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Die Berliner Polizei vermerkt in ihren Presseberichten mögliche homo- oder transphobe Hintergründe einer Tat (Bild: Sebastian Rittau / flickr / by 2.0)

In Neukölln rief ein 34-Jähriger nach einer Beleidigung die Polizei. Derweil weist das Lageso einen Bericht über eine schwulenfeindliche Gewalttat zurück.

Im Berliner Bezirkt Neukölln hat am Freitagabend ein Mann gegenüber der Polizei eine offenbar schwulenfeindlich motivierte Beleidigung angezeigt. Der 34-Jährige rief gegen 22 Uhr die Polizei zum Parkplatz eines Discounters in der Sonnenallee.

Wie der Polizeibericht vermerkt, sei der Mann seinen Angaben zufolge kurz zuvor auf dem Parkplatz an einem Pärchen vorbeigegangen und dann von dem Mann homophob beleidigt worden. Nach der Personalienfeststellung wurde der 39 Jahre alte Verdächtige, der offenbar alkoholisiert war, entlassen.

Derweil hat das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) am Freitag den Vorwurf zurückgewiesen, ein Security-Mitarbeiter der Behörde habe einen Flüchtling aus homophoben Gründen zusammengeschlagen. Der Mann aus Syrien hatte angegeben, am Donnerstag von dem Mitarbeiter beleidigt und angegriffen worden zu sein (queer.de berichtete). Der 32-Jährige erlitt ein blaues Auge und hat eine Anzeige wegen Körperverletzung gestellt.

Eine Sprecherin des Senats sagte dem "Tagesspiegel" hingegen am Freitag, der Mann habe sich Zugang zu einem Bereich des Campus verschaffen wollen, für den er keine Berechtigung gehabt habe. Nachdem der Security-Mitarbeiter ihm den Zugang verwehrt habe, sei er "nach unseren Informationen ausfällig" und "aggressiv" geworden. Die sexuelle Orientierung habe offenbar keine Rolle bei dem Streit gespielt, man werde den Vorfall aber weiter überprüfen. Der Security-Mitarbeiter hat inzwischen gegen den Syrer eine Anzeige wegen Beleidigung gestellt.

Der Flüchtling hatte sich an den LSVD gewandt. Verbandssprecher Jörg Steinert erklärte, die Einstufung des Vorfalls als nicht schwulenfeindlich halte man für "problematisch"; oft genug gebe es Berichte über homo- und transphobes Verhalten gegenüber Flüchtlingen durch Security-Mitarbeiter und Sprachermittler. (nb/pm)



#1 RobinAnonym
  • 09.07.2016, 16:06h
  • Da die Politik das Klima für Homohass sät, wundert mich die Zunahme solcher Taten leider nicht.

    Was wir jetzt brauchen ist viererlei:

    1. Volle rechtliche Gleichstellung:
    das wird nicht automatisch die Gesellschaft ändern, ist aber die Voraussetzung dazu. Und überall dort, wo es die volle rechtliche Gleichstellung gibt, hat das sehr schnell die Gesellschaft geändert.

    2. Mehr Aufklärung an Schulen:
    wenn es noch Hass gegen bestimmte Bevölkerungsgruppen gibt, ist das der beste Beleg, dass es an den Schulen mehr Aufklärung geben muss.

    3. Wir müssen uns mehr wehren:
    wenn wir immer nur über Beleidigungen hinwegsehen, werden sie nicht weniger, sondern mehr. Wir müssen dann auch konsequenz Strafanzeige erstatten, damit die Täter sehen, dass sie mit sowas nicht durchkommen und dass sowas im Rechtsstaat nicht geduldet wird.

    4. Selbstbewusst zeigen:
    Wir müssen uns ganz offen uns selbstverständlich zeigen. Desto eher wird es für die gesamte Gesellschaft auch selbstverständlich sein. Und desto eher sehen die auch, wie viele wir sind.
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#2 Berlin_Profil
  • 10.07.2016, 02:14h Berlin
  • Antwort auf #1 von Robin

  • Ich stimme dir da absolut zu, aber ...

    (Scheiß Einleitung, ich weiß.)

    ...leider scheint die Politik die Zeichen der Zeit nicht zu erkennen oder bewusst zu ignorieren.
    ...scheint es nicht wirklich Menschen zu geben, die vorne weg gehen wollen.
    ...erfordert das zum Teil nicht wenig Mut und Bereitschaft über den eigenen Schatten zu springen.
    ...ist jede Aktion auch immer mit Risiken verbunden, die man bereit sein muss einzugehen.

    Das sind Herausforderungen die es zu überwinden gilt.
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#3 FinnAnonym
  • 10.07.2016, 09:55h
  • Antwort auf #2 von Berlin_
  • "...leider scheint die Politik die Zeichen der Zeit nicht zu erkennen oder bewusst zu ignorieren."

    Dann muss es eben einen Politik-Wechsel geben.

    Dazu kann jeder von uns mit seiner Wahlentscheidung beitragen.

    ----------------------------------

    "...scheint es nicht wirklich Menschen zu geben, die vorne weg gehen wollen."

    Jeder, der sich nicht versteckt und nicht unsichtbar machen lässt, geht vorweg.

    --------------------------------

    Wenn sich etwas ändern soll, müssen wir auch was dafür tun.
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#4 BrunoAnonym
  • 13.07.2016, 09:38h
  • "Sprachermittler" [lol]
    Was hat die Sprache denn verbrochen, dass Ermittler gegen sie eingesetzt werden?
    Oder muss überhaupt erst mal ermittelt werden, um welche Sprache es sich eigentlich handelt?
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