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  • 05.07.2016, 04:46h           110      Teilen:   |

Zwischenfall am Dom

Köln: Verletzter CSD-Teilnehmer wirft Polizei homophobe Misshandlungen vor

Artikelbild
Unter anderem mit diesem Foto will Sven Wille die angeblichen Misshandlungen durch Polizeibeamte belegen. Nun sucht er selbst Zeugen, die seine Version bestätigen (Bild: Facebook)

Ein junger Schwuler behauptet, am Tag der Parade von Beamten geschlagen und beleidigt worden zu sein – die Polizei ermittelt, weist den Vorwurf der Homophobie aber zurück.

Einen Tag nach der Kölner CSD-Parade hat der junge Teilnehmer Sven Wille schwere Vorwürfe gegen die Polizei erhoben. In einem hundertfach geteilten Facebook-Post wirft er Beamten "homophobe Misshandlungen" vor. Dazu lud er mehrere Fotos von Verletzungen hoch, die die Gewalttätigkeit der Ordnungshüter angeblich belegen sollen.

Im McDonald's am Dom sei er am Sonntag gegen 17 Uhr von Polizisten zu Boden gedrückt und mit Kabelbinder gefesselt worden, heißt es in Willes Post: "Dann in den Wagen geprügelt, auf der Rückbank rein gelegt. Körper und Kopf sind unten. Ein Polizist kommt von der anderen Türseite und schlägt mir bewusst ins Gesicht, beleidigt mich und streckt die Zunge raus zum Schluss."

Fortsetzung nach Anzeige


"Ein reines sexualisiertes Dominanzspiel"

Sven Wille behauptet, von Polizeibeamten geschlagen worden zu sein. Ärztliche Hilfe sei ihm verweigert worden - Quelle: Facebook
Sven Wille behauptet, von Polizeibeamten geschlagen worden zu sein. Ärztliche Hilfe sei ihm verweigert worden (Bild: Facebook)

Später sei er auf einer Wache mehrere Stunden in einer Zelle festgehalten worden, behauptet der junge Schwule. Dort sollen die Polizisten erneut übergriffig geworden sein: "Von Folter kann man sprechen, da die Polizei den Alarmton in meiner Zelle oft stundenlang laufen ließ." Erst eine halbe Stunde nach Mitternacht sei er "halbnackt" freigelassen und über einen Nebeneingang auf die Straße geschickt worden.

"Das Ganze war ein unmenschlicher, nicht rechtsstaatlicher, willkürlicher, diskriminierender Akt, ganz gezielt gegen mich als schwächstes Glied der Gesellschaft, ein reines sexualisiertes Dominanzspiel, was ausartete", schreibt Wille auf Facebook. "Man sah in ihren Gesichtern, dass sie viel Spaß hatten. Die Schmerzen und Wunden sind am ganzen Körper." Über den Auslöser der Festnahme im McDonald's äußerte er sich nicht.

Polizei spricht von Einsatz bei Schlägerei

Die Kölner Polizei distanzierte sich ausdrücklich vom Vorwurf homophober Gewalt. "Im Rahmen eines Einsatzes 'Schlägerei', zu dem die Polizei gerufen wurde, ist nach Widerstandshandlungen gegen polizeiliche Maßnahmen eine Person in Gewahrsam genommen worden", heißt es in einer kurzen Stellungnahme zum Vorfall auf Facebook. "Der Sachverhalt wird durch die Kriminalpolizei und die Staatsanwaltschaft ermittelt – dies beinhaltet auch die Prüfung der Anschuldigungen gegenüber der Polizei."

Sven Wille bittet unterdessen Zeugen des Vorfalls, sich bei ihm per Email an sr-wille@web.de zu melden, um seine Version belegen zu können. Obwohl an der Geschichte noch vieles unklar ist, erhielt er bereits Solidarität aus dem Bundestag: Der Linken-Abgeordnete Niema Movassat zeigte sich auf Twitter "absolut fassungslos" über die "Polizeigewalt in Deutschland/Köln". (cw)

 Update  15.45h: Zeugen sollen Polizeiangaben bestätigen

Nach einem Bericht der Boulevardzeitung "Express" haben sich mehrere Zeugen bei der Polizei gemeldet, deren Aussagen die Glaubwürdigkeit des angeblichen Opfers in Frage stellen. So stimme der Ablauf des Einsatzes eher mit den Angaben der Polizisten überein.

Sven Wille droht nun ein Strafverfahren wegen Widerstands gegen Polizeivollzugsbeamte. Er selbst hat laut "Kölner Stadt-Anzeiger" noch keine Anzeige erstattet. Gegenüber Medien möchte sich der junge Schwule nicht weiter äußern.

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Tags: sven wille, polizeigewalt, csd köln
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Reaktionen zu "Köln: Verletzter CSD-Teilnehmer wirft Polizei homophobe Misshandlungen vor"


 110 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
05.07.2016
05:12:46
Via Handy


(-4, 16 Votes)

Von Nick


Ja nun, es gibt durchaus homophobe, rechte, gewalttätige polizisten. Leider gibt es bis heute keine kennzeichnungspflicht in der bundesrepublik. Sonst ließen sich dersrtige täter leichter ermitteln.

Ist jedenfalls nix neues das polizisten sich als brutale schläger zeigen.


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#2
05.07.2016
07:13:50


(+4, 12 Votes)

Von Steve2


Ich hatte mal einen Polizisten im Bekanntenkreis. Was da an rassistische Äußerungen kamen war unfassbar! Mich würde also nicht wundern, wenn es so gewesen ist, wenngleich ich es ein wenig suspekt finde, dass er selbst keine Angaben dazu macht, wieso er überhaupt verhaftet wurde.


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#3
05.07.2016
07:24:50


(+3, 11 Votes)

Von Crikkie
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Die Tat soll zu einem Zeitpunkt passiert sein, als sich mehrere hundert Menschen in der Gegend aufhielten, von denen bisher keiner etwas derartiges beobachtet haben will. Im Gegenteil, es gab auf Facebook schon diverse Personen, die das Geschehnis zwar sahen, so eine Be-/Misshandlung aber nicht beobachteten, mehr noch, sich sogar gegen die Darstellung des Opfers aussprachen und mindestens eine Person, die sich der Polizei als Zeugin für deren Version anbot.
Ich würde erwarten, dass es da auffällt, wenn ein Haufen Polizeibeamter (Zeugen sprechen von "drei Beamten") in einen Schnellimbiss stürmt, sich jemanden greift und unter roher Gewalt in ein Auto verfrachtet.

Dann fehlt erst einmal das ganze "Vorspiel" in der Beschreibung, dafür ist der Rest überaus detailiert. Inklusiver vollkommen untypischer Maßnahmen wie jemanden bewusstlos zu schlagen, an den Füßen zu Fesseln und eine Maske überzuziehen. Klingt irgendwie eher nach einer Entführungsszene aus nem Hollywoodstreifen. Dann gehen die Misshandlungen auf der Wache weiter. Also sind so zwischen mindestens 3 und XX Beamte und ein Arzt daran beteiligt. Aber gut.

Die Polizei liefert immerhin ihr Einsatzstichwort "Schlägerei". Also hat es wohl eine körperliche Auseinandersetzung gegeben, die den Polizeieinsatz ausgelöst hatte. Dann hätte sich ein Beteiligter den polizeilichen Maßnahmen widersetzt, woraufhin er in Gewahrsam genommen wurde.

Auf Facebook beschwert sich das vermeintliche Opfer im Vorfeld des CSD noch darüber, dass ihm die Veranstaltung zuwenig ernsthaft und zu tolerant sei und wieder politischer werden müsse, dass man endlich "wieder auf die Barrikaden gehen müsse" und im Nachhinein erklärt er, er "habe ums Überleben gekämpft!
Aber genau deswegen [sei er] ja auch auf die Straße gegangen, für Vielfalt, Menschlichkeit, gegen Diskriminierung, Gewalt und Kriminalisierung von Schwulen, Lesben etc. sowie von HIV-Erkrankten!", "gegen Schwule, Frauen und Ausländer wird der weiße, hetero Mann immer Gewalt anwenden" und schließt mit "Mein Fall zeigt, dass es das alles noch gibt und sich nichts geändert hat, im Gegenteil es wird schlimmer! Deswegen müssen wir weiter kämpfen!!". Das klingt mir doch ein wenig nach gewollter Politisierung bzw. Eskalation.

Immerhin hat letzteres funktioniert. der Beitrag wird laufend überwiegend kritiklos weiter geteilt -bis jetzt so 590mal-, zig Kiddies tippen sich am "ACAB" die Finger wund und alle überschlagen sich in ihrer Wut und Empörung. Letztendlich hat die Polizei längst verloren: stellt sie fest, dass es einen solchen Vorfall gab, zu recht, stellt sie fest, dass der junge Mann eine lebhafte Fantasie hat, kommen wieder diese "eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus" und "Polizisten werden eh nicht bestraft"-Sprüche...

So, wie es sich gerade äußert, klingt die ganze Geschichte für mich allerdings wie eine Mischung aus Calum McSwiggums Story neulich und gewollter Hetze. Aber wir werden es ja demnächst erfahren, am Kölner Hbf hängen ja so um die 80 Kameras und der McD ist auch videoüberwacht.


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#4
05.07.2016
08:19:52


(0, 14 Votes)

Von stromboli
Aus berlin (Berlin)
Mitglied seit 01.05.2008
Antwort zu Kommentar #3 von Crikkie


ich will den vorgang zur tat nicht nicht an der anklagenden person bewerten..
aber es gibt einen erfahrungsbereich über bundesweite polizeiliche übergriffigkeiten, die sich schon an mehr als nur einer hand abzählen lassen.
Hierzu gibt es foren , die sich detailiert mit diesem "phänomen staatlicher gewalt auseinander setzen.

Es gibt berichte über "zwangsmaßnahmen zum schutze der behandelnden person" die sich eindeutig solcher ruhigstellungsmaßnahmen bedienen.. fesselung, liegen mit gesicht auf boden...
Es gibt hierzu handbücher für den dienstgebrauch, die solche "maßnahmen ausdrücklich vorschreiben.
Alles liegt im verantwortungsbereich der ausführenden beamten ohne eine nennenswerte kontrolle von aussen.
Und: der corpsgeist schützt.
Polizei in ihren aussagen schützen das handeln ihrer "kollegen auch dann, wenn eindeutig die grenzen der verhältnismäßigkeiten überschritten wurden ( siehe hierzu gerichtsurteile..!)

Machen wir uns nichts vor: wir leben nicht in dem nachbarschaftskontaktbereichsbeamtenstaat, wo nur das wort LGBT* etc genügt, um den schwarzuniformierten knebelwilligen schutzstaffelbeamten zum einhalten zu bringen...
Diese angekommenseinspharse hatte mein freund vor jahren in berlin erleben dürfen...
und auch die beschämende aufarbeitung mit hilfe von maneos eifrigen finke und dessen zusammenarbeit mit dem polizeiapparat.

Wir "marschieren mit polizei und miltär zum csd..., vergessend, dass diese die "tragenden pfeiler jenes systems sind, die teile UNSER konflikte überhaupt erst möglich machen... die schützen letztendlich immer die, die uns auf dem kieker haben.

Das da womöglich ein-zwei beamte ihren frust über die vor ihnen sich ausbreitende homoplage nicht in den inneren griff bekommen, mag was für den polizeipsychologen aussagen., mir sagt es nur etwas über den stand der dinge aus, in/mit denen wir weiterhin leben...


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#5
05.07.2016
08:40:24


(+2, 14 Votes)

Von Crikkie
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #4 von stromboli


Du wirst jemanden, den du noch transportieren musst, eher nicht an den Füßen fesseln. Dann musst du ihn nämlich tragen und, wenn er dann mit gefesselten Händen fallen lässt, kann er sich schwer verletzen.
Du stellst dich auch nicht -mit mehreren- auf seinen Körper, wie es das Opfer beschreibt, das führt nämlich zu lagebedingtem Erstickungstod.

"schwarzuniformierten knebelwilligen schutzstaffelbeamten"

Gratuliere, du hast dich damit für jede sachliche Diskussion disqualifiziert. Mal eben die Polizei mit der SS gleichsetzen -da spar ich mir doch die Worte. Wer im Kopf schon so weit ist, dem ist eh nicht mehr mit Worten beizukommen. Schönen Tag noch...^^


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#6
05.07.2016
09:11:38


(-2, 10 Votes)

Von GeorgG
Aus Berlin
Mitglied seit 13.05.2016


Es muss doch irgend etwas vorgefallen sein, das die Polizisten so gereizt hat, dass sie diesen Mann misshandelten. (Wenn die Geschoichte stimmt.) Hat er etwas zu den Beamten gesagt? Gab es eine Schlägerei/Rangelei im McDonald's?
Man muss immer beide Seiten hören, bevor man sich ein abschließenden Urteil bildet, was in diesem Fall sicherlich die Aufgabe eines Gerichtes wäre.


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#7
05.07.2016
09:27:28
Via Handy


(-1, 11 Votes)

Von TheMom


Warum wurde er überhaupt fest genommen? Hat er betrunken randaliert? Dann würde mich das nicht wunder, wenn er härter angefasst wurde


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#8
05.07.2016
09:48:39


(-4, 14 Votes)

Von GeorgFalkenhagen
Aus Bremen
Mitglied seit 21.05.2010


Ach, an der Sache ist nichts dran. Als Kriminologe würde ich das Früchtchen auf § 164 StGB verschärft hinweisen wollen.

Die Schilderungen des angeblichen Opfers sprechen doch wohl Bände. Und die Art, wie er jetzt Zeugen sucht, nämlich über das Fressebuch, zeigt sehr schön wie unser deutsches Strafrecht gestrickt ist: Laut Wikipedia handelt es sich bei dem Paragrafen 164 um ein "Ehrdelikt".

Wahrscheinlich war der Verkloppte besoffen und versucht nun das Erlebte in seinem Sinne umzudeuten.

Etwaige Tatzeugen werden vor Falschaussagen gewarnt.

Endurteil: Freispruch für die Bullen, 23 Sozialstunden für Sven Wille und der Rat an Frau Niema Movassat, nicht alles zu glauben, was einem in den Kram passt ...


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#9
05.07.2016
09:55:36


(-2, 10 Votes)

Von Störchen
Antwort zu Kommentar #2 von Steve2


Und ich hatte mal eine Oma. Die hat im Lotto gewonnen.
Was ich daraus gelernt habe? Alles Omas gewinnen immer im Lotto...
Ich kenne zwar keine anderen Omas die im Lotto gewinnen, aber so muss es sein, es würde mich nicht wundern wenn die heimlich gewinnen... unfassbar.

PS: Was Rassismus mit dem einen Übergriff schildernden jungen Menschen zu tun hat, das weiß wohl nur der Himmel. Aber auch egal, Hauptsache alle Polizisten sind Rassisten, dann ist das Weltbild doch gerettet.


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#10
05.07.2016
09:57:33


(+4, 10 Votes)

Von Mario Schulz
Antwort zu Kommentar #5 von Crikkie


Merkwürdig ist, dass er ständig bewusstlos war. Jedoch an fast alles Erinnert.
Wenn es so ist, ohne Worte. Kann es mir jedoch nicht vorstellen. Vor allem halb Nackt aus einem Nebeneingang geworfen.


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