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Tom Nelson und Maggie Leber sind zwei "Pink Pistols"-Aktivisten, die in "Out" für die Bewaffnung von LGBT werben

Die Waffenlobby profitiert vom Terroranschlag in Orlando: Besonders eine LGBT-Gruppe gewinnt neue Mitglieder.

Die "Pink Pistols" haben nach dem Massaker im Club "Pulse" regen Zulauf erhalten: Seit dem Anschlag am 12. Juni soll sich die Zahl der Mitglieder nach Angaben der im Jahr 2000 gegründeten Organisation verdreifacht haben. Da die Gruppen lokal organisiert sind, werden unterschiedliche Zahlen genannt: Vor dem 12. Juni sollen landesweit etwa 1.500 bis 2.000 Menschen in gut der Hälfte der 50 US-Bundesstaaten organisiert gewesen sein. Seither soll die Mitgliederzahl auf 5.000 bis 6.000 angestiegen sein. Es seien auch mehr Anfragen aus Städten gekommen, in denen es noch keine lokale "Pink Pistols"-Gruppe gebe.

"Wir bringen Queers das Schießen bei und schreien das laut in die Welt hinaus", erklärte "Pink Pistols"-Chefin Gwendolyn Patton vergangene Woche gegenüber "Washington Blade". Die lesbische Aktivistin ist nach einem Autounfall 2006 gelähmt und auf den Rollstuhl angewiesen. Sie erklärte, dass viele Kriminelle LGBT als leichte Zielscheiben ansehen würden, die sich nicht verteidigen könnten – daher sei es wichtig, dass möglichst viele Schwule, Lesben-, Bi- und Transsexuelle stets schussbereit seien: "Die Idee ist, dass ein möglichst großer Anteil der LGBT-Community legale Waffen mit sich trägt und weiß, wie man sie benutzt. Das ist Abschreckung für diejenigen, die uns angreifen wollen."

Aktivist: Polizei nutzlos

Derzeit werben "Pink Pistols"-Aktivisten in den ganzen USA für ihre Organisation. So fertigte das LGBT-Magazin "Out" eine Fotoserie mit Mitgliedern an, die stolz ihre Pistolen oder Maschinengewehre zeigten. Dazu gibt es martialische Erklärungen wie die von Tom Nelson, einem langjährigen Mitglied aus Philadelphia: "Manchmal weißt du nicht mal, dass du Ärger bekommst, bis jemand direkt vor dir steht. Du kannst dann ja versuchen, [die Notrufnummer] 911 zu wählen, aber ich kann dir garantieren, dass die dich überwältigen, bevor du die Scheiß-Eins gewählt hast. Die Polizei mag ja gut darin sein, Familien zu trösten, die jemanden verloren haben, aber uns geht es um etwas anderes."

Anders als in Deutschland empfehlen in den USA viele Polizeidienststellen ihren Bürgern, Einbrecher mit Waffengewalt zurückzuschlagen; sogar Selbstjustiz kann unter bestimmten Voraussetzungen straffrei bleiben. Nach Orlando verbreitet sich diese Einstellung auch unter LGBT weiter.

"Wir werden attackiert, wenn wir unseren Partner küssen oder in der Öffentlichkeit Händchen halten", erklärte etwa Matt Schlentz, der Chef der "Pink Pistols" im Bundesstaat Utah, gegenüber der Regionalzeitung "Salt Lake Tribune". Gegen Attacken schützt er sich mit einer halbautomatischen Waffe. "Natürlich habe ich als schwuler Mann viele liberale Ansichten in gesellschaftlichen Fragen. Aber beim Thema Waffenbesitz bin ich sehr konservativ. Die Wirklichkeit ist, wie sie ist – die Welt ist ein gewalttätiger, schrecklicher, gruseliger Ort, und Menschen wollen mir Schaden zufügen, weil ich denjenigen liebe, den ich liebe."

In den USA sterben derzeit jährlich mehr als 10.000 Menschen durch ein Tötungsdelikt mit einer Waffe – darin sind Selbstmorde und Unfälle nicht eingerechnet. Damit hat ein Einwohner Amerikas ein fünfzig Mal höheres Risiko, durch eine Waffe ermordet zu werden, als eine Person in Deutschland. (dk)


Der Twitter-Gruß der "Pink Pistols" zum amerikanischen Nationalfeiertag: "Liberace hatte wahrscheinlich bewaffnete Leibwächter"



#1 ursus
  • 04.07.2016, 14:34h
  • yup. erst wenn das erste vierjährige kind beim spielen mit der knarre seine halbe regenbogenfamilie ausgelöscht hat, sind wir wirklich in der mitte der gesellschaft angekommen.
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#2 TheDadProfil
  • 04.07.2016, 14:35hHannover
  • Sobald man sich auf das "Niveau" der "Gegner" herab begibt, hat man schon verloren..

    Gewalt ist keine Lösung..

    Gewalt mit Gegengewalt zu beantworten, erst Recht nicht..
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#3 TheMumProfil
  • 04.07.2016, 15:49hHannover
  • "Natürlich habe ich als schwuler Mann viele liberale Ansichten in gesellschaftlichen Fragen. Aber beim Thema Waffenbesitz bin ich sehr konservativ. Die Wirklichkeit ist, wie sie ist die Welt ist ein gewalttätiger, schrecklicher, gruseliger Ort, und Menschen wollen mir Schaden zufügen, weil ich denjenigen liebe, den ich liebe."

    Das kann ich zu hundert Prozent nachempfinden, von daher haben die "Pink Pistols" mein umfassendes Verständnis. Schrecklich bleibt dennoch, dass aufgrund unfähiger Politik und falscher Liberalität wie dem Zulassen von Hass-Ideologien eine Selbstbewaffnung überhaupt notwendig wird. Hoffentlich blüht uns das hierzulande nicht auch noch! Nur mit dem Unterschied, dass man sich dann hierzulande noch nicht mal richtig selbst verteidigen darf, ohne sich selbst strafbar zu machen.
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#4 FelixAnonym
  • 04.07.2016, 16:56h
  • "So fertigte das LGBT-Magazin "Out" eine Fotoserie mit Mitgliedern an, die stolz ihre Pistolen oder Maschinengewehre zeigten."

    Selbst wenn man der Meinung ist, dass man Waffen zur Selbstverteidigung bräuchte, frage ich mich was Maschinengewehre mit Selbstverteidigung zu tun haben.

    Automatische Waffen sind Kriegswaffen; die braucht man weder zur Selbstverteidigung noch als Sportschütze oder Jäger.
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#5 TheDudeAnonym
  • 04.07.2016, 17:11h

  • Finde ich gut. Es sollte auch in Deutschland mehr Waffen für Schwule geben, so können wir uns besser verteidigen
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#6 Christian KnuthAnonym
  • 04.07.2016, 17:12h
  • Habt ihr diesen Artikel mit Tante B. vorher abgesprochen? Eigentlich verschweigen wir linksgrünversifften Queeriban" doch solche Tatsachen. :)
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#7 gniwerjProfil
#8 WaffennussAnonym
  • 04.07.2016, 18:07h
  • Antwort auf #4 von Felix
  • "die stolz ihre Pistolen oder Maschinengewehre zeigten."

    "frage ich mich was Maschinengewehre mit Selbstverteidigung zu tun haben."

    Das ist nur wieder Unwissen auf Seiten des Autors. Kein einziger von den Pink Pistols ist mit einem "Maschinengewehr" abgebildet. Ein Maschinengewehr ist eine vollautomatische Schusswaffe für das Verschießen von Gewehrmunition und außer in der Fantasie von Jungs im Testosteronrausch immer auf einem Stativ abzusetzen, um damit überhaupt etwas sinnvolles anfangen zu können.
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#9 TheDadProfil
  • 04.07.2016, 19:02hHannover
  • Antwort auf #3 von TheMum
  • Wer jetzt hier den Eindruck erwecken will, die US-Amerikanische Gesellschaft sei so wie sie ist, weil ""unfähige Politiker"" in einer ""falschen Liberalität"" ""Hass-Ideologien"" ""zugelassen"" hätten, und erst dadurch die ""Selbstbewaffnung überhaupt notwendig"" sei, und vor allem erst real wurde, der hat definitiv keine Ahnung von dieser Gesellschaft !

    Dieses plumpe Geschwafel über die angebliche "Notwendigkeit" mit Waffengewalt gegen andere Menschen vorzugehen, ist unerträglich !

    Es sind genau diese "Notwendigkeiten" und genau diese Waffengewalt, die den Opfern von Orlando das Leben gekostet hat !

    Wer sich für Gleiche Rechte für Alle einsetzt, und darunter versteht, genauso bescheuert wie die Gegner dieser Gleichberechtigung und Gleichstellung zu sein, der hat nicht alle Tassen im Schrank !
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#10 LawrenceProfil
  • 04.07.2016, 20:24h Bamberg

  • Liebe Redaktion bringt mal bitte einen Bericht über die Aktivität der amerikanischen Community in ihrem Kampf GEGEN die Waffenlobby. Da gab es doch Berichte nach dem Massaker - hatte ich auch hier geteilt. Da müsste es doch jetzt auch was darüber zu berichten geben. Diese 6000 Leute sind doch nicht die amerikanische Community. Es geht doch darum die Gesellschaft friedlicher und angstfreier zu gestalten und das ist ja das ganze Gegenteil. Und noch ein zusätzlicher Schlag gegen die Opfer von Orlando, dass sie jetzt noch für eine Militarisierung von LGBT missbraucht werden.
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  • Anm. d. Red.: Wir waren u.a. hier darauf eingegangen: www.queer.de/detail.php?article_id=26460