist schon ein beachtenswertes Novum und verdient Applaus.

Auf diese Weise könnten sich viele mehr über tatsächliche Verhältnisse in ihrer Umgebung oder auch anderswo selbst bilden, anstatt auf statistische Erhebungen und wohlmeinende General-Schätzungen zu hören, die doch nur ein Bild einer Hoffnung zaubern können.

Daraus könnte man einen Versuch starten, oder eine Art Studie. Wie sind die Meinungen, der Umgang, etwaige Äußerungen, wenn sie ihre Freundin auf dem Dorfplatz küsst, er mit seinem Freund Händchen haltend durch den Stadtpark oder in der Einkaufszone wandelt, im sozialen Brennpunktviertel oder nahe der noblen Villen.

Da würde sich dann doch zeigen, wie tolerant Deutschland wirklich ist, oder wer wo in welch großer rosa Blase schwebt.

Die Blicke/Kommentare, die man erhält, unterscheiden sich schon ziemlich, wenn man nur einen Regenbogen-Ribbon trägt. Alles nur Einbildung?


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