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Die "Gay Zombies" warnten auf der Pride-Parade davor, dass Kanada bald eine Homo-Diktatur sein werde

Bekiffte grüne Zombies zeigten sich bei der Pride-Parade in Toronto – dabei handelte es sich in Wirklichkeit um christliche Fundamentalisten, die homophobe Flugblätter verteilten.

Der CSD in Toronto schrieb am Sonntag Geschichte, als mit Justin Trudeau erstmals ein kanadischer Premierminister teilnahm. Wie erst später öffentlich wurde, haben auch christliche Fundamentalisten den Pride genutzt, um gegen den "homosexuellen Lebensstil" Stimmung zu machen.

Der homophobe Aktivist Bill Whatcott hatte heimlich die Lauftruppe "Gay Zombies Cannabis Consumers Association" für die CSD-Parade angemeldet – also eine Organisation von homosexuellen Marihuana-Anhängern. Er bezahlte eigenen Angaben zufolge die Anmeldegebühr in Höhe von 100 Dollar (70 Euro), um die CSD-Besucher leichter erreichen zu können.

Insgesamt sieben ganz in grün gekleidete und maskierte "Zombies" verteilten während der Parade Pamphlete, in denen ein "Ausweg" aus der Homosexualität empfohlen wurde. Manche waren als eine Kondompackung getarnt. "Das Naturgesetz ist ganz deutlich. Homosexualität ist nicht kompatibel mit der menschlichen Natur. Krankheit, Tod und Verwirrtheit ist die traurige und elende Wirklichkeit des homosexuellen Lebensstils." Auf dem Flyer waren auch schockierende Fotos zu sehen, wie die Abbildung eines angeblich an Aids gestorbenen Mannes. Außerdem war zu lesen, dass die gleichgeschlechtliche Ehe eine "Rebellion gegen Gott" sei und sich Kanada "auf einem zerstörerischen Weg in Richtung sexuelle Anarchie und von Homosexuellen inspirierte Unterdrückung" befinde.

Whatcott beklagt: Wir wurden beschimpft

Gegenüber der kanadischen Fundamentalisten-Website "Life Site News" erklärte Whatcott nach dem "Zombie"-Auftritt, dass ihn die Reaktion der CSD-Besucher überrascht habe: "Ich habe sie gefragt, ob sie 'Zombie Safe Sex' wollen. Alle fanden das gut. Aber als wir versuchten, ihnen eine biblische Info-Broschüre zu geben, haben sie uns beschimpft und Eisgetränke an unseren Kopf geworfen. Aber wenn man ihnen ein ausgeflipptes Ding, das wie ein Kondom aussieht, anbietet, greifen sie ganz schnell danach." Er warf Politiker und Gesellschaft vor, Christen wie ihn "mit Mobbing zum Schweigen bringen zu wollen".


Bill Whatcott bei einer Demo im Jahr 2012

Der 48-jährige Bill Whatcott ist in Kanada kein Unbekannter: Er hatte bereits 2014 den CSD Vancouver unterwandert, als er sich als Mitglied der Spaghettimonster-Kirche anmeldete. Als langjähriger Aktivist fordert der selbsterklärte "wiedergeborene Christ", Homosexualität und Abtreibung wieder unter Strafe zu stellen. In der Vergangenheit meldete er etwa einen "Hetero-Pride" in der Stadt Regina an. 2013 sprach ihn der kanadische Supreme Court wegen Volksverhetzung schuldig, weil er ein Pamphlet verteilt hatte, in dem Homosexuelle generell mit Kinderschändern gleichgesetzt wurden. Er musste 7.500 Dollar Strafe bezahlen. (dk)



#1 AlexAnonym
#2 goldsteinerProfil
  • 06.07.2016, 15:37hNeusäß
  • Ich denk, diese Trottln werden sowieso nicht wirklich in der Menge aufgefallen sein
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#3 GeorgGProfil
  • 06.07.2016, 15:40hBerlin
  • Wenn Hunderttausende durch die Straßen einer Großstadt ziehen, müssen sie natürlich damit rechnen, dass sie angegriffen werden. Wobei man noch froh sein kann, dass es "nur" verbale Angriffe waren (wenn man an Staaten wie Russland, Baltikum oder Rumänien denkt).
    Widerstände wird es immer wieder geben, egal, ob es ein Zug von Schwulen, Lesben oder von alleinerziehenden Müttern ist.
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#4 stromboliProfil
  • 06.07.2016, 15:54hberlin
  • ich denke es zeigt, wie gedankenlos wir auf diesen events herum wandeln..
    da kann selbst eine so eindeutig homophobe gruppierung sich einschleußen und macht ihr ding...

    Bin gespannt wann so was auch auf deutschen strassen passiert und mehr noch gespannt, wie die teilnehmer dann reagieren!
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#5 MariposaAnonym
  • 06.07.2016, 16:38h
  • Mit wirklichem Christentum haben diese Fuzzies Nullkommanix zu tun - wieder einmal maßen sich kranke Charaktere an, über andere zu richten..... Aber ich denke mal, auf dem Toronto Pride waren sie allenfalls eine merkwürdige Randerscheinung. Religiöse Fanatiker sind in Kanada übrigens deutlich weniger präsent als in den USA.
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#6 ursus
  • 06.07.2016, 16:59h
  • Antwort auf #3 von GeorgG
  • >"Wenn Hunderttausende durch die Straßen einer Großstadt ziehen, müssen sie natürlich damit rechnen, dass sie angegriffen werden."

    weil... es ein menschlicher instinkt ist, andere menschen anzugreifen, sobald sie in großen gruppen auftreten? was soll diese bizarre verharmlosung?

    gewalt und diskriminierung kann man nur verhindern, indem man hass (hier: homophobie) und seine ursachen (hier: religion) konkret benennt.
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#7 LudwigAnonym
#8 markusbln11Anonym
#9 hugo1970Profil
#10 hugo1970Profil