Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?26531

Beschilderung in den USA: Alle Geschlechter haben Zutritt, solange sie nicht rauchen (Bild: flickr / Matthew Rutledge / by 2.0)

Die viertgrößte Stadt der Niederlande will schrittweise geschlechtsneutrale Klos einführen. Begonnen wird an öffentlichen Gebäuden.

Der Magistrat von Utrecht hat vergangene Woche als erste Regierung einer niederländische Stadt beschlossen, Schritt für Schritt Unisex-Toiletten in der Stadt einzuführen, um Diskriminierung entgegenzuwirken. "Toiletten sind ein Ort für jeden. Sie sollen nicht mehr nach dem Geschlecht unterschieden werden", begründete Initiatorin Annemarijke Podt, eine Stadträtin der liberalen Partei "Democraten 66", die Einführung auf Twitter. Sie erklärte, dass bis zu fünf Prozent der Bevölkerung in der 340.000 Einwohner zählenden Gemeinde transgender seien.

Nun sollen zunächst die öffentlichen Toiletten an städtischen Gebäuden wie dem Rathaus oder der Universität neu ausgeschildert werden. Noch ist unklar, ob auch in Restaurants oder Cafés geschlechtsneutrale Toiletten Vorschrift werden sollen. Laut lokalen Medien zeigten sich sich Geschäftsleute besorgt über die Kosten einer weiteren Toilette, könnten sich aber vorstellen, alle vorhandenen Klos als genderneutral auszuschildern.

Bereits vor kurzem hatten Universitäten in Amsterdam und Leiden beschlossen, generell Unisex-Toiletten einzuführen. Die Initiativen werden auch von der LGBT-Organisation COC unterstützt. "Untersuchungen zeigen, dass sich vier Prozent der Niederländer nicht vollständig als Mann oder Frau fühlen und nicht in Schubladen gesteckt werden wollen", erklärte COC-Sprecher Philip Tijsma. "Eine Toilette nach Geschlecht auszuwählen bedeutet für sie aber, in eine Schublade gesteckt zu werden."

Studien: Trans-Anteil in der Bevölkerung höher als angenommen

Der Bevölkerungsanteil von Transgendern oder Transsexuellen ist neuesten Studien zufolge höher als bisher angenommen. So kam eine Ende Juni veröffentlichte Studie des "Williams Institute" (PDF) zu dem Ergebnis, dass in den USA 1,4 Millionen Transpersonen leben – und damit doppelt so viel als bisher angenommen. Das entspricht 0,6 Prozent der Bevölkerung. Allerdings ist der gemessene Anteil in Städten höher. Laut der Studie sind beispielsweise 2,7 Prozent der Washingtoner Bevölkerung trans. Auch unter 18- bis 24-Jährigen ist der Anteil weit höher als in den älteren Altersgruppen, was laut den Forschern darauf hinweise, dass sich viele ältere Transpersonen bislang einfach nicht geoutet hätten.

Erst vor zwei Wochen hatte der New Yorker Stadtrat beschlossen, dass alle öffentlichen Einzeltoiletten im Stadtgebiet im kommenden Jahr als Unisex-Toiletten ausgeschildert werden müssen (queer.de berichtete). In den USA ist die Entwicklung besonders in Bildungseinrichtungen bereits weiter als in Europa: Studien zufolge bieten mehr als 150 Unis gemischte WCs an. In Deutschland gibt es ebenfalls Tests, etwa an der Uni Regensburg (queer.de berichtete). Zudem führte eine Senatsverwaltung in Berlin vergangenes Jahr erstmals an öffentlichen Gebäuden "WCs für alle Geschlechter" ein (queer.de berichtete). (dk)



#1 ClaudiussAnonym
  • 05.07.2016, 12:49h
  • Wenn ich eine öffentliche Toilette benutzen sollte, aus der gerade eine Frau heraus kommt, würde ich nicht dort hinein gehen.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 TheDadProfil
#3 AdamAnonym
#4 NinaAnonym
  • 05.07.2016, 14:58h
  • So richtig der Vorstoß ist, warum werden immer noch die Piktogramme von Frau und Mann benutzt? So richtig geschlechtsneutral im Sinne vieler Geschlechter dazwischen wirkt das für mich immer noch nicht, WC für alle fänd ich besser.

    BTW: Unisex-WCs gibt es schon immer in der Bahn und im Flugzeug, darüber hat sich m.W. bisher auch niemand aufgeregt.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 GregoryAnonym
#6 NielsAnonym
  • 05.07.2016, 20:01h

  • Solange es um die Kabinen geht, ist es mir egal ob unisex oder getrennt.
    Aber an Pissoirs finde ich es nicht toll wenn Frauen vorbei gehen.
    Daher sollte es immer auch getrennte Toilleten geben. Unisex meinetwegen als Zusatz, aber nicht als Ersatz.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 TheDadProfil
#8 LudwigAnonym
  • 06.07.2016, 12:48h
  • Antwort auf #7 von TheDad
  • Ist das nicht auch diskriminierend, wenn Pissoirs den Leuten genommen werden? Am Ende auch unhygienisch, wenn die Leute im Stehen auf die Schüsseln zielen.

    Ich denke, ein weiteres Problem werden sexuelle Übergriffe sein, die erleichtert werden, wenn man Männergruppen Zugriff auf den Schutzraum von Frauen gibt.

    Ich persönlich hätte die Lösung eher darin gesehen, eine dritte Toilette für Leute zu schaffen, die sich nicht als Mann und nicht als Frau definieren, als Männer und Frauen in eine Toilette zu zwingen.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 heneAnonym
  • 06.07.2016, 13:16h
  • Antwort auf #6 von Niels
  • "Solange es um die Kabinen geht, ist es mir egal ob unisex oder getrennt. Aber an Pissoirs finde ich es nicht toll wenn Frauen vorbei gehen. Daher sollte es immer auch getrennte Toilleten geben. Unisex meinetwegen als Zusatz, aber nicht als Ersatz."

    Natürlich wird soweit nicht gedacht => es wird komplett ersetzt.
    Im letzten Jahr war ich auf einem Festival mit (jetzt neu und extra beworben) Unisextoiletten. Schlangen bis zum abkotzen.
    Natürlich wurde die Pissrinne gar nicht mehr aufgestellt, auch gab es keine Pisspilze.
    Dass durch Gleichberechtigungsbestreben am Ende alle deutlich länger warten mussten, hat da keinen Interessiert, hauptsache es gab Unisextoiletten.
    Ein Beispiel von gut gemeint und katastrophal umgesetzt. Idiotie in reinform, die der angestrebten Akzeptanz massiv Schaden zufügt.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 KückenAnonym
  • 06.07.2016, 13:49h
  • Antwort auf #9 von hene
  • Selbstverständlich hast du bei dir daheim auch getrennte Toiletten, gell? Uni-Sex-Toiletten?! Wo kommen wir denn da hin, wenn man diesen Quatsch auch noch zuHause einführt??? Sodom & Gomorrha!
  • Antworten » | Direktlink »