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Vor drei Jahren wurde unter dem Motto "To Russia with Love" vor 58 russischen Botschaften und Konsulaten in aller Welt aus Protest gegen das Homo-"Propaganda"-Gesetz geknutscht – auch Gloria Viagra war dabei (Bild: flickr / Sebastian Hesse / by 2.0)

  • 8. Juli 2016, 05:51h, Noch kein Kommentar

Am 10. Juli soll weltweit gegen die CSD-Verbote und Festnahmen in Istanbul protestiert werden – allerdings weiß leider kaum jemand davon.

Ein "Global Kiss-In" unter dem Motto "To Turkey with Love" soll am Sonntag ein Zeichen für LGBT-Rechte in der Türkei setzen. Anlass sind das Verbot und die Niederschlagung des Trans-Pride in Istanbul mit Gummigeschossen und Tränengas am 19. Juni sowie die Polizeigewalt beim ebenfalls verbotenen Marsch des Stolzes eine Woche später. Am 26. Juni hatten Sicherheitskräfte rund 30 Menschen vorübergehend festgenommen, darunter den Grünen-Bundestagsabgeordneten Volker Beck.

Bislang stehen allerdings nur zwei Termine in Deutschland fest: Ein Kiss-In in Berlin findet am 10. Juli von 15 bis 16 Uhr vor der Türkischen Botschaft in der Tiergartenstraße 19-21 statt. Zur selben Zeit ist eine Aktion vor dem Türkischen Honorarkonsulat in Bremen (Ahlker Dorfstraße 9) geplant.

Türkische Konsulate gibt es allerdings auch in Düsseldorf, Erfurt, Essen, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, Karlsruhe, Köln, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Regensburg und Stuttgart.

Das Ziel: unterdrückten LGBT Mut machen

Mit dem Motto "To Turkey with Love" soll an die Aktion "To Russia with Love" angeknüpft werden, die er zusammen mit Norbert Greuter im September 2013 gegen das russische Gesetz gegen Homo-"Propaganda" auf die Beine stellte, erklärte Organisator Florian Filtzinger gegenüber der "Berliner Zeitung". Das Kiss-In damals wurde zeitgleich in 58 Städten auf fünf Kontinenten durchgeführt. "Bei 'To Russia with love' anlässlich der damals geplanten Anti-Homosexuellen-Gesetze hatten wir drei Monate Zeit; um zu planen und zu organisieren", sagte Filtzinger. "Das ist bei dem Kiss-In am Sonntag leider nicht möglich, wir hatten hierfür nur wenig Zeit."

Auf die aggressive Verhaltensweise der Regierung Erdogan wolle man nicht mit Hass antworten. Die Protestaktion sei als "Solidaritätszeichen" gedacht, als "Zeichen des Friedens, mit dem wir zeigen wollen, dass die Schwulen, Lesben und Transgender in der Türkei und natürlich auch anderswo, wo Minderheiten Unterdrückung erfahren, nicht alleine sind".

Bei Russland habe man gesehen, dass die Aktion gewirkt habe, meinte Florian Filtzinger. "Es wurde in den sozialen Medien auch viel gepostet und getwittert unter dem hashtag #torussiawithlove. Eine junge Lesbe aus Russland veröffentlichte ein Bild, auf dem sie ein Schild hält, auf dem steht, dass ihr diese internationale Solidarität die Kraft gegeben hat, nicht aufzugeben. Das war sehr bewegend." (cw)