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Der Kölner CSD soll 2005 – zumindest in Teilen – des Platzes verwiesen werden. Ob er 2006 überhaupt stattfinden wird, ist fraglich.

Von Michael Müller

Die Vorbereitungen für den Kölner Christopher Street Day laufen auf Hochtouren, in der Zeit vom 1. bis 3. Juli werden etwa eine Million Besucher in der Domstadt erwartet. Doch nicht alles klappt so, wie es sich die Veranstalter vorstellen: Der Kölner Lesben- und Schwulentag (KLuST) hat mit der Stadtverwaltung und konkurrierenden Veranstaltungen zu kämpfen.

Wie in den vergangenen Jahren wird es auf dem Heumarkt die große Hauptbühne geben. Der Alter Markt, auf dem immer eine kleinere Bühne stand und auf dem sich ein bunter Mix aus Infoständen und Gastronomie befand, ist wegen U-Bahn-Baustellen in diesem Jahr jedoch zu zwei Dritteln nicht nutzbar. Als Alternative könnte ein Teil des Straßenfestes an das Rheinufer zwischen Deutzer und Hohenzollernbrücke verlegt werden, doch dieser Vorschlag wird vom Kölner Ordnungsamt noch geprüft. Auch der Roncalliplatz vor dem Dom kommt als Veranstaltungsort nach einem entsprechenden Verwaltungsgerichts-Urteil für den CSD nicht infrage.

Dem Kölner CSD 2006 drohen noch größere Schwierigkeiten, denn scheinbar gibt es keinen Termin mehr, an dem die Veranstaltung im kommenden Jahr stattfinden könnte. Wegen der Fußball-WM soll der CSD 2006 statt am ersten nun am dritten Juli-Wochenende über die Bühne gehen. Doch für dieses Wochenende ist bereits die große Traditionsveranstaltung "Kölner Lichter" geplant. Es wäre zwar möglich, beide Veranstaltungen parallel laufen zu lassen. "Wirtschaftlich wäre das aber totaler Blödsinn", so "Kölner Lichter"-Veranstalter Werner Nolden im Kölner Stadtanzeiger. "Zum CSD sind die Hotels voll und zu den Kölner Lichtern auch. Da hätte keiner was von." Es scheint, als stünde dem KLuST noch jede Menge Überzeugungsarbeit bevor.

Immerhin steht das Motto des CSD 2005 fest: "lebenslang liebens:würdig" wird es heißen, und die Botschaft, die dahinter steht, ist eindeutig: auch ältere Lesben und Schwule haben ihren Platz in der Gesellschaft und vor allen Dingen in der Community. Das Zusammenleben der Generationen soll nicht durch den Schönheits- und Jugendwahn innerhalb der Szene verhindert werden, denn gerade die Erfahrungen und Verdienste der älteren Generation sind wertvoll.

Ältere Menschen werden häufig aus dem aktiven gesellschaftlichen Leben ausgegrenzt und müssen sich, völlig auf sich alleine gestellt, mit Krankheit und Tod auseinander setzen. Viele ältere Lesben und Schwule empfinden diese Ausgrenzung besonders stark, denn in der schwulen Welt sind Alter und Krankheit häufig besonders stigmatisiert.

Das CSD-Motto wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Rubicon, dem Beratungszentrum für Lesben und Schwule in Köln, entwickelt. Durch enge Kontakte zu lesbischen und schwulen Senioren kennen die Mitarbeiter des Rubicon deren Probeme und Ängste sehr genau. Schätzungsweise 22.000 Lesben und Schwule im Alter von über 60 Jahren leben gegenwärtig in Köln. An das Motto knüpfen sich Forderungen an Kölner Politiker und die Stadtverwaltung, lesbisch-schwule Projekte im Seniorenbereich zu fördern und zu unterstützen.

Aber es soll auch junge Lesben und Schwule erreichen, für die Alter kein Thema ist und in deren Gemeinschaft alte Menschen eher ungern gesehen sind.

8. April 2005



#1 RalfAnonym
  • 12.04.2005, 12:49h
  • Dass Köln mittlerweile noch vor Berlin die schwule Hauptstadt Europas geworden ist bringt Köln sehr viel - nicht nur finanziell. Der CSD (und der gesamte schwul-lesbische Tourismus) ist ein echter Wirtschaftsfaktor geworden! Es wäre sehr unklug von Köln durch ein Jahr Pause anderen die Chance zu geben, Köln diesen Status wieder abzunehmen! Da muss sich doch ein Termin finden lassen! Und ansonsten eben trotz WM am ersten Juliwochenende!!
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