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Wolfgang Kubicki ist langjähriger Vorsitzender der FDP-Fraktion im Landtag von Schleswig-Holstein und seit Dezember 2013 stellvertretender Bundesvorsitzender der Liberalen (Bild: Wiki Commons / 9EkieraM1 / CC-BY-SA-3.0)

In einem Streitgespräch mit Alexander Gauland entlarvt der FDP-Vizechef den "Einsatz" der AfD für LGBT-Rechte im Islam als scheinheilig – und redet Klartext über den Vatikan.

Von Micha Schulze

Das Debattenmagazin "Cicero" hat für seine Juli-Ausgabe zwei Spitzenpolitiker der außerparlamentarischen Opposition zu einem spannenden Streitgespräch geladen: Der stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende Wolfgang Kubicki traf auf AfD-Sprecher Alexander Gauland, um über die Flüchtlingspolitik und eine vermeintliche Islamisierung Deutschlands zu reden. Dabei trieb der Liberale den Rechtspopulisten mit Homophobie-Vorwürfen vor sich her.

"Wir sind nicht homophob, in der AfD gibt es sehr starke Tendenzen zur Homophobie. Wir sind für offene Lebensentwürfe, das Familienbild der AfD gleicht dem unserer Urgroßväter", beschrieb Kubicki die Unterschiede zwischen den beiden Parteien. Als Gauland erklärte: "Wir waren immer eine Partei des Rechtsstaats", entgegnete der FDP-Politiker: "Ein Parteifreund von Ihnen hat gerade gefordert: Schwule in den Knast. Das hat mit Rechtsstaat überhaupt nichts zu tun."

Kubicki: "Religionen gehören zu keinem Land"


Cover der Juli-Ausgabe des Magazins "Cicero" mit Gauland und Kubicki

Auf die Frage des "Cicero", ob der Islam zu Deutschland gehöre, meinte Wolfgang Kubicki: "Religionen gehören zu keinem Land." Man könne dann auch fragen, "ob das Christentum zu Deutschland gehört oder die christliche Geschichte – zum Beispiel die Kreuzzüge, die Hexenverbrennung?" Diese Diskussion sei "absurd", so der langjährige Fraktionschef der Liberalen im Kieler Landtag.

Gauland warnte dagegen im Streitgespräch abermals davor, dass sich Deutschland "allmählich islamisch verändert" – und gab den Homophobie-Vorwurf an den Islam weiter: "Da ist vieles nicht mit dem Grundgesetz vereinbar."

Diese einseitige Fokussierung der AfD auf den Islam entlarvte Kubicki als scheinheilig, indem er an christliche Traditionen erinnerte: "Die katholische Kirche ist verfassungsfeindlich in ihrer Lehre", meinte der Liberale. "Unsere Verfassung spricht von der Gleichberechtigung von Mann und Frau, aber ich kenne keine katholische Priesterin. Die katholische Kirche hält in Teilen Homosexualität für eine Krankheit."

Solche religiösen Überzeugungen müsse eine Demokratie aber aushalten, ergänzte der FDP-Vizechef: "Solange daraus keine Taten folgen, die von unserem Rechtssystem verurteilt werden, müssen wir das akzeptieren." Das Grundgesetz gebe den Menschen die Möglichkeit zu glauben, "was immer sie wollen. Sie dürfen sogar verfassungsfeindlich glauben."

Vimeo | Auszüge aus dem Streitgespräch


#1 SebiAnonym
  • 02.07.2016, 10:31h
  • Damit hat er zwar im Prinzip recht.

    Das Problem ist nur:
    in der Opposition sagt die FDP immer solche Dinge, wo man glauben könnte, sie hätte das "F" zu Recht. Aber sobald die dann in der Regierung sitzen, ist das alles wieder vergessen und dann macht die FDP exakt die Politik, die auch die Katholische Kirche fordert.
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#2 lucdfProfil
  • 02.07.2016, 10:35hköln
  • Politisch kann mich Kubicki nicht überzeugen aber diesen Satz: " Die katholische Kirche ist verfassungsfeindlich" finde ich sehr realitätsnah. Kubicki hat den Nagel auf den Kopf getroffen. Sehr gut!
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#3 FreeyourgenderProfil
  • 02.07.2016, 10:40hBamberg
  • Kubicki ist was LGBT verteidigende Postionen angeht, absolut unglaubwürdig,
    wenn man sich nur die hart-aber-fair Sendung vom 2. März 2015 über das Thema "Gender" in der Gesamtbetrachtung ansieht,
    nimmt er nicht mal eine neutrale,
    sondern eine reaktionäre Position,
    neben Thomalla und Kelle,
    ein:
    Bei Minute 3:50,
    in seiner ersten Wortmeldung,
    gibt er zu verstehen,
    dass er mit "Genderforschung" nichts anfangen kann.

    www.youtube.com/watch?v=EXRdt0tG1Fw

    Die GEZ-finanzierte Sendung wurde hier kritisiert:

    www.freeyourgender.de/forum/viewtopic.php?f=331&t=671
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#4 HeinerAnonym
  • 02.07.2016, 11:00h
  • >>> Wolfgang Kubicki: "Die katholische Kirche ist verfassungsfeindlich"

    Und wieso hat die FDP dann in den diversen Regierungsbeteiligungen weitergemacht, die Mitgliedbeiträge für eine verfassungsfeindliche Organisation einzutreiben und auch nichts an den Staatsleistungen geändert, wo sogar Steuern von Leuten, die dort gar nicht Mitglied sind an diese verfassungsfeindliche Organisation gehen?
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#5 miepmiep
  • 02.07.2016, 11:08h
  • FDP auf Profilierungstour. Kubicki ist selbst scheinheilig und trans*/homophob. Ich denke mit Grausen an die TV-Talkrunde über "Gender Mainstreaming" mit Thomalla und Kelle, wo er zu Hofreiter sagte: "Sie sehen schon so gendermäßig aus". Und auch sonst hat er da ne Menge Bullshit über Gleichberechtigung und Feminismus abgelassen und zusammen mit der blöden Thomala dümmlich rumgekichert, als Team Kelle sozusagen.

    Die eigentliche Kernfrage ist hier doch, ob alles, was in einer freiheitlichen Demokratie "gesagt werden darf" auch gesagt werden MUSS und von anderen ertragen werden muss. Oder ob Diskriminierung auch noch das Wort geredet wird.
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#6 GutmenschProfil
  • 02.07.2016, 11:21h St. Gallen

  • Da sieht mans mal wieder! Die FDP ist Böse und Homophob!

    So heteronormativ!
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#7 RalfAnonym
  • 02.07.2016, 11:31h
  • Bemerkenswert ist, dass mit Herrn Kubicki erstmals ein bundesweit bekannter Politiker so deutlich Stellung gegen die kath. Kirche bezieht, dass er ihre Dogmatik zu Recht als verfassungsfeindlich verurteilt. Bedauerlich ist, dass es sich ausgerechnet um ein Mitglied einer Partei handelt, die selbst dezidiert homofeindliche Politik macht.
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#8 Patroklos
  • 02.07.2016, 11:32h
  • Antwort auf #5 von miepmiep
  • Wolfgang Kubicki ist nicht homophob! Sein Cousin zweiten Grades, Jörn Kubicki, war immerhin mit dem ehemaligen Regierenden Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, liiert. Außerdem hat sich Wolfgang Kubicki auch zum Terroranschlag auf das Pulse in Orlando geäußert und sein MItgefühl mit den Angehörigen der Opfer ausgedrückt. Sowas würde ein homophober Mensch niemals machen!
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#9 Carsten ACAnonym
  • 02.07.2016, 11:54h
  • Herr Kubicki,

    warum unterstützt die FDP dann nicht mehr Aufklärung und Bildung an Schulen?

    Damit endlich das Mobbing weniger wird und die Selbstmordrate unter LGBTI-Jugendlichen nicht mehr 5-7x höher ist als bei Hetero-Jugendlichen...

    Aber die FDP hetzt ja in diversen Bundesländern gegen die Bildungspläne, z.B. in Baden-Württemberg. Alles nur aus rein populistischen Gründen.

    Die FDP ist also keinen Deut besser als die katholische Kirche.
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#10 YannickAnonym
  • 02.07.2016, 11:58h
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    Solche religiösen Überzeugungen müsse eine Demokratie aber aushalten, ergänzte der FDP-Vizechef: "Solange daraus keine Taten folgen, die von unserem Rechtssystem verurteilt werden, müssen wir das akzeptieren."
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    Nein Herr Kubicki,

    sowas muss man nicht akzeptieren und sowas darf man auch nicht akzeptieren.

    Aus Worten werden immer Taten. Natürlich machen die Katholen sich nicht selbst die Hände schmutzig, aber sie schaffen das Klima, das andere dann zu Mobbing und Gewalt anstiftet. Sie treiben Menschen in den Selbstmord. Sie schaffen das Klima dafür, dass Menschen krankenhausreif geprügelt oder gar ermordet werden.

    Auch wenn sie sich selbst nicht die Hände schmutzig machen, sondern nur die Aufhetzung anderer zu verantworten haben, muss, kann und darf man sowas nicht akzeptieren.
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