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Offen schwul nach 50 Jahren

Star Trek: Sulu ist schwul


John Cho fliegt die Enterprise seit dem Reboot der "Star Trek"-Franchise im Jahr 2009 als Sulu durch unendliche Weiten (Bild: Paramount)

Im neuen Enterprise-Film "Star Trek Beyond" wird erstmals gezeigt, dass Lieutenant Hikaru Sulu mit seinem Liebsten eine Tochter großzieht. Das verriet Darsteller John Cho.

Novum im "Star Trek"-Universum: Im neuen Kinofilm der Reihe wird erstmals die Homosexualität von Steuermann Hikaru Sulu thematisiert, der bereits seit 50 Jahren die Enterprise durchs Weltall fliegt. Sulu lebt laut einem Bericht der australischen Zeitung "Herald Sun" vom Donnerstag in dem Film in einer Regenbogenfamilie: In "Star Trek Beyond", der ab dem 21. Juli in deutschen Kinos läuft, wird er als liebenswerter Vater einer Tochter dargestellt, der mit seinem gleichgeschlechtlichen Partner zusammenlebt.

Das verriet John Cho, der Sulu seit der Neuauflage der Kinoreihe spielt, der Zeitung bei einer Promo-Tour in Sydney. Der 44-Jährige erklärte, Drehbuchautor Simon Pegg, der auch Scotty darstellt, und Regisseur Justin Lin hätten die Entscheidung getroffen, Sulu ganz nebenbei zu outen. Das solle ein Zeichen setzen, dass sich die Zeiten geändert hätten. "Mir gefällt der Ansatz, dass man keine große Sache draus macht. Wir hoffen, dass wir uns als Spezies in diese Richtung entwickeln und die persönlichen Orientierungen nicht mehr politisieren", sagte Cho.

Das neue Detail im Leben der Kultfigur sei eine Verbeugung vor George Takei, der Sulu in der Serie in den Sechzigerjahren sowie in sechs Kinofilmen darstellte. Takei outete sich 2005 – also fast vier Jahrzehnte, nachdem er die Rolle übernommen hatte – als schwul (queer.de berichtete). Seither setzt er sich auch politisch für die Gleichstellung von Schwulen und Lesben ein und wurde für seinen Einsatz unter anderem mit dem "Vito Russo Award" der LGBT-Gruppe GLAAD geehrt (queer.de berichtete).

Youtube | Neuester Trailer für "Star Trek Beyond"

Bislang nur LGBT-Andeutungen


George Takei hatte Sulu seit 1966 gespielt (Bild: Gage Skidmore / flickr / by-sa 2.0)

"Star Trek" hat sich seit seinem Start Mitte der Sechzigerjahre zwar immer progressiv gegeben – beispielsweise mit dem ersten TV-Kuss zwischen einer schwarzen Frau und einem weißen Mann. Allerdings sind LGBT-Themen bislang nur angedeutet worden: So begegnete die "nächste Generation" um Captain Picard 1992 in der Folge "Verbotene Liebe" einer androgynen Spezies, die Sex mit geschlechtlichen Wesen als abartig empfanden. Dennoch verliebte sich eines dieser Außerirdischen in Commander Riker, der die Gefühle erwiderte. Der Haken an dieser Folge: Alle Alien-Rollen wurden von Frauen gespielt, so dass die Liebesbeziehungen den gewohnten heterosexuellen Lauf nahmen. Riker-Darsteller Jonathan Frakes nannte "Verbotene Liebe" später eine "verlorene Chance" und bezeichnete die Macher als feige.

In den anderen Serien gab es ähnlich vorsichtige Versuche: Bei "Deep Space Nine" in der Folge "Wiedervereinigt" etwa oder bei "Voyager" in "Der Kriegsherr" – und bei "Enterprise" wurde eine vorsichtige HIV-Analogie in "Stigma" gewagt.

Fan-Filme gingen hier schon einen Schritt weiter: In der 2007 veröffentlichten Folge "Blood an Fire" aus der "Star Trek Phase 2"-Reihe verliebt sich etwa Fähnrich Peter Kirk, der Neffe von Captain Kirk, in Lieutenant Alex Freeman. Diese Filme sind nichtkommerziell und werden mit Genehmigung der Rechteinhaber CBS und Paramount Pictures von Hardcore-Fans gedreht.

Auch für die geplante neue "Star Trek"-Fernsehserie, die im kommenden Jahr in den USA anlaufen soll, ist offenbar eine LGBT-Figur geplant. Das hat Produzent Bryan Fuller vergangenen Monat verraten (queer.de berichtete). (dk)

Wöchentliche Umfrage

» Coming-out nach 50 Jahren auf dem Schirm: Sulu aus "Star Trek" ist schwul. Was meinst Du?
    Ergebnis der Umfrage vom 09.07.2016 bis 18.07.2016


#1 UrsaMajorEhemaliges Profil
  • 07.07.2016, 16:36h
  • Woo-hoo!

    Ich gucke Star Trek, seit ich denken kann. Was ziemlich genau mit dem Beginn der Saga in der zweiten Hälfte der 1960er Jahre zusammenfällt.

    Dass nun endlich auch eine LGBT-Figur offen in Erscheinung tritt, war mehr als überfällig.
    Bedenkt man das Konzept, das viel mit zukunftsweisenden gesellschaftlichen Entwicklungen zu tun hat, wurde es wirklich Zeit, der bisherigen Heterodominanz etwas Positives entgegenzusetzen.

    Ich freue mich sehr darauf, das zu sehen

    ***

    Zur Aussage "Wir hoffen, dass wir uns als Spezies in diese Richtung entwickeln und die persönlichen Orientierungen nicht mehr politisieren" möchte ich jedoch zur Vorsicht raten. Wir sind anders als die Mehrheit und werden es immer bleiben. Wenn das Ganze im positiven Sinne "nicht mehr politisiert" werden muss, weil es eine selbstverständliche 100%ige Gleichstellung und Akzeptanz gibt, soll es mir einerseits recht sein.

    Andererseits darf dies nicht zur Identitätsleugnung und zu einem "Einheitsbrei" führen.

    Es ist in der Natur so angelegt, dass es unterschiedlichste Identitäten und Ausprägungen von Wesensarten und Persönlichkeiten gibt.
    Diese Vielfalt ist es, die für mich das Leben interessant macht.

    Also: gleichberechtigte Vielfalt - ja, unbedingt!
    Gleichmacherei und Gleichschaltung - bitte auf keinen Fall!
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#2 Patroklos
#3 Trekkie77Anonym
  • 07.07.2016, 17:26h
  • Endlich mal! Das war längst überfällig... Aber schade um diesen Spoiler... Ich hätte es gerne erst im Film gesehen.
    Im Canon ist dies kein Bruch, denn auch in der Originalserie noch in dem Filmen war Sulu heterosexuell. Als einziger der Original-Crew hatte er nie eine Romanze... Lediglich im bösen Spiegel-Universum hat er einmal Uhura angebaggert.
    In ST VII fragt sich Kirk, wann Sulu Zeit hatte eine Familie zu gründen, als seine Tochter am Steuer der Enterprise-B sitzt... Von einer Frau war da nicht die Rede. Von daher: Sulu passt...
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#4 OrthogonalfrontAnonym
  • 07.07.2016, 17:30h
  • Antwort auf #2 von Patroklos

  • Han Solo und Chewbacca gab es schon von Anfang an. Mit Leia wirds dann poly, wobei sie als damit scheinbar Unerfahrene erstmal ihre Probleme hat und Chewie daher ablehnt. Vielleicht ist aber auch Fell zwischen den Zähnen einfach nicht ihr Ding. ;-)
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#5 raganello
  • 07.07.2016, 17:54h
  • Wir können jetzt gerne über gültige Gesetze und geltendes Recht und die dabei betreffende Diskriminierung sprechen.

    Aber auch das ist wichtig.
    Nur so kann Homosexualität als etwas "normales" gesehen wird. Auch so kann Homosexualität und vor allem Regenbogenfamlien als etwas normales in die Gesellschaft getragen werden.

    Die Zeiten haben sich geändert, auch wenn Mutti es noch nicht gemerkt hat.
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#6 Nerdy BirdAnonym
  • 07.07.2016, 18:05h
  • Antwort auf #4 von Orthogonalfront

  • R2D2 & C3PO ?
    Leia war doch eher ... nun ja im orginal Starwars wusste ja selbst George Lukas net das Luke ihr Bruder ist...

    und Leia lesbisch... tja... in diesem speziellen fall hoffe ich nicht den im original Starwars Universum gibts überhaupt nur 3 (menschliche) frauen insgesamt
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#7 NathanaelAnonym
  • 07.07.2016, 18:08h
  • Romantechnisch gibt es in den "neueren" Serien "Corps of Engineers" und "New Frontier" auch bereits LGBT-Figuren.
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#8 NickAnonym
#9 NickAnonym
#10 chrisProfil
  • 07.07.2016, 19:18hDortmund
  • Die genannte Folge "Blood and Fire" stammt übrigens meines Wissens nach aus dem Original Drehbuchpool von TNG (Next Generation). Man hat also damals schon überlegt, diese schwule Beziehung zu zeigen. Soweit ich weiß hat man sich dann aber dagegen entschieden und das Drehbuch nicht umgesetzt. War wohl ende der 80er, Anfang der 90er doch zu gewagt.
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