Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?26533

Chris Sevier sorgt mit albernen Klagen für Kopfschütteln (Bild: Screenshot WZTV)

Chris Sevier zieht vor Gericht, um mit seinem Computer den Bund fürs Leben zu schließen. In Wirklichkeit hat er aber ganz andere Absichten.

Eine absurde Klage in Utah sorgt weltweit für Aufsehen, auch in deutschen Medien: Der 38-jährige Anwalt Chris Sevier hat den Bundesstaat vor einem Bundesgericht in Salt Lake City verklagt, weil ihm das Standesamt nicht erlaubt hat, seinen mit Pornografie gefüllten Laptop zu heiraten. Seit Tagen tingelt er daher von einem Zeitungsinterview oder Lokalsender zum nächsten, um seine Sicht der Dinge darzustellen.

Der Kläger bezeichnete sich selbst in der Klageschrift als "Maschinisten", der sich technischen Geräten sexuell hingezogen fühlt. Ihm mache Sex mit seinem Rechner mehr Spaß als mit "echten Frauen". Mit dieser sexuellen Orientierung werde er vom Staat diskriminiert – und klage daher auf sein Grundrecht auf Ehe. "Das ist kein Spiel. Das ist kein lustiges Szenario", so Sevier gegenüber dem Lokalsender KLTA.

Als Anlass für die Klage nannte er die landesweite Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben im Juni 2015. Diese Entscheidung zeige, dass Gerichte jeder sexuellen Orientierung die Ehe ermöglichen müssten – und zwar unabhängig davon, "mit was auch immer eine Person Sex hat", sagte Sevier in einem Skype-Interview mit dem Sender KSTU.

In dem Sender gab der Irak-Veteran auch seine wahre Intention preis: Ihn störe die Gleichstellung von Schwulen und Lesben im Eherecht. "Es gibt keinen Beweis, dass es ein Homo-Gen gibt. Es gibt keinen Beweis, dass Menschen schwul oder lesbisch geboren worden sind." Weiter erklärte der Anwalt, dass er seine Klage zurückziehen werde, sollte der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten Schwulen und Lesben das Ehe-Recht wieder entziehen. "Ich stelle fest, dass es keine Ehe gibt wie die Mann-Frau-Ehe", so Sevier.

Der Anwalt, der sich auf sozialen Netzwerken unter anderem als Model und "christlicher Musikproduzent" bezeichnet, sagte außerdem gegenüber der Zeitung "Daily Herald": "Ideen wie 'Menschen sind homosexuell geboren' sind unbewiesene Annahmen, die praktisch eine Religion sind. Die Regierung darf diese Art von Ideologie nicht in Gesetze gießen."

Youtube | Bericht im Lokalsender KSTU

Nicht die erste Klage des "Profi-Trolls"

Das ist nicht die erste Klage des "Profi-Trolls", wie Sevier in Blogs genannt wird. Bereits 2014 ist er in Florida vor Gericht gezogen, um seinen Computer zu heiraten. Der Grund: Eine LGBT-Organisation hatte kurz zuvor auf Öffnung der Ehe geklagt. In der Klageschrift beschwerte er sich damals, dass gleichgeschlechtliche Partner schließlich wie sein Computer auch nicht die "dazugehörigen Sexualorgane" hätten. Sevier warf darin auch Präsident Barack Obama vor, die USA in eine "gay nation" verwandeln zu wollen. Außerdem verklagte er damals den Fernsehkanal A&E, weil der Sender Reality-Star Phil Robertson nach homophoben Äußerungen suspendiert hatte (queer.de berichtete). Beide Klagen wurden sofort abgewiesen.

Bereits mehrfach war Sevier, der wegen einer posttraumatischen Belastungsstörung in Folge seines Militäreinsatzes seine Anwaltslizenz in Tennessee abgeben musste, mit dem Gesetz in Konflikt: So warfen ihm sowohl Country-Star John Rich als auch ein 17-jähriges Mädchen Stalking vor. Damals ordnete ein Gericht an, dass Sevier einen GPS-Tracker tragen muss. (dk)



#1 Komischer VogelAnonym
#2 JarJarProfil
  • 05.07.2016, 15:53hKiel
  • Antwort auf #1 von Komischer Vogel
  • War auch mein erster Gedanke, nur würde er dann sagen: Seht ihr, jeder scheiß ist möglich in unserer kranken Welt.
    Es ist besser ihn in einer Diskussion zu stellen und den Leuten vorzuführen was für ein Idiot er ist, der Liebe anderer Menschen nicht einfach akzeptieren kann.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 ViktorAnonym
  • 05.07.2016, 16:01h
  • ach nöö, ist doch nicht einvernehmlich, ein computer würde den nie ficken wollen, auch einer mit dem internet-explorer nicht
  • Antworten » | Direktlink »
#4 Foxie
  • 05.07.2016, 16:03h

  • Da müssen sich immerzu die Gerichte mit diesem Clown beschäftigen. Traurig, daß der soviel Aufmerksamkeit bekommt. Was ist, wenn er seiner Angetrauten den Stecker zieht? Häusliche Gewalt?
    Seelische Grausamkeit? Und wie antwortet ein Laptop aus freiem Willen mit "Ja"?
    Fragen über Fragen....
    In Deutschland hätte ich gedacht, das wär eine Sommerloch-Ente.
    Aber andererseits, bei uns gibts die AfD, die Pegida'Spazierer und so.
    Und nicht zu vergessen, das qualitätvolle und wahrhaftige Privat-TV.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 Shinkaishi
  • 05.07.2016, 16:06h
  • Ein Anwalt dem der Unterschied zwischen einer rechtlichen Sache und einer rechtlichen Person nicht bewusst ist sollte vielleicht wirklich wegen eklatanter Inkompetenz die Lizenz entzogen werden...

    Der einzige Fall, in dem das Argument "wenn gleichgeschlechtliche Ehe, dann auch..." wirklich anwendbar ist (Tiere sind beispielsweise auch keine rechtlichen Personen) wäre Polygamie - und dort sehe ich auch zugegeben kein wirkliches, klares Argument dagegen.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 wiking77
  • 05.07.2016, 16:17h
  • Tja, solche Auswüchse ereignen sich, weil eben nicht korrekt mit Begrifflichkeiten umgegangen wird. Denn klar, das ALLE schließt auch Menschen ein, die auf "Maschinen" geil sind und ihnen Sex damit vergnügen macht.

    Man mag es als Narretei abtun und hoffentlich wird die Klage abgewiesen, aber ALLE bei einer Ehe heißt natürlich auch diejenigen, die den Bruder oder die Schwester heiraten wollen, den Goldhamster, der Lehrer, der die neunjährige Schülerin heiraten möchte, oder diejenigen sind auch ALLE, die aus religiösen Gründen bis zu vier Partnerin ehelichen wollen, denen kommt dann nicht nur die Ehe für alle(!) zur Hife, sondern noch die Religionsfreitheit.

    Wer alle sagt, öffnet langfristig Tür und Tor für wirklich alle!
  • Antworten » | Direktlink »
#7 Foxie
#8 MariuszAnonym
#9 Yuuki83Profil
  • 05.07.2016, 17:21hAltdorf
  • Man könnte fast meinen, dass man in den USA eine Anwaltslizenz an jedem beliebigen Kaugummi-Automaten erwerben kann.

    Ein Laptop ist eine Sache, ein Rechtsobjekt und kann somit kein Träger von Rechten wie beispielsweise Menschen, Unternehmen, Vereine etc. sein. Nur Rechtssubjekte können Verträge eingehen. Im speziellen handelt es sich bei der Ehe um eine Art Vertrag zwischen zwei natürlichen Personen, denen der Staat bestimmte Rechte zugesteht und im Gegenzug ihnen auch bestimmte Pflichten auferlegt.

    Den Fall könnte ein jeder Jura-Erstsemestler nach einer Woche Studium diesem Herrn Sevier um die Ohren hauen.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 userer
  • 05.07.2016, 17:29h
  • Antwort auf #6 von wiking77
  • Ihre gewohnt absurden und homophoben Verkürzungen sollte man ja gar nicht kommentieren, aber weil's so schön ist: Was genau würde Ihnen weggenommen, wenn Ihre Nachbarin mit einer Waschmaschine den Bund fürs Leben schließen dürfte?

    Nicht dass das in irgendeiner Weise überhaupt jemals zur Debatte gestanden hätte, außer in den abstrusen Postings Ihrer Troll-Riege.

    Und wenn ich mich nicht täusche, erkennt Deutschland schon jetzt im Ausland legal geschlossene Polygamie an.
  • Antworten » | Direktlink »