Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
  • 06.07.2016, 17:50h           30      Teilen:   |

Homophobie

AfD Thüringen: Bildungsplan ist "Verblödungsplan"

Artikelbild
AfD-Fraktionschef Björn Höcke, ein ehemaliger Gymnasiallehrer, teilt gegen den Bildungsplan aus (Bild: Alexander Dalbert, Wiki Commons, cc by-sa 3.0)

Die Rechtspopulisten betreiben weiter Stimmungsmache: Weil der von der Landesregierung geplante Bildungsplan auch LGBT erwähnt, warnt die AfD vor "Frühsexualisierung".

Die AfD-Fraktion in Thüringen hat die von der Landesregierung geplante Neufassung des Bildungsplans aufgrund der geplanten besseren Thematisierung von Homo- und Transsexualität in einer Pressekonferenz am Dienstag scharf kritisiert. "Sollte ich besser Verblödungsplan sagen?", erklärte dazu Fraktionschef Björn Höcke nach Angaben der "Thüringischen Landeszeitung". Der Bildungsplan habe aus Sicht der Partei "mit Bildung nicht viel zu tun".

Wiebke Muhsal, die bildungspolitische Sprecherin der AfD-Fraktion, nutzte dabei auch den Kampfbegriff "Frühsexualisierung", mit dem die Rechtspopulisten bereits wiederholt gegen die bessere Thematisierung von LGBT-Fragen an Schulen Stimmung gemacht haben. Die Forderung nach "Akzeptanz" sei eine Bevormundung der Kinder, "Toleranz", also passives Dulden, reiche völlig aus. Außerdem kritisierte Muhsal, dass nur das Wort "Eltern" und nicht "Vater" und "Mutter" in dem Plan vorkäme. Die 30-jährige Politikerin bemängelte auch, dass in dem Plan vorgesehen ist, dass sich Kinder in die Lage des anderen Geschlechts versetzen sollen. Das Geschlecht, sagte sie weiter, sei eine biologische Tatsache und kein soziales Konstrukt.

Die Thüringer AfD setzt derzeit besonders stark auf Homo- und Transphobie: Erst diese Woche sorgte der Abgeordnete Thomas Rudy mit einem homophoben Facebook-Eintrag für Empörung (queer.de berichtete).

Fortsetzung nach Anzeige


Kritik von Gewerkschaft und Regierung

Scharfe Kritik an der Haltung der Rechtspopulisten zum Bildungsplan äußerte unter anderem die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft in Thüringen. Die AfD-Fraktion habe "wieder einmal nicht verstanden oder wollte nichts verstehen", bemängelte die GEW. "Die Pluralisierung und zunehmende Gleichbehandlung von Lebens- und Erziehungsentwürfen, die wachsende Globalisierung und interkulturelle Öffnung der Gesellschaft sind Bedingungen, auf die das Bildungssystem reagieren muss." Die Bildungsgewerkschaft erklärte, dass sich Schüler mit Vielfalt auseinandersetzen sollten, da dies deren "gesellschaftliche Handlungsfähigkeit, Selbstbestimmung und Teilhabe" fördere. Die Gewerkschafter warfen der AfD vor, mit dem ständigen Wiederholen des Wortes "Frühsexualisierung" die gesamte Debatte zu sexualisieren.

Auch die Regierungsfraktionen zeigten sich empört über die Haltung der Höcke-Fraktion: "Die Auslassungen der AfD zum Bildungsplan sind mittelalterlich und rückwärtsgewandt", erklärte Karola Stange, die gleichstellungspolitische Sprecherin der Linksfraktion. Es sei richtig, dass sich der Bildungsplan an einer toleranten, für unterschiedliche Lebenskonzepte offenen Gesellschaft orientiere: "In unserer modernen Gesellschaft gehören gleichgeschlechtlich lebende Menschen einfach dazu. Das Vermitteln dieser einfachen Zusammenhänge und das Werben für Akzeptanz liegt im Rahmen der schulischen Aufgaben.

Die Grünenpolitikerin Astrid Rothe-Beinlich ergänzte, die AfD-Kritik sei ein "plumper Versuch bildungspolitischer Stimmungsmache". "Es ist nun mal so, dass es Kinder und Jugendliche gibt, die sich einem anderen Geschlecht zugehörig empfinden als ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde oder die sich beispielsweise zum gleichen Geschlecht hingezogen fühlen. Dementsprechend fordert der Bildungsplan lediglich ein geschlechterreflektiertes Arbeiten als wichtigen Baustein pädagogischer Professionalität ein", so Rothe-Beinlich.

Die rot-rot-grüne Regierung in Erfurt hatte sich 2014 in ihrem Koalitionsvertrag auf die Einrichtung eines Bildungsplan geeinigt, der die Berücksichtigung der Gleichstellung von sexueller Orientierung und geschlechtlicher Identität vorsieht (queer.de berichtete). Im von einem wissenschaftlichen Konsortium erarbeiteten Entwurf (PDF) wird ein "reflektierter Umgang mit sexueller und geschlechtlicher Vielfalt" an Thüringischen Schulen gefordert. (dk)

Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 30 Kommentare | FB-Debatte
Teilen: 430             3     
Service: | pdf | mailen
Tags: afd, bildungsplan, thüringen
Schwerpunkte:
 AfD
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

loading...

Reaktionen zu "AfD Thüringen: Bildungsplan ist "Verblödungsplan""


 30 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
06.07.2016
18:49:41


(+11, 13 Votes)

Von goddamn liberal


Diese Partei ist so sexualfeindlich und homophob wie ein Teil der arabischen Einwanderer, die sie absurderweise zu ihrem Hauptfeind erklärt hat.

Link zu www.zeit.de

Link:
de.wikipedia.org/wiki/Homosexualit%C3%A4t_in_Syrie
n


In Thüringen, dem Land von NSU, Buchenwald und der ersten deutschen NSDAP-Regierung, die schon 1930 an die Macht kam, wirken mit Björn Höcke und seiner Hetz-Truppe übelste Traditionen nach.

Es ist gut, wenn sich eine mutige Landesregierung den Faschisten entgegenstellt.
Höcke ist der klassische Typus des großmäuligen braunen Studienrats, der mit seinem aufgeblasenen Schwadronieren andere in den Untergang führt.
Es ist eine Schande, dass sowas jemals Beamter war.

Bild-Link:
545974613-germany-iii-reich-nsdap-npea-napola-at-t
he-gettyimages.jpg?v=1&c=IWSAsset&k=2&
d=X7WJLa88Cweo9HktRLaNXqhkeZUtZ2qGSJls5dhY3pCxWcm9
Wk%2BZhPYJJNQNora9r7ly2i%2FEfXyB4GFOtJUCQw%3D%3D


Aber irgendwie passt es leider auch ins Bild.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#2
06.07.2016
18:56:32
Via Handy


(+9, 11 Votes)

Von markusbln11


Die rückwärtsorientierung der AfD ist nicht tolerierbar. AfD vergiftet das gesellschaftliche klima in deutschland. Was aus solch extremer empörungspolitik rauskommt sehen wir am "Noch Vereinten Königreich" mit seiner UKIP.
Wenn der elephant - UKIP - im porzellanladen alles zerdeppert hat - brexit ist endlich da, tritt er weg, die scherben müssen dann die anderen aufräumen. Wenn dies überhaupt gelingt. Das ist das resultat weltfremder und altbackener ideologie a la AfD oder UKIP.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#3
06.07.2016
19:25:08


(+9, 11 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #2 von markusbln11


Es ist ja bezeichnend, dass der Laden im Gegensatz zu Teilen der Linken noch nicht vom Verfassungschutz überwacht wird, obwohl seine Positionen in Bezug auf uns, aber auch in Bezug auf die grundgesetzlich nun mal garantierte Religionsfreiheit eindeutig verfassungswidrig sind.

Deutsche Behörden sind eben traditionell auf dem rechten Auge blind.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#4
06.07.2016
19:46:53


(+7, 9 Votes)

Von Roman Bolliger


Die AfD bekämpft eifersüchtigst die Bildung, damit möglichst viele Menschen das unterirdisch tiefe Bildungsniveau der AfD ja nicht verlassen. Zum Glück möchten die meisten Menschen sich nicht mit AfD-Dummheit begnügen, hoffentlich!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#5
06.07.2016
19:52:34


(+3, 7 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


Warum nehmen die rechs neoliberal nationalisten, immer die gleichen Gründe, die was sie am besten charakterisieren, drehen sie so um, das es auf den Gegner abfärben soll, tut es nicht und trotzdem fallen viele Menschen darauf ein, kann mir das jeman erklähren, bin ich zu doof dafür?


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#6
06.07.2016
19:56:30


(+3, 7 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


"Toleranz", also passives Dulden, reiche völlig aus.

Ihr verflucvhten verdammten schweine, ihr seit es nicht wert das man euch nur ansiht.
Ihr seit keine menschen, ihr seit monster in menschengestalt


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#7
06.07.2016
20:00:05


(+6, 8 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


"Die Thüringer AfD setzt derzeit besonders stark auf Homo- und Transphobie: "

Wenn man keine vernünftigen argumente hat, dann nimmt man das erst beste Ziel, was man vor sich hat, bewerfe es sollange mit scheiße, bis es von selber weggeht, aber ihr macht die Rechnung ohne uns, ihr könnt sollange und viel scheiße auf uns werfen, WIR BLEIBEN STANDHAFT!!!!!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#8
06.07.2016
20:07:08
Via Handy


(+3, 7 Votes)
 
#9
06.07.2016
20:44:35


(+6, 8 Votes)

Von Loren
Aus Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern)
Mitglied seit 02.11.2013
Antwort zu Kommentar #7 von hugo1970


Um den identitären Rassisten Höcke zu verstehen, sollte man sich mit seinem Duzfreund Kubitschek vom Rittergut Schnbellroda beschäftigen. Homofeindlichkeit ist bei denen nicht einfach der bei Rechten übliche Verweis auf einen Sündenbock, sondern elementarer Bestandteil eines reaktionären Gesellschaftskonzepts (inklusive reaktionärer Vorstellungen von Familie, von den Rollenzuweisungen für Frauen und Männer). In dem Deutschland, das autoritäre und antidemokratische Geister wie Höcke, Kubitschek u.a. anstreben, ist kein Platz für Menschen, die nicht heterosexuell sind. Man sollte diese Leute auf keinen Fall unterschätzen. Sie sind lang geübt im ausdauernden Vernetzen und im Infiltrieren der öffentlichen Meinung mit ihren illberalen Ideen.

Link zu www.faz.net


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#10
06.07.2016
20:55:21


(+6, 6 Votes)

Von Loren
Aus Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern)
Mitglied seit 02.11.2013


Korrektur: Das Rittergut des Rechtsextremisten Kubitschek heißt Schnellroda.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
« zurück  123  vor »


 POLITIK - DEUTSCHLAND

Top-Links (Werbung)

 POLITIK



Anderswo
Bild des Tages
Aktuell auf queer.de
Kein Termin für LGBTI-Aktivisten: Kultusminister redet lieber mit Homo-Hassern Berlin: Straße wird nach Homo-Aktivist benannt Was verbindet "Refugees and Queers"? Präsidentenwahl: Steuert Österreich nach Rechtsaußen?
 © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt